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Die Feiglinge von der "Rheinischen Post"

In Deutschland existiert kaum richtige Gastro-Kritik. Entweder, ein Lokal wird bejubelt - oder… Nein, kein oder. Richtige Verrisse sind selten. Als richtigen Kritiker schätze ich eigentlich nur Jürgen Dollase mit seiner exzellenten Rubrik in der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” ein. Blume.jpg

Warum ist das so? Im Lokalbereich sicher Feigheit vor dem Anzeigenkunden. Wer schlecht über ein Restaurant schreibt, muss befürchten, dass der Gastronom Anzeigen storniert.  Und überhaupt möchten man im kleinen Biotop, in dem journalist sich so tummelt, doch lieber gut Freund mit allen sein.

Welche Blüten das erzeugt, bewies die “Rheinische Post” vor einigen Wochen. Ohne Namensnennung erwähnte sie ein schlechtes Essen in der Nähe einer Kulturinstitution. Davon gibt es dummerweise mehrere in der Stadt. Und so folgte einen Tag später dieser lächerliche Text, verfasst vom Lokalchef Düsseldorf:
“Als wir gestern über ein denkwürdiges, weil gänzlich ungenießbares Essen in einem Düsseldorfer Restaurant berichteten, da haben wir keine Namen genannt, sondern nur die Örtlichkeit beschrieben: Blick in einen Park, einen berühmten Kulturtempel im Rücken. Das hat leider zu Missverständnissen geführt. Jedenfalls wurde Ciro Colella, Chef des ,Op de Eck’ im K20 (Grabbeplatz) von vielen Gästen gefragt, ob seine Crew so daneben gerührt habe. Nein, hat sie nicht.
Außerdem guckt man vom ,Op de Eck’ auf die Heinrich-Heine-Allee und erst dahinter in den Hofgarten. Auch das Café im Nordpark neben dem Aquazoo von Bernd Arens ist nicht gemeint: Arens war ebenfalls von einigen verdächtigt worden.”

 So, jetzt wissen wir, wer nicht gemeint ist. Wer gemeint ist, verschweigt der Autor Hans Onkelbach auch weiterhin. Es darf gerätselt werden, weil der Herr nicht genug Mumm hat, auszuprechen, welches Lokal er meint. Bleiben zwei Möglichkeiten: Das Restaurant “Hofgarten” im Schauspielhaus (von dem in der Tat nicht so fürchterlich viel gutes berichtet wird) oder die “Bar am Kaiserteich” im K21, die aber eher weniger auf Essen ausgerichtet ist.

Posted on Freitag, Januar 25, 2008 by Registered CommenterThomas Knüwer in | CommentsPost a Comment

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