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Über Go to Rio

GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

Praktischer Hinweis: Wenn Ihr in Rubriken suchen wollt, findet Ihr die weiter unten auf der Seite unter dem Stichwort Suchen und Finden!

 

Warum heisst gotorio Go to Rio? Weil wir über alle Orte schreiben - außer Rio.

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Freitag
Jun152007

Die wundersame Preispolitik der Reiseveranstalter

Sind Computer eigentlich die neuen Kaffeefahrtenverkäufer? Oder sind sie schlecht programmiert? Vermutlich letzteres, denn ein alter Informatikerspruch sagt ja: “Das Problem sitzt immer vor dem Bildschirm.” Fakt ist: Wer eine Reise, und sei es nur ein Flug, bucht, muss alle Möglichkeiten der Buchung voll ausschöpfen. 

Nehmen wir die Lufthansa. Im Januar ergab es sich durch eine Verquickung privater und dienstlicher Umstände, dass ich einen Flug Düsseldorf - London - München benötigte. Die Lufthansa errechnete mir einen Mondpreis: Irgendwas so um die 700 Euro. Air Berlin war nicht drin, weil der Flug zu spät aus London gen München abging. Durch einen Zufall gab ich die Strecken bei Lufthansa nochmals einzeln ein. Ergebnis: rund 250 Euro. Wer also Strecken separat bucht, kann billiger wegkommen. Das ist hart an der Bauernfängerei.

Merkwürdig programmiert ist auch die Seite von Expedia. Wer nach Flügen sucht erhält andere Ergebnisse, als wer nach Flug plus Hotel sucht. Auch scheint es Hotels zu geben, die nicht bei Flug + Hotel angezeigt werden. Immerhin aber ist  Expedia manchmal preislich kaum zu schlagen, vermutlich wird hier gutes Währungs-Hedging betrieben (für die Nicht-BWLer: Unternehmen kaufen und verkaufen Währungen um sich gegen Schwankungen bei den Tauschkursen abzusichern). Jüngst buchten wir das “Royalton” in New York für 230 Euro die Nacht - rund die Hälfte dessen, was andere Online-Angebote versprachen. Und: Wer einen LTU-Flug über Expedia bucht, kommt in der Regel zehn Prozent günstiger weg, als wenn er direkt bei LTU bucht.

Donnerstag
Jun142007

Tee auf Tortola – oder: Sailing Disneyland

Wo wir gerade bei Vollmondparties waren (siehe Sylt und Bambus-Klaus) fällt mir Bomba ein. Ein vollkommen schräger Vogel und weit über die Inselgrenzen bekannter Fullmoonparty-Veranstalter. Seine aus Treibholz und Strandgut zusammengezimmerte Strandbar auf der Karibikinsel Tortola ist Kult, die Parties auch.

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Gleich hinter „Bomba’s Shack“ befindet sich eine Plantage mit magischen Pilzen, aus denen der Chefdruide einen mysteriösen Verführungstrank braut.

Was immer auch Hauptbestandteil dieses Tees ist; er verfehlt seine Wirkung selten. Am Ende einer karibischen Partynacht jedenfalls wehen im lauen Wind gleich reihenweise neu hinzugekommene Damenschlüpfer auf der Leine (habe gerade gelernt, das sei ein aussterbendes Wort, also schnell noch mal benutzen, bevor es zu spät ist).

Diese Schlüpfer also, und natürlich all die Strings, Bra’s und Bikinis sind allesamt Jagd-Trophäen Bombaschen Ausmasses: Hinterlassenschaften von weiblichen Wesen, die sich – und ihre Significant Others – für eine Nacht vergessen haben.

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Zum Dank für so viel Freizügigkeit gibt’s eines der begehrten Bomba-Fan-Shirts. Erhältlich in verschiedenen Farbstufen. Shirts für ‚Sex mit Bomba’ sollen inzwischen seltener als früher vergeben werden, was mit seiner abnehmenden Attraktivität korrelieren könnte.

Man möge bitte das Kopfkino anwerfen und sich den äusseren Rahmen des Gastgebers wie eine kurz vorm Herzverfettungstod stehende Masse von der Statur eines späten Barry ‚Let-the-music-play’ White vorstellen. Ohne weissen Anzug, dafür im Schmierlappenshirt. Jene, die nix vom Zaubertrank zu sich nehmen, würden Bomba vermutlich wohl eher als debaucherous old man bezeichnen. Ich würde sagen: Er ist ein Original.

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So oder so - Hingehen! Prädikat sehenswert!

 

Sailing Disneyland . Die meisten der durchaus zahlreichen Orte sinnlicher Entgleisung auf und zwischen den Karibikinseln sind übrigens nur vom Meer aus zu erreichen. Denn Tortola ist in erster Linie Anlaufstelle für Segler. Wobei das Vergnügen eindeutig im Vordergrund steht. Nicht ohne Grund qualifizieren echte Seebären das Revier rund um die British Virgin Islands mit einem knappen „It’s like sailing Disneyland“ ab.

