Werbung

Kontakt zu Gotorio
Über Go to Rio

GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

Praktischer Hinweis: Wenn Ihr in Rubriken suchen wollt, findet Ihr die weiter unten auf der Seite unter dem Stichwort Suchen und Finden!

 

Warum heisst gotorio Go to Rio? Weil wir über alle Orte schreiben - außer Rio.

Werbung
Suchen und Finden
Navigation
Login
Mittwoch
Jun132007

Herr Spoerl, Düsseldorf

Zwar lebe ich in Düsseldorf, doch bin ich ja kein wirklicher Freund dieser Stadt. Es gibt jedoch einige Orte, die das Wohnen hier erträglich machen. Dazu gehört jener Innenhof an der Tußmannstraße. Unscheinbar ist er und wer nicht weiß, was sich in ihm befindet, würde wohl nicht den Torbogen betreten. Nach einigen Schritten öffnet sich ein Paradieschen, das eher nach Berlin-Mitte passen würde, als hier in den Norden der Möchtegern-Metropole. Ein Schmuckladen ist dort, ein Handtaschenmacher, ein Architekt - und Herr Spoerl.

07062007017.jpg 

Jener Herr allerdings lebt nicht mehr in fleischlicher Form. Einst gehörte dieses Areal zur Druckmaschinenfabrik J. H. Spoerl. Dieser Dynastie entsprang Heinrich Spoerl, der Autor der “Feuerzangenbowle”. Sein Sohn Alexander gelangte als Motorjournalist zu Nachkriegsbekanntheit. Und seit 15 Jahren residiert das “Herr Spoerl” im ehemaligen Torhaus der nicht mehr existenten Fabrik.

 Hier gibt es das vielleicht beste Frühstück der Stadt. Und das späteste - bis 18 Uhr nämlich, was den Wochenendausgänger sehr freut. Kein schmuddeliges Buffetbrunch wird  gereicht und keine hektisch aufgerissenen Schmelzkäseeinzelpackungen, sondern toskanische Kost vom Wundervollsten: Wildschwein- und Fenchelsalami, zum Beispiel. Oder ein Omelette mit so reichlich Kräutern, als habe der Koch gerade Mutters Garten geplündert.

Überhaupt: der Koch. Ein bedauernswerter Mensch. Er fuhrwerkt in einer Winzküche die Wünsche der Gäste ab, die am Wochenende spätestens um 12 jeden Platz füllen. Dann wird es laut in den zwei Räumen mit den wackligen, vom Leben verdunkelten Stühlen, füllen sich die Aschenbecher aus dem Antiquitätenladen mit Selbstgedrehten und der halb erblindete Spiegel hat schon viele neue Liebschaften entstehen sehen - das “Spoerl” ist auch ein Single-Treff der Kreativbranchen.

07062007015.jpg 

Schöner noch ist es des Sommers im Innenhof. Gutes Wetter passt so wunderbar zur Küche, egal ob Wiener Schnitzel oder warmer italienischer Kartoffelsalat mit toskanischer Bratwurst. Auch die Desserts sind zu empfehlen, selbst wenn sie so banal erscheinen wie ein Bananenquark - es sind die einfachen Dinge des Kochens, die beim “Spoerl” in Perfektion gepflegt werden. So auch der Milchkaffee, der wohl auch als der beste des Düssel-Dorfs gelten muss. Serviert wird er mit kleinen Marzipan-Keksen, hausgemacht, natürlich, und in größeren Mengen als Extra orderbar.

So fliegen sie dahin, die Stunden bei “Herrn Spoerl”, man bleibt gern. Auch weil die Bedienung, noch ein Superlativ, nicht die schnellste hier ist - aber die definitiv freundlichste und fröhlichste. Woher die Betreiber diesen motivierten Nachwuchs bekommen, ist eine berechtigte Frage.

