Entries in Hamburg (7)

Gotorio fragt: Wo geht's hin, Roger Willemsen?

Gelegentlich braucht es etwas Neues. Eine neue Rubrik, zum Beispiel. Sie heißt: “Wo geht’s hin?”. Diese - und noch ein paar mehr - Frage stellen wir interessanten und bekannten Menschen.

Für die erste Ausgabe haben wir Roger Willemsen überreden können. Und niemand hätte besser gepasst. Am Rande der Journalistenpreisverleihung “Wirtschaft vor Ort” verriet er uns im Düsseldorfer Apollo-Theater, welches sein Lieblings-Restaurant ist, welchen Wein er dort ordert, weshalb Rotwein nicht so sein Ding ist und wie Schafshoden schmecken.

Vorhang auf zur Premiere von “Wo geht’s hin?”

 

Link: sevenload.com

Posted on Dienstag, April 15, 2008 by Registered CommenterThomas Knüwer in , , | Comments1 Comment | PrintPrint

Fuh, ist das ne Gans

Hanne soll sie geheißen haben. Aber das war wohl nur ein spontaner Scherz, als wir nach ihrem Namen gefragt haben. 6,8 Kilogramm ist sie schwer und hat ihr Leben mit einem einigermaßen ausreichenden Maß an Bewegungsfreiheit vor den Toren Hamburgs verbracht. Nun liegt sie im kühlen Ankleidezimmer und wird am ersten Weihnachtstag jedweden Anflug von Andrea-Kiewel-Feeling hinwegfegen. 23122007806.jpg

Erworben haben wir Hanne eben im “Fuh”, einem sympathischen Restaurant in Hamburg-Ottensen. Unser Freund (und Weihnachtsgastgeber) Peter Mentner nahm kürzlich an einem Kochkurs im Veranstaltungsraum des “Fuh” teil, eine Straße vom Restaurant entfernt. Sehr entspannt und unterhaltsam sei das gewesen, berichtete er. Und nebenbei habe der Betreiber halt erwähnt, dass er in diesem Jahr zum ersten Mal Gänse an Gäste verkaufe. Denn immer wieder hätten diese gefragt, woher er die leckeren Vögel bekomme.

Also fuhren wir vorhin zum “Fuh” und wurden herzlich bewirtet mit leckerstem Schoko-Kuchen und wundervollem Glühwein und ließen uns einen von der Gans erzählen. Der Lieferant, auch für feinste Adressen wie den “Süllberg” tätig, berichtete vom Leben und Sterben und der Zubereitung von Hanne - unterhaltsam und nutzwertig.

“War das jetzt eigentlich teuer?”, fragten wir uns nachdem wir Hanne in den Kofferraum verfrachtet hatten. Nö. 73 Euro für 6,8 Kilo Bio-Gans - das ist fair. Schön weihnachtlich war der Kauf auch noch, viel netter und entspannter als die Hektik bei üblichen Fleisch- und Feinkostlieferanten. Und bei unserem nächsten Hamburg-Besuch testen wir das “Fuh” - versprochen.

Gemeinsam mit Hanne (denken wir uns jetzt mal so) wünschen wir allen unseren Lesern ein wundervolles Weihnachtsfest mit leckersten Spezereien und feinsten Weinen. Und allen Köchen eine glückliche Hand bei der Zubereitung von Hannes Schwestern!

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Fuh
Fischers Allee 42
22763 Hamburg

Posted on Sonntag, Dezember 23, 2007 by Registered CommenterThomas Knüwer in , , | Comments2 Comments | PrintPrint

"Café Paris", Hamburg: Unter den Fliesen liegt das Himmelreich

Updated on Samstag, März 1, 2008 by Registered CommenterGotorio

Französische Straßencafés gleichen häufig einem Fließband in den Zeiten des Frükapitalismus. Eng reibt sich Stuhllehne an Stuhllehne auf der einen Seite der Reihe mit den kleinen, runden Tischchen, die das gemeinsame Essen zu zweit realistisch gesehen relativ unmöglich machen. Deshalb auch sind wahrhaft authentische Stühle dieser Etablissments rechts und links an der Rückenlehne wund geschabt.

