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Über Go to Rio

GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

Praktischer Hinweis: Wenn Ihr in Rubriken suchen wollt, findet Ihr die weiter unten auf der Seite unter dem Stichwort Suchen und Finden!

 

Warum heisst gotorio Go to Rio? Weil wir über alle Orte schreiben - außer Rio.

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Montag
Apr152013

Wie Tiere ihr Essen essen

Wir bei Gotorio sind dafür bekannt, keiner wissenschaftlichen Studie aus dem Weg zu gehen und uns zutiefst zu begeistern für Zahlen, Daten und Fakten.

Deshalb sorgte das folgende Video für helle Begeisterung, das detailliert und absolut fundiert zeigt, wie die Futteraufnahme einzelner Tierarten von der des Menschen differiert. Es sei Ihnen, geneigte Leser, zum Anschauen wärmstens empfohlen:

 

Donnerstag
Apr112013

New York, London, Düsseldorf - Städte erlaufen

Der Wind kommt frisch von Richtung Liberty Island. Noch schafft er es, das Aroma der Abgase zurückzudrängen Richtung East River, langsam verfangen sie sich in den Schluchten von Manhattan. Wir laufen an einem frühen, grauen Frühjahrsmorgen an der Uferpromenade des Hudson entlang.

Dabei sind wir nicht die einzigen Menschen, mutmaßlich aber die einzigen Touristen. Die kommen eher selten hierher, erst recht so früh. Dabei verpassen sie echtes New Yorker Leben: Hier joggt sich der Investmentbanker die Kraft für gewagte Deals an, hier macht sich die Werberin fit für kreative Nachtschichten. Eine Gruppe im Studentenalter errichtet winzige Tore auf der Kunstrasenfläche, später werden hier Kleinkinder zur Fußballschule auf der Kunstrasenfläche gehen, während ein paar Schritte weiter ein Personal Trainer mit seinem Kunden Tai-Chi einübt.

All dies ist nicht spektakulär oder außergewöhnlich - es ist New Yorker Alltag. Diesen Alltag, über den sich der Besucher gemeinhin keine Gedanken macht, kennenzulernen ist eine der Lebensbereicherungen, die wir dank unseres Marathon-Trainings erfahren haben.

Denn wer sich entscheidet, an einem langen Lauf teilzunehmen, der darf keine Ausreden mehr gelten lassen: Er muss laufen. Die Vorstellungen des leichten Gepäcks bei Wochenendtrip hat sich dann erledigt: Die Laufkleidung mach den Koffer nicht so fürchterlich viel schwerer - aber die Schuhe sind halt sperrig (spätestens wenn man, wie ich, Sportschuhgröße 14 braucht). 

Als Entschädigung warten neue Blicke auf scheinbar bestens bekannt Städte.So wie die Hudson-Promenade, die für New York eine Art Strand-Resort ohne Sand geworden ist, mit aufwendigen Spielplätzen, jenem Riesen-Golf-Abschlagsort aus “Harry und Sally” und Kunstrasenflächen, die mal von Kinder-Fußballern, dann von Boule-Rentnern genutzt werden. Oder im Central Park die Dame, die ihre Rammler ausführt:

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Sonntag
Mrz242013

"The Bull and Last", London: Sunday Roast wie es sich gehört

Im 19. Jahrhundert, als die industrielle Revolution sich so recht austobte, hatten die Menschen in der Region Yorkshire nicht viel - aber ihren Glauben und am Sonntag ein Stück Fleisch. Dieses stellten sie in den Ofen, bevor sie sich zur Kirche aufmachten, Gemüse und Kartoffeln wurden im Topf daneben gelegt, auf dass sie sich vollsögen mit Fleischsaft. 

Kehrte die Familie heim vom Gottesdienst, so berichtet es die Kulinarik-Legende, hatte der Braten jenes angebratene Stadium erreicht, dass wir heute “englisch” nennen. Gern wurde er dann serviert mit einem Yorkshire Pudding, einem fluffigen Eierkuchengebäck, das sich ebenfalls seinen Teil von Fleischsaft und Bratensauce ansaugt. 

“Sunday Roast” nennt sich das und verbreitete sich im Lauf der Jahrzehnte über ganz England. Erst waren es die Pubs, die am Sonntag für die Gäste einen Braten in die Röhre schoben, damit die Gäste-Familien auch am siebten Tag der Woche die Bude füllten. Dann kamen die Gastro-Pubs und trieben die Idee eines Sonntagmittäglichen Familienessens auf eine neue Ebene. 

Wann immer wir an einem Sonntag im Königreich sind, versuchen wir solch einen Sunday Roast mitzunehmen. Unseren bisher besten hatten wir in der “Marquess Tavern” in Islington - leider aber scheint sich diese wieder weg vom Gastro-Konzept und hin zum traditionellen Pub zu entwickeln. 

