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Dienstag
Mai052009

"The Royal Café", Kopenhagen: Geschmack total

Schon am Flughafen in Kopenhagen fällt eins sofort auf: Die Dänen haben Geschmack und Designverständnis. Das Auge erblickt keinen Tinnef, verzichtbare Überladung oder Schnick-Schnack sondern schlichtes Holz in warmen Tönen, einen Delikatessenladen mit gutem Corporate Design, Restaurants, die sich mehr als sehen lassen können und Shops mit den Vorzeigeobjekten der Vorzeigedesigner Erik Magnussen (die berühmte Stelton Thermoskanne) oder Poul Henningsen (die PH Lampe). Arne Jabobsen’s Swan-Chairsstehen in vielen bunten Farben, mal eben so mitten in der Halle und laden zum stilvollen sitzen ein, Lampen von Verner Panton zieren die Decke.

(Foto: Piotr & Co.)

In den fünfziger Jahren gab es eine Art Kehraus in Dänemarks Wohnstuben. Er war die Folgeerscheinung einer neuen Architektengeneration, die neben der Planung von öffentlichen Gebäuden auch für deren Einrichtung verantwortlich zeichnete - und dabei funktionale und formschöne Möbel designte. Stühle, zum Beispiel, sollten gut zu Schulen oder Krankenhäusern passen. Dabei stand die Funktion im Vordergrund. Heraus kamen Stühle wie der Siebener von Arne Jacobsen. Abwaschbar, stapelbar, praktisch und schön!

Den Dänen hat’s gefallen und die düsteren Vorkriegsschränke und muffigen Sessel der älteren Generationen wurden gegen leichte und helle Hölzer mit, klarem Design ausgetauscht. Und weil gutes Design dauerhaft ist, prägen die Möbel noch heute das Bild in Kopenhagen.

Mindestens ebenso berühmt ist die Stadt für “Royal Kopenhagen”. Seit 1775 ensteht in der königlichen Porzellanmanufaktur edle Porzellanware. “Musselmalet”, das erste Service das damals produziert wurde, verkauft sich noch heute bestens.

Für uns sind aber - wie alle, die uns häufiger lesen nur zu gut wissen - neben den Schönheiten für’s Auge die Genüsse für den Gaumen von essentieller Bedeutung. Wie wunderbar, wenn sich das so perfekt vereinen lässt wie im “The Royal Café”!

Ein so entzückendes Café hab ich selten gesehen. Auf einem kopfsteinbeflasterten Innenhof an der Fußgängerzone Amagertorv stehen kleine weiße Gartentische mit rosa Nelkensträußchen und laden zur Mittagspause. Fast bedauern wir das Königswetter, denn drinnen im Café sieht es noch viel netter aus. Wie ein Saal in einem modernen Märchensclhoss wirkt die phantasievolle Mischung aus Arne Jacobsens Ameisen-Stühlen, Hochtischen mit gedrechselten Beinen, silbernen Tapeten unter der Decke und rosa Wänden, zum Teil bemalt, dann bedeckt mit klassischen Gemälden. Lebensgroße Pappmachéefiguren hängen neben Kronleuchtern von moderner Schlichtheit und blicken von der Decke auf die Besucher. Und dazu stehen im Raum verteilt altmodische Glasglocken unter denen köstlicher Kuchen oder eine schöne Kerze hervorschienen.

Die Karte passt zum Ambiente: Sie klebt auf der Rückseite alter Vinylplattenhüllen. Wer hierher kommt, hat von der Spezialität des “Royal Café” gehört: Smushis - eine Mutation aus Smørrebrød und Sushi.

Nein, mit Reis hat das nichts zu tun. Erfinder Rud Christiansen wollte einfach nur die alte dänische Tradition des belegten Brots, eben des Smørrebrød, in eine zeitgemäßere Variante wandeln und natürlich aufwerten. Ein Videointerview mit ihm gibt es bei “Monocle”.

Heraus kommen wunderschöne Kunstwerke, in großem Variantenreichtum - und jede davon ist schlicht köstlich.

Leider können wir sie nicht alle probieren aber die warme Frikadelle, zu der ein Wachtelei garniert ist, oder das extrem zarte süß-säuerlich schmeckende Heringsfilet im Glas können wir genauso empfehlen, wie den Shrimps-Cocktail, die geräucherte Forelle und das Roastbeef. Alles ist Marktfrisch und wird auf dem königlichen Porzellan gereicht.

Wer es süß mag sollte unbedingt auch ein Stück Kuchen nehmen. Der Rabarbercrumble hat es uns ebenso angetan wie die Erdbeertorte, die zwar einen mikroskopischen Erdbeeranteil hat, diese sind dafür auf eine Sahnevanillecreme gebettet, die anbetungswürdig ist.

Nur eines sollte man mitbringen: Zeit. Denn gut Essen will in diesem Fall wirklich Weile haben. Und noch etwas sollte der Kopenhagen-Besucher bedenken: Am Sonntag gibt es die Smushis nicht, sondern nur, wie anscheinend in vielen Restaurants der Stadt, ein Brunch. Das wird aber nicht als Buffet offeriert, sondern kommt in kleinen, appetitlichen Tellerportiönchen.

The Royal Café
Amagertorv6
Kopenhagen

 

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