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Über Go to Rio

GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

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Warum heisst gotorio Go to Rio? Weil wir über alle Orte schreiben - außer Rio.

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Freitag
Jun222007

"Bobotie", Köln: Hörrens, isch sach Ihnen, fast wie am Kap

Die Gastronomie ist eine Branche, die in einem Punkt seit einigen Jahren leicht auszurechnen ist: Hat ein Land den Sprung zum Massentourismus geschafft, tauchen bald in Deutschland die ersten Restaurants mit den dort bevorzugten Spezialitäten auf. So wurden im Laufe der Jahre aus chinesischen Restaurants Thai-Läden und kaum machte der Balkankrieg die Reisen nach Jugoslawien unmöglich, verschwanden die Cevapcici-Köche. Dies ist auch der Grund, warum wir bald quer durch die Republik noch mehr Vietnam-Lokale sehen werden - in Berlin gibt es schon mehr rohe Frühlingsrollen als Sol-Eier.

Die nächste Welle steht schon vor der Tür, das ist so sicher wie das Schnitzel in Wien: südafrikanische Restaurants. Das ist  ja auch nicht schlimm sondern angesichts der dortigen Küche bejubelnswert.

 Ein erster Vorbote ist das “Bobotie” in Köln, zentral gelegen, nahe dem Neumarkt. Von außen wirkt es dunkel und unnahbar, die Zebra-Streifen an der Tür erinnern an die Ranger-Wagen im Safari-Park Stuckenbrock. Doch innen wird es heimelig. Beige-graue Wände, afrikanisches Design, im vorderen Bereich eine kuschelige Lounge mit Bar, hinten ein überschaubar großes Restaurants.

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 Natürlich hat auch dieses Lokal, das gehört sich so, eine kleine Geschichte. Mit-Besitzer ist der Kapstädter Paul Stern, Regisseur und langjähriger Spielleiter der Bonner Oper. Sein Großvater war Top-Koch, ist der Karte zu entnehmen und der Gast soll wohl assoziieren, dass handwerkliche Fähigkeiten immer eine Generation überspringen. Kann ich bestätigen: Mein Vater war Elektro-Meister, ich kann gerade mal ne Glühbirne sauber reindrehen.

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Stern aber kocht nicht, er bewirtet. Davon versteht er was, der Service glänzt mit jener herzlichen Freundlichkeit, die wir aus Südafrika kennen. Und wie es sich gehört, kann er auch Weine zu den einzelnen Gerichten empfehlen. So schwer ist das allerdings nicht. Die Weinkarte beschränkt sich auf magere drei Sorten - das geht am Kap aber besser.

Das Essen bietet fast alles, was Südafrika ausmacht. Zum Beispiel Straußenfillet in Feigen-Tamarinden-Soße (Foto) - fast perfekt, auf zwei Tellern entpuppt sich eines der drei Stücke als etwas zäh. Es wäre aber vermessen, die Fleischqualität zu erwarten, die in Südafrika serviert wird - dazu ist der Transportweg zu weit. Sehr lecker sind die dazu servierten knusprigen Maisplätzchen.

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 Auch Kingclip gibt es, jene extrem leckere Fischsorte, hier gibt es sie mit Tomaten-Kokos-Soße (Foto unten). Und natürlich Blessbock und Springbock. Schade nur, dass  Kudu fehlt, jenes herzhafte  Büffelfleisch.
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Derzeit wird das “Bobotie” von der Kölner Presse reichlich bejubelt und man ist geneigt, diesem äußerst sympathischen Restaurants die Lobhudelei auch zu gönnen. Doch ganz makellos ist der Abend nicht: Das kap-malayische Hühnchencurry gefällt nicht und ist im Gegensatz zu den anderen Gerichten auch eher übersichtlich portioniert.

 Dafür entschädigt der Nachtisch. Auf der Karte ist er nicht zu finden, was auf täglich wechselnde, frische Alternativen schließen und hoffen lässt. Bei uns gab es ein Trifle, also jenes englisch-(oder irisch-?)stämmige Dreischicht-Dessert, angerichtet mit Kapstachelbeeren - eine Mischung aus Urlaubserinnerung und Kindergeburtstagsfreude rutscht die Kehle runter.