Wohin also beim London-Trip?

Wir vertrauten dem Restaurant-Preis der “Observer”-Beilage “Food Monthly” und buchten einen Tisch im “The Bull and Last” in Highgate/Hampstead. 2008 gegründet, gewann der Gastro-Pub 2011 den nationalen Titel für das beste Sunday Lunch und landete 2012 wieder auf der Shortlist. 

Gäbe es auch einen Preis für das heimeligste Pub-Ambiente, auch hier würde “The Bull and Last” vorne mitkämpfen. In der eher untouristischen Nachbarschaft wirkt das Lokal von außen wie ein gepflegter, aber normaler Pub. Innen dagegen hat es die Kuscheligkeit eines Land-Gasthofs mit geklinkerten Wänden, Spiegeln, und ausgestopften Tieren an den Wänden.

Vollkommen durchnässt vom Regen treten wir ein und sofort wird uns ein wenig wärmer. Über dem Pub-Raum befindet sich ein noch schönerer Speisesaal mit offenem Kamin und hererwärmendem Service. Bemerkenswert auch: Die hohe Tafel weist nicht handgeschriebene Tagesempfehlungen auf - sondern listet die Zulieferer von Fleisch, Fisch und Gemüse. Wir ahnen, dass dies gut werden könnte.

Doch wir liegen falsch: Es wird sogar besser, es wird wundervoll.

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Donnerstag
Feb142013

"Dinner by Heston Blumenthal", London: Downton Abbey auf der Zunge

So mancher Gernegutesser reagiert auf die Erwähnung der Molekulargastronomie wie alte SPD-Wähler auf die Nebenverdienstliste von Peer Steinbrück: mit Abscheu. 

Wir sind da ja nicht so puristisch. Ständig nur Molekulares, das wäre langweilig. Doch gelegentlich, als Abenteur für die Zunge, finden wir dieses Spiel mit den Elementen wundervoll.

Und vielleicht zeigt sich derzeit etwas ganz Erstaunliches: Sind Molekularköche vielleicht langfristig die besseren Handwerker? Hilft ihnen die Beschäftigung mit der Zusammensetzung von Lebensmitteln dabei, das klassische Kochen auf eine neue Ebene zu bringen? So wie Maler vielleicht, die sich in verschiedenen Bereichen versuchen und so im Alter in höhere Dimensionen vordringen?

Nehmen wir nur Ferran Adrià, den Großmeister der Disziplin. Nachdem er sein “El Bullí”, einst als bestes Restaurant der Welt umjubelt, aufgegeben hat, arbeitet er nun an La Bullipedia, einer Bibel des Essens, die jedermann online zugänglich sein soll. Sein Buch “Das Familienessen” geht ebenfalls in die Richtung: Leicht nachzkochende und doch verfeinerte Klassiker gibt es darin als Rezept. 

Leider haben wir es nie ins “El Bulli” geschafft, schon aber vor einigen Jahren zur Nummer zwei der Molekularküche, der “Fat Duck” in Bray nahe Windsor, dem Reich von Heston Blumenthal (dem Herrn oben): Es war ein großartiges, vier Stunden dauerndes Zungenspektakel. 

Wie Adrià widmet sich Blumenthal verstärkt der bodenständigen Klassik. Zwei Gastro-Pubs betreibt er inzwischen in Bray, “The Hinds Head” ist mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet worden. Seit dem Januar 2011 ist ein Lokal in London hinzugekommen, dass den Begriff “Klassik” erheblich erweitert: das “Dinner”. 

Denn hier brät Blumenthals langjähriger Vize Ashley Palmer-Watts Speisen aus der britischen Historie neu auf. Und mit Historie ist gemeint - geschichtsunterrichtige Historie. Wie es sich in Zeiten der Transparenz gehört, erhält der Gast dabei auch korrekte Quellenangaben: Jedes Gericht weist das Jahr des Rezeptes aus, auf der Rückseite gibt es dann den Hinweis auf die Kochbücher, in denen Palmer-Watts fündig wurde. Auch der Name entstammt der Historie: Denn Dinner wurde einst, mangels elektrischem Licht deutlich früher serviert als heute, manchmal als Mittagessen. Dinner geht also immer, auch wir sind zum Lunch im “Dinner” - englische Ironie. 

Bei diesem Konzept lockt es, nicht nur nach der knapp gehaltenen Beschreibung in der Karte zu ordern - sondern auch nach dem Alter der Rezepts. Das höchste weist “Rice and Flesh” aus dem Jahr 1390 auf, die Köche Richards des II. haben dies schon zubereitet.

