New York Trends: Gesundes Fast Food, irgendwie
Sonntag, Juli 8, 2012 Chipotle. Immer wieder. Chipotle. Vor 2 oder 3 Jahren tauchte dieser Name immer häufiger in meinem digitalen Leben auf. Viele Menschen aus den USA, die ich kenne oder einfach gerne lese, begannen von Chipotle zu reden, nein, zu schwärmen - zum Beispiel der New Yorker Journalismusprofessor Jeff Jarvis.
“Chipotle”, das ist einerseits ein mexikanischer Chili-Pfeffer und andererseits der Name einer mexikanischen Fastfood-Kette. Gegründet wurde sie bereits 1993, doch erst mit dem Einstieg von McDonald’s im Jahr 2001 wurde sie richtig groß. Fünf Jahre später ging Chipotle an die Börse und das große M steg aus.
2012 ist Chipotle in New York überall. Die Menükarte ist simpel, es gibt Tacos und Burritos, der Kunde kann sich ein einem “Subway”-ähnlichen System gewisse Bestandteile selbst zusammenstellen.
Ist das lecker? Ja. So lecker wie mexikanisches Ketten-Fastfood sein kann. Definitiv gehört “Chipotle” zu den empfehlenswerteren Restaurants dieses Marktes.
Doch da ist noch etwas anderes: “Chipotle” hat einen Trend mitgetrieben, der in New York unübersehbar ist - Fastfood wird irgendwie so etwas wie gesund.

Denn die Hinweise auf der Speisekarte sind unübersehbar: Das verwendete Fleisch, egal ob Rind, Schwein oder Huhn, stammt von freilaufenden Tieren, die ohne Hormone groß gezogen wurden. Das Gemüse ist biologisch angebaut.
Das zeigt, wie sehr die US-Bürger - zumindest an der Ost- und Westküste dazu gelernt haben. Sie achten weit mehr auf ihr Essen als in früheren Jahren und weit mehr, als ihnen manche Vorurteile zusprechen. Das heißt nicht, dass Fettleibigkeit der Vergangenheit angehört: Denn so ein Chipotle-Burito ist alles andere als kalorienarm. Aber: Es tut sich was.

Und weil so mancher dank “Chipotle” gelernt hat, auf die Herkunft von Zutaten zu achten ziehen andere nach. “brgr” serviert nur noch Fleisch von freilaufenden Rindern, die “Pita-Grill” behauptet “positively healthy zu sein und selbst ein Saftstand irgendwo in Midtown wirbt mit “organic” Obst als Zutat.

Dies ist eine logische Weiterentwicklung des Koch-Trends, der in den USA ein paar Jahre früher eingesetzt hat als in Deutschland. Erst lernten viele Menschen durch TV-Star-Köche die Zubereitung, nun interessieren sie sich stärker für die Zutaten.

Das heißt natürlich nicht, dass jeder nun kocht und gesund isst - aber die massive Präsenz des Themas in allen Medien sorgt eben für eine gewisse Fortbildung aller Bürger. Weshalb wir darauf tippen: Auch in Deutschland werden wir bald irgendwie gesünderes Fastfood erleben.
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Reader Comments (1)
Hi,
es geht schon los, z.B. in Frankfurt das Yumas. Da gibt es Burritos:
http://www.yumas.net/