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Über Go to Rio

GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

Praktischer Hinweis: Wenn Ihr in Rubriken suchen wollt, findet Ihr die weiter unten auf der Seite unter dem Stichwort Suchen und Finden!

 

Warum heisst gotorio Go to Rio? Weil wir über alle Orte schreiben - außer Rio.

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Dienstag
Nov202012

The cancelled New York Marathon - a German view

It is two and half weeks since the New York Marathon 2012 was cancelled. And you might think things would cool down since then, but obviously there not. The race’s Facebook page is still flooded with questions and complaints - and still the NYRR isn’t answering. 

That is why I write this English post in a normally German blog (sorry for any typos or grammatic hickups). I’d like to add some longer thoughts from the perspective of a German marathon newbie. 

For my wife and I this was supposed to be our first 42,195 km. We actually ran our first marathon in New York thanks to the wonderful initiative Run Anyway. So there’s not really anger or disappointment in us, this Sunday morning had some sort of magic, it came as close to a romantic New York comedy as you can get in real life. 

But the way all this happened made me think. I have to add that for 14 years I worked as a journalist for Handelsblatt, Germany’s biggest business newspaper. During that time I covered sports business as a hobby, for example the Football World Cup, the German Ice Hockey League or the NFL. Today I do mostly digital consulting and a little bit of journalism as editor at large of Wired Germany. 

The first thing I found strange was the NYRR’s communication in the weeks before Sandy. It’s the year 2012 and obviously they have nobody with only a basic knowledge of social media. That became obvious when the no baggage policy was announced. Suprised by the headwinds on Facebook the NYRR organised a “chat on Facebook”. Everyone who’s right in his mind knows that you can’t do a chat on Facebook - you collect questions and answer them. The NYRR answered - if I remember it right - 5 questions of dozens in one hour. Highly unprofessional…

After that: silence.

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Donnerstag
Nov082012

Wie wir den New York Marathon liefen, den es nicht gab

Zwei handgemalte Schilder ragen aus der Menge. Ihre Trägerinnen sind sichtlich überfordert mit der Menge Mensch um sie herum. Eine von ihnen weist den Weg zu Säcken und Wasserkanistern und Kartons mit Lebensmitteln am Wegrand, während sie ihrer Mutter deutlich zu verstehen gibt, einfach weiter die Aufkleber zu verteilen auf denen steht: „Run Anyway Marathon 2012“.

Lachende Holländer vermengen sich mit Brasilianern und Italienern, Team-GB-Shirts sind zu sehen und ebenso Trikots von Eintracht Frankfurt und Hertha BSC. Die meisten sind gekleidet wie wir: mit den orangefarbenen Shirts des New York Marathons, darüber die Startnummern. Auf die pappen wir nun die “Run Anyway”-Aufkleber. 

Eigentlich sollten wir alle jetzt in Staten Island sein und auf den größten aller Marathons warten. Doch der ist nach Wirbelsturm Sandy abgesagt. Am Samstag jedoch machte auf Facebook eine Idee die Runde: Run Anyway. Ein Lauf auf der Rundstrecke im Central Park, dem Ort des ersten New York Marathons. Dazu Sach- und Geldspendensammlung und das alles ohne offizielle Zeitnahme und auch ohne Versorgungsstationen. Einfach so, weil Läufer nun mal laufen wollen und das gern für einen guten Zweck.

Auch wir wollen uns die Enttäuschung über die Absage des Rennens aus den Beinen laufen, unser erster Marathon sollte das werden. Nun wenigstens ein, zwei Runden auf dem 10-Kilometer-Kurs für einen guten Zweck, mehr nicht.

Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen: Wir werden tatsächlich an diesem Tag unseren ersten 42,195-Kilometer-Lauf machen. 

Wie kann man ans Laufen denken, wenn noch immer viele Menschen in den Küstenbezirken New Yorks keinen Strom und fließend Wasser haben? Da ist eine logische Frage. Schließlich wurde der Marathon doch deshalb abgesagt, weil er nicht durchzuführen gewesen wäre.

Ähm – nein. Die Sache ist komplizierter.

 

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Sonntag
Okt282012

Wer spricht hebräisch?

Flingern Nord ist das kreative Herz Düsseldorfs. Hier ist das Dorf so Berlin-Mitte wie Düsseldorf Berlin-Mitte sein kann. Kleine, abgefahrene Läden gibt es hier, Düsseldorfs beste Eisdiele “Nordmanns” (gute Nachricht des Tages: Im Winter neuerdings am Wochenende geöffnet) und wundervolle Cafés wie das “Hüftgold”. 

Bei einem Spaziergang können dem Flaneur dann auch ungewöhnliche Details begegnen wie diese Box:

Deutsche Redewendungen rein - rote Zettel und ein Kuli liegen in der Kiste - und im Gegenzug eine hebräische mitnehmen. Was für eine hübsche Idee. 

Nur…

Spricht jemand unserer Leser hebräisch?

 

Donnerstag
Okt252012

"törtchen, törtchen", Düsseldorf/Köln: Schleichende Verschnöselung

Den folgenden Text von Birgit Bley entdeckten wir (via Franziskript) bei Qype - und fanden ihn so toll, dass wir Autorin Birgit Bley baten, ihn übernehmen zu dürfen. Danke, dafür!

