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Donnerstag
Mrz192009

"Benkay", Düsseldorf: Räuberfleisch und Haubenrauschen

Es gibt diese Restaurants, von denen man weiß, dass es sie gibt und eigentlich wollte man sie auch immer mal ausprobieren, aber dann gibt es die vielen Neueröffnungen und man will ja auf der Höhe der Zeit sein und die anderen, länger schon am Platze befindlichen laufen ja nicht weg…

Kurz: Es gibt Lokalitäten, die so sehr Inventar einer Stadt geworden sind, dass sie keinen rechten Reiz ausüben.

Zu ihnen gehört in Düsseldorf das “Benkay”.Einen exzellenten Ruf hat das Restaurant im Japan-Hotel “Nikko”. Doch allein, dass es im “Nikko” liegt, mindert die Lust, es auszuprobieren: Denn wirklich schön ist der Betonkasten in Bahnhofsnähe nicht.

Um solchen Inventaristen eine Chance zu geben, wurde die Tour de Menu in Düsseldorf eingerichtet. Für ein paar Wochen (aktuell noch bis 31. März) bieten die teilnehmenden Restaurants fixe Menüs zu Vorzugspreisen. So mancher Küchenchef experimentiert dann gerne herum und so entstehen oft tolle Abende. Gern erinnern wir uns an die 60-Stunden-Ochsenschulter des “Fehrenbach” vom vergangenen Jahr.

Das “Benkay” nutzt die Chance, um im Preis mächtig nach unten zu ziehen. 49 Euro für faktisch vier Gänge - das geht mehr als OK. Noch dazu, da wir am Teppanyaki sitzen, dem heißen Tisch mit eigenem Koch. Der, also der Tisch, nicht der Koch, bringt leider einen Nachteil mit sich: eine Dunstabzugshaube. Und die zieht ab. Den ganzen Abend. Hinterhier droht kein Knall- aber ein Rauschtrauma. Überhaupt ist die Atmosphäre nur begrenzt einladend. Schönheit ist nicht die Kernkompetenz japanischer Restaurants, “schmucklos” trifft das “Benkay” recht gut. Dafür ist der Service sehr freundlich und zuvorkommend - das macht die Kahlheit ein Stück weit wett.

Wir starten mit einem kalten Tisch und drei Sushi-Stücken: Bambus in Sojasoße und geschmortem Bonito; Auster in Butter gegrillt sowie Tempura von weißem Spargel - alles klasse, uns begeistert vor allem die Auster. Aber in Sachen Austern sind wir ja auch ein wenig anfällig.

Es folgt eine Erbsensahnesuppe mit Hummer. Klingt merkwürdig - und schmeckt super. Die Erbsen verstärken das Hummeraroma, was wir so nicht erwartet hatten. Diese Suppe ist zum Niederknien!

Danach kommt unsere Köchin und heizt den Tisch an. Die beiden großen Stücke Wagyu-Rind sind leider nicht für uns, sondern das holländische Paar, das auf der anderen Seite sitzt. Wir sind ein wenig neidisch. Für uns gibt es zwei Jakobsmuscheln, die in Butter und Weißwein gebraten werden und danach eine Art japanisches Räuberfleisch: Carpaccio-dünne Rindfleischscheiben werden zusammengeworfen mit Kohl, Paprika und Speck, dazu kommt Sojasoße.

Das Ergebnis ist einen Hauch zu fettig - aber lecker. Sehr lecker. Wenn man Soja mag - aber wer Soja nicht mag, wird kaum japanisch essen gehen. Die Portion ist üppig, hungrig verlässt man das Benkay nicht.

Dass Desserts nicht die Spezialität asiatischer Restaurants ist, dürfte bekannt sein. Das “Benkay” versucht es mit einem “Orangen Smoothie”, faktisch ein hausgemachtes Eis. Sagen wir: Sie haben sich bemüht.

So verlassen wir das “Benkay” mit einem zwiespältigen Gefühl. Denn die normalen Menüs bewegen sich im dreistelligen Bereich. Und auch wenn vor allem das Fleisch exzellent sein dürfte, so lädt die karge Atmosphäre und das auf Dauer nervige Abzugshaubenrauschen nicht recht zum Wiederkommen ein. Zweiteres lässt sich vielleicht nicht ändern, das erstere schon. Wäre schön, wenn das “Nikko” daran arbeiten würde.

Benkay
im Hotel Nikko
Immermannstr. 41
Düsseldorf
Telefon 0211 - 834 0

 

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