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Über Go to Rio

GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

Praktischer Hinweis: Wenn Ihr in Rubriken suchen wollt, findet Ihr die weiter unten auf der Seite unter dem Stichwort Suchen und Finden!

 

Warum heisst gotorio Go to Rio? Weil wir über alle Orte schreiben - außer Rio.

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Dienstag
Jun052007

Die Macht der Zahl

Vervollständigen Sie sinnvoll diese Zahlenreihe:

86, 81, 72, 59, 50, 42, 34, 23, 14…

Und?

Schon mal rumgerechnet????

Kopf zerbrochen?

Nicht drauf gekommen?

Hier kommt die Lösung:

 

 

 

Es ist die 4.

Das ist der Subway-Stopp Ecke 4. Strasse, West, an dem ich morgens in New York ausgestiegen bin, um den Rest des Wegs zum Büro zu Fuss zu gehen. Ich gebe zu, der Gag ist - leicht abgewandelt - geklaut. Von John Naisbitt, einem betagten amerikanischen Zukunftsforscher. Und der hat ihn übernommen von irgendeinem Dozenten bei IBM. Wenn ich das richtig behalten habe.

Das nur der guten Ordnung halber. Ansonsten wollte ich nur mal gesagt haben, dass ich New York nicht leiden kann. Und dass mir die Leute auf den Wecker fallen, die in Aaah! und Oooh! Rufe ausbrechen, wenn der Name dieser Stadt fällt - die dann völlig aus dem Häuschen sind und ihr gesamtes amerikanisches Faszinations-Vokabular rauskramen, um Dinge zu sagen wie: NEW YORK is awsome, marvelous, wonderful, breathtaking, stunning, just so exciting!!!!

bowerystreet.jpg

Ich finde hingegen - pardon my french - New York is a pretentious shithole. Sorry! Ich hab da gewohnt und mir diesen ganzen überteuerten Mist, die schlechte Luft und den Dauerlärm angetan. Hab mich in den Pendlerstrom eingereiht, bin in U-Bahn-Schächte geschwemmt und mit anschwellenden Menschenmassen am anderen Ende der Stadt wieder herausgeschwappt worden. Dieser ständige Gezeitenhub ist mir ein Graus. Ich erinnere mich an einen Morgen in der Station am Times Square, als ich umdrehen wollte im Tunnelsystem und es nicht geschafft habe, gegen die Menge anzukämpfen und die Richtung zu ändern. Da habe ich gemerkt: New York is not for me.

Bin trotzdem geblieben. Zwei Jahre. Und fahre seitdem immer wieder hin. Zum Beispiel im Juli. Wie absolut hirnrissig. Ich hasse New York im Juli. Es ist schwül und stickig und die Schuhsohlen bleiben am dahinschmelzenden Asphalt kleben. New York im Juli ist wie eine tropische Insel. Und jeder, der an der Wall Street Geld gemacht hat, verlässt die Stadt und fährt ins Sommerhaus in die Hamptons. Oder vermietet das Sommerhaus in den Hamptons und fährt zu Freunden in die Catskills. Zumindest ein Ausflug nach Fire Island ist geplant. Immerhin das. Werde berichten.  

Dienstag
Jun052007

Serendipity, Wilderness, Südafrika

Wenn ein Gastronom mal wieder ein paar Floskeln aus der Mottenkiste kramt, dann salbadert er Dinge wie: “Bei uns soll sich der Gast wie zu Hause fühlen.” Sollte ich mal wieder einem Restaurantbesitzer begegnen, der so etwas von sich gibt, werde ich ihn wahrscheinlich mit einem Buttermesser an der Kehle zwingen, einen Flug nach Kapstadt zu buchen und dann einen Mietwagen nach Wilderness zu nehmen, einem netten, aber nicht weiter erwähnenswerten Strandort an der Garden Route.

Dann muss es nur noch gelingen, einen der begehrten Tische im “Serendipity” zu bekommen - aber unter Gastronomen sollte so etwas ja möglich sein, noch dazu, wenn der Berufskollege ein Buttermesser am Hals hat.

Jenes Serendipity sieht zunächst einmal schon so aus wie ein südafrikanisches Zuhause: ein gewöhnliches Wohnhaus in einem gewöhnlichen, aufgeräumten Einfamilienhauswohngebiet, innen eingerichtet wie eine gewöhnliche Wohnung eines Paares in etwas gehobenen Alter.

