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Über Go to Rio

GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

Praktischer Hinweis: Wenn Ihr in Rubriken suchen wollt, findet Ihr die weiter unten auf der Seite unter dem Stichwort Suchen und Finden!

 

Warum heisst gotorio Go to Rio? Weil wir über alle Orte schreiben - außer Rio.

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Sonntag
Nov162014

"Klee's": Die Rückkehr der besten Gans von Düsseldorf

Es war einmal vor langer Zeit, in den Anfangstagen dieses kleinen Blogs, da ergriff uns Gänsepanik. Denn wir lieben jene Völlerei mit Vogel, Kloß und Soße, mit Rotkohl, Maronen und Bratapfel. 

Dies jedoch richtig gut hinzubekommen ist schwer. Die beste Gans der Stadt aber hatte uns verlassen, der Catering-Spezialist GCS hatte sein wundervolles Restaurant “Hecker’s” aufgegeben.

Es war ein traurige Zeit, die etliche Jahre anhielt. Inzwischen hatten wir die Hoffnung auf eine richtig, richtig gute Gans in Düsseldorf aufgegeben, selbst unser Lieblingsrestaurant “Brasserie Hülsmann” schafft nicht mehr als ein “befriedigend” in dieser Rubrik. So pilgern wir nun seit drei Jahren nach Lank-Latum in den sympathischen “Fronhof” (der nebenbei keine Homepage hat – das nennt man wohl echte Bodenständigkeit).

Vor wenigen Wochen jedoch keimte Hoffnung auf. Über das Kontaktformular hier auf Gotorio meldete sich nämlich die GCS mit Verweis auf unseren sieben Jahre alten Blog-Eintrag:

“Wir haben vor knapp zwei Jahren ein neues Restaurant, wieder am Rande der Altstadt, Klee´s, Grabbeplatz 5, 40213 Düsseldorf in der Kunstsammlung K20, eröffnet. Hier gibt es sie wieder: die leckere Gans!

Herzliche Grüße, das Klee´s-Team”

Wer so nett schreibt, der ist einen Besuch wert. Tatsächlich hatten wir das “Klee’s” bisher nicht auf dem Schirm. Sein Vorgänger, das “Op de Eck” bediente eine eher ältere Klientel mit solidem Mittelmaß. Wir hatten zwar wahrgenommen, dass der Name des Lokals im Fuß des K20 sich geändert hatte. Dass dahinter aber die GCS steckte, wussten wir nicht.

Also – hin.

Vorsichtshalber reservierte ein Freund den Tisch, nicht dass es eine Blogger-Sonderbehandlung gibt (denn auch weiter gilt hier ja: Wir lassen uns nicht einladen). 

Man begrüßt uns mit guter Laune: Eine Karte bräuchten wir nicht, wir hatten ja explizit die Gans erwähnt. Wir fachsimpeln mit Servicechef Daniel über den passenden Wein, über Jahrgänge und Sorten. Unsere erste Wahl, ein 2004er Chateau Trapaud Saint Emilion Grand Cru, sei hervorragend, wenn wir nur Herren wären, meint er. “Dann würde ich direkt die zweite Flasche aufmachen.” Aber bei den Damen käme ein so voller Wein oft nicht gut an. Tja, Daniel kennt unsere Damen halt nicht. Nach einem Probeschluck öffnet er direkt die zweite Flasche. 

So unterhaltsam geht es servicetechnisch weiter. Wir sind fast die einzigen Gäste, was daran liegt, dass wir zu einer normalen Essenszeit reserviert haben, erklärt Daniel. Die Museumsgänger kämen gegen fünf oder sechs, die Opernbesucher erst spät. Sie sorgten für die Fülle des “Klee’s”. Dieses ist wohl auch deshalb zweigeteilt. Den vorderen Bereich macht kneipenartiges Ambiente inklusive Theke und Hochtischen aus. Hinten dann der Restaurantpart, angenehm bodenständig mit kleinen Einblicken in die Küche. Nur das grünliche Neonlicht am Rand hätten sich die Inneneinrichter sparen können. So schlimm wie bei “Patricks Seafood” ist es nicht, doch es nimmt ein Stück Gemütlichkeit (und verleiht den Fotos hier auch diese merkwürdige Färbung). 

Doch nun: die Gans. Eine Keule und ein Stück Brust für jeden, der Teller ist prall gefüllt mit einem Kloß, Maronen, Rotkohl und einem kleinen Bratapfel mit Marzipandeckel. Rotkohl, Maronen und Soße kommen als Nachschlag gleich in Extraschüsseln mit. Wollten wir noch Klöße, sollten wir rechtzeitig bescheid sagen. 

