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Museum Folkwang, Essen: Provinzhauptstadtvorzeigeobjekt

Fassungslosigkeit zeichnet die Gesichter der Besucher. Überraschung beim Anblick einer Abstrusität, einer Unglaublichkeit besonderen Ausmaßes. 

Denn sie befinden sich in einem Museum von gehörigem Ruf, das für viele Millionen einen Neubau geschenkt bekommen hat, entworfen von Star-Architekt David Chipperfield. Pünktlich fertig wurde die Heimstatt zu einem Ereignis, das internationale Größe haben soll: Der Heimatort des Museums darf sich ein Jahr lang Kulturhauptstadt Europas nennen. Gleich die erste Sonderausstellung demonstriert nun den Anspruch dieses Hauses. Sie ist überschrieben mit: “Das schönste Museum der Welt”. 

Und nun das: leere Räume. 

Nicht einer oder zwei. Nein, gefühlt 20 oder 30 Prozent des Museum Folkwang zu Essen bestehen aus nackten, weißen Wänden.

Vielleicht sind es auch weniger, doch dem Besucher fällt dieses Areal besonders auf. Schließlich erwartet er in der besonderen Konstellation des Frühjahrs 2010 auch eine besondere Fülle, eine besondere kulturelle Überwältigung.

Fakt aber ist: Unser erster Besuch im neuen Folkwang entpuppte sich als tiefe Enttäuschung.

Dabei war die Eröffnung viel versprechend. Die Architektur ist Geschmackssache, sehr nüchtern, sehr kühl - aber die Kunst soll ja eigentlich im Mittelpunkt stehen. Und natürlich wurden reichlich Anekdoten ausgepackt rund um den Start. Zum Beispiel die, dass Berthold Beitz, der Patriarch der Krupp-Stiftung und großer Geldgeber des Folkwang, Architekt Chipperfield mitteilen ließ, er wolle ihn sehen. Der Brite kam, Beitz eröffnete ihm, er werde das Folkwang neu entwerfen. Und mit Beitz ist es wie mit Don Corleone: Seine Angebote lehnt man nicht ab. Chipperfield sagte zu - und wurde gleich zur Pressekonferenz durchgelotst. 

Und dann die erste Sonderausstellung. “Das schönste Museum der Welt” - das soll 1932 Paul J. Sachs, der Mit-Gründer des Museum of Modern Art in New York gesagt haben, als er das Folkwang besuchte. Dann kamen die Nazis und verscherbelten die meisten der Meisterwerke. “Die Ausstellung rekonstruiert diese großartige Sammlung für die Dauer von vier Monaten in Essen und macht sie zu einem inspirierenden Ausgangspunkt für die künftige Arbeit des Museums”, frohlockt die Presseabteilung des Folkwang.

Doch wo soll man beginnen? Vielleicht mit dem Einlass.

Wer sich genügend durch die Homepage klickt, der stößt tatsächlich auf Eintrittskarten, die sich online ordern lassen. Nicht jedoch als Print-on-demand, sondern nur per Versand. Kurzfristige Besucher haben also keine Chance, fünf Tage vorher muss man sich entscheiden. Tja, die Tickets müssen wohl gemäß dem üblichen Landesklüngel über den aus unserer Sicht technisch rückständigen Dienstleister NRW-Ticket vergeben werden.  

Ohnehin aber können Eintrittskarten nicht nach Einlasszeit gebucht werden, was bei den großen Museen weltweit sonst üblich ist. Ergebnis: Direkt vor uns kommen zwei Busse an, die allen Einzelbesuchern vorgezogen werden. Die stehen draußen in der Kälte, gelegentlich schaut mal ein Museumswärter vorbei und zu erklären, dass er auch nicht wisse, wann wieder Tickets verkauft werden. Dann werden zwei Dutzend Menschen eingelassen - und die Dame an der Karte erklärt, sie dürfe derzeit keine Karten verkaufen woraufhin ihr Kollege erklärt, sie dürfe jetzt wieder. Chaos. (Übrigens, liebe Folkwanger, müsst Ihr Eure Angestellten in derart clownesk schlecht sitzende Dienstkleidung zwingen?).