07062007013.jpg 

Kein Wunder, dass auch erhitzte Gemüter schnell beruhigt werden. Eines Tages, so berichtet eine “Spoerl”-Legende, erschien eine wütende Dame. Spoerl hieß sie, Inge Spoerl, die Schwiegertochter des Feuerzänglers und Witwe des Autotesters. Und ihr gefiel es gar nicht, dass ein Lokal mit dem Familiennamen warb. Zwei Milchkaffee, italienisches Landbrot und ein langes Gespräch veränderten die Lage. Sie schickte ein Spoerl-Buch und schrieb hinein, wie schön es doch sei, in Düsseldorf-Pempelfort, bei “Herrn Spoerl”. 

Herr Spoerl
Tußmannstr. 70
40477 Düsseldorf
(Derzeit keine Homepage)

07062007016.jpg 

Montag
Jun112007

List oder Ottmarsbocholt

Besonders nett war das Ankommen kurz vor Sonnenuntergang mit der letzten Fähre von Rømø. Am Büdchen bei Gosch noch nen Krabbenbrötchen reingequetscht. Herrlich.

Das war ungefähr 1989. Ankommen im Jahr 2007: Augen zumachen und kurz überlegen. Wie hört sichs an? Wie Ischgl, Oberbayern (Mallorca) oder Schützenfest in Ottmarsbocholt-Kattenvenne?

Augen wieder auf: Drei Musikanten in Lederhosen intonieren bayerische Volksmusik, die Seniorenbustruppe segelt beschwingt übern Tanzboden im Matjesfestzelt. Herr Gosch wippt im Takt. Die Kasse stimmt. 

Wegen Gosch muss man nicht mehr nach List fahren. Eher wegen eines Ausflugs mit der Gret Palucca zu den Seehundsbänken (lehrreich und witzig) oder zur Piratenfahrt. Beides mit Kindern ein Riesenspass.

Ausserdem nett: Shoppen im Paradise Sylt. Riesige Auswahl an Beach- und Tropical Wear.

Montag
Jun112007

Sylt II oder: No Surf

Steife Brise, starke Brandung und am Ellenbogen ne scharfe Kurve: Das ist Sylt. Einfach erfrischend.

Nicht letztes Wochenende. Schluss mit Dauerwelle. 30 Grad, totale Flaute, brütende Hitze.

Strandkorb.jpg

Topthema Nummer Eins bei allen Syltern deshalb: Das Wetter. Das ist doch nicht normal sagt der Käptn vom Ausflugskutter Gret Palucca, sagt die Kellnerin in der Sturmhaube, sagt die Verkäuferin bei Feinkost Meyer. Ein Supermarkt übrigens, von dem sich andere Einzelhändler mal bitte was abgucken mögen. Top-Service, Einkaufsvergnügen total. Aber das nur am Rande.

Ansonsten alles beim Alten. Die Sansibar bevölkert von Sehleuten und Möchtegern-Schickeria. Männer in Sylter Uniform: weisse Hose, grünes Polohemd oder weisse Hose, pinkfarbenes Polohemd. Haare mit viel Lebertran (oder ist es Maschinenöl?) zurückgegeeeeelt.

Das Sansibar-Merchandising brummt – allein das Modell „mollige Kuscheldecke“ bleibt an diesen heissen Tagen sicher ein Ladenhüter.

Als dann noch Andreas Fritzenkötter, Stimmband Pressesprecher von Heinrich Bauer mit seiner frischangetrauten Gattin im Partnerlook im weissen Sansibar-Hemd wie eine Dauerwerbesendung über den Laufsteg flimmert, heisst es: Zeit, zu gehen.

Dann doch lieber zum Österreicher. Inhaber Dieter Gärtner hatte, wie er stolz erzählt, die ganze Fritzenkötter-Meute auch zu Gast, als vor zwei Wochen Hochzeit gefeiert wurde auf Sylt (natürlich in der Sansibar, die Braut hat dort gearbeitet). Doch vorher gabs ne Sause beim Dieter. Mit der Ferres, dem Gottschalk. Und besonders die Ferres, sagt der Dieter, die war begeistert. War vorher noch nie da.

