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Donnerstag
Apr092015

Cognitive Cooking: Wenn der Computer mitkocht

Wie wäre es mit einem tschechischen Schweinebauch-Moussaka?

Einem österreichischen Schokoladen-Burrito?

Oder doch lieber indonesisches Reis-Chili con Carne mit Vanille?

Was klingt wie die durchgeknallten Kreationen eines von Fusion-Küche besessenen Kochs, sind tatsächlich Rezepte aus einem der ungewöhnlichsten Kochbücher auf dem Markt: „Coginitive Cooking with Chef Watson“. Also, richtig auf dem Markt ist es noch nicht: Es wird erst kommende Woche erscheinen. 

Denn jener Küchenchef Watson ist kein Homo Sapiens – sondern ein Computer. Besser: ein Netzwerk von Rechnern auf dem Campus von IBM. Natürlich ist ihr Einsatzgebiet nicht das Kochen. Das übergeordnete Ziel des riesigen Projektes ist die Entwicklung einer semantischen Suchtechnologie, also einer Software, die menschliche Fragen versteht und die richtigen Antworten gibt. Das klingt simpel, ist aber tatsächlich ein hochkomplexes Problem, auf das auch Google noch keine überzeugende Antwort gefunden hat. Denn was ist gemeint, wenn jemand nach Golf sucht – der Sport, das Auto, eine Küstenregion?

Natürlich will IBM damit seine Big-DataProdukte stärken. Doch ein wenig PR muss eben auch sein, weshalb das Thema Kochen ins Spiel kommt. Der IT-Konzern kooperiert mit der Koch-Ausbildungsstätte Institute of Culinary Education (ICE) und dem Food-Magazin „Bon Appétit“. Ziel: Mit künstlicher Intelligenz Rezepte erzeugen, auf die Menschen nicht kämen.

Den aktuellen Stand präsentierten die Partner jüngst auf der SXSW, der größten Digitalkonferenz der Welt in Austin/Texas, zu der inzwischen auch das Foodfestival „Southbites“gehört. Die Zusammenarbeit von Köchen und künstlicher Intelligenz „ist ein faszinierendes Konzept“, sagte James Briscione, Leiter Food Development beim ICE: „Als Koch lebt man von der Erfahrung und arbeitet mit dem, was man schon probiert, geschmeckt und gerochen hat. Aber man kann nicht mit etwas arbeiten, was man noch nie gesehen hat.“ Watson dagegen schon. Ein Beispiel: „Wir haben erkannt, dass Olivenöl hervorragend zu Äpfeln passt. Doch es gibt in der klassischen Küche kaum Rezepte, die diese beiden kombinieren.“

Watson greift bei seinen Prozessen dabei auf drei Datenbanken zu: die Rezeptsammlung von „Bon Appétit“, eine Liste typischer Zutatenkombinationen in den Ländern der Welt, sowie eine physikalische Klassifizierung. So weiß Watson beispielsweise, dass man Tomaten nicht stundenlang in einer Pfanne braten kann. Aus diesen drei Quellen generieren die Rechner dann neue Rezept-Kombinationen.

Was als PR-Aktion begann, könnte nun aber doch zum Geschäft werden. Denn die neuen Erkenntnisse sind auch für die Lebensmittelindustrie interessant. Und so orakelt Steve Watson, Director beim Watson-Projekt: „Wir reden mit verschiedenen Unternehmen aus der Food- und Geschmacksstoffindustrie. Mehr können wir noch nicht sagen.“

Am Ende könnte auch eine öffentliche Nutzung der Künstlichen Intelligenz stehen. Derzeit braucht man dafür eine Einladung, hier aber das Erklärvideo:

Aber auch Käufer des Kochbuchs dürften einen Zugang zur Datenbank bekommen, zumindest enthielt das Exemplar, das uns das Watson-Team in Austin schenkte einen solchen. Könnte sich also lohnen, das Buch zu erwerben:

 

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