Dann sind wir endlich drinnen. Und verloren. Die Sonderausstellung gibt sich keine Mühe, die Besucher zu führen. Nicht nur wir irren umher wie in einem Labyrinth. Viel zu eng sind die Bilder oft gehängt, nicht in Beziehung zu einander gesetzt, sondern schlicht nach Kunstrichtungen und Zeiten sortiert. Wer wissen will, in welchem Raum er sich befindet, verrenkt sich den Hals: Die Beschriftung ist - übertreibungslos - in drei bis vier Metern Höhe an die Wand gepinselt.Das Paaren von Volkskunst aus fernen Ländern und europäischen Künstlern passiert einfach nicht - sie hängen in verschiedenen Räumen. Wäre Google ein Museums-Kurator - so sähe das Goolkwang-Museum aus.

Wie gern würden wir auch etwas über den Weg der Werke erfahren. Wo sind sie hingekommen, nach der Beschlagnahmung durch die Nazis? Durch wie viele Hände gegangen? Wird nicht verraten. 

Nicht einmal sonderlich groß ist die Ausstellung. Vielleicht waren die Museen in jener Zeit auch nicht so üppig bestückt wie heute. Erklärt wird das nicht. Nein, warum dies “das schönste Museum der Welt” gewesen sein soll, ist für den - zugegebenermaßen: verwöhnten - Besucher des Jahres 2010 nur bedingt zu begreifen. 

Bleibt noch die ständige Sammlung. Sie präsentiert sich nicht anders. Eklektisch wirkt das gezeigte. Ohne großen Wunsch, dem Besucher Orientierung zu liefern. Oder gar Erklärung. 

Darauf einen Kaffee? Lieber nicht. Das in vielen Hochglanz-Blättern bejubelte neue Restaurant “Vincent & Paul” ist in der Realität ein zu kleines, lang gestrecktes Räumchen. Schon wenige Wochen nach der Eröffnung macht es einen abgeschrabbelten Eindruck.

Die Glasfront ist an diesem grauen Nachmittag auch noch bewusst per Jalousie verdunkelt - warum auch immer. Die Speisekarte - Selbstbedienung ist tagsüber angesagt - bietet kulinarische Beliebigkeiten wie Rindergeschnetzeltes und Erbsensuppe. Man gibt sich nicht einmal die Mühe, das irgendwie lecker klingen zu lassen. Kuchen? Blechkuchen wie man ihn von SB-Backstuben kennt. Das Ganze ist… abschreckend. 

Vielleicht das zweite Café im Altbau? Nicht besser, nur kahler. Und auf dem Weg dahin irren Besucher eben durch jene leeren Räume. Fotografieren sich dort, weil es so abseitig ist, dass ein Museum mit solchem Ruf zu seiner Eröffnung in einem Kulturhauptstadt-Europa-Jahr nicht mit voller Wucht und allem Bombast die erhöhte Zahl von Besuchern nutzt, um ihnen ein WOW!-Gefühl zu verleihen.

Aber irgendwie passt es zum Start jenes Kulturhauptstadt-Jahres. Schon hier in Düsseldorf kommt kaum etwas über von den Aktivitäten. Zum Start sang Herbert Grönemeyer (Foto von der Generalprobe: Ursula Kaufmann), das sagt schon vieles über den Anspruch in Sachen Ausstrahlung. Irgendwann wird die A40 gesperrt und allepicknicken, das hat sich auch rumgesprochen. Programmhefte liefern zu wenig Informationen, kaum jemand oder etwas macht Appetit auf einen Besuch. Stattdessen gibt es Grausamkeiten wie den wirren Videokanal 2010-Lab, der sich über Menschen, die Kunsthandwerk ihr Hobby nennen, auch noch lustig macht. Kulturhauptstadt? Nein, eher Provinzhauptstadt ist das, was in den ersten drei Monaten abgelaufen ist.

Noch ein letzter Tipp für das Folkwang: Wenn sich an der Parkgarage eine Schlange bildet, fahren sie weiter. Es bedeutet allerdings nicht, dass alle Stellplätze besetzt sind. Offensichtlich hat nur jemand die falsche Kapazität in den Computer eingegeben. 

Posted on Sonntag, April 4, 2010 by Registered CommenterThomas Knüwer in , , , , | Comments12 Comments

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Reader Comments (12)

Das letzte Mal war ich vor gefühlten 7 Jahren im Folkwang Museum. Schon damals fand ich es nicht so berauschend.
Momentan wird momentan großplakatig geworben am Essener Hbf für die Neueröffnung. Ansonsten hört und sieht man nicht wirklich etwas davon.

Eigentlich wollte ich dem Museum auch mal wieder einen Besuch abstatten, aber wenn das wirklich mehr Schein als Sein ist, wie hier im Blogeintrag geschildert, warte ich lieber noch ein paar Monate/Jahre.

