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Über Go to Rio

GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

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Warum heisst gotorio Go to Rio? Weil wir über alle Orte schreiben - außer Rio.

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Entries in Supper Club (4)

Montag
Mai092016

Youdinner: Komm in den Club

Es gibt Ideen, von denen man sofort denkt: „Da hätt ich auch drauf kommen können.“ Weil diese Idee eben so eindeutig in die Zeit passt und fast schon simpel erscheint.

Eine solche Idee begegnete uns jüngst im industriell geprägten Teil von Düsseldorf-Oberkassel. Wir erhielten eine Einladung zum ersten Youdinner der Stadt.

Youwas? Filmen mit Essen?

Nein, die Betonung liegt auf “Dinner”: Es geht um einen Club für ungewöhnliche – und hochwertige – Abendessenserlebnisse.

Das kann natürlich erstmal jeder von sich behaupten, das mit dem hochwertung und ungewöhnlich. Und genauso kann jeder mit Adjektiven herumwerfen wie „herausragend“ oder „exklusiv“, so wie es Youdinner auf seiner Homepage tut und wie es vielleicht auch nötig ist, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Was also steckt hinter dem Club?

Zunächst ist eine Jahresgebühr fällig von 180,- Euro für eine Einzelperson oder 300,- für ein Paar. Dafür bekommt das Clubmitglied die Möglichkeit, Veranstaltungen zu buchen – die weitere 49 bis 99 Euro kosten. 30 bis 40 sollen es pro Jahr in den Städten werden, die Youdinner erschließt. Aktuell sind dies Stuttgart, Düsseldorf und Köln. Hinzu kommen teurere Reisen zu den Sterne-Tempel der Welt. So war der Club jüngst im Cellar de Can Roca, demnächst steht eine Doppeltour zu Sergio Hermanns „Pure C“ und „The Jane“.

Dabei gilt immer die eigentlich wenig hochwertige All-inclusive-Idee: Der Preis für einen Abend schließt Wasser und Wein ein. “Wenn sie mit uns reisen, müssen sie eigentlich kein Bargeld mitnehmen”, sagt uns Miguel Calero, einer der beiden Gründer von Youdinner.

Als wir das hörten, waren wir höchst skeptisch. Denn das klingt doch eher wie ein Fitnessstudio, das daran interessiert ist, dass seine Kunden gerade nicht erscheinen. Andererseits steht hinter Youdinner nicht irgendwer: Calero war über zehn Jahre der Servicechef des 3-Sterne-Hauses “Vendome” in Bensberg, dann half er beim fabelhaften Sergio Hermanns aus. Sein Partner ist Daniel Ohr, der ehemalige Marketingchef der Modehandelskette Breuninger.

Ihr erster Auftritt in Düsseldorf (ausnahmensweise haben wir uns einladen lassen) beeindruckte uns derart, dass wir wenige Tage später Mitglied bei Youdinner wurden.

“Goodbye, Lenin“ war die Überschrift des Abends in der Eastside Eatery, eigentlich eine Kantine für den Coworking-Space Klan. Das rohe Ambiente passte zum Motto: DDR-Gerichte.

Yup. Das kann schlimm werden. Oder fantastisch.

Es wurde letzteres dank Sonja Baumann und Erik Scheffler, dem Koch-Team des Ein-Sterne-Restaurants „Gut Lärchenhof“ in Pulheim. Scheffler ist Ostdeutscher und konzipierte die Idee: zweigeteilte DDR-Klassiker, einmal so, wie es sich gehörte (OK, einen deutlichen Tacken feiner), einmal modernisiert und dekonstruiert.

Zum Beispiel Spreewälder Gurke: Das Original kommt in dem Fall aus dem Glas und steht zum Gruppenteilen als Senf- und Gewürz-Version in der Tischmitte. Baumann und Scheffler servieren derweil wunderschön angerichtete, gefüllte Gurken, deren Inneres all jene Aromen enthält, die eine Spreewälder Gurke ausmachen. Dazu kommen Anreicherungen wie Senf-Eis und grobkörniger Senf, die für ein frisches, herrlich gurkiges Gericht sorgen – auf dem Teller versehen mit einem grünpudrigen Ampelmännchen.

Es folgt: Soljanka.

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Donnerstag
Aug272015

Norden, Berlin: Warum Supper Clubs toll sind

Vor einigen Wochen hatten wir einen höchst vergnüglichen Abend in Köln. Dort gastierte in der Kochschule Marieneck der Norden Supper Club aus Berlin. Das Trio – entstanden aus dem hier auch schon mal gelobten Rollin’ Restaurant – servierte ein wundervolles Menu der neuen, skandinavischen Küche.

Und wie so immer bei Supper Clubs: Nicht nur das Essen war toll, genauso die Weine, vor allem aber die Gesellschaft. Oder wie Norden-Mitmacher Paul Huizing erklärt: “Man kommt an einen Ort, den man nicht kennt, um Essen zu verspeisen, das man nicht bestellt hat, mit Leuten, die man nie zuvor getroffen hat.”

