"Luang Prabang", Düsseldorf: Und heute mal laotisch
“Free for dinner tonight?” Die SMS werden immer kürzer. Ja, ich bin frei für Abendessen. Gegen Abend wird sich kurz telefonisch abgestimmt; es ist so schön unkompliziert. Er schlägt vor in “dieses Lao Restaurant” zu gehen und ich kann mir ehrlich gesagt nichts darunter vorstellen, aber wenn ich heute mal nicht so zu schlage wie sonst, würden sich die Nähte meiner Jeans bestimmt auch freuen.
“Luang Prabang” steht auf dem Schild. “Klein, aber fein” ist mal wieder das Motto. Wir müssen nur kurz auf einen Tisch warten, zwei andere Gäste bezahlen gerade. Das Lokal ist an diesem Donnerstagabend bis auf den letzten Tisch ausgebucht. Das ist fast immer so: Am Wochenende sollte eine Woche im voraus reserviert werden - mindestens.

“Sie können sich setzen”, sagt uns die Kellnerin mit einem leicht asiatischen Akzent - sehr süß. Dunkelrote Servietten, Messer, Gabel einfach übereinander irgendwie auf den Tisch gepfeffert. Der Laote ein Chaote?!
Die Karte. Eine Doppelseite für die Hauptspeise. Nicht sehr viel?! Stop: Denn wer die Wahl hat, hat die Qual und hier findet sich durchaus alles, was mein Herz begehrt. Beim letzten Mal hatten sie das laotische Lao-Bier nicht, erklärt mir meine Begleitung, das wird er heute probieren. “Zwei, bitte.” Schmeckt anders, aber in der Tat so gut, dass noch das ein oder andere folgen wird. Alles in sehr lockerer Atmosphäre, Bier trinkt man hier aus der Flasche, damit bin ich durchaus einverstanden.
Die Vorspeise: Für gewöhnlich esse ich sehr selten Suppen, doch Ausnahmen bestätigen die Regel. In der großen Schale finde ich Bambus, verschiedene Gemüsesorten und Hühnchenfleisch. Das alles mit einer angenehmen, aber erkennbaren Schärfe, in Kokosmilch. Sehr zu empfehlen. Mein Gegenüber wählt eine Suppe mit Rindfleisch und Gemüse, die auch nicht zu verachten war.
Die Hauptspeise: Wir einigen uns darauf, dass wir drei verschiedene Gerichte bestellen und sie teilen. So haben beide mehr davon. Zu allen Gerichten kann man zwischen Hühnchen-, Rind- und Schweinefleisch, Tintenfisch, Fisch, Garnelen oder Ente wählen. Wer es vegetarisch mag, kann auch diese Variante bestellen.
Eine große Schüssel Reis wird auf den Tisch gestellt und drei Schalen mit den verschiedenen Gerichten drumherum.

Mein absoluter Favorit ist das Gaeng Kiaw Wan: Maiskolben, Paprika, Bambus, Zucchini, Champignons in grünem Curry mit Kokosmilch und Basilikum, das Ganze mit Ente. Scharf, aber angenehm scharf. Ich möchte dazu kurz anmerken, dass ich scharfes Essen mag. Aber ich finde es unschön, wenn die Schärfe alle anderen Geschmäcker überdeckt. Das ist hier überhaupt nicht der Fall.
Ein anderes Gericht heißt Mock. Hier werden verschiedene Gemüsesorten in Bananenblättern gedünstet und, gewählt mit Schweinefleisch, serviert. Da ihnen die Sei Gorg (laotische Wurst) ausgegangen ist, entschieden wir uns zuvor noch für ein Khua Marg Muang Himaphan. Broccoli, Zwiebeln, Paprika, Bambus, Cashewkerne in pikanter Sauce¬auch diese Entscheidung ist nicht zu bereuen.
Gerne hätte ich Fotos von den großartigen Speisen gemacht, aber es gibt Momente, in denen man Fotos macht und es gibt Momente, in denen man es einfach lassen sollte und der Einwurf “Warte, noch schnell ein Foto. Darüber würde ich gerne bloggen…” die Stimmung vermiesen kann. Und das wollte ich nicht. Deshalb hier mit Genehmigung der Urheber die offiziellen Restaurant-Fotos.

Fazit: Der Abend war herrlich. Wenig gegessen haben wir nicht, 2 Portionen zu teilen, hätte wohl gereicht. Aber solche Köstlichkeiten lassen wir nicht stehen.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis war mehr als gelungen. Ich glaube, allein eine Vorspeise hat nicht mehr als 5 Euro gekostet. Lokal hübsch, Stimmung sehr angenehm und auch das Personal war, obwohl ein wenig gestresst, immer aufmerksam und freundlich. Wirklich ausgezeichnet. Das findet übrigens auch der Düsseldorfer Restaurantführer “Düsseldorf geht aus” und bewertete das “Luang Prabang” als “Bestes südostasiatisches Restaurant in Düsseldorf”.
Luang Prabang
Platanenstrasse 26
40233 Düsseldorf
Tel: 0211 / 230 4275
Gotorio-Gastautorin Felicitas Hackmann ist Werberin aus Düsseldorf und Autorin der Blogs Felis Wor(l)d und Felis Kitchen. Für Gotorio schrieb sie bereits über Jamie Oliver und einen Weinspaziergang durch Köln.


Reader Comments (2)
Der Begeisterung für das "Luang Prabang" kann ich mich nur anschließen. Auch das Catering ist sehr empfehlenswert: Der fröhliche Chef kommt dann persönlich vorbei und bringt selbst heftig gestresste Party-Geber in beste Laune.
Für mich ist das Restaurant eine Perle in der Düsseldorfer Gastro-Szene.
Oh, ich muss nach Düsseldorf! Ich war vor zwei Jahren während einer Südostasien reise in Laos und auch in Luangprabang undliebte das Essen dort. Wie schön, dass es jetzt sowas in Düsseldorf gibt.