"Red Stone Riesling", Gunderloch: Dass rote Steine so lecker sein können...
Viel zu selten schreiben wir hier über Wein. Dabei trinken wir ihn doch so… OK, das klingt jetzt irgendwie versoffen. Egal, auf jeden Fall soll es hier jetzt häufiger als bisher um Wein gehen. Vor allem, wenn er uns so begeistert, wie der “Red Stone Riesling” aus dem Hause Gunderloch. 
Der Weinladen unseres Vertrauens, Rot-Weiss in Düsseldorf, hat ihn uns nahe gebracht. Selten ist es uns aber passiert, dass wir einen Wein, den wir im Geschäft probierten, daheim noch viel, viel besser fanden als im Laden. Das ist der Fall beim “Red Stone”. Er riecht typisch rieslingerisch nach grünem Apfel. Doch der Geschmack ist weitaus vielschichtiger. Dörr-Aprikosen und Quitten sind zu finden, mit sehr zurückhaltender Säure. Vor allem aber ist das Mineralische des Riesling zwar vorhanden, aber ganz harmonisch eingebunden. So passte er heute abend grandios zu köstlichem gebratenem Spargel mit Pinienkernen, den die beste Köchin von allen zubereitete.
Noch haben wir ihn nicht an Freunden getestet, aber der “Red Stone” könnte einer der seltenen Weine sein, die allen schmecken: Den Wein-Freaks, weil er vielschichtig ist; doch er ist nicht so komplex, dass er Gelegenheitstrinker vergraulen könnte. Er hat ein wenig Säure, aber nicht so viel, als dass er schwache Mägen verderben könnte. Er ist süffig, aber nicht flach.
Seinen etwas blöden Namen verdankt er dem roten Felsen, auf dem das Weingut Gunderloch liegt - ein Traditionshaus, das aber den Niedergang Rheinhessens mitgemacht hat und sich nun dank der Erbengeneration dreht. Ihr verdanken wir auch den englischen Titel des Rieslings: Die USA sind ein wichtiger Markt geworden. Und deshalb haben wir nun ein wenig Angst. Dass die Amis uns den leckeren “Red Stone” wegsüppeln - denn für nicht mal sieben Euro ist er ein echter Schnapper.

Reader Comments (3)
Warum sollte das ein "blöder Name" sein? Der stimmt, passt und ist weltweit verständlich. Was will man mehr? Und auf ohne Frage ist der besser als das in Deutschland sonst übliche Etikettenlatein à la Hintertüpfelbacher St. Hildegardiskapellchen Riesling Kabinett halbtrocken.
Ach, englische Namen bei deutschen Weinen finde ich irgendwie so pseudo-hip. Natürlich zielt das auf den internationalen Markt. Aber Chateaus heißen auch noch nicht Castle.
Klingt interessant und bei dem Preis tut ein Testen not und auf keinen Fall weh. Über Wein könnt Ihr gerne mehr schreiben. Eigentlich braucht man auch keinen Händler, sind doch Ahr, Mosel, Rheingau und Nahe ziemlich nah...
Auf meinem "Zechplan" standen am Wochenende
2004´er Sekt vom Ökonomierat Rebholz
2002´er Chardonnay "Cornell" von Schreckbichl
2004´er Malbec "Prodigo" aus Argentinien.