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"Bed of Roses": Love, Kitsch and Happiness am Rande von Yosemite

Es ist dieser Blick. Dieser eine Blick, der das Kommen lohnt. Der Mietwagen rollt auf den Parkplatz und es scheint, als sei man nicht durch einen Tunnel gefahren - sondern durch eine Geheimtür, wie in Harry Potters Hogwarts.

Wir schauen in ein Tal, das Tal. Im Winter und Frühjahr stürzen gleich vier Wasserfälle aus hohen Höhen, aber jetzt, im Sommer sind sie trocken. Egal. Das granitene Grau gemischt mit den Variationen von Grün, all das von diesem Aussichtspunkt zur Einfahrt nach Yosemite - man möchte Stunden hier bleiben. Und geht die Sonne unter, muss man noch einmal hierher, vor allem wenn der Sunset rot ist.

Vielleicht ist dies der schönste Parkplatz der Welt, einfach weil jemand auf die Idee gekommen ist, ihn hierher zu setzen.

Der Yosemite Park. Ein Großod an Natur, vier Stunden Fahrt östlich von San Francisco. Über 3000 Quadratkilometer, angefüllt mit Natur. Wer dieser sehr anhängt, kann Tage, wenn nicht Wochen hier verbringen und wandern, klettern, biken, reiten, Skifahren. Wer nicht so zum Outdoor neigt, sollte trotzdem ein oder zwei Tage hier verbringen.

Einfach, um durch die Wälder zu spazieren mit ihren irrwitzigen Sequoias, den Mammutbäumen. Erst wer unter einem der Giganten stand, kann ihre Großartigkeit ermessen. Er fühlt sich winzig und klein und wie ein Kind. 

Und selbst die bräsigsten Besucher des Yosemite werden stiller, wenn mit einem Mal ein Rudel Rehe den Weg kreuzt, die Menschen misstrauisch anstarrt aber nicht, wie in europäischen Jagdgebieten, direkt die Flucht ergreift. 

Nur wo soll man nächtigen? Im Park gibt es ein paar Möglichkeiten, mit der “Wawona Lodge” ein wunderschönes historisches - und teures und ständig ausgebuchtes - Hotel und einiges bodenständiges. Vor den Toren des Areals aber gibt es reizende Bed & Breakfasts wie das “Bed of Roses” in Oakhurst. Allein schon die Adresse: Whispering Pines Drive - nichts könnte besser passen. Jenine und Josie sind die beiden wundervollen Gastgeberinnen, vernarrt in Kitsch und Tiere. Und wie das so ist mit dem amerikanischen Patchwork-Einkommen: Josie ist nebenbei Immobilienmaklerin, Jenine fährt Taxi.

Von beidem gibt es reichlich: Unser Zimmer beherbergt einen Reitsattel auf der Toilette und viel Tand im kleinen Schlafzimmer. Jedes Zimmer hat einen Namen, wir haben die “Country Rose”, jedes ist anders eingerichtet. Vorhanden aber ist alles, im Sommer sogar ein kleiner Pool - amerikanische Land-Gemütlichkeit. Die hat ihren Preis: 125 bis 175 Dollar kostet ein Raum pro Nacht: Yosemite ist keine billige Region.

Die regiert auch im Wohnzimmer, in dem alle Gäste willkommen sind bei Kaffee und Keksen und Reiseführern. Dann schauen auch mal die drei Hunde vorbei. Oder die beiden Katzen. Wenn es nachts laut wird, werden wir gewarnt, sollten wir uns keine Sorgen machen - dann würden Hund und Katze sich nur ein wenig jagen.

Nicht ins Haus darf das Schwein. Und die Ziegen. Sie merken schon: Dies ist keine Unterkunft für Tierhaarallergiker. Aber eine für Menschen, die herzliche Unterkünfte mögen. Jeden Morgen gibt es ein anderes, warmes Frühstück - immer saulecker.

Nach zwei Nächten verlassen wir das Bett der Rosen. Nur ein paar Kilometer sind es bis zum Highway, vorbei an den üblichen Handelsketten und Fast-Food-Läden, die amerikanische Klein- und Mittelstädte umgeben. Nur ein paar Minuten und all dieser Zauber ist verloren. Vielleicht doch noch mal umdrehen? Nur wegen dieses einen Blicks?

Bed of Roses
43547 Whispering Pines Drive
Oakhurst, California

Posted on Dienstag, Dezember 15, 2009 by Registered CommenterGotorio in , , , , | CommentsPost a Comment

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