April 4, 2010 | Unregistered CommenterNina

Danke für die ausführliche Beschreibung des Nicht-Tips. Statt leerer Räume dann lieber leidenschaftliche Kunst mit Hingabe und Profession dargestellt: ab 15.04. Eröffnung der Julia Stoschek Collection in den Deichtorhallen in HH.

April 4, 2010 | Unregistered CommenterUlrike Zecher

Auch von mir einen herzlichen Dank. Eine Station im Kulturhauptstadtzirkus weniger, die man auf seine eh schon vollgepackte Agenda geladen hätte. Das Phänomen der schlechten Museumscafés scheint hier weiter getragen zu werden. Das werde ich nie verstehen, wieso man sich da nicht ein bisschen Mühe geben mag.

April 5, 2010 | Unregistered CommenterAnke

Ein klares Kontra von mir, allerdings aus einer anderen Perspektive.
Der Schlüssel zu einem schönen Tag im Folkwang-Museum ist die F-Box. Kein F-Word.
Der Inhalt dieser kostenlosen Leihgabe besteht aus einer Brille mit rosa-gefärbten Folien, einer Sanduhr, verschiedener Papier- und Holzblöck ein allen Farben.
Was man damit macht?
Dem Kind in die Hand geben, die Instruktionen step-by-step durchlesen und Aufgaben erfüllen. Nach eigenem Tempo.
Gerhard Richter's düstres Wolkenbild erhält mit der rosa Brille einen komplett anderen Charakter. Und einen Mark Rothko kann jeder mittels ein paar Farbtafeln nachbauen.
Resultat: Kind ist beschäftigt und läßt Eltern und Erwachsene ruhig die Kunst geniessen.

Der ehrliche Grünkohl im Vincent&Paul entsprach dem Preis. Halt ehrlich.

Noch ein Wort zu der Buchhandlung: bestens sortiert auf kleinstem Raum.

Und der kostenlose Pendelbus Essen Hauptbahnhof-Museum zeigt ebenfalls, dass man hier "ganzheitlich" gedacht hat.

Also, ich fands nicht übel.

April 5, 2010 | Unregistered CommenterKatrin

Na, da haben wir ja Glück gehabt, dass wir uns am Ostersonntag, nach der spontanen Idee ins Folkwang Museum zu fahren, ebenso spontan entschieden haben uns nicht an der grob geschätzten 5 Kilometer lange Schlange anzustellen. Wir sind stattdessen, da wir schon mal in der Gegend waren, ins Red Dot Museum zur Zeche Zollverein gefahren. Danke für die Bestätigung, dass wir nichts verpasst haben.

April 6, 2010 | Unregistered CommenterKarin

Das entspricht in etwa meinem Eindruck, ich habe aber noch etwas beizutragen: Die Website ist unübersichtlich und drückt sich bezüglich der Öffnungszeiten am Freitag Abend nicht klar aus. Wir kamen also kurz vor halb elf, zahlten den vollen Preis (10€ für Vollzahler, 7€ ermäßigt), durften aber nur die Ausstellung sehen, weil die Sammlung um halb elf schließt. Genauer gesagt vor halb elf, denn die uns noch zur Verfügung stehenden Minuten bis zur Schließung ließ man uns nicht mehr in die Sammlung. 10€ für die lieblos aufbereitete Ausstellung ist dann wirklich nicht nur ein wenig dreist. Das schönste Museum der Welt? Immerhin gibt es Freitag Abend keine Schlange.

April 6, 2010 | Unregistered CommenterNathanael

Lieber Thomas Knüwer,

Dass Ihnen persönlich die aktuelle Wechselausstellung nicht gefallen hat: Geschenkt, das passiert selbst ausgewiesenen Kunstkennern. Aber dass Ihnen vor lauter Korinthenzählerei (halb heruntergelassene Jalousie und - OMG - Blechkuchen im Museumscafe)
entgangen ist, wie faszinierend schön der Chipperfield-Bau geworden ist, tut mir fast schon leid. Dieser virtuelle Rundgang durchs Folkwang-Museum bietet eine Möglichkeit, das Versäumte unkompliziert am Rechner nachzuholen: http://www.wdr.de/themen/kultur/360grad/folkwang/index.php (aber da es sich um ein öffentlich-rechtliches Angebot handelt, haben Sie Ihr Urteil sicherlich schon vor dem Klick gefällt)

April 6, 2010 | Unregistered CommenterStefan

Trifft genau meinen Eindruck. Ich war irritiert ob der Leere der wunderschönen Räume des " Altbaus". Und das im Jahr der Kulturhauptstadt. Meine Fragen wurden beschämt nicht beantwortet. Wozu eigentlich der Neubau?. Sicher ein Beweis dass viel Geld im System steckt. Zuviel?!
Der Geruch in der Kantine hat mich fatal an den Erbsensuppen Geruch der Entsprechung auf Zollverein erinnert.Keine attraktive Aufenthaltssituation - was denken da denn die auswärtigen Besucher?