Kommt jetzt sicher wieder. Denn wer einmal das Wiener Schnitzel, vor allem aber den Tafelspitz oder die Ochsenfetzen gegessen hat, der kehrt bestimmt zurück. Auch wenn die aktuelle Ausgabe von Sylt geht aus! den Österreicher so’n ganz bisschen verrissen hat. Da steh ich drüber! sagt der Dieter. Wir auch.

Zum Österreicher
Alte Dorfstr. 2
Tel. 0 46 51 - 44 61 60

und vorher nen Tässchen Kaffee in der

Kupferkanne
Stapelhooger Wai
Tel. 0 46 51 - 4 10 10

leckeren Fisch im

Samoa Seepferdchen
Rantum
Te. 04651-5579

Montag
Jun112007

Sylt - oder: schöner Fliegen mit Walter

Nach Sylt fliegt sichs am Schönsten mit Walter. An einem sonnigen Morgen bei Ebbe übers Wattenmeer zu schweben, ist ein besonderes Erlebnis. Wie eine überspülte Wüste blitzen Sanddünen aus dem funkelnden Wasser. So ein Tag muss es gewesen sein, als Nikolaus Gelkpke beschlossen hat, seinen Mare-Verlag zu gründen. Lufthansa und Air Berlin fliegen Westerland inzwischen auch regelmässig an.

Das löst nicht nur bei der Hamburger Stammkundschaft Störgefühle aus. Auch die Sylter selbst sehen das erhöhte Flugaufkommen und den Bau von grossen Ferienanlagen mit gemischten Gefühlen.

Doch noch immer kann man an Sylts Stränden herrlich allein sein. Im Naturschutzgebiet um den Ellenbogen habe ich am Sonntag morgen keine Menschenseele getroffen.

LGW - Luftfahrtgesellschaft Walter mbH
Flugplatz 11
44319 Dortmund
Tel.: 0231/21980
Fax: 0231/212798
E-Mail: info@lgw.de

Sonntag
Jun102007

Roatan, Hamburg

Fragt man in Hamburg lebende Menschen, ob sie schon einmal von jenem honduranischen Restaurant gehört haben, dessen Name mir immer entfällt, frage ich jemand danach, ist die Antwort immer die gleich: “Honduranisch? In Hamburg? Nö.”

Erwähnt man dann die Osterstraße, fällt der Groschen oft. “Das ist ein Restaurant?”, wird oft gefragt, gefolgt von der Bemerkung, der Einheimische habe das Lokal für eine Rotlichtbar, eine Nachbarschaftskneipe für Ur-Hamburger der Blohm-&-Voss-Fraktion oder eine Imbissbude gehalten.

Vielleicht ist es nur eine neue Einrichtung aus dem von hippen Hamburgern bevorzugten Glas-Stahl-indirekte-Beleuchtung-Katalog, die zwischen dem “Roatan” und einem Ruf wie Donnerhall liegt. Wie eine Strandbude auf Speed wirkt die Mischung aus dunklem Holz, an die Wand geklebten Plastik-Leguanen und einer Taucherszenerie aus Spielzeugartikeln.

Vergessen ist all das, wenn das Essen kommt. Denn das ist großartig. Nix ist mit Fusion und Vermischung, es gibt karibische Küche in allen Variationen. Allein die liebevollen Kommentare auf der Karte lassen einen schon die halbe Auswahl ordern. Doch kommt erst jene halbierte und mit Hühnchen-Curry gefüllte Ananas auf den Tisch ist klar: Ohne Nachtisch gehen wir nicht nach Haus. Die Preise sind dabei nicht ganz unten, aber für Hamburger Verhältnisse vernünftig gehalten, aufwändigere Hauptgerichte gibt es für knapp über 15 Euro.

Und wenn dann der zweite Cocktail angetrunken ist, dann entwickeln sogar die anfangs unerträglichen, in immer neuen Rhytmen vor sich hin blinkenden Leuchtbälle, eine fast psychodelische Faszination - auch wenn es die Art von Psychodelik ist, die man ansonsten beim Besuch einer erleuchteten Kirmes in volltrunkenem Zustand erlebt.

Roatan
Osterstraße 76
20259 Hamburg