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Freitag
Apr182008

"Naan & Namak", Düsseldorf: Viel Geschmack, zu wenig Fleisch

Es gibt diese “Da sollten wir auch mal wieder hingehen”-Restaurants. Es sind Lokale, in denen man schon mal war und deren Besuch in positiver Erinnerung geblieben ist. Aber eben nicht so positiv, als dass die Örtlichkeit in den Teil des Gehirns gelangt wäre, der für spontane Nennungen bei der Frage: “Wo wollen wir essen gehen?” zuständig ist.

160420081213.jpgSolch ein Restaurant ist für mich das “Naan & Namak” am südlichen Rand der Düsseldorfer City. Jedesmal auf dem Weg nach Köln, die A57-Auffahrt ist nahe, fahre ich daran vorbei und denke genau das: “Da müssteste auch mal wieder hin.” Im Sommer 2005 war ich da, wenige Monate nach der Eröffnung. Und danach - siehe oben.

Es wurde mal wieder Zeit. Erst recht, weil der sonst doch so kritische Jürgen Dollase von der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” da gewesen ist - und ein ordentliches Lob schrieb. Und der lobt sonst selten. Und er geht sehr, sehr selten in Restaurants einer ethnischen Ausrichtung. Noch etwas sprach für das “Naan & Namak” - eine mittelmäßige Kritik des Blogs Speisundtrank: Deren Geschmack und meiner gingen bisher nicht zusammen (was überhaupt nicht als Kritik gemeint ist).

Das “Naan & Namak” bietet etwas, was ich nirgends sonst bisher gefunden habe: afghanische Küche. Mehr noch: gehobene afghanische Küche. Und das in sehr nettem Ambiente, die Wände sind rot, die Tische dunkel, ein Teil des nicht sonderlich großen Lokals ist eine Wasserpfeifen-Lounge.

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So angenehm wie das Innere ist auch der Service. Sehr, sehr herzlich und fröhlich erklären die Inhaber die unbekannten Gerichte, versichern sich immer wieder, ob alle Fragen geklärt sind, weisen auch auf Details hin. Da haben ein paar Menschen Freude daran, die Kultur ihres Landes näherzubringen.

Auf ihre Empfehlung hin beginnen wir mit einer gemischen Vorspeisenplatte. Zwei Salate sind darauf, ein äußerst leckerer, minziger mit Tomaten und Zwiebeln, ein zweiter nicht minder guter mit Joghurt und Gurken. In der Mitte der ordentlich bemessenen Platte (die 2-Personen-Variante reicht auch für drei) gibt es gebackenes Gemüse, das mit einer scharfen Sauße gegessen wird, sowei zwei Versionen von Teigtaschen - sehr lecker.

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Anschließend gibt es Qabeli Kabuli, ein traditionelles Kabuler Hochzeitsgericht. Was ja nicht unbedingt für Geschmack sprechen muss, bei Münsterländischen Hochzeiten gibt es traditionell Zwiebelfleisch von dessen Verzehr ich zumindest abrate. Das Reisgericht aber schmeckt und ist sehr appetitlich angerichtet.

160420081215.jpgEin wenig enttäuschend die als Vorspeise gedachten Teigtaschen, die wir zum Hauptgericht erklärten: etwas lieblos auf dem Teller platziert. Und auch meine Wahl überzeugt mich nicht. Eigentlich wollte ich ein männliches Fleischgericht zur Bekämpfung einer aufkommenden Erkältung. Doch die 24 Stunden lang marinierte Lammkeule entpuppte sich als acht Fleischstückchen an einer Unmenge schlecht dressiertem Salat. Diese acht Stücke waren zwar in höchstem Maße köstlich und herrlich rosa - aber es waren eben auch nur acht Bissen. Und das ist für 12,50 Euro zu wenig. Auch die lange Wartezeit, die schon Speisundtrank ärgerte, traf uns.

Trotzdem verließen wir das “Naan & Namak” in versöhnlicher Stimmung. Denn die Desserts machten eine Menge wieder wett. Sowohl der Sahnepudding Ferni als auch das Dickreis-Desser Schole Schirin sind ein Hammer. Vor allem schmecken sie - und die meisten anderen Gerichte auch - ganz anders als die anderen ethnischen Küchen, die ich kenne. Ein wenig indisch, ein wenig asiatisch - nicht so richtig festzumachen durch die Verwendung zahlreicher sonst wenig gebräuchlicher Gewürze. Und allein deshalb ist das “Naan & Namak” einen Besuch wert. Ob es den Sprung aus meiner persönlichen “Da sollten wir auch mal wieder hingehen”-Kategorie schafft? Wenn  der Sättigungsgrad steigt, hat es gute Chancen.

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Die Videokritik sprechen die Journalisten- und Blogger-Kollegen Franziska Bluhm und Daniel Fiene:

Link: sevenload.com


Naan & Namak
Kopernikusstr. 82
40225 Düsseldorf

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