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<!--Generated by Squarespace V5 Site Server v5.13.158 (http://www.squarespace.com) on Wed, 22 May 2013 05:55:20 GMT--><rss xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" version="2.0"><channel><title>gotorio</title><link>http://www.gotorio.de/start/</link><description>Ein subjektives Reise-Blog</description><lastBuildDate>Fri, 17 May 2013 11:17:09 +0000</lastBuildDate><copyright>gotorio</copyright><language>de-DE</language><generator>Squarespace V5 Site Server v5.13.158 (http://www.squarespace.com)</generator><item><title>Wie die Deutschlands Medien einen Star-Koch erfinden - und die Welt darauf hereinfällt</title><category>Düsseldorf</category><category>Gossip</category><category>Miki Nozawa</category><category>Restaurants</category><category>Sylt</category><category>Westerland</category><dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator><pubDate>Fri, 17 May 2013 08:23:07 +0000</pubDate><link>http://www.gotorio.de/start/2013/5/17/wie-die-deutschlands-medien-einen-star-koch-erfinden-und-die.html</link><guid isPermaLink="false">139347:1262791:33724657</guid><description><![CDATA[<p>Am vergangengen Wochenende ereignete sich auf Sylt etwas sehr trauriges: Ein Koch wurde get&ouml;tet.</p>
<p>Im Nachklang wird es nicht fr&ouml;hlicher. Denn dieser Koch zeigt uns, wie sehr der Journalismus weltweit qualitativ abst&uuml;rzt.</p>
<p>Die Geschichte trug sich wohl so zu: Zwei Handwerker waren mit dem Essen im Westerl&auml;nder &#8220;Nozawa&#8221;nicht zufrieden, sie verweigerten die Bezahlung. Sp&auml;ter in der Nacht begegneten sie dem Koch, Miki Nozawa, in einer Tabledance-Bar. Dort eskalierte der Streit, berichtet die Staatsanwaltschaft, die Handwerker schlugen zu, der Japaner erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.</p>
<p>Wer diese Geschichte verdichten - es gibt Menschen, die behaupten es sei eine &#8220;journalistische Verdichtung&#8221; - m&ouml;chte, der erz&auml;hlt die Geschichte so: &#8220;Koch wird von unzufriedenen G&auml;sten erschlagen.&#8221;</p>
<p>Diese Verdichtung spricht menschliche Instinkte an, die Vorstellung ist bei aller Trauer um einen Menschen, nat&uuml;rlich auch gef&uuml;llt mit bitterem Humor. Wie schnell sagt man in der grausigen Kantine des Arbeitgebers S&auml;tze wie &#8220;F&uuml;r so einen Mist m&uuml;sste man den Koch erh&auml;ngen&#8221;?</p>
<p>Diese Geschichte, also, ist erz&auml;hlenswert. Doch in einer Welt, in der alle Medien ihre Leser anschreien und mit Superlativen &uuml;berh&auml;ufen, reicht das nicht. Erst recht nicht f&uuml;r den gr&ouml;&szlig;ten Br&uuml;llaffen im Gehege, der, dem alles egal ist was Wahrhaftigeit und fundierte Information betrifft:&#8221;Bild&#8221;.</p>
<p>F&uuml;r sie darf nicht einfach ein Koch sterben. Jede Figur ihrer Geschichten muss dramatisch &uuml;berh&ouml;ht werden und erh&auml;lt daf&uuml;r Adjektive und Zus&auml;tze zur Funktionsbeschreibung, wie Horror- und Kuschel-. Bei K&ouml;chen gibt es dazu zwei Alternativen: Ekel- oder Star-. Da Nozava in dieser Geschichte die Rolle des Guten innehat, krakeelt der Br&uuml;llaffe &#8220;Bild&#8221; am 14. Mai:</p>
