Entries in Hotels (44)

"The Mandala Suites", Berlin: Friedrichstraßendepression

Ich wollte es ja nicht glauben. Nein, dachte ich, das “Mandala Hotel” in Berlin hat ein so tolles Restaurant, das “Facil”, nämlich, die werden nicht so stillos sein und im Internet Design vortäuschen, was nicht da ist. Und so buchte ich ein Zimmer in den “Mandala Suites” in der Friedrichstraße, einem Ableger des Hotels.
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Die Homepage aber hinterließ bei mir ein mulmiges Gefühl.  Denn es gibt ja gewisse Dinge, die beim Internet-Auftritt eines Hotels darauf hindeuten, dass der Schein das Sein übertrifft. Zum Beispiel, wenn es viele Fotos von Zimmerdetails gibt, aber wenige Panoramaansichten; wenn Blumen- und Accessoiresbilder verwendet werden, die überall enstanden sein könnten; und wenn Fotos so überirdisch hell wirken, als sei dies die Heimstatt des Heiligen Geistes. 040420081184.jpg

Auf diese Regel  wollte ich nicht hören - und das war ein Fehler. Schon die Lage der Suiten ist etwas gewöhnungsbedürftig. Sie liegen im hinteren Bereich der Friedrichstraße, umgeben von Büros. Einen großen, überdachten Innenhof muss der Gast durchqueren, bevor ihn das untadelig freundliche Personal empfängt. Die Rezeptionistinnen erklären ihm dann, dass es einen Nebeneingang für die Nacht gibt und führen ihn durch recht kahle Gänge zum Zimmer.  

Das ist vor allem eines:…

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Posted on Montag, April 28, 2008 by Registered CommenterThomas Knüwer in , | Comments1 Comment | PrintPrint

Huren im Hotel

Also gut, nun gönnen wir uns auch bei Gotorio eine suchmaschinenoptimierende Überschrift. Aber tatsächlich soll es hier um das Thema oben gehen. Also *räusper* Huren im Hotel.

Bei meinem Arbeitgeber, der Verlagsgruppe Handelsblatt, gibt es im Foyer  Zeitschriftenständer mit Produkten unseres einigermaßen weit verzweigten Unternehmens. Darunter sind auch Zeitschriften, die manchmal sehr lang liegen bleiben. Meist kommen sie aus dem Fachverlag und dass sie auf gedämpftes Interesse treffen sagt nichts über ihre Qualität. Denn Fachzeitschriften sind eben für Fachleute gedacht, 99 Prozent der Bevölkerung finden solche Objekte sterbenslangweilig. Aber das ist egal, weil das eine Prozent ohne jenes Produkt nicht leben mögen.

tophotel.jpgVergangene Woche nun fand ich in einem der Ständer “Top Hotel - Die Fach-Illustrierte für Hotel-Management”. Eigentlich hätte ich sie beim Warten auf die Lunch-Verabredung nicht weiter beachtet. Denn das Titelblatt lädt, die Kollegen mögen mir dies verzeihen, nicht so recht zum Lesen ein. Es wirkt eher wie der Werbeprospekt eines Küchenausstatters.

Ein Thema auf dem Cover der März-Ausgabe aber interessierte mich, weshalb ich die “Top Hotel” einsteckte: “Reizthema: Käufliche Liebe in der Hotelbar”. Nun bin ich noch nie in einer Hotelbar von einer entsprechenden Dame angesprochen worden. Diese Situation gehört für mich eher in amerikanische Kinofilme, in denen einsame Hauptrollendarsteller in tiefer Depression jedwede Avancen abweisen. Aber in Deutschland? Gut, ich bin ja selten in Hotelbars, denn die meisten finde ich eher traurig, aber noch nicht traurig genug für das James-Dean-spielt-in-einem-Film-der-Coen-Brüder-Feeling.

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Posted on Mittwoch, April 9, 2008 by Registered CommenterThomas Knüwer in | CommentsPost a Comment | PrintPrint

"Argonaut Hotel", San Francisco: Wahrhaft goldenes Vlies

070220081097.jpgDie Legende der Suche nach dem Goldenen Vlies durch Jason und seinen Mannen, die wegen ihres Schiffs “Argo” Argonauten genannt wurden, gehört zu den weniger im Detail bekannten Erzählungen des alten Griechenland. Das liegt nicht daran, dass sie langweilig wäre. Nein, sie ist vielmehr sehr, sehr kompliziert. Und mit Brad Pitt wurde sich auch noch nicht verfilmt. Kommt sicher noch.

