"Classic Western Steakhouse", Düsseldorf: Eat this, Hauptstadt
Viele gute Western beginnen mit einer Rückblende. Da werden dann Eltern gemeuchelt, während der Sohn zusieht - oder umgekehrt. Vielleicht erschießt der Böse auch die Liebste des Guten - hier ist es selten umgekehrt.
In unserem Fall wurde ein junger Mythos gemeuchelt, der des Edel-Steakhauses “Grill Royal” in Berlin.
Der In-Laden servierte vor rund einem Jahr zwar ordentliches Essen, doch der Service war eher non-existent - und wenn er existierte, wünschten wir ihn uns schnell wieder weg. Unser Kommentator Sascha Lobo schrieb:
“Die erste Pflicht von “Ersten Läden” - und das glauben viele Läden von sich - ist es, dem Kunden eben diese Eigenschaft zu vermitteln. Ist das Personal zu freundlich, zweifelt man schnell daran, dass man es WIRKLICH mit einem Premiumladen zu tun hat, nach dem Motto “Wie, die müssen freundlich sein? Läuft der Laden nicht gut?”.”
“Ach”, dachten wir deshalb, “gäbe es doch in unserer Nähe ein Steakhaus wie das ,Castell’ in Amsterdam, wo sich gutes Fleisch, freundlicher Service und gute Atmosphäre nicht ausschließen…”
In jedem Western aber gibt es aber auch einen Helden. Einen der die Zweifel an der Macht des Guten hinwegfegt, den Bösen zeigt wo das Steakmesser hängt. Und an dem man sich nicht satt sehen kann. Oder essen, in diesem Fall.
Der Held in unserem Fall ist ein Restaurant und es liegt in einer Gegend, in der man nicht mit ihm rechnen würde: Düsseldorf-Pempelfort. Gastronomie gibt es hier schon reichlich. Das “Ab der Fisch” serviert gute Kneipenküche, die “Löffelbar” tolle Suppen, die “Botschaft Mitte” ist ein Stück Berlin-Mitte am Rhein, das “Curry” sorgt für Currywurst mit Blattgold (hey, es ist immer noch Düsseldorf). Und dann gibt es noch das “Benoa” und das neue “Gus” und, und und. Der Einheimische nennt die Ecke Moltke- und Tussmannstraße auch “Bermudadreieck”.
Und dort, auf der Tußmann-, Ecke Liebigstraße, prangt nun ein großer Stier über dem Eingang eines Lokals, das in den vergangen drei Jahren häufig Namen und Konzept wechselte. Unter Gastronomen heißt es dann oft, über einem solchen Laden liege ein “Fluch”. Wir beten inständig, dass solch ein Aberglaube Unfug ist. Denn das “Classic Western Steakhouse” ist eine Bereicherung für Düsseldorf, es hat unser Herz im Sturm erobert, es kann nicht genug gelobt werden, es ist in seiner Gesamtheit eine mittlere Sensation - obwohl das Konzept so gar nicht nach Pempelfort passt.

Denn das “Classic Western” zielt auf eine zahlungskräftige und gehobene Kundschaft. Die bekommt erstaunliches geboten. Einen Parkdienst, zum Beispiel. Der nimmt vor der Tür den Wagen in Empfang und stellt ihn ab, was in dieser Gegend eine echte Hilfe ist - und in Deutschland eine große Seltenheit.
Der Service hat damit erst begonnen. Das komplette Team des Hauses wirbelt mit einer solchen Freundlichkeit und Fröhlichkeit, dass der Gast sich fragt, warum das in Deutschland so selten möglich ist. Offensichtlich ist dies sogar die Normalform: Innerhalb von drei Wochen waren wir zweimal dort - beide Male fühlten wir uns umsorgt wie selten zuvor.
“Guten Tag, ich bin ihre lebende Speisekarte”, heißt es nach dem Aperitif: Auf großen Platten stellt der Kellner uns die Fleischsorten vor, Zubereitungsarten inklusive. Natürlich gibt es das alles auch als Karte.