Am Ende schaut auch Co-Chef Stern am Tisch vorbei. Ob alles gut war? Ja, es war gut. Nicht sensationell, aber wiederholenswert - und das beste, was wir an südafrikanischer Kost bisher in Deutschland bekommen haben. Das “Bobotie” wird uns wiedersehen.

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Bobotie
Marsilstein 9 - 13
50676 Köln


Montag
Jun182007

Istanbul - die Überraschung am Bosporus

Ich dachte, Istanbul, dass ist bestimmt so eine Mischung aus Orient und Anatolien, verwinkelte Gassen alte Steine und Moscheen und so, Geschäfte mit Gewürzen und Klamotten die die Welt nicht braucht,  traditionelle Restaurants mit Börek und Lammakun. Ganz schön von Gestern, war ich.

Die Stadt ist der Hammer! Wir wohnen im “SAS Hotel”, direkt am Bosporus. Wunderbare Lage, hervorragendes Frühstück auf der Terrasse direkt am Wasser mit guter Loungemusik. Durchaus empfehlenswert. Aber auf gar keinen Fall am Wochenende Zimmer 151 akzeptieren! Niemals! Das liegt Wand an Wand zum “Anjelique”. Beim rüberschauen um 21.00 Uhr tarnt es sich als Restaurant. Beim Zurückkommen um 1.30 Uhr entpuppt es sein wahres ich – Nightclub. Mit Superwummerbassmukke. Auch mit Ohropax, das der Concierge nach 30 Minuten hochschickt, nicht abzuschalten. Schlafen geht nur bei Todmüdigkeit oder  so ab 5.00 Uhr.  Oder man geht hin. Scheint der Schlange vor den Tür nach zu urteilen sehr angesagt zu sein und sieht auch wirklich klasse aus. Aber leider war ich nur zwei Abende und einen Tag in der Stadt und wollte mir die Nacht nicht im Club um die Ohren schlagen.

Touristische Sehenswürdigkeiten habe ich darum auch nur von weitem gesehen, aber dafür habe ich am Samstag einen tollen Einblick  bekommen. Wir waren in drei Vierteln unterwegs: Ortaköy, Galatasaray und Nişantaşi.

Am Tünel (mit der Zahnradbahn rauffahren), sind Unmengen von Bars und Restaurants. Die Straßen erinnern zum Teil an St. Germain in Paris (Straßenmärkte mit frischestem Obst, Fisch, Gemüse),
St. Francisco (zumindest, wenn die alte Straßenbahn auftaucht), die Altstadt von Palma (enge Kopfsteinpflasterstraßen) oder die Bolkerstraße in der Düsseldorfer Altstadt (Touristennepperschlepperei). 

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 Wer Zeit hat, geht tagsüber hin und selektiert für den Abend vor. Hier gibt es auf engstem Raum einfach alles was das Herz begehrt.

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 Zum Beispiel das “Cezayir”. Keine Ahnung wie das Essen dort schmeckt - in einem Gebäude aus dem 16 Jahrhundert, das früher eine Schule der Italien Workers Association war ist heute ein genial designtes Restaurant das früh Vormittags verwaist ist aber schon leckeren Kaffee hat.

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Zum  Shoppen gehts nach Nişantaşi. Also, ich habe in meinem Leben ja schon viele Schuhgeschäfte oder Schuhabteilungen gesehen, Saks, Harvey Nichols, … nichts gegen die Schuhabteilung  im auf 6 Etagen verteilten Luxuskaufhaus Beymen. Hier ist jeder Designer der gut und teuer ist vertreten. Taschen und Klamotten gibt es übrigens auch. Ihr könnt auch Eure Männer mitnehmen. Den Jungs wirds bestinmt nicht langweilig. Auf zwei Etagen gibt es neben ausreichend Luxusklamotten für sie auch Motorroller -  so sie wollen.

