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"The Mandala Suites", Berlin: Friedrichstraßendepression

Ich wollte es ja nicht glauben. Nein, dachte ich, das “Mandala Hotel” in Berlin hat ein so tolles Restaurant, das “Facil”, nämlich, die werden nicht so stillos sein und im Internet Design vortäuschen, was nicht da ist. Und so buchte ich ein Zimmer in den “Mandala Suites” in der Friedrichstraße, einem Ableger des Hotels.
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Die Homepage aber hinterließ bei mir ein mulmiges Gefühl.  Denn es gibt ja gewisse Dinge, die beim Internet-Auftritt eines Hotels darauf hindeuten, dass der Schein das Sein übertrifft. Zum Beispiel, wenn es viele Fotos von Zimmerdetails gibt, aber wenige Panoramaansichten; wenn Blumen- und Accessoiresbilder verwendet werden, die überall enstanden sein könnten; und wenn Fotos so überirdisch hell wirken, als sei dies die Heimstatt des Heiligen Geistes. 040420081184.jpg

Auf diese Regel  wollte ich nicht hören - und das war ein Fehler. Schon die Lage der Suiten ist etwas gewöhnungsbedürftig. Sie liegen im hinteren Bereich der Friedrichstraße, umgeben von Büros. Einen großen, überdachten Innenhof muss der Gast durchqueren, bevor ihn das untadelig freundliche Personal empfängt. Die Rezeptionistinnen erklären ihm dann, dass es einen Nebeneingang für die Nacht gibt und führen ihn durch recht kahle Gänge zum Zimmer.  

Das ist vor allem eines: groß. 60 Quadratmeter, habe ich mal geschätzt. Ein großer Eingangsraum, von dem links eine Ankleidenische mit reichlich Ablageplatz abzweigt. Dann ein Wohnzimmer mit Küchenzeile, daneben ein Schlafzimmer. Das WC ist abgetrennt vom Bad mit Wanne und Dusche. Zum wenig heimeligen Innenhof gibt es noch einen Balkon.

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Das Problem: die Einrichtung. Vom kühlen Design der Homepage ist in der Realität wenig zu spüren. Irgendwie soll das wohl Kolonialstil sein, aber es ist die Kolonie eines Abholmöbel-Handels. So möchte ich nicht eingerichtet sein und ich möchte erst recht 120 Euro pro Nacht dafür zahlen. Noch dazu sind viel zu wenige Möbel auf viel zu viel Raum, mehr als zwei Nächte und ich wäre depressiv geworden. Eigentlich sind die Suiten mutmaßlich als Unterkunft für einen längeren Zeitraum gedacht, ein solcher könnte den Wunsch nach Prozac in der dürftig gefüllten Minibar aufkommen lassen.

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Nicht einmal auf dem neuesten Stand ist das Zimmer. Für Internet-Zugang werden die leider üblichen Mondpreise verlangt, einen Flachbildfernseher gibt es auch nicht, im Bad weist ein Zettel darauf hin, dass man vorsichtig sein möge mit der fragilen Glastrennwand, die aus der Wanne eine Dusche macht. Überhaupt ist das Bad mit noch weniger Sinn für Stil entworfen worden, als der Rest des Zimmers.

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Eine Lounge mit Blick über Berlin soll es auch noch geben. Als ich sie mir anschauen wollte, war sie entgegen den Ankündigungen geschlossen. Ich hätte sie mir zum Frühstück ansehen können - aber dafür aberwitzige 18 Euro zu zahlen? Nein, darauf hatte ich keine Lust. Mir erschien  die Gefahr zu groß, dass auch hier viel versprochen und zu wenig gehalten wird.

The Mandala Suites
Friedrichstr. 185 - 190
10117 Berlin

 

Posted on Montag, April 28, 2008 by Registered CommenterThomas Knüwer in , | Comments1 Comment

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Reader Comments (1)

Hattest Du zufälligerweise Zimmer 510? Da war ich vor anderthalb Wochen drin. Ich mag an den Mandala Suites eigentlich nur zwei Sachen: Die Lage und eben die Tatsache, dass es kein richtiges Hotel ist. An der Friedrichstraße gibts ja sonst nur nicht bezahlbare Alternativen. Die Negativpunkte kann ich aber alle unterschreiben. Kein Stil, altmodisch ausgestattet (bis auf das Badezimmer) aber dafür rieeeesig viel Platz, so dass man am nächsten Morgen schon beim Zusammensammeln seiner Sachen bei der Abreise einen Marathon durchs Zimmer hinlegen muss.

April 28, 2008 | Unregistered CommenterThomas

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