Die Haut der Gans ist knusprig ohne trocken zu sein. Das Fett darunter ist vorhanden, aber nicht übertrieben, was das Aroma auf den richtigen Punkt bringt. Die Soße ist weihnachtlich-kräftig und passt zum wirklich leckeren Rotkohl und zu den perfekten Maronen. 

Kurz und gut: Da ist sie wieder, die beste Gans von Düsseldorf. Denn eine bessere kennen wir in der Stadt nicht. 

So etwas muss gefeiert werden – mit einem Dessert. Und egal ob Zwetschgenröster mit Zimteis, das winterliche Kompett mit Walnuss-Eis oder das Nougat-Chili-Parfait mit Passionsfrucht-Pesto: alles lecker. 

Wortlos stellt Daniel vier Gläser mit brauner Flüssigkeit ab. Das Spiel ist klar: “Ihr kriegt nicht raus, was das ist.” Auf jeden Fall ist es kräftig, aber nicht ruppig. Wir schnuppern Vanille und Karamell, wir schmecken runde Fruchtigkeit. Ein Armagnac? Daniel lacht laut auf – weit daneben.

Ein Whisky? Aber doch wohl kein Schotte!

Nein: ein Amerikaner, ein Bourbon. Name: “Woodford Reserve”. “Ich lass mal die Flasche hier”, sagt Daniel.

“Sag mal, weiß der, dass ihr bloggt?”, fragt unser Freund, über dessen Name die Reservierung lief. Kann nicht sein. Wir erleben einfach gerade einen so guten Service wie selten.

Es folgt eine Fachsimpelei über Whisky. Die Herren am Tisch mögen es Islay-mäßig rauchig, Daniel lieber etwas milder. Ein 12-jähriger Highland Park sei sein Ding – darauf können wir uns definitiv einigen. 

Am Ende werden wir mit Handschlag verabschiedet und versprechen, wiederzukommen. Zum Essen und genauo zu einem längeren Gespräch über Whisky. Und längere Gespräche machen ja durstig.

“Klee’s” (im Museum K20)
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf

Telefon: 0211 / 16844816 

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Dienstag
Nov042014

Piemont: Wie Gott in Italien

Frankreich oder Italien. Der Dauerbrenner. Nicht nur im Fußball oder was das bevorzugte Urlaubsland angeht. Sondern auch die heilige kulinarische Frage. Jedenfalls zwischen Daniele und mir.

Danieles Eltern stammen aus den Abruzzen. Er spricht deutsch mit badischem Akzent, ist im Südwesten von Deutschland zur Schule gegangen, einen Steinwurf entfernt von der französischen Grenze. Aber sobald jemand wie ich es wagt zu behaupten, die französische Küche sei besser, verfeinerter, qualitätsfanatischer als die italienische, wird er zum verbissenen Küchen-Patrioten. 

Verstehen sie mich nicht falsch: Ich liebe die italienische Küche. Wer tut das nicht?

Allerdings ist sie meiner Ansicht nach nur die zweitbeste. Der Durchschnittsitaliener bietet meines Erachtens eine klar bessere Küche als das durchschnittliche französische Restaurant. Aber wenn es um echte Spitzenleistungen geht, sehe ich die Nase unserer westlichen Nachbarn klar vorn. 

Allerdings: es gibt für mich eine Ausnahme – das Piemont. Kein Wunder, es grenzt an Frankreich. Ist historisch eng mit Frankreich verbunden. Verdankt die Tatsache, dass Barbaresco und Barolo heute als Königin und König des Weins gelten, einem: Franzosen. Louis Oudart machte im 19. Jahrhundert aus dem bis dahin süß gekelterten Nebbiolo einen Wein nach Vorbild der großen Bordeaux. Aber das wollte Daniele nie hören. Franzosen hätten die italienische Küche optimiert? Lächerlich! Warum fange ich auch regelmäßig diesen unsinnigen Disput an!? 

*

Die Wirtin unserer Herberge kniff mich fröhlich in die Wangen, als ich ihr erzählte, wir hätten bereits für sämtliche Abende Tische reserviert. Dem folgte ein anerkennendes Tätscheln, als sie erfuhr, dass es am ersten Abend zu Guido ging.

Ich hatte Guido bereits vor zwei Jahren einen Besuch abgestattet und das Restaurant mit dem einen Michelin-Stern hatte einen exzellenten Eindruck hinterlassen. Mittlerweile ist Guido allerdings nicht nur in neue Räumlichkeiten, sondern an einen anderen Ort gezogen. 

