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Über Go to Rio

GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

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Warum heisst gotorio Go to Rio? Weil wir über alle Orte schreiben - außer Rio.

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Montag
Jun112007

Sylt II oder: No Surf

Steife Brise, starke Brandung und am Ellenbogen ne scharfe Kurve: Das ist Sylt. Einfach erfrischend.

Nicht letztes Wochenende. Schluss mit Dauerwelle. 30 Grad, totale Flaute, brütende Hitze.

Strandkorb.jpg

Topthema Nummer Eins bei allen Syltern deshalb: Das Wetter. Das ist doch nicht normal sagt der Käptn vom Ausflugskutter Gret Palucca, sagt die Kellnerin in der Sturmhaube, sagt die Verkäuferin bei Feinkost Meyer. Ein Supermarkt übrigens, von dem sich andere Einzelhändler mal bitte was abgucken mögen. Top-Service, Einkaufsvergnügen total. Aber das nur am Rande.

Ansonsten alles beim Alten. Die Sansibar bevölkert von Sehleuten und Möchtegern-Schickeria. Männer in Sylter Uniform: weisse Hose, grünes Polohemd oder weisse Hose, pinkfarbenes Polohemd. Haare mit viel Lebertran (oder ist es Maschinenöl?) zurückgegeeeeelt.

Das Sansibar-Merchandising brummt – allein das Modell „mollige Kuscheldecke“ bleibt an diesen heissen Tagen sicher ein Ladenhüter.

Als dann noch Andreas Fritzenkötter, Stimmband Pressesprecher von Heinrich Bauer mit seiner frischangetrauten Gattin im Partnerlook im weissen Sansibar-Hemd wie eine Dauerwerbesendung über den Laufsteg flimmert, heisst es: Zeit, zu gehen.

Dann doch lieber zum Österreicher. Inhaber Dieter Gärtner hatte, wie er stolz erzählt, die ganze Fritzenkötter-Meute auch zu Gast, als vor zwei Wochen Hochzeit gefeiert wurde auf Sylt (natürlich in der Sansibar, die Braut hat dort gearbeitet). Doch vorher gabs ne Sause beim Dieter. Mit der Ferres, dem Gottschalk. Und besonders die Ferres, sagt der Dieter, die war begeistert. War vorher noch nie da.

Kommt jetzt sicher wieder. Denn wer einmal das Wiener Schnitzel, vor allem aber den Tafelspitz oder die Ochsenfetzen gegessen hat, der kehrt bestimmt zurück. Auch wenn die aktuelle Ausgabe von Sylt geht aus! den Österreicher so’n ganz bisschen verrissen hat. Da steh ich drüber! sagt der Dieter. Wir auch.

Zum Österreicher
Alte Dorfstr. 2
Tel. 0 46 51 - 44 61 60

und vorher nen Tässchen Kaffee in der

Kupferkanne
Stapelhooger Wai
Tel. 0 46 51 - 4 10 10

leckeren Fisch im

Samoa Seepferdchen
Rantum
Te. 04651-5579

Montag
Jun112007

Sylt - oder: schöner Fliegen mit Walter

Nach Sylt fliegt sichs am Schönsten mit Walter. An einem sonnigen Morgen bei Ebbe übers Wattenmeer zu schweben, ist ein besonderes Erlebnis. Wie eine überspülte Wüste blitzen Sanddünen aus dem funkelnden Wasser. So ein Tag muss es gewesen sein, als Nikolaus Gelkpke beschlossen hat, seinen Mare-Verlag zu gründen. Lufthansa und Air Berlin fliegen Westerland inzwischen auch regelmässig an.

Das löst nicht nur bei der Hamburger Stammkundschaft Störgefühle aus. Auch die Sylter selbst sehen das erhöhte Flugaufkommen und den Bau von grossen Ferienanlagen mit gemischten Gefühlen.

Doch noch immer kann man an Sylts Stränden herrlich allein sein. Im Naturschutzgebiet um den Ellenbogen habe ich am Sonntag morgen keine Menschenseele getroffen.

LGW - Luftfahrtgesellschaft Walter mbH
Flugplatz 11
44319 Dortmund
Tel.: 0231/21980
Fax: 0231/212798
E-Mail: info@lgw.de

Sonntag
Jun102007

Roatan, Hamburg

Fragt man in Hamburg lebende Menschen, ob sie schon einmal von jenem honduranischen Restaurant gehört haben, dessen Name mir immer entfällt, frage ich jemand danach, ist die Antwort immer die gleich: “Honduranisch? In Hamburg? Nö.”

Erwähnt man dann die Osterstraße, fällt der Groschen oft. “Das ist ein Restaurant?”, wird oft gefragt, gefolgt von der Bemerkung, der Einheimische habe das Lokal für eine Rotlichtbar, eine Nachbarschaftskneipe für Ur-Hamburger der Blohm-&-Voss-Fraktion oder eine Imbissbude gehalten.