Unbeirrt von solchen Urteilen schippert die Charterboot-Community stets vergnügt, mit schlecht getrimmten Segeln (und die Fender beim Anlegen konsequent auf der falschen Seite), rund um die ‚Indians’, beliebte Schnorchelfelsen, zur nächsten Tränke – zum Beispiel dem Willy T. – einem Piratenschiff mit eigenem T-Shirt-Kult.

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Besonders lustig ist es, zu beobachten, wie sich ‚echte’ Segler und  ‚Penisboat-Kapitäne’ (aka: Motorbootfahrer) gegenseitig abmustern. In Sachen “Good looks” siegen eindeutig die Segelmänner; bei den Damen meist die ‚Bow Babes’ der Motorbooteigner vom Typ Mantafahrer.

Kurz abgeschwiffen: Wer kennt die Kolumne von Harald Martenstein noch nicht, die davon handelt, dass er auf seinem Boot von Spinnen heimgesucht wird und nicht von Elfenwesen? Unbedingt lesen.

Bomba’s Shack, Cappoon’s Bay

Nähe Sugar Mill Hotel  (nett zum Übernachten)

Wer den Tee nicht trinken möchte, dem empfehle ich das Nationalgetränk:

den Painkiller

Und jetzt freuen uns schonmal über mehr Tipps für Strandbars und heisse Nächte (nicht nur bei Vollmond!)

Mittwoch
Jun132007

Herr Spoerl, Düsseldorf

Zwar lebe ich in Düsseldorf, doch bin ich ja kein wirklicher Freund dieser Stadt. Es gibt jedoch einige Orte, die das Wohnen hier erträglich machen. Dazu gehört jener Innenhof an der Tußmannstraße. Unscheinbar ist er und wer nicht weiß, was sich in ihm befindet, würde wohl nicht den Torbogen betreten. Nach einigen Schritten öffnet sich ein Paradieschen, das eher nach Berlin-Mitte passen würde, als hier in den Norden der Möchtegern-Metropole. Ein Schmuckladen ist dort, ein Handtaschenmacher, ein Architekt - und Herr Spoerl.

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Jener Herr allerdings lebt nicht mehr in fleischlicher Form. Einst gehörte dieses Areal zur Druckmaschinenfabrik J. H. Spoerl. Dieser Dynastie entsprang Heinrich Spoerl, der Autor der “Feuerzangenbowle”. Sein Sohn Alexander gelangte als Motorjournalist zu Nachkriegsbekanntheit. Und seit 15 Jahren residiert das “Herr Spoerl” im ehemaligen Torhaus der nicht mehr existenten Fabrik.

 Hier gibt es das vielleicht beste Frühstück der Stadt. Und das späteste - bis 18 Uhr nämlich, was den Wochenendausgänger sehr freut. Kein schmuddeliges Buffetbrunch wird  gereicht und keine hektisch aufgerissenen Schmelzkäseeinzelpackungen, sondern toskanische Kost vom Wundervollsten: Wildschwein- und Fenchelsalami, zum Beispiel. Oder ein Omelette mit so reichlich Kräutern, als habe der Koch gerade Mutters Garten geplündert.

Überhaupt: der Koch. Ein bedauernswerter Mensch. Er fuhrwerkt in einer Winzküche die Wünsche der Gäste ab, die am Wochenende spätestens um 12 jeden Platz füllen. Dann wird es laut in den zwei Räumen mit den wackligen, vom Leben verdunkelten Stühlen, füllen sich die Aschenbecher aus dem Antiquitätenladen mit Selbstgedrehten und der halb erblindete Spiegel hat schon viele neue Liebschaften entstehen sehen - das “Spoerl” ist auch ein Single-Treff der Kreativbranchen.

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Schöner noch ist es des Sommers im Innenhof. Gutes Wetter passt so wunderbar zur Küche, egal ob Wiener Schnitzel oder warmer italienischer Kartoffelsalat mit toskanischer Bratwurst. Auch die Desserts sind zu empfehlen, selbst wenn sie so banal erscheinen wie ein Bananenquark - es sind die einfachen Dinge des Kochens, die beim “Spoerl” in Perfektion gepflegt werden. So auch der Milchkaffee, der wohl auch als der beste des Düssel-Dorfs gelten muss. Serviert wird er mit kleinen Marzipan-Keksen, hausgemacht, natürlich, und in größeren Mengen als Extra orderbar.

So fliegen sie dahin, die Stunden bei “Herrn Spoerl”, man bleibt gern. Auch weil die Bedienung, noch ein Superlativ, nicht die schnellste hier ist - aber die definitiv freundlichste und fröhlichste. Woher die Betreiber diesen motivierten Nachwuchs bekommen, ist eine berechtigte Frage.