April 7, 2010 | Unregistered Commenterdedel

Sehr geehrter Herr Knüwer,

einige Richtigstellungen seitens der Institution, über die Sie sich auslassen. Ihr Bericht, wie erfreulicherweise auch einige Kommentare zeigen, ist sehr persönlich motiviert, einseitig und an vielen Stellen auch sachlich falsch.

- der denkmalgeschützte Altbau des Museum Folkwang wurde in kürzester Zeit auf einen völlig neuen technischen Stand gebracht. Dies, wie auch der Bau des Chipperfield-Baus in 23 Monaten, ist eine herausragende, nicht vergleichbare bauliche Leistung. Es ist international üblich, dass nach einer Renovierung, die auch klimatische Neuregelungen betrifft, aus konservatorischer Notwendigkeit heraus mit der Neuhängung gewartet wird.
Der Altbau ist dennoch geöffnet, da die Besucher dort wunderbar das architektonische Konzept nachvollziehen können, welches als Grundlage für den Neubau diente, dazu dient auch das Modell im Neubau.

- Die Anekdote zu Beitz und Chipperfield ist schlichtweg falsch, es war der Museumsdirektor, der gerufen wurde, nicht der Architekt.

- Kurzfristige Besucher können durchaus kommen, auch ohne Online-Ticket (sie haben hier Recht, im Ablauf mit unserem Dienstleister sind Optimierungen notwendig). Die Schlangen halten sich außer an Feiertagen in Grenzen, Besucher müssen nur selten warten. In Museen mit Zeitkarten erhalten Sie an einzelnen Tagen überhaupt keine Tickets. Im Museum Folkwang ist der Besuch ab 17 Uhr zu empfehlen, auch an Feiertagen, dies ist der beste Zeitpunkt für einen Besuch, da die Besucherzahlen dann zurückgehen.
Der Einlass in die Ausstellung wird manchesmal gestoppt, nicht willkürlich, sonder aus der Notwendigkeit heraus, dass nicht zu viele Personen gleichzeitig in der Ausstellung sein können.
Jedem steht übrigens zu Gruppenführungen zu buchen und damit zu einem bestimmten Termin in die Ausstellung zu kommen (International üblich).

- Jeder Besucher erhält mit seinem Ticket zur weiteren Orientierung innerhalb der Ausstellungsräume einen ausführlichen, gedruckten Kurzführer (dt. oder engl.), inkl. kuratorischem Konzept. Ebenfalls kann ein Audioguide gebucht werden, der durch die Ausstellung führt.
Informationen zu der Provenienz der Werke erhalten Sie dort, wie auf den Schildern, wie im Katalog zur Ausstellung.

- Die Ausstellung ist mit rund 350 Ausstellungsobjekten sicher zu den großen Ausstellungen zu zählen.

- wir können nicht das gesamte Museum zum Café umbauen, dies wäre angesichts der momentanen Besucherzahlen und des daraus resultierenden Bedarfs notwendig. Auf der Rüttenscheider Straße, 5 min entfernt, gibt es, falls Sie keinen Platz im Café gefunden haben, weitere Gastronomie.

Ich hätte mich gefreut, wenn Sie wenigstens einmal vor Veröffentlichung dieses Blogs versucht hätten die Presseabteilung zu erreichen, um Ihre unbeantworteten Fragen zu beantworten oder versucht hätten weitgehender zu recherchieren. Dies ist international üblich.