Vielleicht ist es nur eine neue Einrichtung aus dem von hippen Hamburgern bevorzugten Glas-Stahl-indirekte-Beleuchtung-Katalog, die zwischen dem “Roatan” und einem Ruf wie Donnerhall liegt. Wie eine Strandbude auf Speed wirkt die Mischung aus dunklem Holz, an die Wand geklebten Plastik-Leguanen und einer Taucherszenerie aus Spielzeugartikeln.

Vergessen ist all das, wenn das Essen kommt. Denn das ist großartig. Nix ist mit Fusion und Vermischung, es gibt karibische Küche in allen Variationen. Allein die liebevollen Kommentare auf der Karte lassen einen schon die halbe Auswahl ordern. Doch kommt erst jene halbierte und mit Hühnchen-Curry gefüllte Ananas auf den Tisch ist klar: Ohne Nachtisch gehen wir nicht nach Haus. Die Preise sind dabei nicht ganz unten, aber für Hamburger Verhältnisse vernünftig gehalten, aufwändigere Hauptgerichte gibt es für knapp über 15 Euro.

Und wenn dann der zweite Cocktail angetrunken ist, dann entwickeln sogar die anfangs unerträglichen, in immer neuen Rhytmen vor sich hin blinkenden Leuchtbälle, eine fast psychodelische Faszination - auch wenn es die Art von Psychodelik ist, die man ansonsten beim Besuch einer erleuchteten Kirmes in volltrunkenem Zustand erlebt.

Roatan
Osterstraße 76
20259 Hamburg

Freitag
Jun082007

Wie war's in Düsseldorf? Och, du, blutig.

Vom Rheinländern heißt es gemeinhin, er sei sehr gesellig und habe gerne Menschen um sich. Für den Düsseldorfer scheint das nicht zu gelten - zumindest nicht, wenn er Oberbürgermeister ist.

Denn Düsseldorfs OB Joachim Erwin arbeitet munter weiter daran, seinen Bürgern jeden Spaß am Leben auszutreiben. Angefangen hat es mit “Monkey’s Island”, jenem wundervollen Stadtstrand im Medienhafen, der den Maßstab setzte für alle anderen Stadtstrände in der Republik. Die Betreiber aber überwarfen sich mit Erwin, oder er sich mit ihnen, warum, ist nicht bekannt. Die Affeninsel musste weichen, an ihre Stelle soll ein Hyatt-Hotel treten, das angesichts der hotelunfreundlichen Lage selbst mit dem großen Namen in absehbare Probleme laufen wird.

Überhaupt Hotels. Ein Lieblingsthema von Herrn Erwin. Ständig entstehen in Düsseldorf neue, tolle, große Herbergen. Wie sehr bei diesen Neuschöpfungen Anspruch und Wirklichkeit auseinander klaffen, konnte ich im Intercontinental auf der Kö besichtigen. Meine Mutter war zu Gast, eine Dame, deren Alter selbstverständlich nicht öffentlich gemacht werden soll. Das ihres Sohnes, 37, gibt aber sicher einen Einblick. Solch einer Dame also wird weder die Tasche nach oben getragen noch der Weg gewiesen: “Sie finden das ja sicher.”

Die Zimmer, gehalten in jenem anonymen Hotel-Design, das die heutige Generation der Geschäftsreisenden in ihrer Austauschbarkeit sicher irgendwann in die Geschmacksverirrung treiben wird, wirken schon heute so verwohnt, als stehe das Hotel seit Jahrzehnten. Tut es nicht. Eröffnet wurde es 2005. Die Hotelbar schloss an jenem Abend bereits vor zehn, was zahlreiche Gäste in die Lobby trieb. Dort war eine Garderobe nicht vorhanden, die Mäntel wurden schwungvoll über die Sessel drapiert, die Szenerie bekam einen Touch Deutsche-Bahn-Lounge. Andererseits: Die völlig überteuerte Bar ist auch nichts, was man gesehen haben muss.

Am nächsten Morgen bewies das Interconti, dass die grassierende Unsitte des mittelmäßigen Buffet-Frühstücks zu aberwitzigen Preisen auch bei dieser Kette gern gepflegt wird. Gut, Robbie Williams ist auch im Interconti abgestiegen, aber angesichts seiner Depressionen, war ihm wohl auch alles egal.

Intercontinental
Königsallee 59
40215 Düsseldorf



Für Düsseldorf bleibt die Hoffnung, dass der neue “Breidenbacher Hof”, geführt von Ritz Carlton, vielleicht die edle Alternative zum Plüschpalast “Steigenberger Parkhotel” werden könte (auch wenn das neue Luxushotel, das noch in diesem Jahr öffnen möchte, noch keine funktionierende Homepage hat). Vom neuen “Breidenbacher Hof”, im alten hat Udo Lindenberg übrigens mal als Page gearbetet, lässt sich dann auch wunderbar das absehbare Chaos an der Heinrich-Heine-Allee beobachten. Womit wir wieder bei OB Erwin sind.