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Kein Wunder, dass auch erhitzte Gemüter schnell beruhigt werden. Eines Tages, so berichtet eine “Spoerl”-Legende, erschien eine wütende Dame. Spoerl hieß sie, Inge Spoerl, die Schwiegertochter des Feuerzänglers und Witwe des Autotesters. Und ihr gefiel es gar nicht, dass ein Lokal mit dem Familiennamen warb. Zwei Milchkaffee, italienisches Landbrot und ein langes Gespräch veränderten die Lage. Sie schickte ein Spoerl-Buch und schrieb hinein, wie schön es doch sei, in Düsseldorf-Pempelfort, bei “Herrn Spoerl”. 

Herr Spoerl
Tußmannstr. 70
40477 Düsseldorf
(Derzeit keine Homepage)

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Montag
Jun112007

List oder Ottmarsbocholt

Besonders nett war das Ankommen kurz vor Sonnenuntergang mit der letzten Fähre von Rømø. Am Büdchen bei Gosch noch nen Krabbenbrötchen reingequetscht. Herrlich.

Das war ungefähr 1989. Ankommen im Jahr 2007: Augen zumachen und kurz überlegen. Wie hört sichs an? Wie Ischgl, Oberbayern (Mallorca) oder Schützenfest in Ottmarsbocholt-Kattenvenne?

Augen wieder auf: Drei Musikanten in Lederhosen intonieren bayerische Volksmusik, die Seniorenbustruppe segelt beschwingt übern Tanzboden im Matjesfestzelt. Herr Gosch wippt im Takt. Die Kasse stimmt. 

Wegen Gosch muss man nicht mehr nach List fahren. Eher wegen eines Ausflugs mit der Gret Palucca zu den Seehundsbänken (lehrreich und witzig) oder zur Piratenfahrt. Beides mit Kindern ein Riesenspass.

Ausserdem nett: Shoppen im Paradise Sylt. Riesige Auswahl an Beach- und Tropical Wear.

Montag
Jun112007

Sylt II oder: No Surf

Steife Brise, starke Brandung und am Ellenbogen ne scharfe Kurve: Das ist Sylt. Einfach erfrischend.

Nicht letztes Wochenende. Schluss mit Dauerwelle. 30 Grad, totale Flaute, brütende Hitze.

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Topthema Nummer Eins bei allen Syltern deshalb: Das Wetter. Das ist doch nicht normal sagt der Käptn vom Ausflugskutter Gret Palucca, sagt die Kellnerin in der Sturmhaube, sagt die Verkäuferin bei Feinkost Meyer. Ein Supermarkt übrigens, von dem sich andere Einzelhändler mal bitte was abgucken mögen. Top-Service, Einkaufsvergnügen total. Aber das nur am Rande.

Ansonsten alles beim Alten. Die Sansibar bevölkert von Sehleuten und Möchtegern-Schickeria. Männer in Sylter Uniform: weisse Hose, grünes Polohemd oder weisse Hose, pinkfarbenes Polohemd. Haare mit viel Lebertran (oder ist es Maschinenöl?) zurückgegeeeeelt.

Das Sansibar-Merchandising brummt – allein das Modell „mollige Kuscheldecke“ bleibt an diesen heissen Tagen sicher ein Ladenhüter.

Als dann noch Andreas Fritzenkötter, Stimmband Pressesprecher von Heinrich Bauer mit seiner frischangetrauten Gattin im Partnerlook im weissen Sansibar-Hemd wie eine Dauerwerbesendung über den Laufsteg flimmert, heisst es: Zeit, zu gehen.

Dann doch lieber zum Österreicher. Inhaber Dieter Gärtner hatte, wie er stolz erzählt, die ganze Fritzenkötter-Meute auch zu Gast, als vor zwei Wochen Hochzeit gefeiert wurde auf Sylt (natürlich in der Sansibar, die Braut hat dort gearbeitet). Doch vorher gabs ne Sause beim Dieter. Mit der Ferres, dem Gottschalk. Und besonders die Ferres, sagt der Dieter, die war begeistert. War vorher noch nie da.

Kommt jetzt sicher wieder. Denn wer einmal das Wiener Schnitzel, vor allem aber den Tafelspitz oder die Ochsenfetzen gegessen hat, der kehrt bestimmt zurück. Auch wenn die aktuelle Ausgabe von Sylt geht aus! den Österreicher so’n ganz bisschen verrissen hat. Da steh ich drüber! sagt der Dieter. Wir auch.

Zum Österreicher
Alte Dorfstr. 2
Tel. 0 46 51 - 44 61 60

und vorher nen Tässchen Kaffee in der

Kupferkanne
Stapelhooger Wai
Tel. 0 46 51 - 4 10 10

leckeren Fisch im

Samoa Seepferdchen
Rantum
Te. 04651-5579