<p><span class="full-image-block ssNonEditable"><span><img style="width: 550px;" src="http://www.gotorio.de/storage/nozawa bild.png?__SQUARESPACE_CACHEVERSION=1368781435392" alt="" /></span></span>Nun ist Nozava sicherlich ein guter Koch gewesen. Eines aber war er ganz sicher nicht: ein Star-Koch.</p>
<p>Seine Vita weist allein Flavio Briatores &#8220;Billionaire&#8221; auf Sardinien als Station auf - eine Disco mit &uuml;berzogenen Preisen.</p>
<p>Dort hat Nozava vermutlich f&uuml;r Menschen wie Denzel Washington oder Phil Collins gekocht, was in mehreren Berichten erw&auml;hnt wird. Sprich: Diese besuchten das &#8220;Bilionaire&#8221;, w&auml;hrend Nozawa kochte. Er stand in der K&uuml;che, sie a&szlig;en. Ob sie sich begegneten darf bezweifelt werden.&nbsp;</p>
<p>Dann kochte Nozawa im &#8220;Mania&#8221;, einem Westberliner Treff von Ferrari-Freundin. Dort gibt es italienische K&uuml;che zu mittelhohen Preisen, 2007 berichtet die &#8220;Welt&#8221; von Pasta mit Tomaten und Parmesan f&uuml;r 11 Euro. <a href="http://www.marcellinos.de/g329742/Mania-Berlin-Restaurant-Italienisch-Wilmersdorf/" target="_blank">Der Marcelino gibt gerade mal 5 von 10 m&ouml;glichen Punkten f&uuml;r die Qualit&auml;t der Speisen</a>.&nbsp;</p>
<p>Andreas Bernert hat es dagegen hervorragend geschmeckt: &#8220;<span>Miki hat das beste italienische Essen der Welt zubereitet - deshalb wollte ich, dass er zu mir kam&#8221;, erz&auml;hlte der Gastronom der Sylter Lokalzeitung nach dem Tod des Kochs. Inzwischen betreibt Bernert den Insel-Ableger des &#8220;St&auml;v&#8221;-Konzeptes. Neben der &#8220;St&auml;ndigen Vertretung&#8221; in Westerland er&ouml;ffnete Bernert in diesem Fr&uuml;hjahr das &#8220;Nozava&#8221; - einen japanischen Imbi&szlig;.&nbsp;</span></p>
<p><span>Ja. Ein Imbi&szlig;.&nbsp;</span></p>
<p><a href="http://www.sylt-blog.de/restaurants/nozawa-asia-imbiss-sylt-eroffnet.php" target="_blank">Das Sylt-Blog erw&auml;hnt gebratene Nudeln mit Gem&uuml;se und Rindfleisch f&uuml;r 8,50 Euro, </a>das teuerste war wohl Sylter Ente mit s&uuml;&szlig;-saurer Sauce zum Preis 14,50 Euro. Sprich: Nozawa war ein aufrechter Vertreter seines Berufsstandes, dem schreckliches widerfuhr. Aber von einem Star-Koch war er weit entfernt.</p>
<p>Nun w&auml;re es noch hinnehmbar, w&uuml;rde die &#8220;Bild&#8221; ihre Leser mit derartiger Faktenverdrehung in die Hyperventilation treiben. Schlie&szlig;lich ist die &#8220;Bild&#8221; kein journalistisches Produkt sondern pures Entertainment. Doch wenn der Silberr&uuml;cken der Br&uuml;llaffen zum Brunftschrei ansetzt, dann folgen ihm alle anderen.&nbsp;</p>
]]></description><wfw:commentRss>http://www.gotorio.de/start/rss-comments-entry-33724657.xml</wfw:commentRss></item><item><title>Hamburg Marathon 2013: In Hamburch sacht man "Lauf!"</title><category>Deutschland</category><category>HHaspa Marathon</category><category>Hamburg</category><category>Marathon-Reisen</category><dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator><pubDate>Fri, 26 Apr 2013 18:28:44 +0000</pubDate><link>http://www.gotorio.de/start/2013/4/26/hamburg-marathon-2013-in-hamburch-sacht-man-lauf.html</link><guid isPermaLink="false">139347:1262791:33508624</guid><description><![CDATA[<p>Woran erkennt man einen Marathon-Neuling?</p>
