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Über Go to Rio

GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

Praktischer Hinweis: Wenn Ihr in Rubriken suchen wollt, findet Ihr die weiter unten auf der Seite unter dem Stichwort Suchen und Finden!

 

Warum heisst gotorio Go to Rio? Weil wir über alle Orte schreiben - außer Rio.

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Entries in hamburg (9)

Sonntag
Apr032011

Warum wir "Zum Wattkorn" künftig meiden

Eigentlich sollte hier etwas anderes stehen. Eine positive Besprechung des  “Zum Wattkorn”, weit im Hamburger Norden. Es ist ein Lokal von Michael Wollenberg, der einst an der Alster eine merkwürdige, aber höchst unterhaltsame Mischung aus Top-Restaurant und Szene-Treff betrieb.

Seit einiger Zeit ist nun “Zum Wattkorn”  seine Heimat. Dort gibt es eine absurd erscheinende Mischung aus Sushi und wildorientierter Regionalküche. Ersteres könnte für uns auch wegfallen - aber Wild, das lieben wir. Gemeinsam mit zwei Freunden verbrachten wir einen guten Abend im “Wattkorn”. Wir entschieden uns für den Holsteiner Rehbockrücken, der am Tisch filettiert wird. Es war ein Essen ohne Fehl und Tadel, die Bedienung war vielleicht ein wenig zu italo-burschikos. Aber trotzdem: Eigentlich wollten wir das  “Wattkorn”  empfehlen.

 

Dann aber, beim Schreiben dieses Artikels, durchforstete ich die Homepage des Restaurants nochmal genauer. Und klickte auf den Menüpunkt Jagd . Dort zelebriert Michael Wollenberg seine Jagden in zahlreichen Fotos.

Dass er ein Freund des Selbstschießens ist, kann nicht verwundern und ist nicht verwerflich. Wild muss eben meist gejagt werden.

Womit wir aber ein Problem haben ist die Jagd nur so zum Spaß. Weil man immer gößere Viecher abknallen will. Und genau das scheint Wollenbergs “große Leidenschaft” (Zitat der Homepage) zu sein. Die Bilder zeigen ihn neben zahlreichen, erlegten Tieren. Darunter sind auch Exoten wie Krokodile oder Antilopen - immerhin aber sind auch das Tiere, deren Fleisch verzehrt wird.

Dann aber kommt der Unterpunkt “Kamschatka”. Auch dort hat Wollenberg schon geschossen - auf Braunbären.

Und nun hört die Empfehlung auf. Die Braunbärenjagd in Kamschatka wird von Umweltschützern immer wieder kritisiert, die Bärenpopulation ist in einigen Teilen gefährdet. Auch illegale Jagden von Touristen sind Alltag. Hier geht es allein ums Jagen aus Spaß.

Deshalb - und dies ist eine schlichte, persönliche Entscheidung - haben wir keine Lust mehr, Michael Wollenbergs “Zum Wattkorn” zu besuchen.

 

Sonntag
Nov072010

"(M)eatery" - das zweitbeste Steak von Hamburg

Viele gesellschaftliche Probleme des 21. Jahrhunderts ließen sich lösen, würde einfach mal jemand die Musik leiser machen.

Also, nicht überall. Aber in Restaurants.

Nehmen wir die egoistische Singlegesellschaft. Paarungswillige Abgeordnete dieser Sozialschicht verabreden sich ab einem gewissen Liquiditätslevel nicht in Pizzabuden sondern in hübsch designten Örtlichkeiten, die das Gegenüber so sehr beeindrucken soll, dass es zum Austausch von Körperflüssigkeiten kommen könnte. Dann aber wird die Musik lauter und lauter, gerade zu jenem Zeitpunkt, da man und frau sich tiefer in die Augen blicken wollen. Zack, ist es vorbei mit der Romantik.

Oder junge Eltern. Endlich ist ein Babysitter beschafft, ein Abend zu zweit arrangiert nach langer Zeit. Die beiden wissen, dass sie nicht mehr zu den hippen Szenegängern gehören - aber sie wollen sich diesen nahe fühlen. Also wählen sie einen entsprechenden Treffpunkt um in den Erinnerungen zu schwelgen, als man noch ständig auf der Piste war. Doch wie soll das gehen, das Schwelgen? Es ist zu laut. 