Es handelt sich um Risotto mit Rotwein, geräuchertem Kalbsschwanz und einer höchst üppigen Menge Safran. Der roweinig-runde und al dente gekochte Reis bekommt durch den Safran eine würzige Note, der Kalbsschwanz sorgt für den richtigen Schuss Salz. Ein rundes Grundaroma wird durch zwei deftigere Kontrapunkte ergänzte, verschiedene Texturen machen das Mundgefühl spannend - dieses Gericht könnte brandneu erfunden worden sein und doch schmeckt es eben irgendwie (und das ist positiv gemeint) historisch. 

Etwas moderner, nämlich aus dem Jahr 1830: die gerösteten Jakobsmuscheln mit köstlichem Gurkenketchup, gerösteten Gurken und Gurkenkraut. Schön frisch und durch die Röstnoten der Muschel doch ein wenig deftig. Erwähnt werden muss noch die Quelle: “The Cook and Houswife’s Manual” von Mistress Meg Dodds - Buchtitel die Feministinnen die Jakobsmuschel wieder hochkommen lassen. 

Den optischen Knaller liefert die dritte Vorspeise an unserem Tisch: Meat Fruit. Klingt unappetitlich - ist aber wunderschön.

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Donnerstag
Feb142013

Laufen im Winter: Stirb, Schweinehund, stirb!

Eine beliebte Frage in unserem Bekanntenkreis dieser Tage lautet: “Lauft Ihr auch bei dem Wetter?” Obwohl, meist wird sie etwas rhetorischer formuliert: “Bei dem Wetter lauft Ihr aber nicht, oder?”

Die zweite Variante legt schon nahe, was über die Option gedacht wird, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und bei Winde, Schnee oder Regen Trainingsrunden zu drehen: “Haben die einen an der Schacke? Die holen sich doch den Tod!”

Nein, tun sie, also wir, nicht. Es geht uns bestens. Und laufen tun wir auch, müssen wir schließlich, es sind noch rund 9 Wochen bis zum Hamburg Marathon. 

Doch es nicht nur die Pflicht, die uns nach draußen ruft. Es macht tierisch Spaß im Winter zu laufen. Vor zwei Wochen, als die Schneedecke so richtig dicht war, hatten wir einen der schönsten Läufe überhaupt in den knapp 10 Monaten, die wir intensiver trainieren. Am Freitag Abend, bei Dunkelheit, liefen wir mit der Trail-Lauf-Gruppe unseres Trainers Philip Mes durch den Grafenberger Wald.

Dieses Waldgebiet am Rand von Düsseldorf ist bei jedem Wetter ein großartiges Laufareal, versehen mit (was man kaum glauben mag) giftigen Steigungen. Doch in dieser Atmosphäre, erhellt nur durch die Stirnlampen auf unserem Kopf (die auch in die Rubrik fallen: “Dinge, von denen wir glaubten, wir würden sie NIEMALS kaufen, deren Erwerb aber eine richtig gute Idee war”), entfaltete er eine besondere Stimmung. Erst recht, wenn das Düssel-Dorf von oben betrachtet fast etwas metropolitanes bekommt.

Gesundheitsgefährdend ist das Laufen im Winter - da sind sich die Experten einig - nicht, erst ab minus 15 Grad wird es bedenklich. Ansonsten ist nur eine Kleidung nötig, die den Läufer vor dem Start leicht frösteln lässt. Also zum Beispiel Laufunterwäsche, lange Hose, ein Winter-Top und darüber eine wind- und wasserabweisende Jacke. Eine Mütze sollte auch zum Programm gehören, für mich als Brillenträger auf jeden Fall eine mit Schirm - damit die Sicht bei Niederschlag einigermaßen frei bleibt. Ohne Laufhandschuhe würde ich das Haus ebenfalls nicht verlassen.

Tja, und dann steht nur noch der berühmte Schweinehund im Weg. Den sollte man mit einem kräftigen Tritt in den Hintern an die Wand nageln. Das aber war zu Beginn des Winters nicht ganz so einfach. Denn die ersten Laufversuche auf Schnee waren sehr unschön, ich rutschte ständig weg. Ob das an meinem Laufstil liegt oder daran, dass ich als schwerer Läufer mehr Masse zum Schliddern mitbringe, weiß ich nicht.

Eine richtig gute Investition waren deshalb ein Paar Trailschuhe. Leider gibt es in diesem Spezialbereich in Düsseldorf wenig Auswahl - obwohl die Lauf-Industrie Trail-Laufen derzeit zum Trend ausruft. Ich hatte aber Glück: In meiner Kindersarg-Größe waren die Saucony Xodus 3.0 vorrätig. Die Sohle verhindert Rutschen, gleichzeitig ist sie aber nicht so fest und unflexibel wie bei anderen Querfeldein-Schuhen. Wasserdicht und atmungsaktiv sind Trail-Modelle ja ohnehin. Und anscheinend ist Saucony die Marke, die meinen Füßen am stärksten entgegenkommt.

Ja, wir laufen also, auch bei diesem Wetter. Und wir können es nur empfehlen. 

 

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