<p>Er erreicht seinen Startbereich, wenn dieser noch so aussieht:</p>
<p><span class="full-image-block ssNonEditable"><span><img src="http://www.gotorio.de/storage/haspa start 1.jpg?__SQUARESPACE_CACHEVERSION=1367424857742" alt="" /></span></span></p>
<p>OK, wir sind ein wenig fr&uuml;h dran an diesem Sonntag Morgen. Aber lieber das, als zu sp&auml;t. Denn dieser Lauf, der Haspa-Marathon 2013, wird ja tats&auml;chlich stattfinden - im Gegensatz zum New Yorker Marathon, der sich dank <a href="http://gotorio.squarespace.com/start/2012/11/8/wie-wir-den-new-york-marathon-liefen-den-es-nicht-gab.html" target="_blank">Run Anyway f&uuml;r uns in den inoffiziellen Central Park Marathon von 2012 verwandelte.</a></p>
<p>Frisch ist es zwar, aber wenn in Hamburg Marathon ist, gilt angeblich: gutes Wetter. Nein, perfektes Wetter, 10 bis 14 Grad, und was f&uuml;r ein Himmel.&nbsp;</p>
<p>Langsam f&uuml;llt sich dann auch der Block mit Menschen - und mit guter Laune. Eine halbe Stunde nach unserem Eintreffen hat sich das Bild ein wenig gewandelt:</p>
<p><span class="full-image-block ssNonEditable"><span><img src="http://www.gotorio.de/storage/haspa start 2.jpg?__SQUARESPACE_CACHEVERSION=1367424883085" alt="" /></span></span></p>
<p>Hier hinten, im letzten Part der langen Starterschlange, will niemand den anderen ausstechen oder wegdr&auml;ngeln. Neben uns verk&uuml;ndet ein graumelierter Herr per T-Shirt, dass er einen Tag sp&auml;ter seinen 70. Geburtstag feiern - und heute seinen ersten Marathon laufen werde. Respekt! &Uuml;berhaupt ist die Frage, ob dies der erste Lauf des Gespr&auml;chspartner ist, legitim.&nbsp;</p>
<p><span class="full-image-float-right ssNonEditable"><span><img src="http://www.gotorio.de/storage/haspa turm.jpg?__SQUARESPACE_CACHEVERSION=1367424959322" alt="" /></span></span>Eine Schweigeminute f&uuml;r die Opfer des Bombenanschlags auf den Marathon in Boston, gefolgt von lautem Applaus, der sich von vorne nach hinten arbeitet - G&auml;nsehaut. Das Anglasen f&uuml;r Rollis uns Skater, traditionell wird in Hamburg nicht geschossen, m&uuml;ssen wir uns schon einfach mal vorstellen. So weit hinten bekommen wir nur die Streckenansager mit, die ein wenig zu sehr die Kunst der Dorfdisco-Animation beschw&ouml;ren. Kurz darauf steigen in einigen hundert Metern Entfernung rote und wei&szlig;e Ballons auf - es geht los.&nbsp;</p>
<p>Also f&uuml;r die, die schnell laufen.</p>
<p>Also, nicht f&uuml;r uns.</p>
<p>St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck werden die Startbl&ouml;cke vorgelassen, doch von A bis Block N dauert es halt. Oder bis L - denn kaum ist dort Bewegung ist kein Halten mehr, die Halteleine wird &uuml;ber die K&ouml;pfe gehoben, wir traben Richtung Start.&nbsp;</p>
<p>Ein unwirkliches Gef&uuml;hl nach unserem Erlebnis in New York.</p>
<p>Wir.</p>
<p>Laufen.</p>
<p>Unseren.</p>
<p>Ersten.</p>
<p>Marathon.</p>
