Jeans, Burger und geraubte Sinne
Man soll ja junge Unternehmen nicht schon vor deren Start in Grund und Boden schreiben. Aber trotzdem müssen ein paar Worte verloren werden, finde ich, über eine Idee, die aus Köln kommt. Und die, mit Verlaub, ein wenig verwegen klingt.
Ihr erster Bestandteil sind Jeans. Jene Körperbekleidung, die maßgeblich von ihrem Sexappeal lebt, der ebenso maßgeblich von der Anschmiegung an einen wohlproportionierten Körper lebt. Die bei einem guten Schnitt aus einem Durchschnittshintern einen Knackarsch macht. Bei deren Vorausgeh-Anlegen manch weiblicher Single sich auf den Boden legt, auf dass der Bauch flacher werden. Oder einst gar mancher sich in die Badewanne begab, damit die Blaue besonders eng sitzt.
Zweite Ingredienz der Geschäftsidee sind - Hamburger. Fett triefende Hamburger, deren Belag selbst gestaltet werden kann.
Jeans und Hamburger, das ist wie Köln und Düsseldorf, wie Harry Potter und Lord Voldemort wie Ursula von der Leyen und eine liberale Gesellschaft. Es geht nicht zusammen, es bekämpft sich, es ist nur Platz für eine der Zutaten.
Und doch kündigt sich in Köln nun ein Burger-Restaurant an, das Jeans verkaufen will. Es heißt “Jungle & Jeans”. Vielleicht aber hat es doch eine Marktchance. Denn auf der Homepage heißt es:
“Unsere Gäste werden in eine amerikanische Welt entführt. Schlichte und dennoch eindringliche Farben in Kombination mit der bescheidenen Eleganz der Innenausstattung rauben einem sehr schnell jegliche Art der logischen Wahrnehmung.”
Tja, scheint irgendwie zu funktionieren mit dem Rauben der logischen Wahrnehmung. Wie das aussieht, wird noch nicht verraten - die Lokalität wird gerade umgebaut. Bis dahin gibt es einen RSS-Feed mit Nachrichten. Die oberste handelt heute von Streubomben. In Köln geht halt vieles zusammen, was man nicht zusammen erwarten würde.
(Gefunden im Twitter-Feed von Anke Gröner.)

Reader Comments (1)
Jeans kaufen ist in der Regel der größte Shoppinghorror bei Frauen. Zwickt, passt nicht, von Knackarsch keine Spur etc. Das man einem Jeansladen einen Frustkompensator anfügt, scheint logisch. Aber keine Frau wird sich nach einer vergeblichen Anprobe eine Kalorienbombe reinwerfen (eher Diätpläne ausarbeiten). Handtaschen, ja Handtaschen würden funktionieren...