Singen, Saufen und die Seine
Pariser sind spezielle Menschen. New Yorker auch und ebenso Londoner. Die Bewohner jeder Art von Metropolis halten sich zu Gute, etwas Besonderes zu sein. Vielleicht lügen sie sich da einfach etwas in die Tasche, versuchen sich mit dem Emporheben über die Masse der Menschen schönzureden, dass sie in einem Husten machenden Verkehrschaos mit marodem Nahverkehrssystem leben, dass sie auf dem Weg zur Arbeit viel zu viel Zeit für wenige Kilometer brauchen, dass sie mehr für Dinge zahlen als die Landbevölkerung und im Gegenzug auch noch mit patzigen Kellnern (in fast jeder Großstadt genießen patzige Kellner Kultstatus) leben müssen. Auch in den Medien wird diese Art des Großstadtlebens zelebriert, sei es mit Serien wie “Sex and the City”, Kinofilmen wie “Der Teufel trägt Prada” oder unzähligen, vor allem auf eine weibliche Klientel zielenden Romanen.

Und nun gibt es ein Weblog, das jenes Speziell-Sein für die Pariser feiert, gefunden haben wir es bei Anke Gröner. Dieses Blog heißt: “Stuff Parisians like” und ist eigentlich ein Marketing-Instrument des Wein-Verkostungs-Seminar-Anbieters O Chateau. Autor Olivier Magny ist Gast-Sommelier im “Hotel de Crillon” und blogt bereits über Wein bei Wine Rendez-vous.
Nun schreibt er also als original Pariser über seine Landsleute. Und das mit viel Witz und Selbstironie. Zum Beispiel über das Balzverhalten rund um den Eiffelturm. Französische Frauen, nämlich, seien nicht so traumhaft, wie wir Ausländer meinen. Ihr oberstes Ziel im Leben sei es, nicht als Schlampe zu gelten. Und deshalb würden die Männer dieser gewissen Steifheit irgendwann überdrüssig, machten Schluss und dann:
“In bars, Parisian men discover an unsuspected reality: foreign girls are different. They can dance. They drink. They have fun.
There is usually no coming back.” Schließlich gönne sich auch der Präsident eine Italienerien.
Ja, Paris. Oder wie Magny schreibt:
“Parisians are just superior to you. Just don’t fight it.”
Und wo wir schon bei Linktipps sind - wir haben da noch einen…
Essen und Trinken sind die fundamentalsten Bedürfnisse des Menschen. Trotzdem kommen sie in der Musik selten vor. Lieder, Opern, Symphonien - in ihnen ist die Ernährung bestenfalls die Garnierung. Künstler sind halt Künstler und deshalb schreiben sie lieber über Liebe. Macht sich ja auch viel besser zu singen: “Ich sterbe für die Liebe” als “Ich liebe um zu essen”. Allein im Film kommt Kulinarisches mal häufiger vor, nehmen wir nur den wunderbaren Wein-Film “Sideways”.
In der Musik aber - wer hat das perfekte gegrillte Steak besungen? Wo ist die Ode an den Pinot Noir? Die Austern-Hymne? Der wunderbare Amateur Gourmet will die wenigen Mutigen, die sich dem Besingen der Kulinarik verschrieben haben, ein Denkmal setzen - mit der Seite Foodsongs.net.
Dort gibt es per eingebundenen Videos jede Menge Ess- und Tringgesänge. Zum Beispiel “Milk & Honey” von Beck, oder “Red Vines” von der wunderbaren Aimee Mann:
Auch Hobby-Musiker tauchen auf, hier zum Beispiel zwei Herren, die über Grilled Cheese singen:
Wie schwer es ist, überhaupt Lieder zu finden, zeigt aber wohl, dass im Grunde schon die Erwähnung von Hackbällchen für die Aufnahme bei Foodsongs reicht. So wie im Rahmen der “Rocky Horror Picture Show”. Trotzdem ist das Video natürlich ein Höhepunkt der Essen-in-Filmen-Historie:


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