<p>Am Heiliggeistfeld geht es vorbei und dann auf die Reeperbahn. Eine Oliva-Jones-Kopie sitzt vor der ersten Pommes-Bude, ein Obdachloser mit rostiger Stimme feuert die Teilnehmer an, vor allem L&auml;ufer-Angeh&ouml;rige stehen ansonsten hier und klatschen. Am Eingang nach Altona die erste Kapelle. Es wird f&uuml;r uns der einzige spielende Spielmannszug bleiben - immer wenn wir vorbeilaufen, machen die Bands Pause.&nbsp;</p>
<p>F&uuml;r viele Hamburger ist der Lauf so etwas wie das Fr&uuml;hlings-Einl&auml;uten. Fr&uuml;hst&uuml;ckstische stehen im Garten oder auf dem Bordstein, vor allem in Familienmittelstandsgebieten wird geklatscht und geratscht, r&ouml;hren die vom Sponsor Haspa verteilten Megaphone ein monotones &#8220;Stand up for the champions&#8221;.&nbsp;</p>
<p><span class="full-image-block ssNonEditable"><span><img src="http://www.gotorio.de/storage/haspa picknick.jpg?__SQUARESPACE_CACHEVERSION=1367424980470" alt="" /></span></span></p>
<p>Je wohlhabender die Nachbarschaft, lautet die Regel, desto weniger ist an der Strecke los. Das merken wir kurz nach dem Einbiegen auf die Elbchaussee. Daf&uuml;r steht die eine oder andere distinguierte Hanseatin gehobenen Alters vor der T&uuml;r ihres Anwesens und klatscht umso begeisterter.&nbsp;</p>
]]></description><wfw:commentRss>http://www.gotorio.de/start/rss-comments-entry-33508624.xml</wfw:commentRss></item><item><title>Die Hypochondrie des Läufers</title><category>Deutschland</category><category>Hamburg</category><category>Haspa Marathon</category><category>Marathon-Reisen</category><dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator><pubDate>Thu, 18 Apr 2013 18:22:48 +0000</pubDate><link>http://www.gotorio.de/start/2013/4/18/die-hypochondrie-des-laufers.html</link><guid isPermaLink="false">139347:1262791:33409819</guid><wfw:commentRss>http://www.gotorio.de/start/rss-comments-entry-33409819.xml</wfw:commentRss></item><item><title>Wie Tiere ihr Essen essen</title><category>Essen &amp; Trinken</category><dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator><pubDate>Mon, 15 Apr 2013 07:30:59 +0000</pubDate><link>http://www.gotorio.de/start/2013/4/15/wie-tiere-ihr-essen-essen.html</link><guid isPermaLink="false">139347:1262791:33366631</guid><wfw:commentRss>http://www.gotorio.de/start/rss-comments-entry-33366631.xml</wfw:commentRss></item><item><title>New York, London, Düsseldorf - Städte erlaufen</title><category>Austin</category><category>Düsseldorf</category><category>Jogging</category><category>London</category><category>Marathon-Reisen</category><category>New York</category><dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator><pubDate>Thu, 11 Apr 2013 19:05:56 +0000</pubDate><link>http://www.gotorio.de/start/2013/4/11/new-york-london-dusseldorf-stadte-erlaufen.html</link><guid isPermaLink="false">139347:1262791:33319089</guid><description><![CDATA[<p>Der Wind kommt frisch von Richtung Liberty Island. Noch schafft er es, das Aroma der Abgase zur&uuml;ckzudr&auml;ngen Richtung East River, langsam verfangen sie sich in den Schluchten von Manhattan. Wir laufen an einem fr&uuml;hen, grauen Fr&uuml;hjahrsmorgen an der Uferpromenade des Hudson entlang.</p>
