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Sonntag
Sep262010

"Kamer01", Amsterdam: Liebe an der Gracht

Amsterdam ist wunderschön - und hat doch zwei Probleme. Zum einen die Taxifahrer: Die meisten sind unhöflich, kennen die Stadt nicht, fahren wie Sebastian Vettel auf Koks mit Alzheimer und Parkinson - und versuchen einen radebrechend über den Löffel zu balbieren. 

Das andere sind die Hotels: Schöne gibt es wenige, meist liegen sie im Süden der Stadt, außerhalb des Grachten-Bereichs. Alle aber sind sie ziemlich teuer. 

So war es ein heftig Seufzen auf der Suche nach einer schönen und mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis versehenen Unterkunft für den Besuch des Innovationskongresses Picnic. 

Die Erlösung bringt Escapio. Diese Reiseplattform ist ein wenig anders als andere. Denn hier werden nur Hotels und Pensionen aufgenommen, die vom Escapio-Team besucht und für gut befunden wurden. Dieses Konzept sei hiermit nachdrücklich empfohlen. 

Hier stoßen wir auf “Kamer01”, ein Bed & Breakfast mit nur zwei Zimmern. Beide aber sehen schon im Web wunderwunderschön aus - also buchen wir.

Tatsächlich aber werden unsere Vorstellungen noch weit übertroffen. Denn was die Gastgeber Walter und Peter am Singel-Kanal geschaffen haben, ist ein absolutes, sensationelles Juwel - direkt über einem Latex-Shop (hey, wir sind in Amsterdam).

Peter empfängt uns im Wohn-Ess-Zimmer mit angeschlossener Küche. “Möchtet Ihr was trinken?” Gute Frage, auf die Fahrt erstmal ein Bier mit Beagle-Streicheln, denn zum Haushalt gehört auch der vierbeinige Thommy. Nach den Formalitäten geht es die enge, kleinstufige Treppe hinauf in den dritten Stock. Wir haben das blaue Zimmer unterm Dach gemietet, das rote liegt eins tiefer und ist optisch ein wenig plüschiger.

Das blaue dagegen atmet maritime Luft: eine weiße Holzdecke, Designermöbel, ein Imac auf dem Schreibtisch, Internet und Wlan sind im Preis mit drin, der Computer ist an den Musikserver der Gastgeber gekoppelt - kuscheliger Jazz bis zum Abwinken. 

Das runde Bett liegt unter einem blauen Mückennetz, das im Sommer in einer derart feuchten Stadt wie Amsterdam eine gute Idee ist. Andererseits: Eine Klimaanlage gibt es auch - und die vertreibt ja auch Stechviecher.

Direkt gegenüber dem Bett liegt die Glastrennwand zum Bad-Bereich. Ganz zarte Seelen könnten ein Problem bekommen. Denn nur zwei große auf die Wand geklebte Bälle behindern die Sicht auf Dusche, Waschtisch und Toilette (alle übrigens von feinster Design-Qualität).

Eigentlich sollte die ganze Wand milchig sein, verraten Peter (im Hauptberuf Innenarchitekt) und Walter (fliegt für die Lufthansa um die Welt) uns am letzten Tag. Die Scheiben aber mussten mit einem Kran in das umzubauende Haus gehievt werden. Immer wieder gab es Lieferverzögerungen, die sich auch auf die anderen Handwerker auswirkten. Endlich ein Termin, endlich das Rumpeln des Lastwagens vor der Tür. Die beiden schauen aus den Fenster - auf klare Glasscheiben. Eine erneute Lieferung aber hätte Wochen gedauert, kurz entschlossen werden die Scheiben eingebaut und nachträglich mit jenen Bällen versehen.

Wer sich in den Kamer01-Zimmern nicht sofort heimelig fühlt, dem ist nicht mehr zu helfen. So liebevoll ist das Design, und so fürsorglich die Umsorgung. 

Denn nicht nur die Drinks sind im Preis inbegriffen - sondern auch ein Frühstück. Jeden Morgen erwartet uns ein neues Obstarrangement von architektonischer Qualität unter einer Glas-Cloche. Danach Joghurt (mit oder ohne Früchte oder und Müsli), warme Brötchen und köstliche Croissants von der Bäckerei gegenüber, eine wunderbare Aufschnitt- und Käse-Auswahl, leckere Marmelade. Müssen wir erwähnen, dass der Orangensaft frisch gepresst ist?

“Read for dessert?”, fragt Peter als wir schon längst um unsere schlanke Linie fürchten. Ein kleines Stückchen Kuchen, das müsse doch wohl gehen. Wie halten sich unsere Gastgeber nur so schlank? Wahrscheinlich weil sie nur Essen reichen, aber selbst nichts zu sich nehmen. 

Und wer mag, der plaudert dann noch ein wenig mit den beiden während unten Radfahrer und Touristengruppen (“Oh, schon neun Uhr, die ersten Italiener kommen.”) vorbeiziehen. Zwei Nächte muss der Gast hier bleiben, das ist Pflicht - in der Hochsaison auch drei. Dann zahlt er 188 bis 218 Euro die Nacht. Das ist nicht billig - aber für diese 6-Sterne-Pension absolut angemessen. Die “Kamer01” ist für uns die Nummer eins in liebevoller Bewirtung - bei der nächsten Picnic kommen wir wieder. 

Kamer01
Singel 416
Amsterdam

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