Entries in Kanada (3)
Wulfgäng oder: Was ist Serendipity?
Apropos Serendipity: es ist mein Lieblingswort. In der deutschen Sprache habe ich leider noch keine Entsprechung dafür gefunden. Zufälliges, unverhofftes Glück. So würde ich Serendipity ungefähr übersetzen. Glück, das einen findet, wenn man es gar nicht sucht. Zu kompliziert?
Seit ich Wolfgang getroffen habe, weiss ich; Serendipity kann auch das Glück sein, eine Kamera zu entdecken, die man längst verloren geglaubt hatte. Letzten Sommer mit Gwen beim Radeln in Nova Scotia, machten wir Rast an einem See. Wir sassen auf einem Steg. An dem Steg festgemacht war ein rotes Boot. Das Boot trug den Namen Wolfgang. Spricht man in Kanada sicher so aus: Wulfgäng. Es war wunderbar bei ihm. Wir hätten ewig sitzen bleiben können.
Der Tag endete leider etwas betrüblich. Am Abend stellten wir nach 70 Kilometern Radfahren fest, dass Gwens Kamera weg war. Wir rekapitulierten im Geiste jeden Abschnitt unserer Tour. Die Leute vom Lunenburg Arms Hotel waren herzallerliebst und telefonierten für uns sogar den Ferryman an. Nichts. Am Ende waren wir sicher, dass uns jemand beklaut hatte. Es musste auf der Fähre passiert sein, die wir genommen hatten. Unsere Gastgeber waren bestürzt. In Kanada wird nicht geklaut! In diesem Landstrich schon gar nicht. Wir blieben bei unserem Generalverdacht gegen die Neuschotten und stellten die Suche ein.
Am nächsten Morgen radelten wir mehr oder weniger aufs Geradewohl los und entdeckten in der Mittagszeit einen netten See, mit einem netten Steg. Und es gab so gar ein rotes Boot. Ideal, um Rast zu machen! Erst beim Näherkommen sahen wir den Schriftzug. Und die Kamera. Sie lag auf einem Stein und hatte auf uns gewartet. Wer hatte uns bloss heimlich wieder dahingelenkt? Vielleicht war’s Wulfgäng? Wir sagen: Danke!

Hyatt statt Hilton
Wo wir gerade bei Hotels mit H waren: Ich plädiere dafür, nie in einem Hilton zu wohnen. Einfach nicht schön, diese Dinger. Ausserdem möchte ich nicht mal indirekt die Klamotten und pinkfarbenen Pudel von Paris mitfinanzieren. Nerviges Modemonster. Echt. Immer gern stattdessen im Hyatt absteigen. Die, die ich kenne - nämlich Berlin, Bangkok, Mainz sind alle schick und haben tollen Service. Das in Seattle find ich so ein ganz bisschen angestaubt, aber insgesamt muss man der Pritzker Familie, der gehören die Dinger nämlich, gratulieren zu so einer Hotelkette. Leider nicht börsennotiert. Würde die Aktien sofort kaufen.
Besonders beliebt sind die herrlichen Betten. Und da es wohl immer wieder Anfragen gab, wo man die kuscheligen Bettdecken herbekommt, kann man sie auch bestellen. Erzählte mir ein Freund, der sich in der Hyatt-Bettenwelt prima auskennt. Bei unseren Nachbarn ist kürzlich eine Lieferung angelandet. Leider hatte ich die Kamera nicht dabei. Sehr sehenswert! Eine Mischung aus Kissenschlacht und Frau Holle schüttelt die Betten aus. Bestellbar übrigens unter Hyatt at home.
Urlaub mit Klappspaten
zu heiss hier? dann empfehle ich Nova Scotia. In Kanada. Oberhalb vom US-Bundesstaat Maine. Klima frühlingsfrisch. Hügelige Landschaft entlang der Küste. Die berühmten drei Kirchen von Mahone Bay.

Leuchttürme. Lobster. Lunenburg. Ideal zum Radeln und Kayaken. Und wem das alles nicht reicht, der nimmt sich nen Klappspaten mit und sucht auf Oak Island nach Gold. Der Legende nach soll hier alles mögliche vergraben sein: Originalausgaben von Shakespeares Werken, Juwelen, Geld… Über Jahrhunderte vermutete man hier eine Art ‘Piratenbank’ in die die Seeräuber ihre Schätze einbrachten. Aber bis heute hat niemand das Geheimnis der Insel enthüllt.