<p><span class="full-image-block ssNonEditable"><span><img src="http://www.gotorio.de/storage/ny laufen 1.jpg?__SQUARESPACE_CACHEVERSION=1365710885126" alt="" /></span></span></p>
<p>Dabei sind wir nicht die einzigen Menschen, mutma&szlig;lich aber die einzigen Touristen. Die kommen eher selten hierher, erst recht so fr&uuml;h. Dabei verpassen sie echtes New Yorker Leben: Hier joggt sich der Investmentbanker die Kraft f&uuml;r gewagte Deals an, hier macht sich die Werberin fit f&uuml;r kreative Nachtschichten. Eine Gruppe im Studentenalter errichtet winzige Tore auf der Kunstrasenfl&auml;che, sp&auml;ter werden hier Kleinkinder zur Fu&szlig;ballschule auf der Kunstrasenfl&auml;che gehen, w&auml;hrend ein paar Schritte weiter ein Personal Trainer mit seinem Kunden Tai-Chi ein&uuml;bt.</p>
<p>All dies ist nicht spektakul&auml;r oder au&szlig;ergew&ouml;hnlich - es ist New Yorker Alltag. Diesen Alltag, &uuml;ber den sich der Besucher gemeinhin keine Gedanken macht, kennenzulernen ist eine der Lebensbereicherungen, die wir dank unseres Marathon-Trainings erfahren haben.</p>
<p>Denn wer sich entscheidet, an einem langen Lauf teilzunehmen, der darf keine Ausreden mehr gelten lassen: Er muss laufen. Die Vorstellungen des leichten Gep&auml;cks bei Wochenendtrip hat sich dann erledigt: Die Laufkleidung mach den Koffer nicht so f&uuml;rchterlich viel schwerer - aber die Schuhe sind halt sperrig (sp&auml;testens wenn man, wie ich, Sportschuhgr&ouml;&szlig;e 14 braucht).&nbsp;</p>
<p>Als Entsch&auml;digung warten neue Blicke auf scheinbar bestens bekannt St&auml;dte.So wie die Hudson-Promenade, die f&uuml;r New York eine Art Strand-Resort ohne Sand geworden ist, mit aufwendigen Spielpl&auml;tzen, jenem Riesen-Golf-Abschlagsort aus &#8220;Harry und Sally&#8221; und Kunstrasenfl&auml;chen, die mal von Kinder-Fu&szlig;ballern, dann von Boule-Rentnern genutzt werden. Oder im Central Park die Dame, die ihre Rammler ausf&uuml;hrt:</p>
]]></description><wfw:commentRss>http://www.gotorio.de/start/rss-comments-entry-33319089.xml</wfw:commentRss></item><item><title>"The Bull and Last", London: Sunday Roast wie es sich gehört</title><category>England</category><category>Hampstead</category><category>London</category><category>Pubs</category><category>Restaurants</category><category>Sunday Roast</category><dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator><pubDate>Sun, 24 Mar 2013 15:44:17 +0000</pubDate><link>http://www.gotorio.de/start/2013/3/24/the-bull-and-last-london-sunday-roast-wie-es-sich-gehort.html</link><guid isPermaLink="false">139347:1262791:33114895</guid><description><![CDATA[<p>Im 19. Jahrhundert, als die industrielle Revolution sich so recht austobte, hatten die Menschen in der Region Yorkshire nicht viel - aber ihren Glauben und am Sonntag ein St&uuml;ck Fleisch. Dieses stellten sie in den Ofen, bevor sie sich zur Kirche aufmachten, Gem&uuml;se und Kartoffeln wurden im Topf daneben gelegt, auf dass sie sich volls&ouml;gen mit Fleischsaft.&nbsp;</p>