Der Gast wird, so es nicht regnet, zunächst auf die Terrasse geführt. Zum Aperitif gibt es die Karte, klar. Aber wer braucht sie? Es gibt ja Mister Stolze, einen sportlichen Anfangvierziger mit zupackendem Temperament. Er ist die Nummer zwei im Hause, oder wie er sagt: “Ich arbeite unter meiner Frau.” Die nämlich steht am Herd.

Vize-Stolze ist die sprechende Ersatzkarte. Mit einer Euphorie als stelle er zum ersten Mal die Künste seiner Liebsten vor, erläutert er jedes einzelne Gericht, erklärt warum jene Speise mit dieser Zutat kombiniert wird, in welchem Winkel der Landesgeschichte die Rezepte einzuordnen sind. Und jede Beschreibung schließt er ab mit einem freudigen “Nnnniiiiicccceeee!” Serviert wird südafrikanische Küche mit einem modernen Touch. So lecker und interessant, dass sogar der urafrikanische Magenfüller Papp, eine Art Maisbrei, den Touristen aus dem Norden mundet.

Und dann, nach dem Dessert, vielleicht dem klassischen nationale Brandy-Brotpudding, werde ich dem entführten Gastronomen aus dem fernen Deutschland das Brotmesser vom Hals nehmen und fragen: “Würden Sie immer noch sagen, die Gäste fühlen sich bei Ihnen wie zuhause?” Und er wird den Kopf schütteln und sagen: “Nein.”

Serendipity
Fresia Ave.
Wilderness

 

Montag
Jun042007

Son Brull: viel Design, mir zu fein

Es gibt Leute, die lieben dieses Hotel: Das Son Brull in der Nähe von Pollenca auf Mallorca. Wirklich toll durchgestylt. Freunde von uns waren kürzlich da und komplett begeistert.

sonbrull.jpgAuch über die kreative Küche. Wir haben noch nie dort gewohnt, es uns aber angeguckt. Und ich find die Lage so: naja. Kein Meerblick. Gut - dafür eine schöne Aussicht in die Hügellandschaft. Aber da ist diese Strasse, die bei Tripadvisor immer mal wieder diskutiert wird. Wenn der Wind aus der falschen Richtung kommt, dann ist der Geräuschpegel irgendwie lästig. Fanden wir jedenfalls. Ein Aussenpool (gehörte, glaub ich zum Spa-Bereich) hatte ausserdem Rost- bzw. Gebrauchsspuren. Fand ich jetzt nicht so ansprechend. Und dann, im Wettervergleich: Pfingsten schien bei uns im Südwesten die Sonne. Und über Pollenca hingen Wolken. Aber das kann auch an diesen Freunden von uns liegen: Die bringen den Regen überall mit hin. Haben es sogar mal geschafft, 14 Grad Kälte nach Südafrika einzuschleusen. Im Februar. Im Sommer. Wo sich in Kapstadt normalerweise alle untern Sonnenschirm verkriechen.

Montag
Jun042007

Kultur auf Mallorca

Mallorca hat mehr zu bieten als Ballermann-Tourismus. Das hat sich inzwischen herumgesprochen. Obwohl ich Pfingsten im Flugzeug echt erstaunt war, wieviel Fussballvereine, Kegelclubs, Junggesellenabschieds-Truppen unterwegs waren…

Eines der weniger bekannten Gesichter der Insel ist die Museumslandschaft. Denn irgendwo muss man ja hin mit dem vielen Geld - in diesem Fall die Balearen-Regierung. Mallorca ist reich geworden. Vor allem durch den Tourismus. Und das Geld wird in ambitionierte Projekte gesteckt. So unter anderem in ein Museum, das in die Stadtfestung von Palma hineingebaut worden ist: das Es Baluard. Zeitgenössische Kunst in umwerfender Architektur. Tolle Aussicht auf den Hafen von Palma. Wer sich den Museumsbesuch sparen will, trinkt einen Kaffee oder ein Glas Wein in einem der beiden schicken Restaurants, die zum Museumskomplex gehören. Unbedingt sehenswert!