Darüber hinaus sind in dieser Ecke der Stadt: jede Menge einzelner Geschäfte sämtlicher bekannter und in Deutschland noch nicht vertretener Luxus-Designer. Gucken, Kreditkarte zu Hause lassen oder vorher  im Lotto gewinnen. Wenn das Geld schon nicht für Gucci, Prada und Roger Vivier reicht, dann geben wir es halt beim  Lunch aus. Im “House Cafe”,  das von der Designergruppe Autoban gestaltet wurde. Hier gibt es nicht nur köstliche Hausgemachte Limonade sondern auch leckere Salate und Sandwiches. Praktischerweise gibt es gleiche mehrere House Cafes in Istanbul. Drei davon habe ich gesehen. Machen alle einen super Eindruck.DSC00946.JPG
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Das von Wallpaper zum weltweit besten Restaurant 2007 ausgezeichnete “Müzedechanga” im Sakip Sabanci Museum (dem Taxifahrer sagen, dass es im Museum ist, sonst fährt er dran vorbei), ebenfalls von der Designergruppe Autoban sieht klasse aus, bietet ein gutes Essen und eine wunderbare Terrasse mit Blick über der Bosporus.

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Leider konnten wir draußen im Dunklen unser Essen kaum sehen. Drinnen aber war es  am Freitag Abend gähnend leer und darum nicht so der Stimmungsbringer. Dafür soll das “Changa” ganz klasse sein. Guck ich mir beim nächsten Mal an. Wer gut und in angesagter Location essen und nicht die hier genannen  Restaurants probieren möchte: am besten vorher in Cool Restaurants Istanbul gucken.

Radison SAS Bosphorus Hotel
Çirğan Cad. No:46
34349 Ortaköy

Cezayir
HaCad. 12, Galatasaray, Beyoğlu
34425 Istanbul

The Housecafe
Verschiedene Locations

Müzedechanga
Sakip Sabanci Caddesi No: 22
Emirgan
34467 Istanbul

Freitag
Jun152007

Die wundersame Preispolitik der Reiseveranstalter

Sind Computer eigentlich die neuen Kaffeefahrtenverkäufer? Oder sind sie schlecht programmiert? Vermutlich letzteres, denn ein alter Informatikerspruch sagt ja: “Das Problem sitzt immer vor dem Bildschirm.” Fakt ist: Wer eine Reise, und sei es nur ein Flug, bucht, muss alle Möglichkeiten der Buchung voll ausschöpfen. 

Nehmen wir die Lufthansa. Im Januar ergab es sich durch eine Verquickung privater und dienstlicher Umstände, dass ich einen Flug Düsseldorf - London - München benötigte. Die Lufthansa errechnete mir einen Mondpreis: Irgendwas so um die 700 Euro. Air Berlin war nicht drin, weil der Flug zu spät aus London gen München abging. Durch einen Zufall gab ich die Strecken bei Lufthansa nochmals einzeln ein. Ergebnis: rund 250 Euro. Wer also Strecken separat bucht, kann billiger wegkommen. Das ist hart an der Bauernfängerei.

Merkwürdig programmiert ist auch die Seite von Expedia. Wer nach Flügen sucht erhält andere Ergebnisse, als wer nach Flug plus Hotel sucht. Auch scheint es Hotels zu geben, die nicht bei Flug + Hotel angezeigt werden. Immerhin aber ist  Expedia manchmal preislich kaum zu schlagen, vermutlich wird hier gutes Währungs-Hedging betrieben (für die Nicht-BWLer: Unternehmen kaufen und verkaufen Währungen um sich gegen Schwankungen bei den Tauschkursen abzusichern). Jüngst buchten wir das “Royalton” in New York für 230 Euro die Nacht - rund die Hälfte dessen, was andere Online-Angebote versprachen. Und: Wer einen LTU-Flug über Expedia bucht, kommt in der Regel zehn Prozent günstiger weg, als wenn er direkt bei LTU bucht.