<p><span class="full-image-float-right ssNonEditable"><span><img src="http://www.gotorio.de/storage/bull%20last%20auen.jpg?__SQUARESPACE_CACHEVERSION=1364145983290" alt="" /></span></span>Kehrte die Familie heim vom Gottesdienst, so berichtet es die Kulinarik-Legende, hatte der Braten jenes angebratene Stadium erreicht, dass wir heute &#8220;englisch&#8221; nennen. Gern wurde er dann serviert mit einem Yorkshire Pudding, einem fluffigen Eierkuchengeb&auml;ck, das sich ebenfalls seinen Teil von Fleischsaft und Bratensauce ansaugt.&nbsp;</p>
<p>&#8220;Sunday Roast&#8221; nennt sich das und verbreitete sich im Lauf der Jahrzehnte &uuml;ber ganz England. Erst waren es die Pubs, die am Sonntag f&uuml;r die G&auml;ste einen Braten in die R&ouml;hre schoben, damit die G&auml;ste-Familien auch am siebten Tag der Woche die Bude f&uuml;llten. Dann kamen die Gastro-Pubs und trieben die Idee eines Sonntagmitt&auml;glichen Familienessens auf eine neue Ebene.&nbsp;</p>
<p>Wann immer wir an einem Sonntag im K&ouml;nigreich sind, versuchen wir solch einen Sunday Roast mitzunehmen. Unseren bisher besten hatten wir in der &#8220;<a href="http://gotorio.squarespace.com/start/2009/4/23/ein-sonntag-in-islington-das-andere-london.html" target="_blank">Marquess Tavern</a>&#8221; in Islington - leider aber scheint sich diese wieder weg vom Gastro-Konzept und hin zum traditionellen Pub zu entwickeln.&nbsp;</p>
<p>Wohin also beim London-Trip?</p>
<p><span class="full-image-float-left ssNonEditable"><span><img style="width: 200px;" src="http://www.gotorio.de/storage/bull%20last%20logo.png?__SQUARESPACE_CACHEVERSION=1364146034880" alt="" /></span></span>Wir vertrauten dem Restaurant-Preis der &#8220;Observer&#8221;-Beilage &#8220;Food Monthly&#8221; und buchten einen Tisch im &#8220;The Bull and Last&#8221; in Highgate/Hampstead. 2008 gegr&uuml;ndet, gewann der Gastro-Pub 2011 den nationalen Titel <a href="http://www.guardian.co.uk/lifeandstyle/2011/oct/16/ofm-awards-2011-best-sunday-lunch" target="_blank">f&uuml;r das beste Sunday Lunch</a> und<a href="http://www.guardian.co.uk/lifeandstyle/2012/oct/21/sunday-lunch-ofm-awards-2012" target="_blank"> landete 2012 wieder auf der Shortlist.</a>&nbsp;</p>
<p>G&auml;be es auch einen Preis f&uuml;r das heimeligste Pub-Ambiente, auch hier w&uuml;rde &#8220;The Bull and Last&#8221; vorne mitk&auml;mpfen. In der eher untouristischen Nachbarschaft wirkt das Lokal von au&szlig;en wie ein gepflegter, aber normaler Pub. Innen dagegen hat es die Kuscheligkeit eines Land-Gasthofs mit geklinkerten W&auml;nden, Spiegeln, und ausgestopften Tieren an den W&auml;nden.</p>
<p><span class="full-image-block ssNonEditable"><span><img src="http://www.gotorio.de/storage/bull last innen.jpg?__SQUARESPACE_CACHEVERSION=1364145776685" alt="" /></span></span></p>
<p>Vollkommen durchn&auml;sst vom Regen treten wir ein und sofort wird uns ein wenig w&auml;rmer. &Uuml;ber dem Pub-Raum befindet sich ein noch sch&ouml;nerer Speisesaal mit offenem Kamin und hererw&auml;rmendem Service. Bemerkenswert auch: Die hohe Tafel weist nicht handgeschriebene Tagesempfehlungen auf - sondern listet die Zulieferer von Fleisch, Fisch und Gem&uuml;se. Wir ahnen, dass dies gut werden k&ouml;nnte.</p>
<p>Doch wir liegen falsch: Es wird sogar besser, es wird wundervoll.</p>
