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Ameisen statt Viagra

Wenn es gilt eine bedrohte Tierart zu retten, dann ist einer der Gründe, warum selbige bedroht sein soll, mit absoluter Sicherheit die Verwendbarkeit gewisser Bestandteiler dieser Art in asiatischen Potenzmitteln. Zumindest im Rahmen der medialen Begleitung des Dahinscheidens taucht diese These fast immer auf. Den Westeuropäer beschleicht das Gefühl, östlich von ihm steigere sich die Erregung nicht durch die Präsentation oder die Handwerkskunst eines kundigen Geschlechtspartners, sondern durch die Einnahme nach unseren Maßstäben als eklig zu klassifizierender Tierbestandteile.

Womit wir beim wunderbaren Weblog Weird Meat wären.

Seit 2004 reist sein Autor, ein Amerikaner namens Michael, um die Welt und isst - alles. Davor empfinde ich einen hohen Respekt. Denn bei unserem ersten Besuch in Thailand, es war auf Phuket, schlenderten wir über eine Thai-Kirmes.

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Keine andere westliche Nase ließ sich dort blicken, der Besitzer einer wackeligen Motorräder-fahren- Wand-rauf-Bretterbude war höchst begeistert, dass Touristen es wagten, seine Show zu bestaunen. Nie schienen uns Plastikstühlchen und Tuppa-Dosen romantischer, als hier, in einer warmen Sommernacht, umflutet von überirdisch kaltem Neonlicht. Statt Luftgewehrschießen übt sich die Jugend hier mit einer Fletsche - oder sie boxt.

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Natürlich aßen wir auch etwas, das beste Essen gibt es in Thailand ohnehin an der Straße. Hier mal ein Häppchen und dort nahem wir ein. Zumindest aber ahnten wir immer, um was es sich handelt oder vertrauten den Hände-Füße-Erläuterungen der Verkäufer. Dann standen wir vor einem Stand, dessen Wärmelampen sorgsam aufgeschichtete Haufen kleinteiligen Grillgutes beschienen: Heuschrecken lagen dort, Larven, Ameisen und etwas, das wie Kakerlaken aussah. Noch immer rede ich mir ein: Am nächsten Tag, da hätte ich bestimmt etwas davon probiert, die Heuschrecken, zum Beispiel, die sollen doch so gesund sein. Am nächsten Tag war die Kirmes abgebaut.

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Solch ein Zögern kennt Michael von Weird Meat nicht. Er reist um die Welt und probiert alles. Weshalb sein Weblog ein großes Vergnügen ist. Jüngst nun stolperte er in einen Sex-Shop in Schanghai. Und neben der bemerkenswerten Fetisch-Beziehung zu den USA fiel ihm eine Potenzpille mit Ameisenbestandteilen auf.

Nun sind Ameisen ja weit davon entfernt, ausgestorben zu werden. Aber tatsächlich scheinen die Chinesen alles zu schlucken, um ihre Manneskraft zu erhalten. Überraschend finde ich, dass anscheinend wirklich eine Wirkung entsteht. Denn Michael hat die Pille tatsächlich probiert:

“But anyway, about 15 minutes later I had this feeling that I’d been looking at my computer screen too long, the colors were starting to look strange. I went for a walk and everything looked purple-ish, like I was wearing some ultra-violet sunglasses. Really weird, kinda scary. My eyes were not bloodshot, but everything looked purple. So I went to have lunch at Da Marco (best pizza in Shanghai), and the purple vision continued through the meal. It gradually wore off about 3 hours after taking the pill.
During lunch, all the women in the restaurant looked amazing. At one point I was drooling on my pizza, and my date asked if I was ok. “Yes, I think so. Everything still looks purple, and I think I’m getting an erection.” “

Wer sich in das Thema abseitiger Essen einarbeiten will, kann das hier tun:
Posted on Samstag, Mai 3, 2008 by Registered CommenterThomas Knüwer in , , | CommentsPost a Comment

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