Wer den Abend im “Classic Western” verbringt, sollte den Tag über besser nichts essen. Denn die Fleischportionen sind ordentlich: Zwischen 220 und 500 Gramm bewegen sich die Filets, ein Porterhouse bringt es, Knochen inklusive, auf 1,2 Kilo. Bestens geschmeckt hat uns dabei die Zubereitung als “Apachi Filet”: Dieses wird etwas früher vom Feuer genommen und mit Gewürzen eingerieben, die sich unter einer Heizschlange ins Fleisch einarbeiten - sehr pikant, sehr lecker. Auch bei meiner persönlichen Steakhaus-Meisterdisziplin punktet der Neuling in Pempelfort: Die BBQ-Sauce ist herrlich rauchig-tomatig und muss sich nicht hinter US-Vorbildern verstecken. Dazu ordert der Gast beliebige Beilagen, von den guten Country Potatoes bis zum Kartoffel-Pü mit Trüffelöl.
Bei dieser Masse an Fleisch könnte mancher verleitet sein, gar nicht erst an eine Vorspeise zu denken. Das ist schade, denn sie lesen sich sehr interessant. Wir testeten die Louisiana-Chili-Suppe mit Ingwer - köstlich!
Am Ende des Abends gibt es einen Digestif auf’s Haus - der ist auch dringend nötig. Denn wir sind prall gefüllt mit Fleisch. Und begeistert.
Wir wanken hinaus in die Nacht und nehmen unser Auto in Empfang. Fast scheint es uns, als schimmere am Horizont ein bläuliches Licht, als flirrten die sich in der Spree spiegelnden Lichter des “Grill Royal” hinüber gen Düsseldorf. Unsere Augen verengen sich zu Schlitzen, wir meinen eine imaginäre Zigarre im Mund zu schmecken. Unsere Hand wandert gen Hüfte, unser Stand wird breitbeinig. Und dann knurren wir heiser, wie einst Clint Eastwood, gen Osten: “That’s the way to do a steak house. Eat this, Hauptstadt!”
Unser Videokritiker ist diesmal Rainer Fries, Gründer von Your-Seat.com:
The Classic Western SteakhouseTußmann Straße 12
40477 Düsseldorf
What`s that?? Aufgrund unserer bevorstehenden Hochzeit, und weil ich eine Verfechterin des ins Brautkleid hineinhungerns bin, mache ich gerade “no Carbohidrates”, was das abendliche “was wollen wir dennn essen?” nicht gerade unendlich vielseitig macht. So landeten wir heute wieder im von uns geschätzen “Classic Western Steakhouse”. Um es gleich vorweg zu nehemen: Das Steak war - wie immer - s e n s a t i o n e l l. Allein der Service war - komisch. Nein, für die aufgerufenen Preise nicht gut, nahezu schlecht.
Wir bekamen obwohl wir nicht reserviert hatten einen netten Tisch. Und saßen dann mal so rum. Und warteten. Etwas länger. Dann durften wir einen Aperitif bestellen - eigentlich beim Kollegen, aber na, machen wir mal einen netten Eindruck, dann doch bei der Kellnerin, die zufällig in der Nähe war. Das Essen war ausgewählt, die Weinkarte kam auf Nachfrage dann auch - nach der Bestellung. Der Wein war geordert, er kam nicht. Das Essen wurde gereicht. Doch leider, tockenen Fußes. Auf die Anmerkung, dass ein Glas des dazu georderten Weines ein gute Idee sei, fragte die Kellnerin, bei welcher Kollegin wir denn geordert hätten. “Bei der Dame in der schwarzen Bluse mit den weißen Streifen”. “Aha. Und was haben Sie bei ihr bestellt?” Könnte mann ja bei der Kollegin nachfragen - muss man aber nicht. Auf unsere Auskunft “den Malbec”, kam der Chef kurze Zeit später mit zwei alternativen Flaschen - unseren Wein gibt es nicht mehr - aufgrund der Verspätung bekommen wir den Argentinier 10,00 Euro preiswerter. Nette Geste!
Die Rechnung beläuft sich auf 156,00 Euro für zwei Hauptgerichte, einen Prosecco mit Aperol und eine Flasche Malbec für 49,00 statt 59,00 Euro sowie - und hier geraten wir erneut ins Stutzen - 2 x Parken für 2 x 6 Euro. Ich gestehe, ich liebe Valet Parking. Ich verstehe, dass das Geld kostet, aber pro Person statt pro Auto ist doch nen büsschen overdone. Der Kellner meint, das sei schon immer so. Der Chef sieht das anders und gibt uns sogar mehr als die Hälfte der 12 Euro zurück.