Verschnöselung ist mitunter ein schleichender Prozeß. So wie Älterwerden. Lange Zeit merkt man nix, und plötzlich kracht’s morgens beim Aufstehen im Rücken. Dann weiß man: Es ist so weit.

Mit Verschnöselung meine ich jetzt übrigens nicht die berüchtigte “Düsseldorfer Gesinnung”; eine Lebenseinstellung, die da besagt: “Wer Kohle hat, ist ein besserer Mensch” - und die ich zutiefst verabscheue. Nein, die Verschnöselung, die ich meine, kann jeden ereilen; auch jemanden, der nicht im Geldautomaten zur Welt gekommen ist. Wie ich zum Beispiel.



Der Virus kann einen überall und jederzeit erwischen. Sei es, dass irgendwelche Gourmets und/oder Reiche einem Dinge vorsetzen, die man bis dato nur vom Hörensagen kannte - wenn überhaupt. Sei es, dass man mal die S-Klasse vom Boss fahren darf. Sei es, daß man mit riesigem Schnäppchendusel bei Trivago mal was anderes schießen konnte als die üblichen Billigabsteigen. Sei es, dass man mal genug Meilen für ein Upgrade in die Emirates-Businessclass ergeiert hat.

Und plötzlich kann es passieren, daß man sich dabei erwischt, wie man im Autoscout nach alten S-Klassen guckt und sich “natürlich nur theoretisch, rein informativ” über den Spritverbrauch derselben schlau macht. Oder in einem Anfall von Größenwahn die Preise für einen BC-Flug nach Bangkok checkt. Bei Trivago “rein theoretisch und informativ” als Suchkriterium “5 Sterne” eintippt. 

Plötzlich weiß man, dass Whisky nicht zwangsläufig die Jim Beam-Cola-Plörre sein muß, von der einem früher immer kotzübel wurde. Dass ein richtig guter Rotwein oder Sekt nicht nur besser schmeckt, sondern einem auch den ätzenden “Spumante-Schädel” erspart. Dass Ziegenkäse absolut köstlich sein kann und nicht nur ein abstraktes Nahrungsmittel ist, das man höchstens aus “Heidi” kennt. Und dass man Lavendel auch kulinarisch einsetzen kann, nicht nur zur Füllung von Mottenabschrecksäckchen.

Hat der Virus sich erst mal eingezeckt, setzt eine Prioritätenverschiebung ein. Zumindest, wenn man nicht über unbegrenzte finanzielle Mittel verfügt.

Die Symptome:

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Dienstag
Okt232012

Sportriegel und Power-Gels: Ekel oder Keule

Es gibt so viele Filme, die eine Neuauflage erfahren. Einer, der es verdient hätte, heißt “L’aille ou la cuisse” - oder zu deutsch “Brust oder Keule”. Leider plant anscheinend niemand an einem Remake. Der mögliche Grund: Die Hauptrolle im Original spielte Louis de Funès - und wer würde versuchen, den großartigsten Choleriker der Filmgeschichte zu kopieren?

Dabei ist “Brust oder Keule” heute noch viel aktueller als in seinem Entstehungsjahr 1976. De Funès gibt den gefürchteten Gastrokritiker Charles Duchemin im Kampf gegen den Industrie-Lebensmittelproduzenten Jacques Tricatel. Es dreht sich um Sterne-Restaurants und Massenfertigung, um das Chichi der Hoch-Gastronomie und die Eitelkeit der Köche. Sollten Sie “Brust oder Keule” noch nie gesehen haben - kaufen Sie den Film!

Sollte sich aber  noch einmal an “L’aille ou la cuisse” wagen, so gibt es eine Szene, die ganz leicht nach zudrehen wäre. Im Laufe der Handlung wird Duchemin von einem Gastwirt als Geisel genommen, der sein Lokal wegen Duchemins vernichtender Kritik verloren hat. Er zwingt den Kritiker, ekligste Dinge hinunterzuwürgen - einer der Höhepunkte in de Funès Schauspielkunst, zu bewundern in den letzten Passagen dieses Trailers.

Wie man dies kopieren kann? Ganz einfach. Der Regisseur möge nur einem x-beliebigen Menschen das Powerbar Gel “Mango-Passionfruit” servieren - dann sind die Ekelbezeugungen sensationell einfach und nicht mal gespielt. 

Denn dieses Gel ist eine solche Beleidigung für Mangos und Marakujas, dass sich das Obst dieser Welt zu einem Mango-Frühling auf die Straßen begeben sollte, mit Transparenten und Sprechchören, so lange, bis die Verbraucherschützer Powerbar zwingen, das Gel nach dem zu benennen, wonach es schmeckt: Chemie.

Gels und Riegel - das ist ein Thema, mit dem wir uns als Marathon-Neulinge intensiver beschäftigen mussten. Denn natürlich ist ein längerer Lauf nicht ohne Energiezufuhr möglich. Und kam jemand kann dies allein über Riegel schaffen: Sie liegen zu schwer im Magen. Und Bananen allein sind auch nur schwer zu ertragen. 

Das Irre, aus Sicht des Langlauf-Novizen:

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