]]></description><wfw:commentRss>http://www.gotorio.de/start/rss-comments-entry-33114895.xml</wfw:commentRss></item><item><title>"Dinner by Heston Blumenthal", London: Downton Abbey auf der Zunge</title><category>Dinner</category><category>England</category><category>Heston Blumenthal</category><category>London</category><category>Restaurants</category><category>Sterneküche</category><category>The Fat Duck</category><dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator><pubDate>Thu, 14 Feb 2013 18:17:51 +0000</pubDate><link>http://www.gotorio.de/start/2013/2/14/dinner-by-heston-blumenthal-london-downton-abbey-auf-der-zun.html</link><guid isPermaLink="false">139347:1262791:32808437</guid><description><![CDATA[<p>So mancher Gernegutesser reagiert auf die Erw&auml;hnung der Molekulargastronomie wie alte SPD-W&auml;hler auf die Nebenverdienstliste von Peer Steinbr&uuml;ck: mit Abscheu.&nbsp;</p>
<p>Wir sind da ja nicht so puristisch. St&auml;ndig nur Molekulares, das w&auml;re langweilig. Doch gelegentlich, als Abenteur f&uuml;r die Zunge, finden wir dieses Spiel mit den Elementen wundervoll.</p>
<p>Und vielleicht zeigt sich derzeit etwas ganz Erstaunliches: Sind Molekulark&ouml;che vielleicht langfristig die besseren Handwerker? Hilft ihnen die Besch&auml;ftigung mit der Zusammensetzung von Lebensmitteln dabei, das klassische Kochen auf eine neue Ebene zu bringen? So wie Maler vielleicht, die sich in verschiedenen Bereichen versuchen und so im Alter in h&ouml;here Dimensionen vordringen?</p>
<p>Nehmen wir nur Ferran Adri&agrave;, den Gro&szlig;meister der Disziplin. Nachdem er sein &#8220;El Bull&iacute;&#8221;, einst als bestes Restaurant der Welt umjubelt, aufgegeben hat, arbeitet er nun an <a href="http://finedininglovers.com/blog/news-trends/ferran-adria-wikipedia-labullipedia/" target="_blank">La Bullipedia</a>, einer Bibel des Essens, die jedermann online zug&auml;nglich sein soll. Sein Buch &#8220;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3841901190?ie=UTF8&amp;camp=3206&amp;creative=21426&amp;creativeASIN=3841901190&amp;linkCode=shr&amp;tag=gotorio-21&amp;qid=1360866330&amp;sr=8-1" target="_blank">Das Familienessen</a>&#8221; geht ebenfalls in die Richtung: Leicht nachzkochende und doch verfeinerte Klassiker gibt es darin als Rezept.&nbsp;</p>
<p><span class="full-image-block ssNonEditable"><span><img style="width: 550px;" src="http://www.gotorio.de/storage/heston blumenthal.jpg?__SQUARESPACE_CACHEVERSION=1361034082913" alt="" /></span></span></p>
<p>Leider haben wir es nie ins &#8220;El Bulli&#8221; geschafft, schon aber vor einigen Jahren zur Nummer zwei der Molekulark&uuml;che, der <a href="http://gotorio.squarespace.com/start/2007/8/21/the-fat-duck-bray-england-essen-als-abenteuer.html" target="_blank">&#8220;Fat Duck&#8221; in Bray nahe Windsor, dem Reich von Heston Blumenthal (dem Herrn oben):</a> Es war ein gro&szlig;artiges, vier Stunden dauerndes Zungenspektakel.&nbsp;</p>
