Entries in köln (2)
"Well Being", Köln: Vegan gut sein
Rund um den Rudolfplatz in Köln fällt die Auswahl eines Restaurants normalerweise nicht schwer. Trotzdem laufen wir an diesem Abend vorbei an Italienern, Indern und sogar einem Currywurst-Restaurant. Aber irgendwie ist das alles nicht das, was wir suchen.
Zufällig stoßen wir in einer Nebenstraße auf das Souterrainlokal „Well Being“. Das unscheinbare Restaurant bietet ausschließlich vegetarische und vegane Küche an. Weil an diesem Abend problemlos auf Fleisch verzichtet werden kann - und wir zugegeben auch neugierig sind - treten wir ein.

Hell ist es. Einfach und auch ein bisschen funktional eingerichtet: Laminat, weiße Wände, Tische und Stühle. Kleine Nischen oder Wände sorgen für die gewünschte Privatsphäre. Wir nehmen gleich vorne am Fenster einen Tisch.
Jeans, Burger und geraubte Sinne
Man soll ja junge Unternehmen nicht schon vor deren Start in Grund und Boden schreiben. Aber trotzdem müssen ein paar Worte verloren werden, finde ich, über eine Idee, die aus Köln kommt. Und die, mit Verlaub, ein wenig verwegen klingt.
Ihr erster Bestandteil sind Jeans. Jene Körperbekleidung, die maßgeblich von ihrem Sexappeal lebt, der ebenso maßgeblich von der Anschmiegung an einen wohlproportionierten Körper lebt. Die bei einem guten Schnitt aus einem Durchschnittshintern einen Knackarsch macht. Bei deren Vorausgeh-Anlegen manch weiblicher Single sich auf den Boden legt, auf dass der Bauch flacher werden. Oder einst gar mancher sich in die Badewanne begab, damit die Blaue besonders eng sitzt.
Zweite Ingredienz der Geschäftsidee sind - Hamburger. Fett triefende Hamburger, deren Belag selbst gestaltet werden kann.
Jeans und Hamburger, das ist wie Köln und Düsseldorf, wie Harry Potter und Lord Voldemort wie Ursula von der Leyen und eine liberale Gesellschaft. Es geht nicht zusammen, es bekämpft sich, es ist nur Platz für eine der Zutaten.
Und doch kündigt sich in Köln nun ein Burger-Restaurant an, das Jeans verkaufen will. Es heißt “Jungle & Jeans”. Vielleicht aber hat es doch eine Marktchance. Denn auf der Homepage heißt es:
“Unsere Gäste werden in eine amerikanische Welt entführt. Schlichte und dennoch eindringliche Farben in Kombination mit der bescheidenen Eleganz der Innenausstattung rauben einem sehr schnell jegliche Art der logischen Wahrnehmung.”
Tja, scheint irgendwie zu funktionieren mit dem Rauben der logischen Wahrnehmung. Wie das aussieht, wird noch nicht verraten - die Lokalität wird gerade umgebaut. Bis dahin gibt es einen RSS-Feed mit Nachrichten. Die oberste handelt heute von Streubomben. In Köln geht halt vieles zusammen, was man nicht zusammen erwarten würde.
(Gefunden im Twitter-Feed von Anke Gröner.)
