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Zu Gast bei Kalifens in Vejer

Dieser Ort. Vejer de la Frontera. Gelesen habe ich davon in der “Brigitte”, die ich ja sonst nie lese, aber ich hatte sie bei der Zahnärztin entdeckt und gleich noch mal gekauft - wegen der Reisetipps.

Eines der weißen Dörfer Andalusiens, sollte es sein, angeblich das Schönste davon, dessen Aura Schriftsteller, Künstler, Esoteriker, vor allem aus Großbritannien angezogen hat. Oberhalb von der Atlantikküste in den Bergen gelegen, richtig in den Berg hineingefügt. Zugig, nur in den engen Gassen schweige der Wind.

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Vejer ist ein reiches Dorf mit restaurierten weißen Häusern um die schmalen, blumengeschmückten Gassen herum. Ein edler Dorfplatz mit einem reich bestückten Fliesenbrunnen auf spiegelblankem Marmor. Kleine Geschäfte, ein paar Hotels und Pensionen, ein alter Palast und eine große Kirche. Nicht zu vergessen ein paar Lokale, die von Aussteigern geführt werden.

Ein bißchen schwer zu fassen ist der Ort, weil stellenweise so aufgehübscht schön. Als Tourist ist es nicht leicht, zu begreifen, was davon echt ist oder früher echt war. Vor allem nach dem wir andere, lebendige, junge spanische Städte wie Malaga oder Cadiz mit ihren vielen Studenten, den bunten Geschäften und dem quirligen Marktplätzen lieben gelernt haben.

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Dagegen wirkt Vejer ein bisschen wie Disneyland. Aber das ist ja auch manchmal ganz sympathisch. Ein schönes Hotel habe ich dort, mit der erwähnten Hilfe der Brigitte, gefunden. „La Casa del Califa“, im maurischen Stil, mit schönen alten Möbeln, ganz verwinkelt in den Berg gebaut, mit Zimmern auf verschiedenen Ebenen Zwischengängen im Freien, Terrassen voller Pflanzen mit Blick über die Stadt oder als Garten zum Restaurant hergerichtet, Nischen mit Sofas und Treppen mit verwuchernden Blumentöpfen.

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Zikaden zirpen vor den Fenstern, die ganze Nacht lang. Unser Zimmer hat schöne alte Holzmöbel, Spiegel, einen Wandteppich und ein Bad mit alten Fliesen. Leider ist es kalt und entsetzlich windig, während wir dort sind und es regnet. So wird auch das alte Gemäuer feucht und kalt. Schade.

Auch ein Restaurant mit orientalischem Essen gibt es im Hotel; es heißt „El Jardin de Califa“ und gilt als gut. Doch hier ist uns die maurische Atmosphäre definitiv zu gewollt und zu wenig authentisch spanisch. Das zwanglose “Meson Le Palenque” in der Nähe der Kirche mit der Racion Carne al Tomate, Tortilla Espanol (köstliches Omelett, dessen Zubereitung ich nicht ermitteln konnte) oder Schweinespießen ist eher unser Stil – trotz Neon-Licht. Denn hier kommen die Einheimischen hin, wenn sie eine Fußball-Übertragung sehen wollen. Deswegen ist das Publikum hier bunt gemischt und der Rotwein einfach - aber gut.

Am nächsten Morgen jedoch ist das Frühstücks-Büffet im Hotel ein Höhepunkt, auf der halbüberdachten Terrasse serviert, die durch ihre unterschiedlichen Fliesen-Tische und Korbmöbel sympathisch schlampert wirkt. Frisches Obst, Manchego-Käse, verschiedene Brotsorten – darunter auch die leckeren süßen dünnen Olivenöl-Brote -, Säfte und der gute spanische Kaffee – alles auf urtümlich anmutendem Keramikgeschirr: Hier sind wir gern in die Tage gestartet.

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Zu erwähnen auch der exzellente Service: Regenschirmverleih, Internet-Zugang, Bibliothek, eigener Parkplatz – wenn auch ein bisschen weiter weg in den verwinkelten Gassen –, Kenntnisse aller gängigen Sprachen und eine große Hilfsbereitschaft. Hasta la vista!

Hotel La Casa del Califa
Plaza de España, 16
Vejer de la Frontera (Cádiz)
11150, España

 

Unsere Gastkritikerin Andrea Kurtz ist Berlin-Korrespondentin des Fachmagazins “Lebensmittel Praxis”. Für Gotorio lieferte sie bereits die Videokritik des “Pan Asia” und schrieb über das Hotel “Döllnsee”.

 

 

 

 

Posted on Dienstag, September 11, 2007 by Registered CommenterGastautor in , , | CommentsPost a Comment

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