Roberts Bistro: Ein Platz an der Sonne
Einen Ort gibt’s im Düsseldorfer Hafen, der ist ein „Rain-or-Shine-Place“ – es ist Roberts Bistro. Ein französisches Restaurant, benannt nach dem Gründer Robert Hülsmann, der sich allerdings schon vor Jahren aus dem Lokal zurückgezogen hat. Damals hieß es, es sei ihm alles zu viel geworden. Erfolg kann müde machen.

Mit dergleichen Begeisterung, mit der Robert vorher viele Jahre kochte, führt jetzt einer seiner damaligen Mitarbeiter, Paul Meister, die Küchenbrigade an. Und dass das Restaurant schon immer gut geführt war, merkt man daran, dass man den kreativen Übergang von Meister zu Meister gar nicht bemerkt. Es schmeckt immer noch alles wie früher: Einfach super.
Und so ist ‚Roberts ‘eine Düsseldorfer Institution. Die Fischsuppe ist - nach Angaben eines Franzosen, neben dem ich neulich saß - angeblich besser als in Marseille (ja, gibt’s denn sowas?!), die Austern superfrisch, genau wie der Fisch und all das andere Meeresgetier (Seespinnen!). Kurzum: Die Küche ist lecker, einfach, ohne Schnörkel und dennoch raffiniert.
Und das ist sicher der Hauptgrund, weshalb der Laden läuft und läuft und läuft. Die zweite Besonderheit: Man sitzt seinem Nachbarn quasi auf dem Schoß und kommt ins Gespräch, ob man will oder nicht. Meist ist das nett; immer aber eklektisch: Der Amerikaner auf Messebesuch, das gutsituierte Düsseldorfer Ehepaar, das regelmäßig kommt, um „das Beste von Robert’s“ zu verspeisen (gefüllte Kalbszunge, Gänsestopfleberterrine und Entenbrust mit Salat). Er eine eisgraue Kopie von Gunter Sachs im hellblauen Kashmir-Pullover, sie Typ Ute Ohoven in 20 10 Jahren. Junge Kreative, WDR-Mitarbeiter, und am Wochenende auch viele Leute aus dem Umland, die extra nach Düsseldorf fahren, um bei Robert zu lunchen. So wie das sonnenstudiogebräunte Glitterduo (er im offenen Hemd im Western-Stil, sie im Leoparden-Overall (!), das neulich neben uns Platz nahm und – passend zur Hautfarbe – mit einem Porsche in braun-metallic vorgefahren war. Erstaunlich nett waren die Beiden! Roberts hilft aufgrund der drangvollen Enge auch, gefasste Vorurteile zu begraben.
Und keine Sorge: Es kommen genügend Normalos wie wir. Doch zum Wichtigsten, dem Essen: Heute gab’s lauwarmen Tafelspitz mit Salat und rote Beete, dazu Kümmelkartoffeln (eine große Portion für sehr reelle 11,50 Euro) und eine köstliche Dorade vom Grill für 17 Euro. Gast Nummer 3 verspeiste den Klassiker Babysteinbutt auf Rucola (für 16,50 Euro) – wie der war, kann man auf dem Vorher-Nachher-Foto besichtigen. Ich hab selten einen leerer gegessenen Teller gesehen, als diesen:

Dazu ein Grauburgunder von Heger das Glas für 5 Euro. Was auch ok ist. Denn einen einzigen kleinen Wehrmutstropfen (wirklich winzig aber), gibt es schon: Die Essenpreise sind fair, die Weinpreise manchmal etwas zackiger. Am Allerallerallerschönsten isst man bei Roberts übrigens bei Sonnenschein. So wie heute.
Das finale Wort hat Stammgast Claudia, die inzwischen sogar extra aus Frankfurt anreist, um Robert ihre Aufwartung zu machen:
Link: sevenload.com
Wupperstr. 2
40219 Düsseldorf
0211 30 48 21
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 11.30 Uhr bis 24.00 Uhr;
Samstag: 10.00 Uhr bis 24.00 Uhr. Küche von 11.30 Uhr bis 22.30 Uhr; Samstag: 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr (Frühstück).
Sonntag & Montag: Ruhetag
keine Kreditkarten / Electronic Cash; Keine Reservierungen!

Reader Comments (2)
Kann dieser Begeisterung nicht beipflichten.
Unser herbstliches MittagEssen: Als Plat du jour gab es eine Kelle trockenes und sehniges Wildgulasch, die Soße zu salzig,die Beilagen abgestanden.Der zweite Teller enthielt ein unterdurchschnittliches Entenconfit aus dem Carrefour, dazu Salat.Alles lieblos und eilig(es gab mächtig Betrieb) angerichtet und langweilig im Geschmack. Das alles machte keinen Spaß.
Der Service machte einen s.gehetzten Eindruck, da hat keiner Zeit für zu viel Freundlichkeit.
Die Preise kann man höchstens mit der Lage des Bistros rechtfertigen-nicht mit der Qualität des Gebotenen.
Es ist kein Tipp für Düsseldorf, denn es bestätigt das gängige Vorurteil dazu:Mehr Schein als Sein.
Gerade die berühmte Fischsuppe hat schwer enttäuscht. Die Fisch war trocken und hatte mit Sicherheit zu lange in der Brühe gebadet. Dazu war war die Brühe übersalzen.