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"St. Martins Lane", London: Raumpatrouille West End

Heute lachen wir drüber. Über die Bügeleisen auf dem Kommandopult der “Raumpatrouille Orion”, über ihre Kämpfe gegen die fliegenden Föhne. Doch damals, 1966, als diese noch immer wundervolle TV-Serie das erste Mal lief, schien es, als könne die Zukunft so aussehen.

Vielleicht lachen wir irgendwann einmal auch über die Hotels der Morgans-Gruppe. Jene Häuser, die mit Design protzen wie ein Rap-Star mit seinen Bling-Bling-Ketten. Weil die Morgans uns verkaufen will, dass so, wie sie ihre Herbergen einrichten Coolness zu sein hat. Und was cool ist, kann ja sich ja sehr schnell ändern. Stichwort: Vokuhila.

Derzeit aber sind wir - und wohl jeder, der ein Morgans-Hotel betritt - beeindruckt. Denn egal ob in New York, wo wir im “Royalton” wohnten, in San Francisco oder London: Wer einmal in einem Haus der Gruppe gewohnt hat, erkennt sofort den Morgans-Stil - obwohl das Design unterscheidbar anders ist.

Im Londoner “St. Martin’s Lane”, nur ein paar Schritte von Leicester Square, Covent Garden und jenem Shop des besten aller Streifen-Designers entfernt durfte sich wieder einmal Phillipe Starck austoben. Sein dominierendes Thema: Licht. Buntes Licht. Weshalb auch die Glastüren am Eingang - angeblich die höchsten der Stadt - gelb sind. Und die Fahrstühle blaulichtig. Die Eingangshalle ist breit und weit, skurrile Stühle paaren sich mit einem großen Schachspiel und übermannshohen Blumenvasen. So ein wenig gleicht der Stil dem “Sketch”, in dem wir beim gleichen Besuch aßen.

Damit das der gemeine West-End-Besucher das auch mitbekommt, das mit dem Licht und der Farbe, kann jeder Zimmerbeschlafer seinem Raum mit einem Dreh-Tast-Schalter ein individuelles Farbklima verleihen. Nur schlichtes Weiß bringt das schwer zu beherrschende Teil nicht zustande. Ein wenig blöd, denn ob man die Bettlektüre in Pink oder Aquamarin nicht lesen kann, ist auch egal. Glückicherweise gibt es eine ganz normale Nachttischlampe.

Ansonsten ist das Zimmer vor allem zweierlei: weiß und licht. Die bodentiefen Fenster sind teilweise von einer Jalousie bedeckt, die vom Gast anscheinend nicht verändert werden kann - eigentlich schade. Andererseits wäre Voyeurismus von der Straße aus vermutlich ein gern gepflegtes Hobby, wäre es anders.

Hübsche Details gibt es aber reichlich. Zum Beispiel das drehbare Kreuz, in dem sich der Fernseher verbirgt. Oder der neongelb gestrichene Türrahmen. Oder das T-Shirt zur Zeit, das käuflich erworben werden kann. Aufruck: Crisis.

Jene Crisis ist es auch, die Morgans-Hotels derzeit erschwinglich machen. Das “Sanderson”, ebenfalls in London, sinkt sogar mal auf 120 Pfund. Es hat den Ruf verwohnt zu sein, ein Kollege aber, der kürzlich da war, entdeckte davon nichts.

Ja, vielleicht werden wir in ein, zwei Jahrzehnten mal darüber lachen, dass wir das “St. Martin’s Lane” cool fanden. Oder das “Royalton”. Aber bis dahin - finden wir es doch einfach mal cool.

St. Martin’s Lane
45 St. Martin’s Lane
London

Posted on Donnerstag, Juni 4, 2009 by Registered CommenterThomas Knüwer in , , , , , | CommentsPost a Comment

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