Äußerst freundliche Damen in schwarzen Hosen, zu denen sie gold-beige Oberteile tragen, hießen uns willkommen. Das frühere Restaurant, das in einer entkernten und modern gestalteten Scheune beheimatet war, gefiel mir zwar besser als die heutigen kleineren, schlossartigen Räume. Wer die alten Räumlichkeiten allerdings nicht kennt, wird vermutlich im sehr geschmackssicher gestalteten Restaurant von heute nichts vermissen. 

Ein ähnliches Fazit gilt für die Karte. Ich habe mich sehr gefreut, die Gerichte meines letzten Besuchs wieder zu finden. Das roh-marinierte, dick geschnittene Kalbfleisch ist butterzart und bietet mit den Tröpfchen und Salz-Häufchen, die sich auf dem Teller befinden, ein ungewöhnliches Geschmackserlebnis - zart und intensiv zugleich.

Wir haben gefragt, ob wir weiße Trüffel dazu haben können.

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Montag
Okt132014

Amerikaner probieren deutsches Essen zum ersten Mal

Es gibt so viele Vorurteile über Amerikaner und Essen. Und es gibt viele Vorurteile von Amerikanern gegenüber deutschem Essen. 

Könnte es sein, dass die gar nicht so falsch sind?

Montag
Sep152014

Too slow for New York? Too ugly for Paris? Dann Münster Marathon!

Vor langer, langer Zeit tourten der Ostwestfale Rüdiger Hoffmann und der Rheinländer Jürgen Becker gemeinsam durch die Mehrzweckveranstaltungshallen Nordrhein-Westfalens, um genau diesen Unterschied zu erläutern: Westfalen und Rheinländer. 

Es war im Februar, zur Karnevelszeit, und Hoffmann verwehrte sich gegen das rheinische Vorurteil, in Westfalen sei närrische Stimmung nicht zu erzeugen. Also stimmte er mit todernstem Gesicht “Westfalenland, Westfalenland, ist wieder außer Rand und Band” an und marschierte über die Sitzfläche des Stuhls auf den vor den beiden stehenden Tisch, während Becker lachend vom Stuhl rutschte. 

Die Halle Münsterland tobte, erkannten sich doch die Einheimischen wieder: Wenn der Westfale feiert, dann mit voller Ernsthaftigkeit. 

Diese Szene kam mir in den Kopf, als ich am vergangenen Sonntag in Münster unterwegs war. Es war ein recht langer Spazierlauf, 42,195 Kilometer, anlässlich des Münster Marathons. Der wirbt reichlich mit Gefühlen, bezeichnet sich als “Lauf der Emotionen”. Und obwohl ich nun aus dieser Gegend stamme, Dauerkartenbesitzer des SC Preußen bin und die Stadt gegen jedwedes Vorurteil verteidige: Ich glaubte, das mit der Stimmung sei maßlos übertrieben. 

Reumütig gestehe ich hiermit: Münster, ich hab Dich unterschätzt. 

Schon beim Start ist es voll, obwohl nur rund 2.800 Einzelläufer an den Start gehen. Damit war Münster nach Hamburg, Köln, Paris und dem inoffiziellen Central Park-Marathon unser bisher kleinster Lauf. Das macht die Sache zwar sehr entspannt, doch gleichzeitig herrscht am Vortag in der City auch nicht jene unterschwellige, wundervolle Aufregung, erzeugt durch zahlreiche Jogger und Menschen mit Teilnehmertüten, die von der Marathon Expo kommen. 

Dafür muss man nicht stundenlang auf den Start warten. 40 Minuten vor Rennbeginn verlassen wir das – übrigens höchst empfehlenswerte – “Factory Hotel”, zufällig erwischen wir ein Taxi, das uns den kurzen Weg zum Schlossplatz fährt. Endlich füllt sich die Straße mit Läufern, Vor-Marathon-Stimmung. Es brummt so richtig, denn 15 Minuten nach den Einzelläufern starten 1.500 Staffeln. Und die sind bereits versammelt und machen Stimmung. Ich kann mich nicht erinnern, dass es bei unseren bisherigen Starts ein lauteres Publikum gab. 

Die nächsten 13 Kilometer wird es selten still. Überall sind Staffelläufer aber auch viele Zuschauer, die in diesem ersten Drittel Läufer durchaus mehrfach sehen können, denn es geht gewunden durch die wunderschöne City und dann am innerstädtischen Aasee entlang. Dort erwartet die Läufer auch die erste von vielen Kuriositäten:

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Montag
Aug182014

"Ikarus", Salzburg: Weil sie es können!