Joe Jackson hat es einst wunderschön in seinen “Slow Song” gepackt, dieses Gefühl:

“You see my friend and me
Don’t have an easy day
And at night we dance not fight
And we need the energy
If not the sympathy


But I’m brutalized by bass
And terrorized by treble
I’m open to change my mood but
I always get caught in the middle”

Und dann geht er los und sagt dem DJ, dass er nun endlich einen Slow Song spielen soll. Wahrscheinlich hat die Plattenfirma Jackson einfach davon abgeraten, das eigentliche Gefühl in den Song zu packen: Dass er dem DJ am liebsten gehörig eins in die Kauleiste geben möchte. (Kleiner Einschub: Die deutsche Version von Ulla Meinecke ist auch ganz, ganz wundervoll.)

Solche Emotionswellen spielen sich ständig ab in schön designten Gastronomien. Dort hat sich die Unsitte eingebürgert, auch im Speisebereich spätestens ab 22 Uhr den Lautstärkeregler in Richtung Dorfdisco zu verschieben. 

In der Hamburger “Meatery” geht das noch früher. Wir waren höchst gespannt auf das Hamburger Edel-Steakhouse. Denn seit unserem Besuch im Eppendorfer “Goldfisch” sind wir angefixt in Sachen Dry-Aged-Steak. 

Dry Ageing, das ist jene Reifungstechnik, bei der durchaus ein wenig Schimmel auf dem Fleisch entstehen kann. Doch im Gegenzug wird das Steak wundervoll aromatisch und atemberaubend zart. Der “Goldfisch” beherrscht dies perfekt - es war das beste Steak, das wir bisher hatten.

Die “Meatery” verfügt über einen noch größeren Reifeschrank. Klar, hier gehen noch größere Mengen über die Tische als im “Goldfisch”, der sich eher der deutsch-italienischen Küche verschrieben hat. 

Auf also ins “Side”-Hotel, der Mutter aller Hamburger Design-Hotels. Denn in dessen Erdgeschoss sitzt die “Meatery”.

Nur - ist das tatsächlich ein Restaurant?

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Freitag
Okt082010

Dinner im Eis im "Indochine", Hamburg mit Mydays: Tod im Eis

Zu meinen musikalischen Jugenderinnerungen zählen zwei Lieder über Eis. Ideal waren es, die jene überzogene Coolness des Zeitgeistes attackierten mit den rau hingeworfenen Worten:

“Eiszeit - mit mir beginnt die Eiszeit
Im Labyrinth der Eiszeit - minus neunzig Grad.”

Grauzone dagegen setzten das Eis mit der äußeren Kälte gleich:

“Ich möchte ein Eisbär sein 
im kalten Polar, 
dann müßte ich nicht mehr schrei’n, 
alles wär so klar.” 


Eis kann cool sein oder schrecklich, dazwischen aber wenig - das lehrt uns die Neue Deutsche Welle. Und damit wären wir beim “Dinner im Eis” im Hamburger “Indochine”. Gebucht hatten es Freunde über den Online-Dienst Mydays, der besondere Erlebnisse vermarktet. Ein Unternehmen, von dessen Diensten wir künftig Abstand nehmen werden - aber dazu weiter unten.

Das klingt nicht uninteressant: Das “Indochine” hat im ersten Stock eine Kühlkammer mit Eisbar. Und dort gibt es nun dreigängige Abendessen mit überschaubarer Gästezahl. Das Restaurant selbst ist von eigentlich untadeligem Ruf und coolem - in dem Fall positiv gemeint - Ambiente. 

Nun erfordert so ein Dinner in der Kälte eine gewisse Vorbereitung: Warm soll der Gast sich anziehen, weshalb wir Winterwanderstiefel, Daunenjacke, Schal und Mütze anschleppen. Die dürfen wir dann erstmal auf in der Sofaecke des “Indochine” neben uns abwerfen. Weghängen mag sie niemand. Ohnehin registriert der Service unser Kommen eher beiläufig.

Da die Gäste nur gemeinsam bewirtet werden können, trifft sich das runde Dutzend der Esser an diesem Abend in der Bar. Heimelig ist das nicht: Es geht so früh los, dass der Laden leer ist, die Besatzung ist noch bei der Vorbereitung für den Abend. 

Wir erhalten einen lieblosen Aperitiv-Cocktail und eher dürftige Snacks. Die Speisenauswahl wird vom einzigen uns den Abend über betreuenden Kellner vorgetragen: einem jungen Mann im ersten Lehrjahr. Er ist eine arme Sau, das muss man so offen sagen.