Moral von der Geschicht: Leckeres Essen ist super - wenn der Service nicht stimmt oder der Gast sich sogar abgezockt fühlt, bleibt ein fahler Nachgeschmack. Da kann das Filet noch so perfekt gebraten sein.


Reader Comments (5)
Na gut, wir werden es ausprobieren. Wehe, wenn mein Steak auch nur ein bisschen kleiner sein sollte.
***Hier stand ein anonym abgegebener Kommentar, den wir nach reiflicher Überlegung gelöscht haben.***
Für mich gab's heute keinen Digestif auf's Haus (hat man Euch vielleicht als Tester erkannt?), aber das macht nichts. Sehr sehr um den Gast bemühtes Personal, es fehlt jederzeit an nichts bzw. keinerzeit an irgendetwas. Das Fleisch ist ein Traum und wird durch die Zubereitung nicht verschandelt, sondern veredelt. Mich hat man dort sicher nicht das letzte Mal gesehen, weiter so.
Was für ein Disaster!!!!
Unser Abend fing schon mies an. Obwohl wir eine Woche vorher einen Tisch reserviert hatten, bekamen wir einen Tisch am reichlich belebten Gang, der etwa einen halben Meter breit war. Zur anderen Seite saßen wir in Hör- und fast Fühlweite bei unseren Tischnachbarn. Es dauerte dann 20 Minuten bis überhaupt mal jemand zu uns an den Tisch kam und die Karte brachte. Bei der "Fleischpräsentation" wurde uns auf ausdrückliche Nachfrage erklärt, das Fleisch wäre gegrillt. Wir bestellten ein Filet und ein Rumsteak mit Salat und Kartoffelpü. Es kam dann allerdings ein gebratenes, in Butter schwimmendes Rumsteak. Die Kellnerin fing tatsächlich eine Diskussion mit uns darüber an, ob sie vorher gesagt habe oder nicht, dass das Fleisch in Butter und gebraten käme und erklärte sich erst nach einigem Hin und Her dazu bereit, ein neues Stück Fleisch zubereiten zu lassen- übrigens mit dem Hinweis:" Das kann jetzt aber dauern, Sie sehen ja, was hier los ist..." Als ich dann erklärte, dann würde ich verzichten, kam eine andere freundliche Kellnerin dazu und versicherte schnell, sie würde sich darum kümmern, dass es schnell gehe. Das zweite Stück Fleisch kam dann auch sehr zügig, immerhin mit einer extra Portion Kartoffelpü. Ich kann aber nicht sagen, dass es mich für, ich glaube es waren um die 40 Euro, wirklich vom Hocker gehauen hat. Bei den Preisen erwartet man - wohl zu Recht - etwas besonderes. Das Filet war gut. Die Krönung des Abends folgte dann bei der Bezahlung. Wir fanden einen Whisky (18,50 Euro) und eine zweite Flasche Wasser (7,50 Euro), die wir nicht hatten auf der Rechnung. Darauf angesprochen, zog unsere Kellnerin erstmal wortlos ab. Sie kam dann mit der berichtigten Rechnung wieder, die sie uns, zunächst auch ohne Kommentar auf den Tisch legte. Dann kam sie ein drittes Mal und entschuldigte das Versehen damit, dass wohl eine andere Kollegin die Positionen gebucht habe... Sie hoffe, Sie würde uns dennoch wiedersehen und ob sie uns denn noch einen Kaffee auf Kosten des Hauses bringen könne.
NEIN SIE WIRD UNS IN DIESEM RESTAURANT NICHT WIEDERSEHEN!
Wir sind dann ins Ab der Fisch und haben dort den Abend noch nett ausklingen lassen.
***Hier stand ein Kommentar, desse Neutralität zu bezweifeln war. Es gibt Hinweise, dass hier ein Restaurant-Konkurrent versucht, den anderen schlecht- und sich selbst gutzuschreiben.***
Das alles bringt uns ganz normale Menschen nun dazu, uns an Tische anderer Steakhäuser zu platzieren...