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Accors "All Seasons"-Hotels und die Tanjaanjas von Dot-Friends

Einer der Gründe, damals mit Gotorio anzufangen war unsere Unzufriedenheit mit Reise- und Bewertungsplattformen wie Tripadvisor oder Qype. Die sind zwar nützlich. Doch gerade bei Qype stellte sich uns immer die Frage: Welche Ansprüche haben die Autoren? Reicht ihnen einfach “lecker”, wenn sie essen gehen? Welche Reiseerfahrungen haben sie?

Das ist nicht böse gemeint gegenüber den Autoren oder den Plattformen. Aber wir hatten das Gefühl, dass eine subjektive Meinung nur dann Gewinn bringt, wenn der, der sie äußert einzuschätzen ist. Oder wenn so viele Meinungen auflaufen, dass sich ein gemeinschaftliches Bild bietet - Wisdom of crowds und so. Deshalb haben wir dieses Blog gestartet, deshalb legen wir viel Wert auf Namen und Funktionen unserer Gastautoren. Und deshalb betonen wir, nicht käuflich zu sein.

So weit in die Materie einzudringen und vielleicht den Text auf der rechten Seite zu lesen, ihn gar einfach mal wirken zu lassen, das darf man nicht von PR-Tanjaanjas wie jenen von den Onlinebotschaftern erwarten. Diese Agentur, hinter der sich die Berliner Firma Dot-Friends beziehungsweise die Dot-Gruppe verbirgt, ist schon einmal durch plumpe PR im Blog-Bereich auffällig geworden. Damals ranzte sie Blogs - auch Gotorio - von der Seite mit einem Bestechungsversuch an: Man könnte doch was Hübsches über die Totgeburt “Geo Reisecommunity” schreiben. Und im Gegenzug gebe es gaaaaaaanz tolle Geschenke. Wie “Geo”-Fanartikel.

Obwohl diese Sache den Onlinebotschaftern einiges an negativer Bekanntheit brachte, scheinen sie ihre Methoden nicht überdacht zu haben. Wenn Sie, liebe Leser, deshalb derzeit im Netz deshalb einiges lesen über den neuen Ableger der Hotelgruppe Accor namens “All Seasons” - glauben Sie besser kein Wort.

Denn nun bieten die Onlinebotschafter Amazon-Gutscheine im Wert von 20 Euro für einen Artikel. 25 ausgesuchte Artikel - man darf annehmen: besonder buckelig-schleimig-positive, bekommen dazu einen Übernachtungsgutschein im Wert von *atemlos* 100 Euro - wie großzügig!

Damit diese Blog-Artikel die nötige “Authentizität” - ja, das Wort verwenden die wirklich - mitbringen, dürfen sich jene Autoren, die sich bestechlich erweisen, informieren: im PR-Geschwallere aus dem Hause Dot-Friends: “Wir haben im Downloadcenter daher viel Infomaterial zusammengetragen, so dass Ihr Euren authentischen Artikel verfassen könnt.Dort findet sich dann das “Kurprofil” - vielleicht ist die Zielgruppe seniorisch veranlagt. Trotzdem duzt man sie im Stile eines besoffenen Kneipengängers auf der Suche nach neuen Freunden.

 Möglicherweise sind die Häuser gar nicht schlecht. Für 2-Sterne-Hotels, die den Charme einer Jugendherberge verströmen, in der sich ein bekokster Innenarchitekt auslassen durfte.

Aber warum müssen sie dann Blogs bestechen? Und wir alle wissen ja: Auf solche Angebote gehen nur jene Autoren ein, die so gar keine Ansprüche an das eigene Werk haben. Und das soll einer Hotelkette helfen? Welche Ansprüche hat die an das eigene Marketing? Niedrige, sehr, sehr niedrige, dürfen wir annehmen.

Nun schicken wir den Onlinebotschaftern noch einen Screenshot unserer Unique-Visitor-Zahlen. Das hätten die nämlich gern so. Und her mit dem Amazon-Gutschein, den wir unter den Lesern von Gotorio gern verlosen werden. Schließlich wird niemand bestreiten, dass diese Beitrag authentisch ist.

Ach ja: Erwähnt bitte onlinebotschafter.com in Eurem Posting, am besten in der Fußzeile.” Bittschön, gern geschehen, da nich für.

Posted on Donnerstag, November 26, 2009 by Registered CommenterThomas Knüwer in , , , , | Comments5 Comments

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Reader Comments (5)

Aber genau so verkaufen die entsprechenden (schlechten) Agenturen für "Online-Marketing" sich: Die Präsentationen beginnen mit Zahlen und Kurven über die enorme und wachsende Reichweite von Social Media. Es folgt die Folie: "Und so bringen wir Sie da rein." Sie versprechen das, was sie dann "Seeding" nennen, indem sie 200 bis 300 Blogs (echte Zahl) dafür zahlen wollen, über das Unternehmen zu schreiben. Und dass diese eine enorme Reichweite haben, hatte der erste Teil der Präsentation bewiesen. Ganz einfach.

Blogger-PRler-Zwitterwesen wie ich haben dann eine heilige Mühe darzulegen, warum dieser Plan kompletter Blödsinn ist.

November 27, 2009 | Unregistered Commenterkaltmamsell

hihi, sehr gut ;)

November 27, 2009 | Unregistered Commenterbjörn

Interessantes Hotelkonzept. Eigentlich von der Idee her nicht schlecht, bloß ein bisschen teuer und bislang wenige Hotels in schlechter Lage. Trotzdem danke für den Tipp.

November 27, 2009 | Unregistered CommenterJürgen

In den letzten Wochen häufen sich die unanständigen Angebote an Blogger, da gab es wohl irgendeinen Crashkurs in Online-Marketing. Nicht alle machen es so plump, die die hier geoutete Agentur. Ich ignoriere diese Angebote einfach, sonst müsste man sich ja ärgern.

November 27, 2009 | Unregistered CommenterEline

Einfach nur unglaublich, wer bitteschoen macht sowas? Ich erhalte andauernd Angebote fuer Werbelinks mit entsprechenden Ankertexten aber sowas....

November 29, 2009 | Unregistered CommenterSascha Pallenberg

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