<p>Wie Adri&agrave; widmet sich Blumenthal verst&auml;rkt der bodenst&auml;ndigen Klassik. Zwei Gastro-Pubs betreibt er inzwischen in Bray, &#8220;The Hinds Head&#8221; ist mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet worden. Seit dem Januar 2011 ist ein Lokal in London hinzugekommen, dass den Begriff &#8220;Klassik&#8221; erheblich erweitert: das &#8220;Dinner&#8221;.&nbsp;</p>
<p><span class="full-image-block ssNonEditable"><span><img src="http://www.gotorio.de/storage/dinner innen.jpg?__SQUARESPACE_CACHEVERSION=1361034112945" alt="" /></span></span></p>
<p>Denn hier br&auml;t Blumenthals langj&auml;hriger Vize Ashley Palmer-Watts Speisen aus der britischen Historie neu auf. Und mit Historie ist gemeint - geschichtsunterrichtige Historie. Wie es sich in Zeiten der Transparenz geh&ouml;rt, erh&auml;lt der Gast dabei auch korrekte Quellenangaben: Jedes Gericht weist das Jahr des Rezeptes aus, auf der R&uuml;ckseite gibt es dann den Hinweis auf die Kochb&uuml;cher, in denen Palmer-Watts f&uuml;ndig wurde. Auch der Name entstammt der Historie: Denn Dinner wurde einst, mangels elektrischem Licht deutlich fr&uuml;her serviert als heute, manchmal als Mittagessen. Dinner geht also immer, auch wir sind zum Lunch im &#8220;Dinner&#8221; - englische Ironie.&nbsp;</p>
<p>Bei diesem Konzept lockt es, nicht nur nach der knapp gehaltenen Beschreibung in der Karte zu ordern - sondern auch nach dem Alter der Rezepts. Das h&ouml;chste weist &#8220;Rice and Flesh&#8221; aus dem Jahr 1390 auf, die K&ouml;che Richards des II. haben dies schon zubereitet.</p>
<p><span class="full-image-block ssNonEditable"><span><img src="http://www.gotorio.de/storage/dinner reis.jpg?__SQUARESPACE_CACHEVERSION=1361034604433" alt="" /></span></span></p>
<p>Es handelt sich um Risotto mit Rotwein, ger&auml;uchertem Kalbsschwanz und einer h&ouml;chst &uuml;ppigen Menge Safran. Der roweinig-runde und al dente gekochte Reis bekommt durch den Safran eine w&uuml;rzige Note, der Kalbsschwanz sorgt f&uuml;r den richtigen Schuss Salz. Ein rundes Grundaroma wird durch zwei deftigere Kontrapunkte erg&auml;nzte, verschiedene Texturen machen das Mundgef&uuml;hl spannend - dieses Gericht k&ouml;nnte brandneu erfunden worden sein und doch schmeckt es eben irgendwie (und das ist positiv gemeint) historisch.&nbsp;</p>
<p><span class="full-image-block ssNonEditable"><span><img src="http://www.gotorio.de/storage/dinner jakobsmuscheln.jpg?__SQUARESPACE_CACHEVERSION=1361034662218" alt="" /></span></span></p>
<p>Etwas moderner, n&auml;mlich aus dem Jahr 1830: die ger&ouml;steten Jakobsmuscheln mit k&ouml;stlichem Gurkenketchup, ger&ouml;steten Gurken und Gurkenkraut. Sch&ouml;n frisch und durch die R&ouml;stnoten der Muschel doch ein wenig deftig. Erw&auml;hnt werden muss noch die Quelle: &#8220;The Cook and Houswife&#8217;s Manual&#8221; von Mistress Meg Dodds - Buchtitel die Feministinnen die Jakobsmuschel wieder hochkommen lassen.&nbsp;</p>
<p><span class="full-image-block ssNonEditable"><span><img src="http://www.gotorio.de/storage/dinner meatfruit 1.jpg?__SQUARESPACE_CACHEVERSION=1361034816771" alt="" /></span></span></p>
<p>Den optischen Knaller liefert die dritte Vorspeise an unserem Tisch: Meat Fruit. Klingt unappetitlich - ist aber wundersch&ouml;n.</p>
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