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Alles bio, oder vielleicht nur ein bisschen?

Als ich vergangenes Jahr in New York weilte, habe ich das Paradies gesehen. Mit einer einheimischen Bekannten war ich unterwegs und sie zeigte mir den Whole-Foods-Ableger am Washington Square. Ein wunderschöner Supermarkt mit appetitlichen Auslagen und einem auf zwei Stockwerke verteilten, gigantischen Angebot inklusive Essenstheken - und alles bio. Alles. Whole Foods ist die Nummer eins der Öko-Supermärkte in Übersee, auch wenn der Chef gerade durch Gegner-Beschimpfungen in Blogs auffällig geworden ist, wäre ein Whole Foods in Düsseldorf mein Traum.

In Deutschland ist der Bio-Einkauf dagegen kein wahres Vergnügen. Die Supermärkte hier sind ja ohnehin nicht toll, noch schlimmer aber sind Öko-Supermärkte, erst recht in Düsseldorf. Sie wirken manchmal wie Aldi mit wurmstichigen Äpfeln im Regal. Wie sehr sehne ich mich zurück nach London, wo ich vor einigen Jahren eine kurze Zeit arbeitete. Da lag eine Waitrose-Filiale um die Ecke meiner Wohnung. Ein angenehm zu beshoppender, sauberer Supermarkt mit geringem Neonlicht-Feeling, dafür mit massig Frischetheken und einem großen Organic-Angebot.

Nun ist die Sache mit dem Bio ja so eine Sache. Kürzlich besuchten wir Freunde in Hamburg. Samstags ging es auf den Markt in Uhlenhorst, the place to be für das hippe Hamburg, wie es schien. Und wer hip ist, kauft bio. Doch der Bio-Stand bot allen Ernstes in Europa zu habendes Obst aus Südafrika an. Co2, ick hör Dir trappsen…

Manchmal allerdings ist die Rechnung nicht so einfach, wie ich gerade bei der Kaltmamsell lese. Denn einem Artikel aus der “Herald Tribune” ist eine gar wunderliche Rechnung zu entnehmen: Ein Lamm aus Neuseeland, das per Containerschiff nach England verschifft wird, ist umweltfreundlicher als ein britisches Tier. Nur für die CO2-Bilanz, wohlgemerkt.

Und das erinnert mich dann doch wieder an mein BWL-Studium. Einer der Schwerpunkte war nämlich Umweltmanagement. Und damals galt für die gerade aufkommende Welle der Öko-Bilanzen das gleiche wie für Meinungsumfragen: Glaube keiner, die Du nicht selbst gefälscht hast.

Posted on Mittwoch, August 8, 2007 by Registered CommenterThomas Knüwer in | Comments2 Comments

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Reader Comments (2)

Ich hätte am liebsten eine Mischung aus Whole Foods und Feinkost Meyer (siehe Sylt). Apropos Whole Foods; ich kenne die in Chelsea, Columbus Circle und Union Square (meinst Du den?) Hast Du Dich vielleicht vertippt? oder ich hab ne Bildungslücke...

August 9, 2007 | Unregistered CommenterKatja

Also es könnte auch der Union gewesen sein. Im Kopf habe ich aber Washington. Egal, ich will so ein Teil in Düsseldorf. Und zwar sofort!

August 9, 2007 | Unregistered CommenterThomas

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