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Über Go to Rio

GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

Praktischer Hinweis: Wenn Ihr in Rubriken suchen wollt, findet Ihr die weiter unten auf der Seite unter dem Stichwort Suchen und Finden!

 

Warum heisst gotorio Go to Rio? Weil wir über alle Orte schreiben - außer Rio.

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Montag
Okt222012

Flirrendes Kuala Lumpur

Zu den spannendsten Ländern, die wir bisher bereisten gehört Malaysia. Unsere Erlebnisse dort, können Sie hier nachlesen. 

Der Filmemacher und Fotograf Rob Whitworth hat über das Leben in Kuala Lumpur einen wunderschönen Stop-Motion-Film aus hunderten Stunden Material gemacht - sehr sehenswert: 

Kuala Lumpur DAY-NIGHT from Rob Whitworth on Vimeo.

 

Und ebenso fantastisch ist sein Film über den jeden Touristen überfordernden Verkehr in Saigon:

Traffic in Frenetic HCMC, Vietnam from Rob Whitworth on Vimeo.

 

Donnerstag
Okt112012

Die Traurigkeit von Karstadt

Karstadt ist nicht so das Kaufhaus, in dem ich häufiger verkehre. Ich bin nicht mal selten dort, weil jede Filiale der Kette eine bedrückende Spät-Achtziger-Stimmung atmet.

Hier mag man nicht kaufen, nicht mal aus Mitleid. Selbst das zu Karstadt gehörige KaDeWe ist ja so etwas wie ein Potemkinsches Kaufhaus: Die Parfümerie-Abteilung ist prunkvoll, die Feinkost-Abteilung gut - aber alles dazwischen hat nichts, aber auch gar nichts, zu tun mit großartigen Häusern wie Selfridges in London oder Barney’s in New York zu schaffen. 

Dies ist sicherlich einer der Gründe, warum es Karstadt so existenzbedrohend übel geht. Entgehen will man dem Exitus mit einem neuen Markenkonzept. Heute öffnete Germany’s last next Supermodel Lena Gercke im Karstadt auf der Düsseldorfer Schadowstraße jenes neue Shop-in-Shop-Vision, 50 neue Marken sollen eine frische Käuferschicht heranbringen - und in meinem Fall hat es geklappt. Für ein paar Minuten.

Denn ich lief zufällig an jenem Haus vorbei und sah das Plakat, auf dem eine nackte, junge und mit Designernamen beschmierte Dame sündig auf die Passanten stiert. Zwei dieser Namen kenne ich gut: Ted Baker und Reiss. Es sind britische Modemarken und sie gehören neben Paul Smith zu meinen liebsten - also rein. 

Auf der Herrenetage angekommen ergreift mich das Gefühl der Verlorenheit, denn ich bin der einzige Kunde. Zwei junge Verkäuferinnen mit orangefarbenen Halstüchern lehnen unbeschäftigt an einem Deko-Billiardtisch wie im Freizeitheim der CDU-Pioniere. Meine Frage “Sie haben doch jetzt Ted Baker - wo finde ich das denn?” aktivierte telepathische Fähigkeiten. Denn ich las in ihren Augen die Gedanken: “Wovon spricht der fremde Mann da?” 

“Äh… ja, das weiß ich jetzt auch nicht. Muss eine Kolligin… Ich schau mal…”

Dieses Schauen war genau das: Wie zwei Leuchttürme in tobendem Sturm hielten die Damen die Stellung am Billiard und versuchten irgendwo auf der weiten Fläche arbeitsvertraglich konnektierte Markierungsbojen auszumachen. Ich seufzte und machte mich selbst auf die Suche. 

Hinter den sieben Kleiderstangen, bei den grauen Wangen, begegnete ich tatsächlich zwei weiteren, diesmal silber melierten und in ein entspanntes Gespräch vertieften Beratungskräften. Immerhin: Sie beriefen sich nicht auf imaginäre Kollegen sondern rieten: “Ja, da müssen Sie sich mal umschauen. Das ist hier überall verstreut.”

Wer solche Verkäuferinnen trifft, braucht keine Verkäuferinnen. Und wer solche Verkäuferinnen beschäftigt, die er bei solch einer Konzeptänderung nicht einmal ausreichend vorbereitet, der muss sich nicht wundern, wenn niemand kauft. 

Karstadt geht es schlecht - und es gibt keinen Grund, warum sich das ändern sollte. 

Dienstag
Okt092012

"Hdmona", Köln: Auf die Finger, fertig, los

Ein gemütliches Essen mit Freunden sollte es werden – aber auch ein Experiment. Deshalb war die Entscheidung für ein bestimmtes Restaurant lange gar nicht so einfach. Es sollte mal etwas Neues sein, auch etwas für Vegetarier im Angebot haben und wenn möglich nicht so sehr außerhalb Kölns liegen.

Das Ergebnis der Suche heißt “Hdmona”, liegt in der Kölner Südstadt und kocht - eritreisch.

Ostafrikanische Küche - das ist wirklich mal etwas Neues. Die Reservierung macht Lust auf den Abend, die besondere Freundlichkeit des Gesprächspartners fällt auf. Zweiter Eindruck beim Betreten: Da hat sich jemand Mühe mit dem Ambiente gegeben. Die Wände sind in Lehmoptik gehalten, die Decke wirkt wie die Unterseite eines Strohdaches und immer wieder tauchen zwischendrin in Regalen und kleinen Nischen authetische Details auf.

