Entries in England (3)

Newcastle: Zwischen Moderne und Scottish Pie

“Oh”, sagt der Kollege am anderen Ende der Leitung. “Oh” wie in “Oh, Du arme Sau” oder “Oh, bin ich froh, dass ich nicht an Deiner Stelle bin.”

“Oh”, das sagt er, als ihm erzähle, dass ich gerade in Newcastle bin. Und noch zwei Tage vorher hätte ich wahrscheinlich auch zu jemand, der auf Reisen in Newcastle ist “Oh” gesagt. Denn ich bin zwar ein großer Freund des Vereinigten Königreichs, doch erinnerte mich das, was ich über Newcastle gelesen hatte doch sehr an Birmingham: Ex-Industriestadt, nach langer Krise im Wandel, jetzt viel modernes. 20112007657.jpg

Mit großen Erwartungen waren wir bei unserem Urlaub in den Cotswolds nach Birmingham gefahren - und waren ziemlich enttäuscht. Vorfreude hat auch nicht der Inspektor-Jury-Krimi “Karneval der Toten” ausgelöst, der in Newcastle spielt und die Stadt eher grau beschreibt. Kaum schaue ich hoch bei der Fahrt in die Stadt, da sehe ich ein graues Hotel namens “Jury Inn”.

“Newcastle ist zwei Städte”, erklärt mir der einheimische Fotograf, der mich bei der Arbeit unterstütz hat. Jetzt, an einem Dienstag, würde ich die ruhige Variante erleben. Die dauere von Sonntag bis Dienstag. Mittwochs bis Samstags dagegen sei Party angesagt. Newcastle ist der zentrale Anlaufpunkt für die Junggesellen- und -gesellinnenpartys im Norden Englands. Die aber kämen eben von Mittwoch bis Samstag.

Heute Abend aber regnet es gewaltig und die Stadt ist bedrückend leer. Wie in einem Science-Fiction-Film fällt das Wasser von den beiden hohen Brücken, die Autos über den Tyne in die Stadt führen. Das Viertel am Wasser gibt ein aufgeräumtes, melancholisches Bild einer Hafenstadt ab. Sollte Newcastle gar schön sein?

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Posted on Freitag, November 30, 2007 by Registered CommenterThomas Knüwer in , | Comments3 Comments | PrintPrint

"The Fat Duck", Bray, England: Essen als Abenteuer

Wer auf einer Karte nach Bray sucht, wird einige Zeit brauchen. Fliegenschissgroß ist der Ort in der Nähe von Windsor bei Google Maps, es braucht einiges heranzoomen, bis Straßen auszumachen sind.

Bray ist ein typisches, englisches Kaff. Wer nicht schnell genug am Ortseingang bremst,  kommt erst nach dem Dorfende zum Stehen. Aber: Wer möchte schon wirklich hier bleiben? Ein paar Wohlhabende Londoner, gut, zugegeben, die sich hier ein schmuckes Häuschen geleistet haben. Doch solche Orte gibt es zwei Stunden nördlich, in den Cotswolds in viel ansehnlicherer Version.

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Sicher, die Kirche von Bray ist ganz hübsch von außen. Aber solche Gotteshäuser gibt es reichlich in der Gegend, 40 Autominuten von Central London entfernt. Noch näher liegt Windsor mit seinem Castle, das ist schon eher was für Touristen, Pflichtprogramm für Royalisten, die es aus London heraus schaffen.  

 Und doch ist Bray einen Besuch wert. Das liegt an einem etwas windschiefen Fachwerkhaus, über dessen Eingang ein karg designtes Schild in Schlammgrau hängt. Es zeigt einen Schneebesen in Form eines Entenschnabels, daneben ein Messer, dessen Klinge eine Feder ist, und eine Entenfuß-Gabel.

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Wer die niedrige Tür öffnet, den erwartet ein großes Abenteuer - zumindest, wenn Essen für ihn mehr ist, als die bloße Aufnahme von Nahrung. Denn hier residiert eines der aufregendsten Top-Restaurants der Welt: Die mit drei Michelin-Sternen gekrönte “The Fat Duck”.

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Posted on Dienstag, August 21, 2007 by Registered CommenterThomas Knüwer in , , | Comments1 Comment | PrintPrint

Cotswolds: No Hektik, please, we're British

Handeln wir direkt mal die Witze ab:
“Ist das Essen da so schlecht?”
“Kotzt da jeder in den Wald?”
“Ist das ein Vergnügungspark für Essgestörte?”

Ja, ja, ja… Solcherlei Späße darf man sich anhören, verrät man Freunden, man mache Urlaub in den Cotswolds. Die Skepsis weicht auch nicht, wenn sie erfahren, dass es sich um eine Gegend im Westen Englands handelt, so drei Autostunden von nordwestlich von London. Denn in England macht man keinen Urlaub. Warum auch?

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Posted on Montag, Juni 25, 2007 by Registered CommenterThomas Knüwer in , , | Comments2 Comments | PrintPrint