Auch lohnenswert, um mit den eigenen Vorurteilen aufzuräumen, ist das Museum der Fundacio Pilar i Joan Miro. Miro hat auf Mallorca gelebt und gearbeitet. Und künstlerisch ein viel grösseres Spektrum als die inflationär auf Poster, T-Shirts und Tassen gedruckten Striche, Punkte, Halbmonde in rot-schwarz-gelb-grün. Neben der Ausstellung kann das Atelier (auch von innen) und das Wohnhaus (nur von aussen) besichtigt werden. Lässt sich übrigens gut mit einem Abstecher ins Hotel Maricel verbinden. Liegt in unmittelbarer Nachbarschaft (siehe Beitrag ‘Ausgerechnet Mallorca’).

Schöne Wechselausstellungen gibts - quasi im Vorbeigehen - in der ehemaligen Seehandelsbörse ‘Sa Llotja’, am Passeig Sagrera. Katalanische Gotik, inzwischen eine Kathedrale der Kunst!  

Montag
Jun042007

Ausgerechnet Mallorca

Ja, ich gehöre dazu. Zu den Leuten, die immer wieder nach Mallorca fliegen. Langes Wochenende, kurzer Urlaub, Regen in Düsseldorf: ab auf die Insel. Zu jeder Jahreszeit. Und da ich das schon seit 10 Jahren mache, kenn ich mich ein klein bisschen aus.

Da wäre zunächst das Wetter: Im Winter eigentlich immer besser als bei uns (keine Kunst, das geb ich zu!). Besonders schön im Februar, wenn die Mandelbäume blühen. Achtung im November: Da kann es ziemlich stark regnen. Und wenn es regnet auf Mallorca, dann heisst das REGEN. Ich erinnere mich an ein Mittagessen im Clubhaus vom Golfclub in Camp de Mar (nein, solche Clubhäuser sind NICHT mein bevorzugter Aufenthaltsort, aber dazu mehr in einem anderen Beitrag). Wie gesagt: Camp de Mar im November, Clubhaus vom Golfplatz des Dorint Hotels, das da noch ziemlich neu war. Und das Wasser lief die Wände runter (im Gastraum), sooooooo hats geregnet. 

Rein regional ist das Wetter übrigens im Südwesten am besten. Was ein Grund dafür ist, dass wir zwar schon vieles ausprobiert haben an Unterkünften: Ferienwohnungen, Fincas, Hotels in verschiedenen Ecken der Insel, aber dann doch immer wieder hier landen: Im Punta Negra Resort. Nah an Puerto Portals, schön zum dicke Boote gucken.

Alexa.jpg

Mein Liebling: Die Alexa. Möcht ich mal chartern.

Lage vom Hotel auch sonst sehr gut, weil nah zu Palma (30 Minuten). Nachteil: wenig Strand, nur eine klitzekleine Badebucht. Gleich nebenan übrigens seit einigen Jahren das Hotel Mardavall. Ein Stern mehr. Aber überhaupt nicht mein Fall. Gehört seit neuestem zur St. Regis-Gruppe. Kein direkter Strandzugang - Gelände eingezäunt, ein Durchgang zu einem Badesteg. Grosse Poolanlage innen und aussen soll über dieses Manko hinwegtrösten.

Noch ein Hotel in der Nähe, das ich auch nicht wirklich empfehlen würde: Das Maricel.  Es ist zugegebenermassen wunderschön. Innen wie aussen. Einen Blick zu riskieren und einen Drink zu nehmen lohnt auf jeden Fall. Genauso wie ein Lunch auf der Terrasse des zugehörigen Restaurants Senzone. Küchenchef Juan Portillo ist auf der Insel kein Unbekannter und zaubert köstliche Kleinigkeiten. Warum ich das Hotel trotzdem nicht mag: Das Personal trägt die Nase ziemlich weit oben und die Preise sind gesalzen. Unser Versuch, dort ein Fest auszurichten, wurde von der sogenannten Marketingleiterin mit soviel Auflagen belegt, dass wir am Ende dankend abgelehnt haben. Dann doch lieber wieder ins:

H10 Punta Negra Resort

Ctra. d’Andraitx, km. 12
E-07181 - Costa d´En Blanes (Mallorca)
T: (34) 971 68 07 62
F: (34) 971 68 39 19
h10.puntanegra@h10.es