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"Hotel Gabriel", Paris: Ornamental gut

So schön Paris auch sein mag: Beim Blick auf die Hotelrechnung verfliegt oft genug die knusperleichte Vive-la-France-Stimmung. Von all den Metropolen in Europa hat höchstens noch Amsterdam ein solches Übernachtungsproblem: die Preise sind gesalzen, die Zimmer winzig und die meisten Hotels noch ordentlich abgewohnt. Ungern erinnern wir uns noch der verkopften Dunkelkammer “Mama Shelter”, das “Villathená” immerhin war nett - aber auch nicht mehr.

Nun aber ist vieles anders.

Durch Zufall stieß ich bei der Suche nach einer Bleibe während der Marketing2Conference auf das Hotel “Gabriel” - und es gefiel mir so gut, dass gleich eine Buchung für das Pfingstwochenende folgte (Die Fotos zeigen wegen eines Kameradefektes beim zweiten Besuch alle das Einzelzimmer).

(Foto: Hotel Gabriel)

Mit dem grundsätzlichen Problem der Zimmergröße kämpft auch das “Gabriel” - es liegt in einem sehr alten Haus. Aber der Innenarchitekt hat das Beste daraus gemacht: Viele Rundungen nehmen das Gefühl der Bedrängung, die Schranklösungen sind kreativ.

Und dann: die Lichtstimmung.

Es ist eine kreative Kleinigkeit, die den Unterschied ausmacht: Die Wände der Schränke und die Wand zum Badzimmer (das lobenswerterweise Korres-Produkte bereithält) sind aus Kunststoff. Sie enthalten Ornamente, Figuren die sich rohrschachartig aufgereiht an den Händen halten. Diese Muster sind jedoch nur sichtbar, wenn das Licht eingeschaltet sind - ansonsten erscheinen die Wände weiß. Eine wunderschöne Lösung um einen einzigartigen Charakter zu erreichen.

Das “Gabriel” preist sich, das erste Detox-Hotel von Paris zu sein. Nun, zusätzlich entgiftet fühlten wir uns nicht - aber wir haben auch nicht das Wellness-Programm genutzt. Dafür stellte sich ein recht entstpanntes Gefühl ein: Der Service ist höchst freundlich, das Haus liegt in einer ruhigen Seitenstraße nicht weit vom Place de la République und die Betten sind bequemstens.

Von einem allerdings würden wir eher abraten. Eine höhere Zimmerklasse heißt “Glowing Room”. In sie hätten wir eine Nacht wegen eines technischen Defektes in unserem Raum upgegradet werden können - aber wir wollten nicht. Für das versprochene Glühen ist eine Machine auf dem Nachtisch zuständig, die das Einschlafen und Aufwachen durch Musik und Lichteffekte versamten soll. Das kann man gut finden, muss es aber nicht. Vor allem aber war dieses Zimmer (Nr. 403) kleiner als das gebuchte Double Executive - und die Lichtornamente fehlten.

Bei unserer Abreise lernten wir durch Zufall den sehr netten Besitzer kennen, der unser Problem erkannte und berichtete, bei speziell diesem Zimmer habe er auch überlegt, sein Manager habe ihm aber dazu geraten, die 403 eine Kategorie höher einzustufen.

Das aber ist auch das einzige, was wir am “Gabriel” zu meckern haben. Erst recht, weil es nur wenige Minuten zu Fuß sind in die wuseligen Gassen des Marais mit seinen hübschen Boutiquen. Und weil der Preis - so man Glück hat - für Sein-Verhältnisse ein Schnäppchen ist. Wer Glück hat, zahlt im Einzelzimmer 110 Euro und in einem gehobenen Doppelzimmer über Pfingsten 160 Euro. Ach ja: Das Wlan ist gratis - das muss man ja als Deutscher leider immer wieder hervorheben, weil es keine Normalität ist.

Hotel Gabriel
25 Rue Grand Prieuré
75011 Paris, France
01 47 00 13 38

Posted on Sonntag, Mai 30, 2010 by Registered CommenterThomas Knüwer in , , , , , | Comments1 Comment

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Reader Comments (1)

Prima Tipp - gerade für ein langes Freundinnen-Wochenende im August dort gebucht.

Juni 5, 2011 | Unregistered CommenterAnita Freitag-Meyer

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