Auf. Den. Punkt. Genau deshalb sind Supper Clubs ein so großer Spaß. Und wie dieser Abend in Köln aussah, das sehen Sie auf diesem wundervollen Video des Youtube-Food-Kanals FoodPeoplePlaces:

Dienstag
Jun042013

Supper Clubbin' im Rollin' Restaurant

Jüngst waren wir auf einer Hochzeit in der Uckermark eingeladen, genauer gesagt auf dem wunderschönen Schloss Wartin. Die Hotelsituation der Region ist, nun ja, ausbaufähig. So nächtigten wir im Hotel “Deutsches Haus” in Grünz

In dessen Garten steht - eine Tupolew TU 134A. Kein Witz. Ein Flugzeug. Nach der Wende planten die Betreiber des Gasthauses dort eine Bar einzubauen. Doch die Behörden machten einen Strich durch die Rechnung. Und so mutierte der russische Flieger zum Gartenzwerg-Surrogat. 

Es ist eben nicht alles erlaubt, was Gastronomen gerne tun würden. Die deutschen Gesetze sind kompliziert, geht es um Felder wie Sicherheit oder Hygiene. Doch wer in die Gastronomie wollte, der hatte früher eben keine andere Wahl: Entweder er beugte sich den Vorschriften, er blieb Angestellter bei jemand, der das tat - oder er suchte sich eine andere Profession.

Heute gibt es eine weitere Alternative: Supper Clubs. 

Seit einigen Jahren floriert die Szene der Hobbygastronomen, die für einen oder wenige Abende im Monat ein Restaurant öffnen, gerne in Privaträumen, in das nur Gäste Einlass finden, die sich zuvor per Mail angemeldet haben. Oft sitzen die Speisenden dann nicht separiert voneinander, sondern an einer langen Tafenl und lernen sich kennen. 

Die deutsche Hauptstadt der Supper Clubs ist - keine Überraschung: Berlin. Und zu den bekannteren Clubs zählt das Rollin’ Restaurant, was wohl auch daran liegt, dass seine Begründer im Web-Geschäft zuhause sind und somit digitale Kommunikation den Namen in die Köpfe gepflanzt hat. Mit Unterstützung des Goethe-Instituts rollte das Team sogar zu den Olympischen Spielen und kochte ein paar Abende in London (leider klappte es während unseres Olympia-Urlaubs nicht mit einem Besuch).

Trotz des Erfolgs - und das ist typisch für Supper Clubber - haben die drei Gründer keine Ambitionen, ein Restaurant zu eröffnen. Paul Fritze, Paul Nonnenmacher und Björn Schmidt sind Hobbyköche und wollen das bleiben. Dann lieber einmal im Monat richtig einen raushauen - auch wenn es mal fünf Tage Vorbereitung braucht.

Am Vorabend der Digital-Konferenz re:publica bekochten sie eine bunte Gruppe Internet-Aktiver. Und es gab wohl keinen Gast, der nicht beeindruckt war von dem, was da aus der Küche kam.

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Freitag
Aug312012

Weinrallye 54: Biene im Glas

Viel zu lange haben wir nicht mehr an einer Weinrallye teilgenommen. Das ist jener Tag, an dem weininteressierte Blogs etwas zu einem Wein-Thema schreiben, das der jeweilige Rallye-Gastgeber vorgibt. “Region im Glas” ist diesmal die Überschrift und das Weinreich-Blog gibt den Zeremonienmeister

Terroir. 

Das ist ja eines dieser Worte mit denen Wein-Snobisten weniger an bacchistischen Details Interessierte terrorisieren können. Dann schmecken sie allerlei Obst, Gemüse, Kräuter und Gesteinsschichten aus dem Glas und behaupten, dass es genau jene seien, die für die Nachbarschaft des Weinhangs typisch seien. 

In der Regel müssen die Zuhörer das dann auch glauben, ist doch die Wahrscheinlichkeit gering, dass sie selbst schon mal in dieser Gegend waren und noch geringer, dass sie diesen Besuch mit der Analyse von Gesteinsproben gekrönt haben. Wer solch Hochnasen enttarnen will, kann dies sehr gut mit der Frage: “Warst Du schon mal da?” Wer Glück hat erfährt, dass dem nicht so ist - und kann kontern mit eigenem, erfundenen Scheinwissen. Wo der Trinker Schiefer schmeckt, weiß der Hobby-Geograph von Lehmschichten.

Bei solchen Terroir-Beschreibungen geht es um Boden und Flora - nie aber um die Fauna. Nur bei einer Probe von Medoc-Weinen war einmal die Rede von Anklängen von Pferdemist. So präsentieren wir heute den einzigen Wein, den wir kennen, der nicht nur seinem Terroir entspricht - sondern auch seinem Airoir. 

Sein Name: “Rebelote Fass No. 6 Selection, Edition Bee 2011”. 

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