Donnerstag
Jun142007

Tee auf Tortola – oder: Sailing Disneyland

Wo wir gerade bei Vollmondparties waren (siehe Sylt und Bambus-Klaus) fällt mir Bomba ein. Ein vollkommen schräger Vogel und weit über die Inselgrenzen bekannter Fullmoonparty-Veranstalter. Seine aus Treibholz und Strandgut zusammengezimmerte Strandbar auf der Karibikinsel Tortola ist Kult, die Parties auch.

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Gleich hinter „Bomba’s Shack“ befindet sich eine Plantage mit magischen Pilzen, aus denen der Chefdruide einen mysteriösen Verführungstrank braut.

Was immer auch Hauptbestandteil dieses Tees ist; er verfehlt seine Wirkung selten. Am Ende einer karibischen Partynacht jedenfalls wehen im lauen Wind gleich reihenweise neu hinzugekommene Damenschlüpfer auf der Leine (habe gerade gelernt, das sei ein aussterbendes Wort, also schnell noch mal benutzen, bevor es zu spät ist).

Diese Schlüpfer also, und natürlich all die Strings, Bra’s und Bikinis sind allesamt Jagd-Trophäen Bombaschen Ausmasses: Hinterlassenschaften von weiblichen Wesen, die sich – und ihre Significant Others – für eine Nacht vergessen haben.

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Zum Dank für so viel Freizügigkeit gibt’s eines der begehrten Bomba-Fan-Shirts. Erhältlich in verschiedenen Farbstufen. Shirts für ‚Sex mit Bomba’ sollen inzwischen seltener als früher vergeben werden, was mit seiner abnehmenden Attraktivität korrelieren könnte.

Man möge bitte das Kopfkino anwerfen und sich den äusseren Rahmen des Gastgebers wie eine kurz vorm Herzverfettungstod stehende Masse von der Statur eines späten Barry ‚Let-the-music-play’ White vorstellen. Ohne weissen Anzug, dafür im Schmierlappenshirt. Jene, die nix vom Zaubertrank zu sich nehmen, würden Bomba vermutlich wohl eher als debaucherous old man bezeichnen. Ich würde sagen: Er ist ein Original.

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So oder so - Hingehen! Prädikat sehenswert!

 

Sailing Disneyland . Die meisten der durchaus zahlreichen Orte sinnlicher Entgleisung auf und zwischen den Karibikinseln sind übrigens nur vom Meer aus zu erreichen. Denn Tortola ist in erster Linie Anlaufstelle für Segler. Wobei das Vergnügen eindeutig im Vordergrund steht. Nicht ohne Grund qualifizieren echte Seebären das Revier rund um die British Virgin Islands mit einem knappen „It’s like sailing Disneyland“ ab.

Unbeirrt von solchen Urteilen schippert die Charterboot-Community stets vergnügt, mit schlecht getrimmten Segeln (und die Fender beim Anlegen konsequent auf der falschen Seite), rund um die ‚Indians’, beliebte Schnorchelfelsen, zur nächsten Tränke – zum Beispiel dem Willy T. – einem Piratenschiff mit eigenem T-Shirt-Kult.

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Besonders lustig ist es, zu beobachten, wie sich ‚echte’ Segler und  ‚Penisboat-Kapitäne’ (aka: Motorbootfahrer) gegenseitig abmustern. In Sachen “Good looks” siegen eindeutig die Segelmänner; bei den Damen meist die ‚Bow Babes’ der Motorbooteigner vom Typ Mantafahrer.

Kurz abgeschwiffen: Wer kennt die Kolumne von Harald Martenstein noch nicht, die davon handelt, dass er auf seinem Boot von Spinnen heimgesucht wird und nicht von Elfenwesen? Unbedingt lesen.

Bomba’s Shack, Cappoon’s Bay

Nähe Sugar Mill Hotel  (nett zum Übernachten)

Wer den Tee nicht trinken möchte, dem empfehle ich das Nationalgetränk:

den Painkiller

Und jetzt freuen uns schonmal über mehr Tipps für Strandbars und heisse Nächte (nicht nur bei Vollmond!)