Die Karte bietet viele Möglichkeiten - auch für Vegetarier. Bei den Fleischgerichten dominieren Lamm und Rind, oft zubereitet mit afrikanischer Butter. Für die Vegetarier gibt es fünf Gerichte zur Auswahl. So oder so wird häufig Injera gereicht, ein Fladenbrot, das ein bisschen wie ein Pfannkuchen aussieht, aber eher säuerlich schmeckt. Mit der rechten Hand werden Stücke abgerissen und dann in mundgerechte Portionen von Fleisch oder Gemüse gegriffen.

Wir wählen einmal Bebeaynetu, einen afrikanischen Probierteller mit Lamm und Rindfleisch sowie Kichererbsensalat und Spinat für zwei Personen. Dann Alicha, ein Gericht mit eingekochten Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln, Bohnen und Weißkohl und Tumtumo, ein Linsengericht mit Zwiebeln, in afrikanischer Butter angebraten, mit Tomaten und Knoblauch verfeinert - beides vegetarisch. 

Kurze Verwunderung als das Essen - nach angenehm kurzer Wartezeit - den Tisch erreicht und das Besteck zur Seite gestellt wird.

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Dienstag
Okt022012

"Kronenhalle", Zürich: Der Himmel ist ein großes Geschnetzel

Butterweich räkelt sich das streifig geschnittene Kalb in der Rahmsauce als sei es ein Playgirl vor der Linse eines Fotografen. Ein Kauen ist kaum nötig, es reicht den Mund zu schließen, die perfekt gewürzte Sauce zerschmelzt auf den Papillen.

Zürcher Geschnetzeltes in Perfektion. 

Obwohl, so heißt es hier gar nicht. “Kalbfleisch geschnetzelt ,Kronenhalle’, Rösti” steht auf der Karte. Womit geklärt wäre, an welchem Ort uns die Begeisterungstränen ereilen: in der Ikone der Zürcher Gastronomie, der “Kronenhalle”. 

Wer hier einkehrt - und das tun auch nach 88 Jahren so viele, dass Reservierungen angeraten sind -, will keine Avantgarde, keine kulinarische Herausforderung, keine Innovation. Er will Klassik bis zum Anschlag. 

Nichts scheint sich hier verändert zu haben, seit Jahrzehnten nicht.

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Sonntag
Sep302012

Hey, Nike! Hey, Adidas! Ich hab nix anzuziehen für den Marathon!

Liebe Designer der internationalen Sportartikelwelt, 

lassen Sie es mich so formulieren: IN WELCHER WELT LEBT IHR EIGENTLICH? DOCH WOHL NICHT IN DER AKTIV SPORTTREIBENDER DES JAHRES 2012!

Als mich dieser Wutausbruch zum ersten Mal ereilte, tat er dies gleich zweimal innerhalb weniger Minuten. Doch weil es sich nicht gehört im stationären Einzelhandel rumzubrüllen, bewahrte ich Contenance. Der Grund für den Ärger aber war die versammelte Bank von Laufbekleidungsmarken, von Nike und Adidas über Asics bis Tao. 

Dazu muss ich ergänzen, dass die erstmalige Vorbereitung für einen Marathon das Auge für die Feinheiten der Kleidung schärft. Gut, die Haut wird auch geschärft, denn gewisse Körperteile lernen den Unterschied kennen zwischen hautenger und weiter Bekleidung, zwischen weichen und harten Kunstfasern - denn je länger die Läufe, desto höher die Scheuergefahr. Unschön war es, beim Düsseldorf Marathon jene Herren zu beobachten, deren Brustwarzen bei Kilometer 32 aufgescheuert das Trikot vollbluteten. 

Im Frühsommer waren wir da noch ein wenig naiver. Die Vorbereitung auf den New York Marathon hatte gerade begonnen und wir brauchten “Laufzeugs”, bei drei bis vier Mal Sport in der Woche kommt man mit dem Waschen ja nicht nach. Also fielen anlässlich einer Berlin-Reise bei Nike Town ein. Nicht, weil wir markenfixiert wären, sondern weil der Laden nun mal da war und ich ihn auch für ein gelungenes Konzept halte. Leider wird Nike seine einzige Town in Deutschland im Sommer 2013 schließen. Schade. 

Seien wir ehrlich: So fürchterlich unterscheiden sich die einzelnen Hersteller in diesem Feld ja auch nicht. Der weiteste Teil Laufbekleidung fällt in eine von zwei Gruppen:

a) grauenhaft langweilig, weil schwarz/grau monochrom

b) sieht aus, als ob man ohne Fallschirm über Legoland abgestürzt wäre.

Und ob nun “Dry Fit” oder “Clima Cool” das bessere Gefühl auf der Haut während eines Laufes vermittelt, ist wohl eher der subjektiven Wahrnehmung, beeinflusst durch Marketing-Kampagnen, geschuldet. Und leider sind die meisten Textilien von kleinen, asiatischen Händen unter traurigen Arbeitsbedingungen zusammengetackert worden.

Erst beim Einlaufen der erworbenen Bekleidung fiel uns auf: Die Welt der Sportartikel-Designer ist nicht unsere. Denn egal ob wir von daheim loslaufen oder von einem anderen Ort: zumindest ein kleiner Schlüsselbund ist immer unterzubringen, vielleicht gar eine Packung Taschentücher. Für längere Distanzen böte es sich außerdem an, Gels mitnehmen zu können um unterwegs Kraft zu tanken. 

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