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"Patrick's Seafood", Düsseldorf: Rosa Fisch

Dieses Licht. Es ist dieses Licht. Rosa. Pink. Neonig. Wer sich bei “Patrick’s Seafood” zu Tisch begibt, muss es ertragen können, dieses Licht.

Keine Ahnung, welcher Inneneinrichter dem Chef Patrick Le Guern geraten hat, sein Restaurant derart zu bestrahlen. Kompetent aber kann dieser Berater nicht gewesen sein. Denn auch, wenn bei einem Restaurant das Essen im Vordergrund stehen sollte, so hat das omnipräsente, pinke Fluten doch einige Wirkung. Für ein romantisches Dinner, zum Beispiel, ist “Patrick’s” nicht zu empfehlen - hier wirkt niemand rosig und sanft und anmutig. Das geht einfach nicht bei diesem Farbklima. Auch das Essen wirkt bei weitem nicht so appetitlich, manche Speise im brauntönigen Bereich wirkt gar grau und wenig zum Anbeißen. Und ehrlich gesagt: Nach rund zwei Stunden in diesem Farbklima, taten mir die Augen weh.

Das ist eigentlich schade. Denn grundsätzlich macht die Mannschaft im Düsseldorfer Medienhafen einen guten Job. Der Service, zum Beispiel, ist höchst freundlich. Am Nebentisch wurden Schalentieren-unerfahrenenen Gästen liebevoll das Knacken derselbigen beigebracht. Und auch das Team in der offenen Küche macht einen angenehm entspannten Eindruck.

Was sie zubereiten hat Qualität - vor allem in Sachen Rohstoffe. Egal ob Wolfsbarsch oder Kabeljau: Der Fisch ist vom feineren, ebenso die irischen und französischen Austern, die wir als Vorspeise nahmen. An den Jakobsmuscheln gab es auch nichts zu mäkeln.

Die Karte wechselt anscheinend schnell. Sie kommt in Form schnöder Ausdrucke - das macht zwar keinen sonderlich edlen Eindruck, erweckt aber die Hoffnung, dass hier Frische siegt.

Die Zubereitung ist eher konservativ: Kabeljau mit Senfsauce, Wolfsbarsch mit mediterranem Gemüse, Rochenflügel ebenfalls. Experimente werden am Abend unseres Besuchs nicht gewagt. Und das ist eigentlich ein wenig schade. Denn es schmeckt ja ganz lecker - aber eine eigene Handschrift ist nicht erkennbar.

Am Ende bleibt ein wenig Achselzucken. Im Düsseldorfer Hafen sind die Immobilien gepflastert mit Fisch-Restaurants. Es gibt die “Meerbar” und die “Hafenperle”, im “Riva”, “Bug” und bei “Robert’s Bistro” wird ebenfalls reichlich Schuppentier gereicht. Bei Preisen zwischen 25 und 31 Euro platziert sich “Patrick’s” da eher im hochpreisigen Feld. Das könnte bei der steigenden Konkurrenz noch zum Problem werden. Denn rechte Argumente, warum er besser ist, als die ebenfalls gut kochende Konkurrenz konnte er uns nicht liefern. Und das Licht macht den Abend eben nicht gerade zum Vergnügen. Schade, eigentlich würden wir “Patrick’s Seafood” mögen wollen - das Restaurant könnte mehr, als was derzeit passiert.

Patrick’s Seafood No. 1
Kaistraße 7
40221 Düsseldorf

 

Posted on Mittwoch, Oktober 22, 2008 by Registered CommenterThomas Knüwer in , | Comments3 Comments

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Reader Comments (3)

Es mag ja am Foto liegen, aber die Jakobsmuscheln scheinen mir schon arg scharf angebraten. Und die mit glasierten Möhrchen beschwerten Filets (wären sie sonst davon geflogen?) sind auch nicht der Präsentation letzter Schluss. Aber wenn's geschmeckt hat, sind das Marginalien.

Oktober 22, 2008 | Unregistered CommenterMarkus Pirchner

Wahrscheinlich hat der innenarchitekt Fleisch mit Fisch verwechselt, da Fleisch ja bekanntlich unter Neonlicht besser ausschaut ^^

Oktober 27, 2008 | Unregistered CommenterJohannes TheJunction

Ich war einmal dort und es war umwerfend gut. Es gibt wenig vergleichbares.

Juni 29, 2010 | Unregistered CommenterNB

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