 In dieser Sage tauchen verschiedene Dinge auf, die nicht dazu verleiten, ein Hotel “Argonaut” zu nennen. Ich sage nur: Die Zerstückelung eines Vaters durch seine Töchter, um ihn dann einzukochen und so zu verjüngen (was ja ohnehin eine, sagen war mal, recht fantasievolle Idee ist), weckt kein Vertrauen in die Qualität einer Hotelküche.

Hinzu kommt das böse Wort “Themenhotel”. Themenhotels gibt es  in Disneyland, wo man diese kindische Verkitschung lustig finden kann. Aber in der freien Touristenbahn? Da gehen solche Motto-Herbergen meist ziemlich daneben.

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Nun handelt es sich beim “Argonaut” an Fisherman’s Wharf zu San Francisco jedoch um ein Kimpton Hotel. Und über diese Kette schwärmte ein US-kundiger Bekannter in den höchsten Tönen. Motto der Muttergesellschaft: “Every hotel tells a story.” Und die des “Argonaut” ist eine seefahrerische…

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Posted on Mittwoch, März 5, 2008 by Registered CommenterThomas Knüwer in , , | Comments3 Comments | PrintPrint

"Hotel Advokat", München: Wirtschaftswunder reloaded

Irgendwann ist selbst die Realität der verhasstesten Epoche so weit aus den Köpfen getilgt, dass ihr geistiges Abbild den Charakter des Sehnsuchtsvollen erhält. Dann schauen Modeschöpfer, Designer und anderes kreatives Volk auf jene Äre und verklären sie durch Anleihen in ihren aktuellen Werken. Solchen Status hat auch die Zeit des Wirtschaftswunders erreicht. Einst war es Inbegriff der Piefigkeit, der Muff unter den Talaren, gegen den manche Eltern rebelliert, den andere Erziehungsberechtigte geliebt haben. Beide Varianten sorgten nicht Liebe in den Herzen der Heutigen.

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Langsam aber blickt eine Generation auf diese Zeit mit Neugier. Sie selbst rauchen Zigarren, was damals Ausdruck des Es-geschafft-habens war. Hüte sind nicht mehr Ih-Bah, sondern ironischer Kommentar auf die Zeitgeschichte. Und die Autos jener Zeit sind Gesprächsthema, geht es um den Oldtimer, den man gerne kaufen würde, “aber das frisst ja so viel Zeit”. 20012008917.jpg

Wie war es in jener Zeit, zu reisen? Ausgespuckt zu werden aus einer DC 3, nach wackeligem Flug, weiter mit einer Mercedes-Limousine, der weiß behandschuhte Chauffeur öffnet die Tür? Im Zimmer dann den Kamelhaarmantel weghängen und einen Kaffee aus weißem Porzellan in der Lobby? Davon künden heute nur noch Hotels, die seit den Tagen von Ludwig Erhard keine Renovierung erfahren haben. Seien wir ehrlich: In denen möche man nicht nächtigen. Wie es aber gewesen sein muss, damals, das lässt sich im Hotel “Advokat” in München nachempfinden.

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Posted on Sonntag, März 2, 2008 by Registered CommenterThomas Knüwer in , | Comments1 Comment | PrintPrint

"Villathéna", Paris: Hübsche Schnuppe

Vielleicht ist in keiner europäischen Wochenend-Kurztripp-Metropole die Hotelsituation so problematisch, wie in Paris. Sicher, es gibt wirklich schöne Häuser. Doch meist zahlt man bei denen Mond-Preise für Asteroiden-Zimmer. Selbst im angeblich so unbezahlbaren London gibt es inzwischen schöne Unterkünfte zu erschwinglichen Preisen, als Beispiel werfe ich mal das nette Designhotel „K-West“ in West-Kensington ein. Auch in New York lässt sich einiges machen, der Preisvergleich bei Online-Buchungssystemen lohnt sich.

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Nur in Paris, da bleibt es schwierig. Denn viele Hotels pflegen noch immer einen sehr französischen, oft Belle-Epoque-lastigen Stil. Und wenn ich solch ein Zimmer betrete, scheine ich Staub zu atmen, obwohl mutmaßlich gar keiner da ist.

Da erschien es fast als Sensation, auf ein Design-Hotel für 140 Euro inklusive Frühstück zu treffen.

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Posted on Mittwoch, Februar 13, 2008 by Registered CommenterThomas Knüwer in , | Comments1 Comment | PrintPrint
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