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"Meckenstock's", Düsseldorf: Zwischen Curry und Klößen

An diesem Abend, mitten in der Woche, scheint es, als hielten die letzten verbliebenen Mitglieder der Grauen Panther ein Parteitreffen im „Meckenstock’s“ ab. Zwei lange Tische sind besetzt, kein einziges Gasthaupt verfügt noch über eine nicht-graue Haarfarbe. Nun gut, unser Besuch erfolgt in der Vorweihnachtszeit und da gehen jüngere Menschen entweder zu Weihnachtsfeiern – oder gar nicht aus. 17122007802.jpg

Normalerweise, so wird berichtet soll das üppig dimensionierte Kneipen-Restaurant aus der Kategorie „Modernes Brauhaus“ gut gefüllt sein, sagt man in Süd-Düsseldorf. Immer noch gut gefüllt, müssen wir präzisieren, denn auch wir fragten uns: Darf man noch im „Meckenstock’s“ zu Gast sein?

Das ist keine Frage der eigenen Hipness - sondern eine der Moral und der politischen Korrektheit. Denn jenes Lokal ist im Besitz seines Namensgebers Manes Meckenstock. Überregional ist der Kabarettist bekannt geworden als Prominentenwohungsbesucher im Rahmen von „Zimmer frei“. Für Düsseldorf ist er so etwas wie der Kabarett-Platzhirsch, besteht das Ensemble des „Kommödchen“ doch aus wenig bekannten Nachwuchstalenden. Und Dieter Nuhr? Lebt in Neuss.

Jener Manes Meckenstock also ließ sich im Rahmen seiner inzwischen eingestellten Sonntagmorgen-Sendung für den Düsseldorfer Lokalsender Antenne zu einem Spruch gegen die damals frisch im Fernsehen verheiratete Viva-Dame Gülcan, der die Grenzen des guten Geschmacks und der politischen Korrektheit deutlich hinter sich ließ.

Nun sendet er nicht mehr bei Antenne, weiterhin aber ist er Gastronom. Sein Reich besteht aus einem klassisch-brauhäuslich gehaltenen ersten Raum, in dem die lange Theke in Kombination mit den dunklen Möbeln ein wenig Trübsinn aufkommen lässt, und einem zweiten, sehr netten Raum mit grünen Wände und alten Spiegeln. Gutbürgerlich soll das „Meckenstock’s“ sein und das im positiven Sinne. Außerdem gibt es im Festsaal eine kleine Kabarettbühne, die nicht nur vom Hausherren genutzt wird. Dieser speist dann auch selbst an einem Stehtisch und er sieht nicht mager aus – was ja gemeinhin als gutes Zeichen gilt.

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Auch wir würden gerne etwas essen, müssen uns aber in Geduld üben. Denn das Servicepersonal sieht seine Aufgabe gelassen. Erst nach einiger Zeit können wir Getränke ordern, erst auf Nachfrage erhalten wir die Karte. Auf der finden wir neben klassischen rheinischen Gerichten einen asiatischen Einschlag. Der Koch des „Meckenstock’s“, berichtete die „Rheinische Post“ ist Thai und habe in einem gehobenen Bangkoker Restaurant gearbeitet – die Liebe habe ihn nach Germany gebracht.

So entsteht eine etwas skurrile Mischung aus Gerichten. Die Curry-Ente ist voll asiatisch und durchaus lecker. Die Putenscheiben mit Thunfisch-Sauce aber entpuppen sich als Putenaufschnitt mit Bratkartoffeln, die Sauce kommt in einem kleinen Töpfchen. Das Ensemble schmeckt zwar – dürfte bei den meisten Gästen wenig mit dem zu tun haben, was sie sich unter der Beschreibung vorstellen.
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Für den rheinischen Touch sorgt eine Gänsekeule die ungewöhnlicherweise mit Rosenkohl serviert wird, dazu Rotkohl und Klöße. Ordentlich mundet sie, aber ein oder zwei Beilagen hätten ruhig auf Extrateller ausgelagert werden können, so ertranken sie leider in der Sauce. Als Finale gibt es noch einen leckeren Schokokuchen in Schokosauce.  

Der Service hält seinen eher ruppig-freundlichen Stil dauerhaft durch. Der Getränkenachschub versiegt im Laufe der Zeit, Teller werden schon abgeräumt, obwohl noch nicht alle Esser fertig sind (vielleicht hat der Koch diese asiatische Tradition ja durchgedrückt), als wir zahlen wollen braucht es heftiges Winken, bis die Rechnung kommt.


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Das Videourteil sprechen die beiden Journalisten und Blogger und Journalisten Daniel Fiene und Franziska Bluhm:


Link: sevenload.com

Meckenstock’s
Elisabethstraße 82
40217 Düsseldorf  

Posted on Sonntag, Februar 3, 2008 by Registered CommenterThomas Knüwer in , | CommentsPost a Comment

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