Ohne sichtbare Schmackhaftmachung haspelt er das Menü herunter. Es gibt zwei asiatische Suppen, mutmaßlich sind es die örtlichen Variationen der thailändischen Tom Ka und Tom Yam - Namen aber fallen nicht. Danach entweder ein Curry oder ein chinesisches Rindergeschnetzeltes. Dessert? Wird es auch geben, erfahren wir aber nicht. Eine schrifltliche Karte existiert nicht.

Dann geht es hinauf in den ersten Stock. Dort die Überraschung: Unsere eigenen Jacken dürfen wir nicht verwenden. Erlaubt sind nur die des Indochine - obwohl wir uns sicher sind, dass unsere wärmer sind. Dieser Dresscode soll das “gemeinsame Erlebnis” verstärken. Wäre dann toll, wenn es noch schöne Jacken wären - sind sie aber nicht.

Wir betreten also die Eiskammer.

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Sonntag
Sep262010

"Fuh", Hamburg: Das Kleinod von Ottensen

OK, es hat etwas gedauert. Aber ich bitte festzuhalten: Wir haben unser Versprechen gehalten, irgendwie.

Es war Weihnachten 2007, wir feierten in Hamburg. Freunde hatten kurz zuvor einen Kochkurs im “Fuh” zu Ottensen gemacht. Von dem waren sie begeistert und hatten das Angebot angenommen, beim “Fuh” eine Gans zu ordern. Wir holten sie einen Tag vor Heiligabend ab, der Gänsevater war vor Ort, erklärte gab Tipps, dazu Glühwein und Kekse - eine herrliche weihnachtliche Atmosphäre. 

Und so versprachen wir noch über Weihnachten hier bei Gotorio:  “Bei unserem nächsten Hamburg-Besuch testen wir das “Fuh” - versprochen.”

*räusper*

Es gingen dann einige Visiten nach HH ins Land. Aber nun waren wir endlich da. Und haben uns geärgert - weil wir dem “Fuh” nichts schon längst einen Besuch abgestattet haben.

Optisch regiert Shabby Chic: Blaue Häkeldeckchen auf abgeschrammten Tischen, ein kleiner, bewusst schrammeliger Gastraum, eine Bar, ganz hinten die offene Küche.

Das “Fuh” hat sich lokaler Zutaten verschrieben. Möglichst viel der Ingredienzen soll aus der Gegend kommen, eine ganze Menge sogar von Bio-Höfen ohne Zertifikat - denn solche Warenzeichen seien eben teuer. Der “Fuh” rühmt sich der persönlichen Kontakte zu seinen Lieferanten. 

So etwas muss erklärt werden und das macht der Service ganz wunderbar.

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Sonntag
Aug222010

Die Königin der Würste: "Curry Queen" in Hamburg-Eppendorf

Ich kann nicht behaupten, zu denjenigen zu gehören, die sich gerne an eine Wurstbude stellen um sich eine Currywurst zu “ziehen”, wie man bei mir zu Hause im Ruhrgebiet sagte. Fettige Wurst in klebriger Sauce mit noch fettigeren Pommes, die mit mindestens 1.000 Kalorien auf die Hüfte wandert, gegessen in fettig riechender Bude, die zum Duschen zwingt - das ist nicht so mein Ding. 

Und auch die Rennaissance der profanen Buden, die im Düsseldorfer Hafen mit dem “Curry” eingeleitet wurde, einem “Currywurst-Restaurant”, für das der damals mit Stern gekrönte Robert Hülsmann (‘Roberts Bistro”) die Currysauce kreierte, kann mich bis heute nicht begeistern. Auch wenn das ganze mit handgestifteten Pommes und hausgemachtem Krautsalat an Tischen mit Teller und Besteck serviert wird. Selbst die – hey, wir sind schließlich in Düsseldorf – höchst exklusive Variante, die Sie bitte zu Schampus essen, mit Blattgold belegte Wurst, ist doch eher spinnert als kulinarischer Genuss. Gold gehört an den Finger oder Arm. Punkt.

Bei unserem letzten Hamburg-Wochendene, das kulinarisch verschiedene Premieren bereit hielt, aber hat es mich erwischt. In der “Curry Queen”, die ganz unbescheiden, ja und zu recht: “World’s finest Currywurst” verspricht.

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