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"Große Freiheit 26", Münster: Hummel, Hummel - Steak, Steak

Die wichtigste Klarstellung vorweg: Ja, Münster hat wirklich einen Hafen. Einen Kanalhafen. Das verwundert jene, die noch nie dort waren. Und ihnen sei empfohlen, im Sommer unbedingt einen Abstecher dorthin zu machen. Denn wenn es warm wird, ist dort die Hölle los. Dann wandern die Zerstreuungssucher zwischen Großkino, Kneipen, Restaurants, Stadtstrand und Jazz-Keller umher, ein Sitzplatz ist kaum zu finden.

150320081149.jpgIm Gegensatz zu anderen Binnenhafen-Städten, die entdecken, dass Menschen gern am Wasser sitzen, hat sich der Münsteraner Hafen wenigstens noch ein paar der Relikte aus alter Zeit erhalten. Aber auch hier dominieren leider moderne Spektakulär-Bauten in Stahl und Glas. Architektur gewordene Austauschbarkeit.

In einem der älteren Gebäude ist die “Große Freiheit 26” zu finden. Die Norddeutschen hör ich schon stöhnen: “Oh Gott, jetzt machen die Bauern einen auf hanseatisch!” Aber keine Sorge: Hier wird nicht Hansestadt simuliert, die große-weite-Welt-Bezüge sind zurückhaltend. Eher schon erinnert die “Freiheit” an eine aufgerüschte Hafenkneipe.

Die Decke ist niedrig (was die Temperatur schon mal unangenehm steigen lässt), das Licht schummerig, das Mobilar nicht weiter auffällig. Während rechts und links Kneipen residieren, die auch Essen servieren, ist hier die Speisekarte die wichtigste Bedieneroberfläche. So richtig für eine Richtung allerdings können sich die Betreiber nicht entscheiden. Das ständige Menu weist Deftig-Münsterländisches ebenso aus, wie Salate der Marke Irgendwo-aus-dem-Mittelmeer.  

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Dazu kommen aber zwei Wechselkarten, eine mit Fisch, eine mit Fleisch. Und die zweitere spricht uns an diesem März-Abend besonders an - Fisch ist für Draußensitzer im Sommer. So erreichen uns ein irisches Ochsen-Entrecote, ein argentinisches Rumpsteak und ein französisches Charolai-Filet.

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Das Urteil ist einstimmig: Fleisch können sie in der “Großen Freiheit”. Die drei Steaks sind perfekt medium und butterzart. Allein an den Beilagen könnte der Küchenchef noch arbeiten. Pommes aus der Tüte oder Kartoffelscheiben - das ist doch ein wenig arg einfallslos. Auch das Gratin ist OK, mehr aber auch nicht. Dass noch was drin ist, beweist das Charolais-Stück: Als münstersche Variante des Surf’n’Turf kommt es gepaart mit Krebsschwänzen und einer delikaten Balsamico-Sauce - gute Kombination.

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Die “Freiheit” also macht Hoffnung, dass sich etwas bewegt in der schwierigen Münsterschen Gastro-Szene, wo ein ordentliches Restaurant nur schwer zu finden ist - der Einheimische isst halt lieber daheim. Und nicht nur die Küche macht Hoffnung, auch der freundliche, angenehme Service. Nicht, dass es hier an Ausbaupotenzial mangeln würde: Den Gast zu fragen, wie er das Fleisch möchte, wäre doch nett gewesen. 150320081148.jpg

 Aber meckern wir nicht zu viel: Die “Große Freiheit 26” ist nicht die Neuerfindung der Gastronomie, aber ein sympathisches Restaurant, das im Hafenbereich Münsters das beste Essen liefert. Und das ist ein guter Anfang um mehr daraus zu machen.

Die Videokritik sprechen diesmal Claudia und Georg Reuber, Gründer der Marketing- und Event-Agentur Multi-Media


Link: sevenload.com

 

Große Freiheit 26
Hafenweg 26
48155 Münster

 

Posted on Montag, März 17, 2008 by Registered CommenterThomas Knüwer in , , | Comments1 Comment

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Reader Comments (1)

das sieht echt gemütlich aus. war schon öfters in münster, aber hab auch erst heute erfahren, dass münster nen kleinen hafen hat, wofür geo-unterricht nicht alles gut ist *lach*

März 26, 2008 | Unregistered Commenterzitrone

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