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Montag
Mrz052012

"Bica do Sapato", Lissabon: Forza Portugal!

“New Greek” war im Jahr 2010 das neue Schwarz in Sachen Restaurants, als wir damals Australien bereisten. Überall gab es entsprechende Läden, meist waren sie cool und servierten eben eine feinere, leichte Variante klassischer, griechischer Gerichte. 

Vielleicht wäre es nun an der Zeit, auch eine andere mediterrane Küche in die Welt zu bringen: die neu-portugiesische. 

Nun gut: so neu ist sie gar nicht. In Lissabon existieren seit Jahren eine Reihe von Lokalen, die deftige Tradition paaren mit modernern Leichtigkeit und einem wundervoll designten Ambiente. Nur hat es eben bisher kaum jemand bemerkt. In Deutschland zumindest sind portugiesische Restaurants meist nur bodenständige Fischläden (wenn es sie überhaupt gibt). 

Dabei gibt es das “Bica do Sapato” schon über 10 Jahre in einem alten Lagerhaus am Tejo. John Malkovich soll einer der Investoren sein, wie es dazu gekommen ist konnten wir aber nirgends ergründen. Seit dem ersten Tag aber soll es voll gewesen sein - und ist es bis heute, weshalb Reservierungen eine gute Idee sind. 

Von außen wäre die Behauptung von Understatment schon Overstatement. Kein Leuchtschild, überhaupt kein Schild, die Tür wird abgeschirmt durch eine Metallwand. Dahinter eine Theke mit einem Gel geglätteten aber höchst freundlichen Empfangsherren. So wird der Service den Abend über auch bleiben: freundlich und sogar fröhlich (übrigens haben wir das gesamte Wochenende über in Lissabon zwar mal langsames Dienstpersonal erlebt - aber nie auch nur ansatzweise Patzigkeit). 

Drei Säle bietet das “Bica do Sapato”, einer davon ist eine Sushi-Bar. Ohnehin scheinen Portugiesen Sushi zu lieben, es gibt reichlich cool designte Rohfisch-Läden. Die Räume sind allesamt hoch und miteinander verbunden, im Sommer gibt es ein Terrasse zum Fluß hin. Wie so oft in Lissabon fällt die Geschmackssicherheit der Inneneinrichter auf: modernes, frisches Design, stringent aber nicht langweilig und austauschbar, vor allem aber auch individuell. Hinter uns an der Wand ist ein blauer Teller mit scheinbar typisch portugiesischer Fliesenmalerei zu sehen - tatsächlich ist es eine Projektion mit wechselnden Tellermotiven, ein Fado-Tattoo eingeschlossen. Die Wand daneben, gut sechs Meter breit und sicherlich ebenso hoch, besteht aus sich drehenden Lamellen, so dass drei Motive sich abwechseln.

Zum Gucken also gibt es reichlich, auch was die anderen Gäste betrifft: An diesem Samstag sind sie fast vollständig portugiesich und zumindest optisch nicht von der Wirtschaftskrise betroffen. Entsprechend hoch ist für portugiesische Verhältnisse das Preisniveau: ein Hauptgericht kann auch schon mal 20 Euro kosten - für Düsseldorfer ist dies dagegen eine bekannte Kategorie. 

Wir beginnen mit einem Lachstartar, einem Gericht, das praktisch in jedem portugiesischen Restaurant gehobener Klasse zu finden ist: lecker. Vielleicht noch einen Tacken besser: eine überbackene Seespinnen-Crème. Das Fleisch des Schalentiers ist zu einer Art Mousse verarbeitet, das kräftige Aroma wird wunderbar vom Käse verstärkt. 

Danach einerseits ein schöner Teller Miesmuscheln: gute Qualität, es gibt nichts zu meckern. Portugiesisch-deftig dagegen ein Hasen-Ragout im Metalltopf. Vor allem die Kräutermischung hilft dem Hasen auf Rekordsprünge. 

Das Dessert: ein winziges Mille Feuile mit Karamel-Ingwer-Eis einerseits, ein typisch saftiges Orangen-Küchlein andererseits - beides tadellos.

Keines der Gerichte hatte Sterne-Niveau. Aber - und das zeichnet die Küche in Lissabon aus - alles war lecker. So wie in Horst-Lichter-lecker. Entsprechend sind auch die Portionen: Der Portugiese ist eher kein Weight-Watchers-Fanatiker. 

Das trifft auch für unsere andere Neu-Portugal-Empfehlung zu, das “Sacramento”. Seinen Namen hat es von der Straße, in der es liegt. Von außen wirkt das Restaurant eher klein, tatsächlich aber verteilt es sich auf zwei Etagen eines wunderschönen, alten Hauses. Rot ist die dominierende Farbe, sowohl im Lokal wie in der Bar, in der wir auf unseren Tisch warten. 

Auch hier ist der Service extrem freundlich, die Küche könnte aber an Geschwindigkeit zulegen. Das ändert aber nichts an der Leckerheit ihrer Werke, vom Nationalfisch Kabeljau bis zur Schweinshaxe im Speckmantel. Hier aber geht es auch schon touristischer zu, die Preise liegen auf dem Niveau des “Bica do Sapato” - die Qualität erreicht das “Sacramento” aber nicht ganz.

Lissabon ist also eine Stadt, die nicht nur wunderschön und spannend ist - sondern die auch bemerkenswerte kulinarische Qualitäten hat. Vielleicht nicht in Sachen Gourmet - aber definitiv im Bereich “Boah, war das lecker!”

Bica do Sapato
Largo do Terreiro do Trigo
Lissabon

 

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