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Mittwoch
Apr092008

Huren im Hotel

Also gut, nun gönnen wir uns auch bei Gotorio eine suchmaschinenoptimierende Überschrift. Aber tatsächlich soll es hier um das Thema oben gehen. Also *räusper* Huren im Hotel.

Bei meinem Arbeitgeber, der Verlagsgruppe Handelsblatt, gibt es im Foyer  Zeitschriftenständer mit Produkten unseres einigermaßen weit verzweigten Unternehmens. Darunter sind auch Zeitschriften, die manchmal sehr lang liegen bleiben. Meist kommen sie aus dem Fachverlag und dass sie auf gedämpftes Interesse treffen sagt nichts über ihre Qualität. Denn Fachzeitschriften sind eben für Fachleute gedacht, 99 Prozent der Bevölkerung finden solche Objekte sterbenslangweilig. Aber das ist egal, weil das eine Prozent ohne jenes Produkt nicht leben mögen.

tophotel.jpgVergangene Woche nun fand ich in einem der Ständer “Top Hotel - Die Fach-Illustrierte für Hotel-Management”. Eigentlich hätte ich sie beim Warten auf die Lunch-Verabredung nicht weiter beachtet. Denn das Titelblatt lädt, die Kollegen mögen mir dies verzeihen, nicht so recht zum Lesen ein. Es wirkt eher wie der Werbeprospekt eines Küchenausstatters.

Ein Thema auf dem Cover der März-Ausgabe aber interessierte mich, weshalb ich die “Top Hotel” einsteckte: “Reizthema: Käufliche Liebe in der Hotelbar”. Nun bin ich noch nie in einer Hotelbar von einer entsprechenden Dame angesprochen worden. Diese Situation gehört für mich eher in amerikanische Kinofilme, in denen einsame Hauptrollendarsteller in tiefer Depression jedwede Avancen abweisen. Aber in Deutschland? Gut, ich bin ja selten in Hotelbars, denn die meisten finde ich eher traurig, aber noch nicht traurig genug für das James-Dean-spielt-in-einem-Film-der-Coen-Brüder-Feeling.

Offensichtlich aber hat sich diese Akquise-Methode auch in Deutschland schon etabliert. Es redet nur niemand drüber, wie  Autor Hannes Finkenbeiner in einem richtig gut und unterhaltsamen (aber leider online nicht verfügbaren) Stück erzählt.  Auch sonst erfährt er von einigen netten Geschichten. Zum Beispiel von dem Scheich, der in Zürich 30.000 Franken zahlte, damit 20 Damen in Dessours drei Stunden vor ihm tanzten. Finkenbeiner meint süffisant:
“Eine wirkliche Besonderheit des Züricher Geschäfts: Es muss nicht immer zwangsweise bis zum Äußersten gehen… Wahrscheinlich, weil der Geldbeutel in der Bankenmetropole etwas lockerer sitzt - das Geschäft muss nicht immer auf den Höhepunkt getrieben werden.”

 Auch sehr hübsch ist die Provisionsregel in der Schweizer Hauptstadt: Bis zu zehn Prozent bekommen Concierges angeblich als Vermittlungsgebühr. Der dazu gehörige Stundensatz der Dienstleisterinnen soll bei bis zu 600 Franken liegen.

090420081206.jpg 

Welche Blüten das Gewerbe treibt, weiß Finkenbeiner auch zu berichten. Aus einem Stuttgarter Hotel hat er gehört, dass der Mieter einer Suite um 23 Uhr um ein weiteres Zimmer bat.  Der Concierge stellt die richtige Frage: Ob das zweite Zimmer weit entfernt liegen soll von der Suite. Und dann:
“Eine Stunde später verlässt die Prostituierte das Haus, die offene Zimmerrechnung begleicht der solvente Herr direkt aus seinem Portemonnaie. Am folgenden Morgen wird er ein zweites Mal auschecken - in Begleitung seiner Ehefrau.”

Hotel-Manager, die offen über Prostitution sprechen, hat Finkenbeiner fast keine gefunden. Fast verständlich. Denn ehrlich gesagt: Ich  hätte nicht die geringste Lust, in einer Hotelbar entsprechend angesprochen zu werden. Und würde es passieren, so fiele das aus meiner Sicht auch auf das Hotel zurück.

 

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