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Dienstag
Jul272010

Kameha Grand Hotel, Bonn: Sex and the Rhine

Vom 37. Stock des Bonner Post Towers fällt mein Blick mehrmals am Tag auf das futuristisch anmutende Gebäude des “Kameha Grand Hotels”. Seit November 2009 liegt es da an den Ufern des Rheins – kühl abweisend und frohlockend einladend zugleich. Bei der Eröffnungsveranstaltung wurde von keinem geringeren Lob gepriesen denn von unserem damals frisch gebackenen Außenminister - aber das ist eine andere Geschichte.

Egal ob 7 oder 19 Prozent Mehrwertsteuer – wer das „Ladies Weekend“ bucht, bei dem ist das üppige Frühstücksbuffet ohnehin im Übernachtungspreis von 195 Euro pro Person enthalten. Und dazu noch eine Flasche Champagner mit Erdbeeren, 30 Minuten Massage und ein 3-Gang-Dinner. Zeit für einen Perspektivenwechsel: vom Bett der Diva Suite auf den Post Tower.

Als Pendlerin zwischen den offenbar verfeindeten Welten der regionalen Verkehrsverbünde VRS und des VRR kenne ich von Bonn nur den Hauptbahnhof und den Post Tower.

Schade!

(Foto: Shutterstock)

Bonn scheint eine schöne Stadt zu sein. Aber da um Schlag 21 Uhr und 1 Minute die direkte Zugverbindung nach Düsseldorf eingestellt wird, bleibt leider nie genug Zeit, um die Schönheiten der ehemaligen Bundeshauptstadt ausgiebig bewundern zu können. Doch dann – der heiß ersehnte Sommerurlaub ist noch immer auf Wochen entfernt – besinne ich mich auf die Erkenntnis, dass auch ein kurzer Ausstieg aus dem Alltag die Sinne wieder beleben kann.

Ao beflügelt das neueste „Auszeit-Angebot“ des “Kameha Grand Hotels” nicht nur meine Fantasie sondern auch meinen Tatendrang. Ebenso schnell wie ich meine beste Freundin dazu überreden kann, dass wir es uns mal wieder so richtig gut gehen lassen sollten, ist die Reservierung im 5-Sterne „Leading Hotel of the World“ unter Dach und Fach.

Der 16. Juli 2010 ist der ideale Sommertag: Nicht zu heiß, aber warm genug, dass auch abends noch ein angenehm laues Lüftchen weht. Punkt 18 Uhr betreten wir sie: die Diva Suite.

Und stellen als erstes fest: es gibt zwei Diva-Suiten. Mit Verbindungstür. Das schreit ja geradezu nach einem „Sex and the City“-Spezialangebot für vier beste Freundinnen…

Doch wir haben nicht viel Gelegenheit diese Idee weiterzuspinnen, denn wir müssen erst einmal alle Eindrücke verarbeiten, die in dem Moment über uns hereinbrechen, als wir den Raum in seiner ganzer Pracht vor uns sehen: Auf der gegenüberliegenden Seite das ausladend einladende Bett. Aussichtsoptimal platziert an der raumbreiten und raumhohen Fensterfront mit Blick auf Rhein, Terrasse, Promenade und – Post Tower. Rechts von uns der lichtdurchflutete Badesaal, in dem über der freistehenden Wanne ein Kristallleuchter wohnliche Atmosphäre verbreitet. Und als ob das nicht schon genug wäre: ein XXL-Flokatisofa im 70er-Jahre-Stil, für das sicherlich etliche Muppets ihr Leben lassen mussten.

Wir sind begeistert von so viel Sinnlichkeit und verwerfen ganz schnell wieder den aufkeimenden Hausfrauengedanken, der unsere Euphorie mit der hässlichen kleinen Frage zu trüben versucht, wie dieser Schmutz-, Schweiß- und Milbensammler wohl nach jedem Aufenthalt hygienisch einwandfrei wieder auf 5-Sterne-Niveau gebracht wird.

Als wir wieder halbwegs klar bei Sinnen sind, wissen wir, dass unser tolles Übernachtungsangebot einen ganz großen Haken hat. Eine Nacht ist einfach zu wenig, um Suite, Hotelanlage und Umgebung voll auskosten zu können. Also schalten wir um auf Businessmodus und gehen die Sache generalstabsmäßig an:


  • 20 Minuten Zimmerbewundern plus weitere unfreiwillige 20 Minuten, um die Technik im Zimmer zu verstehen („Zimmerkarte beim Eintreten in den dafür vorgesehen Schlitz neben der Tür stecken“ verkürzt diesen Programmpunkt locker um 15 Minuten)

  • 30 Minuten genießen des Begrüßungssekts auf der Terrasse plus, als Bonus für umgebungsadäquate Kleidung, weitere 10 Minuten sich ganz toll fühlen

  • 2 Stunden 45 Minuten genussdinieren mit 3-Gang-Menü, ebenfalls auf der Terrasse. Binnenschifffahrtsschau inklusive

  • 30 Minuten Verdauungsspaziergang auf der Rheinpromenade Richtung Königswinter nebst kostenfreier Sommerregendusche

  • 1 Stunde „An-der-Bar-müssen-wir-auch-noch-mal-halt-machen“-Absacker bis die Haare wieder trocken sind und das Maß der Frisurzerstörung keine Rolle mehr spielt

  • 10 Minuten probeliegen in der unbefüllten Badewanne – für das nächste Mal, wenn das ganze Wochenende gebucht wird

  • 7 Stunden schlafen, bis genau 8 Uhr. Denn dann öffnet der SPA und macht den Weg frei zum Out-Door-Pool auf der dritten Etage

  • 30 Minuten freuen, dass kein Mensch im Pool ist außer uns, und schnell und viel schwimmen, weil Wasser und Luft über Nacht doch merklich abgekühlt sind

