Der vielleicht bestvernetzte Weinhändler der Welt
Weinhändler haben im Internet alle Chancen. Sie handeln mit einer Ware, die für viele Menschen hochemotional besetzt ist, weshalb diese sich gerne darüber austauschen. Gleichzeitig vertrauen selbst erfahrene Käufer aber einem guten Rat. Wein ist noch dazu ein rares Gut: Nicht jede Flasche ist überall leicht zu bekommen - im Gegenteil. Doch lässt sich eben jede Flasche versenden.
Doch bisher nutzen zu wenige Weinhändler diese gewaltigen Chancen. Sie beschränken sich auf Online-Auftritte mit Shop-Funktion, bestenfalls gibt es noch Veranstaltungshinweise. Was möglich ist, beweist natürlich der inzwischen berühmte wie berüchtigte Gary Vaynerchuck mit seinem Wine Library TV: Wochentäglich produziert er ein Verkostungs-Video, heute passenderweise zu diesem Beitrag über deutsche Rieslinge.
Doch Vanyerchuck ist eben vor allem ein extrem extrovertierter, eine Rampensau des Weins. Und seien wir ehrlich: Seine Videos sind viiiiiiel zu lang. Zumindest für meinen Geschmack. Das tut man sich einmal die Woche an, aber nicht häufiger. Und: Der Online-Shop, der durch Vaynerchuck zu einem 50 Millionen Dollar-Unternehmen wurde, rückt in den Hintergrund. Wer ihn besucht, entdeckt zwar ein Blog und eben die Videos - doch rechte Vernetzung ist nicht vorhanden.
Viel besser macht es ein anderes US-Angebot, auch dieses beheimatet an der Ostküste, genauer gesagt in - was für ein passender Standort - Braintree, Massachusetts (entdeckt bei Weincasting). Sein Name: Bin Ends.
Bin Ends fährt das volle Programm: eine Facebook-Fan-Seite, zum Beispiel; ein Linked-In-Kontakt, ein Pownce-Konto und natürlich Twitter. Blog? Logisch.
Doch nicht, dass der Weinhändler überall aktiv ist, zeichnet ihn aus, sondern der Wille, mit diesen technischen Möglichkeiten zu spielen. So gibt es einen Online-Chat: Wer auf die Seite geht, kann einen Online-Sommelier live kontaktieren - großartige Idee. Oder das Twitter-Tasting: Bin Ends verkauft ausgewählten Bloggern ein Weinsortiment mit Rabatt - und die probieren am gleichen Tag die Auswahl und twittern ihre Meinung.
Ob sich all das positiv auf’s Geschäft auswirkt? Lässt sich nicht vorher sagen. Sicher aber ist: Wer so aktiv im Netz ist, wird zumindest bei den Suchmaschinen höher gelistet werden. Und dass so überhaupt nichts übrig bleibt vom Kontakt mit den Liebhabern des verkauften Produktes, das mag ich auch nicht glauben.
Auf Seesmic gab es jetzt auch noch das erste http://blog.seesmic.com/2008/08/seesmic-interac.htmlVideo-Tasting, organisiert vom Blog TasteVin. Interessanter Ansatz, auch wenn mich Seesmic weiterhin nicht richtig begeistern kann…
References (2)
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Source: Weinprobe 2.x -
Response: Die Zukunft der Weinverkostung...... ob die tatsächlich im Web 2.0 liegt?Wie bereits berichtet, fand nach der ersten deutsche webWeinprobe - organisiert von der Agentur Peito mit Weinen von Pieroth - nun letzte Woche die Twitter-Weinverkostung des US-Weinhändlers bin ends wine


Reader Comments (2)
Ob dieses Prädikat wirklich zutrifft? Vergleicht man die Zahl der followers der beiden, dann bekommt man ein gegenteiliges Bild. Vaynerchuck hat bei Twitter 13.948 followers und binendswine 398. bestvernetzt ist etwas anderes. Und das viel gelobte Twitter Tasting kann man mit 15 Teilnehmern und zehn Postings seit dem Start vor vier Tagen auch nicht gerade als einen rasenden Erfolg bezeichnen.
Vielleicht war dieses Twitter-Tasting noch nicht der rasante Erfolg, und sicher ist binendswine weniger bekannt als Gary Vaynerchuck.
Die Frage ist aber, ob eine Vernetzung, wie binendswine sie anstrebt, nicht auf mittlere Sicht zum Erfolg führen kann. Vor allem dann, wenn Facebook, Twitter & Co so langsam im Mainstream ankommen - spannend ist das auf jeden Fall. Ich sehe mir das jedenfalls mit Interesse an - und mache mir als Online-Weinhändler meine eigenen Gedanken dazu...