Mit freundlichen Grüßen
Hendrik v. Boxberg
Presseabteilung Museum Folkwang

April 7, 2010 | Unregistered CommenterHendrik von Boxberg

Auch auf die Gefahr hin, dass mein Kommentar nicht dem international üblichen Standard entspricht, sehr geehrter Herr von Boxberg, und ohne in allen Punkten mit dem hier kommentierten Beitrag übereinzustimmen: Auch ich habe die Ausstellugn besucht und war schwer enttäuscht. Und das hat keineswegs inhaltliche Gründe. Enttäuscht war ich, dass das Personal durchweg so unfreundlich war, dass ich nach 45 Minuten die Ausstellung verließ und das Gefühl hatte, einem Gefängnis entronnen zu sein. Verständnis habe ich dafür, dass bei einer großen Anzahl an Besuchern auch unter den freundlichsten Aufsichtspersonen Stress entstehen kann. Kein Verständnis habe ich dafür, wenn an der Garderobe, an der kein Andrang herrscht, rüde und ohne jegliches "bitte" und "danke" im Befehlston Jacken und Taschen gefordert werden - bevor man überhaupt selbst den Wunsch der Aufbewahrung äußern konnte bzw. dieselben ablegen konnte. Das im Übrigen wiederholt. Ihr Personal behandelt die Besucher nicht wie kunstinteressierte Ausstellungsbesucher, sondern wie Besucher eines Freizeitparks. Das ist sehr schade!

April 8, 2010 | Unregistered CommenterNina

Vielen Dank für diesen Blogeintrag, der sich - wie eine Reihe der Ihren Bericht bestätigenden Kommentare - vollständig mit meinem Eindruck deckt: Ein sicherlich nicht "grandioser" (Spiegel Online) Erweiterungsbau mit einer überladenen und schlecht angelegten Ausstellung unter anmassendem Titel. Grossflächiger Leerstand ohne ein Wort der Erklärung. Personal, das z.T. eher in der Türsteherszene beheimatet scheint. Die Toiletten hingegen waren ganz grossartig...

Mai 11, 2010 | Unregistered CommenterFritz A. Wollner

Sehr geehrter Herr Boxberg,

halten Sie es so, dass Sie persönliche Eindrücke bevor Sie sie, wem auch immer schildern mit Presseabteilungen abstimmen um noch einmal abzugleichen, ob Ihre Wahrnehmung auch den Unternehmens- oder Institutionseigenen entspricht?

Meine nichtabgestimmte Wahrnehmung beim Besuch des Ausstellung war diese:

- Der Altbau ist geöffnet. Ganz wunderbar. Er liefert eine Erklärung zum Neubaukonzept? Hat sich mir leider nicht erschlossen. Eine nachvollziehbare oder deutlich sichtbare Erklärung zu den leeren Räumen im Kontext zum Neubau hätte mir als Besucherin gefallen.

- Schlangen finde ich nicht nur schlecht. Zeugen Sie doch von hohem Interesse. Wenn man in einer solchen steht und auch auf Nachfrage nicht absehen kann, wie lange noch, ist es allerdings schade. Die Anregung mit vorbuchbaren Zeittickets finde ich darum auch prima. Gerade wenn man nicht aus Essen kommt kann der Besuch dann doch viel besser geplant werden.

- Der Kurzführer ist mir nicht mehr präsent - aber stehen dort Erklärungen zu dem Verbleib der Bilder nach der Beschlagnahmung? Auf den Schildern an den Kunstwerken stand dazu definitiv nichts da habe ich nämlich danach geschaut. Das hätte mich interessiert und ist vielleicht eine Anregung für Sie.

- Das Café - oh je! Es geht hier gar nicht um Größe oder Platzangebot. Ich hätte einen Platz haben können. Habe aber verzichtet. Nach den überschwänglichen Presseberichten, Zitat "... Der Münchner Starkoch Heppner, der wie kein zweiter für ein hochmodernes Crossover der Kochkunst steht, wird im „Vincent & Paul“ seine Feinheiten der euro-asiatischen Küche kreieren. Diese leichte, sehr raffinierte Küche, bei der europäische Kochkunst auf asiatische Meisterschulen trifft, passt hervorragend in das klare Ambiente des Museum Folkwang Neubaus. Tagsüber dürfen sich die Besucher des Museums auf jeweils zwei frisch gekochte Tagesgerichte von Küchenchef Jan Schlögl freuen, die sie sich an den offenen Kochstationen aussuchen können. Edles Besteck passt zum schicken Ambiente und feinen Essen. ..." ist die Realität nicht nur ernüchternd sondern enttäuschend. Jan Schlögel kocht ganz anders. Sein Tagesgericht war von euro-asiatischem Crossover Lichtjahre entfernt. Es gab Erbsensuppe.

Mai 14, 2010 | Unregistered CommenterNicola

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