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GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

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Entries in Edinburgh (2)

Donnerstag
Okt082009

Design-Hotels in London und Schottland (und Hamburg): Rule Britannia! 

In Sachen Mode ist britischer Stil in diesem Herbst und Winter waaaahnsinnig angesagt. Aber so was von. Was mich als bekennenden Fan von Paul Smith, “Gott”, wie ich ihn gern nenne, sehr freut.

Dieser Schritt zur weiträumigen Anerkennung englischer Lebensart wäre also schon mal gemacht. Doch das darf nicht alles sein. Es muss weitergehen. In Richtung Hotels: Möge auch dort der britische Geschmack regieren! Denn auf der Insel tut sich etwas in Sachen Designhotels.

Dort stießen wir bei unseren Reisen gen Schottland und London gleich reihenweise auf einen neuen Stil. Zutiefst englisch, was Stoffmuster und Auftreten betrifft - aber doch modern. So wie jene Designs, die Tricia Guild und ihre Designers Guild erschaffen und die in Deutschland derzeit in hochwertigen Einrichtungsgeschäften auftauchen.

Ein gutes Beispiel für diesen Trend ist das “Number Sixteen” in London. Zwei Ecken entfernt von der U-Bahn-Station South Kensington liegt eine dieser wunderschönen, viktorianischen Häuserzeilen, kolonadenreich und strahlend weiß, Sumner Place heißt sie.

Dort, in der Nummer 16, residiert - “Number Sixteen”.

Fast immer sitzen Gäste vor dem Hotel auf einer der beiden weißen Bänke, häufig ein Buch in den Händen. Nicht immer sind sie Raucher, was ja erklärbar wäre. Nein, mancher möchte vielleicht einfach das Gefühl haben, hier zu leben. Ein Haus zu haben in einer gut begüterten Gegend Londons, wo er jeden schönen Tag vor der Tür sitzen könnte. Bei dieser Träumerei stören kein roter Teppich und keine Portiers. Das “Number Sixteen” ist von außen pures, britisches Understatement, als Passant käme man gar nicht auf die Idee, dass hier ein Hotel seinen Sitz haben könnte.

Drinnen geht es wunderbar englisch weiter.

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Montag
Jul132009

"The Kitchin", Edinburgh: Gestern Natur, heute auf der Platte

Da sitzt er nun und freut sich. Und kostet einen Bissen. Und freut sich noch mehr. Verzieht das Gesicht vor Genuss. Wendet sich zum Fenster, das den Blick in die Küche frei gibt und klatscht still Beifall - doch niemand der Kochmannschaft sieht ihn. Dann steht er auf, er versucht es zumindest. Er schwankt, scheint zu fallen, tappst leicht schlangengängig gen Toilette.

Selten sahen wir in einem Top-Restaurant einen so seltsamen Gast. Geschätzt Anfang Vierzig, vielleicht jünger. Groß, schlaksig, dem Akzent nach Franzose. Er kam spät, wirkte schon da aufgekratzt, vielleicht hatte er als Aperitiv nicht nur alkoholische Genussmittel. Allein futtert er sich durch das Menü im “The Kitchin”, mit immer ratloseren Blicken beobachtet ihn das Personal. Am Ende geht er ohne im Restaurant selbst zu zahlen, vielleicht tat er dies vorne an der Bar. Ein bizarres Schauspiel.

Angesichts seines Zustandes ist es schon eine Überraschung, dass er überhaupt hierher gefunden hat. Denn die erste Frage, die sich viele Gäste stellen, die eine Tisch in “The Kitchin” reserviert haben lautet: “Bin ich hier richtig?” Und für die meisten dürfte die Antwort lauten: “Nicht ganz”.

Obwohl das Restaurant in Edinburghs Hafenstadtteil Leith seit 2006 praktisch von Null auf Platzhirsch in der Stadt ging, hat sich bei den Taxifahrern am Forth noch nicht herumgesprochen, dass die postalische Adresse den Küchenausgang bezeichnet, der Eingang aber auf der anderen Gebäudeseite liegt. Und dort gibt es keinen richtigen Straßennamen.

Wer angesichts jener Adresse, Commercial Quay, auf ein Essen am Wasser hofft, wird enttäuscht. “The Kitchin” liegt zwar dort, wo früher ein Kai war - doch von dem ist nur noch eine Art lang gezogener Springbrunnen ohne Spring übrig. Und noch eine - kleine - Enttäuschung erwartete uns. Wir hatten uns das Ambiente jünger und cooler vorgestellt.

Dafür spräche die Geschichte des Restaurants. Tom Kitchin war 29, als er 2007 seinen Michelin-Stern bekam - nur sieben Monate, nachdem “The Kitchin” eröffnete. Optisch fällt er unter “Jung & Wild”, wirkt ein wenig wie Simply-Red-Sänger Mick Hucknall vor der Erfolgsverfettung. Er hat eine Menge bewirkt in Schottland, steht an der Spitze einer Bewegung, die frische, lokale Zutaten für eine moderne, regionale Küche mit ausländischen Anklängen - in Kitchins Fall französischen - verwendet.

Kitchin ist auf der Insel zwar noch nicht so bekannt wie Jamie Oliver, aber durchaus medienpräsent, im August erscheint sein erstes Kochbuch, zum Titel hat es das Motto seines Restaurants: “From Nature to Plate”. Enthalten soll es saisonale Rezepte, denn die spielen auf der Menükarte seines Hauses eine besondere Rolle.

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