  • 5 Minuten vom Pool aus das Siebengebirge bewundern und wünschen, man wäre ein Dichter aus der Romantik, um all die Eindrücke in Worte fassen zu können. Dann schnell noch mal ein paar Minuten schwimmen, um nicht auszukühlen

  • 10 Minuten entspannen im Ruheraum auf vorgeheizten Wasserbetten

  • 15 Minuten aufwärmen in der Dampfsauna plus 2 Minuten ärgern, dass nicht noch mehr Zeit ist, um auch noch die beiden Saunen auszutesten

  • 30 Minuten fertigmachen fürs Frühstück inklusive genießen des selbst gebrühten Kaffees und der mitgebrachten Musik aus dem iPod

  • 2 Stunden Frühstücksbuffetplündern und feststellen, dass man wieder mal zu schnell und zu viel gegessen hat. Also:

  • 1 Stunde Verdauungsspaziergang – wie am Abend vorher, nur bei Licht und ohne Regenguss

  • 40 Minuten noch ein wenig auf den toten Muppets lümmeln, Sachen zusammensuchen, sich fragen, ob man den Wäschesack aus Stoff wohl ungestraft mitnehmen darf. Ihn dann doch da lassen, weil man ja schon mindestens fünf andere Wäschesäcke unnütz im eigenen Schrank rumliegen hat

  • Und dann zum Abschluss noch mal 10 Minuten traurig sein, dass man die gerade erst so liebgewonnene Umgebung schon wieder verlassen muss und der Alltag schon wieder laut und deutlich (an)ruft


 

Fazit: eine einzige Nacht in einer anderen, inspirierenden Umgebung reicht wirklich schon aus, um dem Alltag hinter sich zu lassen, Energie und Glücksgefühle zu tanken und endlich zu verstehen, dass man auch so viel arbeitet, um sich diese Momente leisten zu können. Von nun an werden regelmäßige kleine Auszeiten jedenfalls fester Bestandteil meiner Jahresplanung werden. Ob Leading Hotel oder uriger Gasthof, ob am Rhein oder im Wald, ob in Bonn oder anderswo – Oasen wie diese finden sich sicherlich überall in der Nähe. Tipps nimmt Gotorio übrigens gerne in der Kommentarleiste zu diesem Bericht entgegen.

Ganz zum Schluss sei noch angemerkt, dass - falls gerade keine beste Freundin zur Hand ist – solch eine Sinnenreise zur Not natürlich auch mit dem eigenen Mann unternommen werden kann. In der Badewanne der Diva Suite im Kameha Grand Hotel hat er jedenfalls locker noch Platz.

Nachtrag: Hier noch zwei Videos von anderen Zimmern, gemacht von Unternehmensberater Björn Ognibeni:

Kameha Grand Hotel
Am Bonner Bogen 1
53227 Bonn

Gastautorin Karin Mlaker versorgt die Mitarbeiter der Deutschen Post DHL mit Informationen aus dem Unternehmen. Für Gotorio schrieb schon über die Sporaden, China, Lissabon und Funchal.

Reader Comments (7)

Aber für die nicht nur scheinbar schöne Stadt selbst hats wieder nicht gereicht... schade eigentlich...

Juli 28, 2010 | Unregistered CommenterJott

Stimmt! Deshalb werde ich im September auch noch einmal ein Wochenendspezial mit 2 Übernachtungen buchen.Und eine Fahrradtour den Rhein entlang nach Königswinter ist dann auch geplant.

August 1, 2010 | Unregistered CommenterKarin Mlaker

Für schöne kurze oder auch längere Auszeiten kann ich auch den Breidenbacher Hof in Düsseldorf (dann spart man sich auch die Pendelei mit dem Zug, wenn man eh dort wohnt) und vor allem mein Lieblingshotel das Riva in Konstanz am Bodensee empfehlen.

August 3, 2010 | Unregistered CommenterKatrin

Dieser spritzige "Bericht" zum Hotel, der Suite und dem Erlebnisvergnügen zweier Business Ladies hat meinen Nerv getroffen und mich dazu animiert, darüber nachzudenken den 10. Hochzeitstag dort zu zelebrieren, wurde doch eingeräumt, dass auch eine heterogene Besetzung ihren Reiz haben kann ...

August 4, 2010 | Unregistered CommenterJens-Uwe Einfeldt

Das hört sich ja wunderbar an und zudem so nah für D´dorfer, Kölner etc. ! ... warum auch sollten Kurzausflüge immer mit dem Aufwand einer langen Anreise verbunden sein? Von Köln und Düsseldorf ein Katzensprung entfernt und mit dem Siebengebirge, dem Rhein, den Museen in Bonn gibt es für ein Wochenende auch genügend Abwechslung - eine schöne Kombination aus Ruhe, Sauerstoff und Kultur!

August 5, 2010 | Unregistered CommenterMartina

Das Kameha Grand ist bisher mein Lieblingshotel 2010. Besonders gut gefallen hat mir, dass es beim Check-In anstelle eines mächtigen Tresens kleine, filigrane Stehtische gibt, und das Personal locker und flink ist. Unschlagbar ist auch der Smoothie in der Hausfarbe des Hotels, den es zum Frühstück gibt.

@Katrin: Wollte letztens auch im Breidenbacher Hof in Düsseldorf buchen, habe mich aber schnell von der Idee verabschiedet, als ich erfuhr, dass dort kein Wellnessbereich existiert.

August 10, 2010 | Unregistered Commentersvennov

Was für ein toller Ausblick über den Rhein auf die Schäl Sick. Wenn das nicht schon Urlaub bzw. erholend und inspirierenden ist.

August 16, 2010 | Unregistered CommenterJan!

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