"Bofinger", Paris: Die Brasserie der Brasserien
“Comment vous prononcer Bofinger?”
Der Kellner muss es ja wissen, ob nun die eine oder andere Form der Aussprache richtig ist. “Je dis Bofonschee, mais Bofingäär est aussi bien”. Aha! Kommt ja auch aus dem Elsass.
Aber wie auch immer Sie es aussprechen wollen: Ich finde, das “Bofinger”, nahe des Place de la Bastille, ist die mit Abstand beste Brasserie in Paris. Und wo wir hier schon über Brasserie schreiben, mal einen Blick in Wikipedia: Was genau ist das eigentlich?
Eigentlich ein Brauhaus. Wahrscheinlich gibt es aber in ganz Paris keine Brasserie mehr, die noch Bier braut (sollte es noch eine geben, freuen wir uns auf den Hinweis). Faktisch unterscheidet sie sich vom Bistro dadurch, dass man professionellen Service und eine gedruckte Karte erwarten darf. Und immerhin war das “Bofinger” 1864 das erste Haus in Paris, in dem es Bier vom Fass gab.

Aus dieser Zeit auch stammt die spektakuläre Glaskuppel über dem Hauptraum im Erdgeschoss - versuchen Sie dort einen Tisch zu bekommen. Ebenfalls an die Gründerjahre erinnert das wunderschöne Art-Déco-Ambiente mit seinen Leder-Bänken und den Messing-Stangen.
Reservieren sollten Sie übrigens ohnehin: Es ist meist rappelvoll. Obwohl, auch das Warten mit einem Drink an der Bar, wo Sie mit einem Nickname - ich war schon Napoleon - der laut aufgerufen wird auf einen Platz warten, hat seinen Pariser Charme.
Professioneller Service, gedruckte Karte - das ist im Fall des “Bofinger” schnell abgehakt. Doch es gibt hier noch mehr: das, was ich mir unter authentischer Pariser Küche vorstelle. Dieses sensationelle Choucroute de la mer (das man unmöglich aufessen kann) - fein sahniges Sauerkraut mit Lachs, Languste , Schellfisch und Lotte. Und natürlich Tartare. Oder Bouillabaisse

Aber vor allem: die Meeresfüchte-Platten der Extraklasse mit Austern, Crevettes gris und rosé, Miesmuscheln, Schnecken und weiteren Köstlichkeiten. Eine davon reicht als Hauptgericht für zwei Personen. Nur wenn ihr Magen schon so laut knurrt, dass es unter der wunderschönen Kuppel widerhallt, sollten Sie sich verlocken lassen, die Platte für zwei Personen zu ordern - denn die ist wirklich riesig.

Ganz klar, wenn ich in Paris bin, bin ich auch im “Bofinger”. Vermutlich wurde hier “Essen wie Gott in Frankreich” erfunden. Vielleicht nimmt sich auch das “La Coupole” ein Vorbild an seinem Schwesterlokal (beide gehören zu Flo Brasseries) und wird wieder so gut, wie einst - so gut, wie eben das “Bofinger”.
Bofinger
5-7, rue de la Bastille
75004Paris
Métro : Bastille
Telefon: +33 1 42 72 87 82
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Reader Comments (6)
Choucroute und Bouillabaisse als "Pariser Küche" eingestuft?
Geht's noch?!
Also, ich find das nicht so falsch. Es gibt doch einen Unterschied zwischen Herkunft eines einzelnen Gerichtes und der typischen Gerichteauswahl in einem Restaurant-Typ. Ansonsten wäre jedes französische Bistro, das Steak Tartar serviert russisch-tartarisch. Und Sauerkraut gibt es in vielen Pariser Brasserien, obwohl es aus dem Elsaß kommt.
Da war ich so oft in meiner Lieblingsstadt, beziehe meine Tipps vom Kochausbilder persönlich und kenne das Bofinger nicht... Ich werde das umgehend abstellen. Vielen Dank für dafür!
@Brian Melican. Klar, Sauerkraut ist elsässisch, aber ich esse es eben nur in Paris und mit Bouillabaisse verbinde ich auch die Stadt der Liebe. Und damit das das für mich typisch pariserisch. Ces't ca.
Genau, weil ich in Hamburch immer pizza essen tu issas mann unsen nationalgericht geworden.
Mallo...?! wenn es irgendwas typisch pariserisches gibt sind es die Brasserien...und das Bofinger im speziellen. Ich war in den letzten 20 Jahren jedesmal da wenn ich in Paris war. ein must...und alles was es dort gibt ist genuin pariserisch. Fruits de Mer, Boullaibaisse, Choucroute, Steak Tartare, die Stimmung, die Kellner und überhaupt alles. Was ich da schon für unglaubliche Momente hatte...hingehen!!!