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Denn natürlich wollen alle mit dem Rücken zum Gastronomen sitzen um den Flaneuren zuzuschauen. Überall ist das so und eigentlich auch im “Café Paris” in Hamburg. Nur: Hier sitzt eigentlich besser, wer der Rathausstraße die kalte Schulter zeigt (nicht nur, weil derzeit eine Bushaltestelle unmittelbar an den Tischen liegt) - denn ihn wärmt ein schlicht und ergreifend wunderbarer Anblick.

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Posted on Mittwoch, September 5, 2007 by Registered CommenterThomas Knüwer in , | CommentsPost a Comment | PrintPrint

"Rive", Hamburg: Austernbar mit einer Auster

Also, ich war noch nie im „Rive“, obwohl es das schon seit mehr als 15 Jahren gibt. Im Hamburger Konkurrenzumfeld sollte das ein Qualitätsmerkmal sein. Außerdem schwärmt mein Lieblingsschwager so von dem Gurkensalat.

Also sind wir am Freitag mal da hin.

„Oyster Bar Rive”.

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Was ich nicht wusste: Das Interieur ist eine Mischung aus Brasserie und Hamburg-Anfang-der-90er-Charme, es erinnert aber dafür ein wenig an die von mir sehr geschätzte „Oyster Bar“ in der Grand Central Station in New York – so richtig schön is dat nich.

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Aber das entdeckten wir auch erst auf den zweiten Blick. Begrüßt wurden wir von einem unübersehbaren Schild an der Eingangstür: „Nur American Express-Karten, keine EC Karten“. Wer um alles in der Welt in Zielgruppe dieses Ladens? Hat nicht nur eine verschwindende Minderheit Amex?

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Egal. Wir gehen trotzdem mit nahezu leeren Portemonnaies rein, das muss doch ein Irrtum sein. Aber nein, auch auf Nachfrage bleibt es dabei. Allerdings sei ein EC-Karten-Automat in fußläufiger Nähe. Wir lassen uns nicht schrecken und wollen nach dem Essen knobeln, ob Stilettos über das Kopfsteinpflaster stöckeln oder Herrenschuhe das Geld ranschaffen.

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Posted on Dienstag, August 28, 2007 by Registered CommenterNicola Schulte in , | CommentsPost a Comment | PrintPrint

"Fillet of Soul", Hamburg: Rockende Hengste

So sind sie also die “jungen Wilden” von Hamburg. Stehen hinter einer brusthohen Theke im Neonlicht und schnippeln, braten, wirbeln. Einer trägt Schiebermütze, der andere ein blaues T-Shirt “Stallion”, Hengst, steht auf dem Rücken.  Anderswo malen junge Wilde, skulpturieren oder demonstrieren, in Hamburg bevorzugen sie anscheinend das Kochen. Schließlich kommt auch Tim Mälzer von hier, der Küchenbulle, auch mehr oder weniger jung, auch wild, zumindest in seinen chaotischen Kochshows.

In eben jener Kategorie, “Junge Wilde”, des Gastroführers “Szene Hamburg” hat das “Fillet of Soul” den ersten Rang belegt. Und nach jungen Wilden war uns gerade, waren doch unsere ersten Gastroerlebnisse in der Hansestadt, über die noch zu berichten sein wird,  eher konservativ. Patrick Gebhard und Florian Pabst also heißen die wilden Jungen des “Fillet of Soul” und haben sich in der Küche des “Vier Jahreszeiten” kennengelernt, so berichten die einschlägigen Magazine.

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Das “Fillet of Soul”  liegt nicht, wie uns “Szene Hamburg” Glauben machen wollte, in St. Georg. Auch nicht in der Nähe der Deichtorhallen, wie die Adresse Deichtorstraße denken lässt - sondern in den Deichtorhallen. Es ist sozusagen das Museums-Café. Und von außen sieht es zwar cool aus - aber auch wenig einladend. Orange-braun die Wände, lila Riesen-Ufos hängen an der Decke, die Küche ist offen.

Kaum jedoch ist der Gast drinnen, wird es herzlich. Die wilden Köche grüßen fröhlich, ein wenig wirken sie wie entfettete Brüder des Küchenbullen. Wer das Duo beobachtet, merkt schnell: Die haben einen saumäßigen Spaß an der Arbeit, obwohl ihre Arbeit verdammt harte Arbeit ist.

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Posted on Montag, August 27, 2007 by Registered CommenterThomas Knüwer in , | CommentsPost a Comment | PrintPrint
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