Vieles im Leben von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz lässt sich beschreiben mit den Worten: “Weil er es kann.”

Warum übernimmt er rund um die Welt – und meist gegen den Willen der Fans – Fußball-Clubs? Weil er es kann.

Warum betreibt er einen eigenen Fernsehsender mit dem albernen Namen Servus-TV? Weil er es kann.

Warum verpulvert er Marketing-Millionen mit der Gründung obskurer Sportarten? Weil er es kann.

Warum hält er sich eine eigene Flugshow aus bunt zusammen gewürftelten, historischen Maschinen? Weil er es kann. 

Und Salzburg ist die Hauptstadt des Mateschitz-Imperiums, was sich auch darin zeigt, dass ein bunt beleuchteter Red Bull-Kühlschrank mit verschiedenen Energiedrink-Varianten sogar im Festspielhaus zu finden ist. 

Weil er es kann, leistet sich Mateschitz auch den Hangar-7, ein futuristisches Gebäude, in dem seine bunte Sammlung aus Rennwagen und Flugzeugen steht – und das ein Restaurant namens “Ikarus” beheimatet. Dabei fährt das Lokal mit dem mythologischen Namen ein bemerkenswertes Konzept: Jeden Monat steht hier ein anderer Sterne-Koch für vier Wochen als Gastchef am Herd. 

Nur in einem Monat ist das anders, wie so vieles in Salzburg: im August, wenn Festspiele sind. Dann trägt das feste Team des “Ikarus” unter Executive Chef Martin Klein die alleinige Verantwortung. Wir geben zu: Als wir das lasen, waren wir ein wenig enttäuscht – denn in diesem Jahr besuchten wir zum ersten Mal die Festspiele. “Aber gut”, dachten wir uns bei der Reservierung, “schauen wir mal, was das Team so vom bunten Reigen der Küchenchefs aus aller Welt so gelernt hat”.

Um es vorwegzunehmen: Wir ahnten nicht, wie viel. 

Der Besucher des “Ikarus” darf sich zunächst das Reiche Mateschitz gönnen: Er wird eingeladen, sich die sammelsurige Ausstellung im Hangar-7 anzusehen. Den Aperitif nehmen wir in der “Mayday Bar” im zweiten Stock ein, wo uns der höchst kompetente und bestens gelaunte Barmann in die Details seiner bestens sortierten Gin-Kollektion einweiht. 

Danach geht es einen Stock tiefer. Auf beiden Ebenen zeigt sich das architektonische Problem des Hangars: Es gibt zwar Balkonplätze im Hangar selbst. Nur heizt sich der im Sommer derart auf, dass es schlicht zu heiß ist, um dort zu sitzen. Schade.

17 Gänge erwarten uns, das vorgefertigte Menü, natürlich variierbar durch Allergien oder Abneigungen, ist die einzige Wahl für den Gast. “Essenz No. 7” ist es überschrieben und soll zwei Essenzen betonen, die in allen Küchen der Welt vorkommen, häufig aber nicht wahrgenommen werden: Essig und Öl, weshalb in jedem Gang eine besondere Variante derselben verarbeitet wurde.

Wir beginnen mit vier Küchengrüßen: 

 

  • Taschenkrebs-Gazpacho-Shot (Tomatenessig/Avocadoöl): ein frischer Start, sehr lecker.
  • Steinpilz-Eis (Heidelbeeressig/Steinpilzöl): Wir zucken zum ersten Mal angesichts des fein abgestimmten Steinpilz-Aromas – das ist fantastisch.
  • Cracker mit Misocreme (Estragonessig/Basilikumsamenöl): aromatisch und gut.
  • Kalbstartar-Burger (Senfessig/Gerösteter Sesamöl): HALLO? Können wir davon bitte nicht nur die kleine Bulette haben, sondern einen ausgewachsenen 250-Gramm-Burger? Der Essig bringt eine frische Säure, das Öl eine süße Komponente. Dieses Machart sollten sich all die Edel-Burger-Läden aber so was von genau anschauen!

So langsam ahnen wir: Die 175 Euro sind nicht nur der ortstypischen Festspielpreiserhöhung geschuldet – sondern auch der Qualität. 

Oder besser: Wir sind uns sicher nach dem ersten Happen des gebeizten Toro mit Codium-Alge (Dashi-Essig/Korianderöl).

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