Die Heine-Allee, das muss für Auswärtige erklärt werden, ist eine der wichtigsten Verkehrsadern der Innenstadt. Sie grenzt unmittelbar an die Altstadt, weshalb hier auch der wichtigste Taxistand für Altstadtgänger platziert ist. In Düsseldorf aber gibt es zu viele Taxi-Lizenzen. Und Ausgehabenden, also Mittwoch, Freitag, Samstag, stauen sich die Taxis so massiv, dass der restliche Verkehr schwer behindert wird und ausländische Gäste sich dem Glauben hingeben dürfen, Düsseldorf seit tatsächlich eine Metropole. Wegen Taxistau wie in New York, oder so.

Unordnung aber ist OB Erwin so unerträglich wie dem Schwerstheuschnupfer ein Graspollensturm. Und deshalb hat er schon beim großen japanischen Feuerwerk kürzlich den Taxistand dichtmachen lassen. Bald will er ihn ganz schließen. Und die Altstadtbesucher? Die könnten nach kreisenden Taxen Ausschau halten, meint Erwin.  Das klappe doch in Rom oder London auch,  zitiert ihn die “NRZ”.  Was nur beweist, dass Erwin noch nie versucht hat, an einem Samstag Abend im Londoner Westend ein Taxi zu bekommen, eventuell noch unter der erschwerten Bedingung eines Zieles außerhalb der Zone 1 - dann weist der Fahrer den Möchtegern-Fahrgast regelmäßig ab.

Vor allem aber unterscheidet Düsseldorf eines von London: Während in der britischen Hauptstadt die Vergnügungsviertel größtenteils befahrbar sind, gilt das für die Fußgängerzone Altstadt nicht. Sie wird auf der einen Längsseite vom Rhein begrenzt, auf der anderen von der Heine-Allee. Was passierenwird, ist so leicht vorhersehbar, dass selbst Nostradamus nicht orakeln müsste: vor fahrende Autos fallende, schwer angetrunkene Altstadtbesucher. Es wird blutig werden.

Aber vielleicht ist das ja Erwins Ziel: Gäste in der Stadt halten. Und wenn schon nicht in Hotel-, dann wenigstens in Krankhausbetten.

Mittwoch
Jun062007

Wulfgäng oder: Was ist Serendipity?

Apropos Serendipity: es ist mein Lieblingswort. In der deutschen Sprache habe ich leider noch keine Entsprechung dafür gefunden. Zufälliges, unverhofftes Glück. So würde ich Serendipity ungefähr übersetzen. Glück, das einen findet, wenn man es gar nicht sucht. Zu kompliziert?

Seit ich Wolfgang getroffen habe, weiss ich; Serendipity kann auch das Glück sein, eine Kamera zu entdecken, die man längst verloren geglaubt hatte. Letzten Sommer mit Gwen beim Radeln in Nova Scotia, machten wir Rast an einem See. Wir sassen auf einem Steg. An dem Steg festgemacht war ein rotes Boot. Das Boot trug den Namen Wolfgang. Spricht man in Kanada sicher so aus: Wulfgäng. Es war wunderbar bei ihm. Wir hätten ewig sitzen bleiben können. 

Der Tag endete leider etwas betrüblich. Am Abend stellten wir nach 70 Kilometern Radfahren fest, dass Gwens Kamera weg war. Wir rekapitulierten im Geiste jeden Abschnitt unserer Tour. Die Leute vom Lunenburg Arms Hotel waren herzallerliebst und telefonierten für uns sogar den Ferryman an. Nichts. Am Ende waren wir sicher, dass uns jemand beklaut hatte. Es musste auf der Fähre passiert sein, die wir genommen hatten. Unsere Gastgeber waren bestürzt. In Kanada wird nicht geklaut! In diesem Landstrich schon gar nicht. Wir blieben bei unserem Generalverdacht gegen die Neuschotten und stellten die Suche ein.

Am nächsten Morgen radelten wir mehr oder weniger aufs Geradewohl los und entdeckten in der Mittagszeit einen netten See, mit einem netten Steg. Und es gab so gar ein rotes Boot. Ideal, um Rast zu machen! Erst beim Näherkommen sahen wir den Schriftzug. Und die Kamera. Sie lag auf einem Stein und hatte auf uns gewartet. Wer hatte uns bloss heimlich wieder dahingelenkt? Vielleicht war’s Wulfgäng? Wir sagen: Danke!

Nova%20Scotia%20Wolfgang.jpg