Mittwoch
Jun132007

Herr Spoerl, Düsseldorf

Zwar lebe ich in Düsseldorf, doch bin ich ja kein wirklicher Freund dieser Stadt. Es gibt jedoch einige Orte, die das Wohnen hier erträglich machen. Dazu gehört jener Innenhof an der Tußmannstraße. Unscheinbar ist er und wer nicht weiß, was sich in ihm befindet, würde wohl nicht den Torbogen betreten. Nach einigen Schritten öffnet sich ein Paradieschen, das eher nach Berlin-Mitte passen würde, als hier in den Norden der Möchtegern-Metropole. Ein Schmuckladen ist dort, ein Handtaschenmacher, ein Architekt - und Herr Spoerl.

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Jener Herr allerdings lebt nicht mehr in fleischlicher Form. Einst gehörte dieses Areal zur Druckmaschinenfabrik J. H. Spoerl. Dieser Dynastie entsprang Heinrich Spoerl, der Autor der “Feuerzangenbowle”. Sein Sohn Alexander gelangte als Motorjournalist zu Nachkriegsbekanntheit. Und seit 15 Jahren residiert das “Herr Spoerl” im ehemaligen Torhaus der nicht mehr existenten Fabrik.

 Hier gibt es das vielleicht beste Frühstück der Stadt. Und das späteste - bis 18 Uhr nämlich, was den Wochenendausgänger sehr freut. Kein schmuddeliges Buffetbrunch wird  gereicht und keine hektisch aufgerissenen Schmelzkäseeinzelpackungen, sondern toskanische Kost vom Wundervollsten: Wildschwein- und Fenchelsalami, zum Beispiel. Oder ein Omelette mit so reichlich Kräutern, als habe der Koch gerade Mutters Garten geplündert.

Überhaupt: der Koch. Ein bedauernswerter Mensch. Er fuhrwerkt in einer Winzküche die Wünsche der Gäste ab, die am Wochenende spätestens um 12 jeden Platz füllen. Dann wird es laut in den zwei Räumen mit den wackligen, vom Leben verdunkelten Stühlen, füllen sich die Aschenbecher aus dem Antiquitätenladen mit Selbstgedrehten und der halb erblindete Spiegel hat schon viele neue Liebschaften entstehen sehen - das “Spoerl” ist auch ein Single-Treff der Kreativbranchen.

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Schöner noch ist es des Sommers im Innenhof. Gutes Wetter passt so wunderbar zur Küche, egal ob Wiener Schnitzel oder warmer italienischer Kartoffelsalat mit toskanischer Bratwurst. Auch die Desserts sind zu empfehlen, selbst wenn sie so banal erscheinen wie ein Bananenquark - es sind die einfachen Dinge des Kochens, die beim “Spoerl” in Perfektion gepflegt werden. So auch der Milchkaffee, der wohl auch als der beste des Düssel-Dorfs gelten muss. Serviert wird er mit kleinen Marzipan-Keksen, hausgemacht, natürlich, und in größeren Mengen als Extra orderbar.

So fliegen sie dahin, die Stunden bei “Herrn Spoerl”, man bleibt gern. Auch weil die Bedienung, noch ein Superlativ, nicht die schnellste hier ist - aber die definitiv freundlichste und fröhlichste. Woher die Betreiber diesen motivierten Nachwuchs bekommen, ist eine berechtigte Frage.

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Kein Wunder, dass auch erhitzte Gemüter schnell beruhigt werden. Eines Tages, so berichtet eine “Spoerl”-Legende, erschien eine wütende Dame. Spoerl hieß sie, Inge Spoerl, die Schwiegertochter des Feuerzänglers und Witwe des Autotesters. Und ihr gefiel es gar nicht, dass ein Lokal mit dem Familiennamen warb. Zwei Milchkaffee, italienisches Landbrot und ein langes Gespräch veränderten die Lage. Sie schickte ein Spoerl-Buch und schrieb hinein, wie schön es doch sei, in Düsseldorf-Pempelfort, bei “Herrn Spoerl”. 

Herr Spoerl
Tußmannstr. 70
40477 Düsseldorf
(Derzeit keine Homepage)

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