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"Rive", Hamburg: Austernbar mit einer Auster

Also, ich war noch nie im „Rive“, obwohl es das schon seit mehr als 15 Jahren gibt. Im Hamburger Konkurrenzumfeld sollte das ein Qualitätsmerkmal sein. Außerdem schwärmt mein Lieblingsschwager so von dem Gurkensalat.

Also sind wir am Freitag mal da hin.

„Oyster Bar Rive”.

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Was ich nicht wusste: Das Interieur ist eine Mischung aus Brasserie und Hamburg-Anfang-der-90er-Charme, es erinnert aber dafür ein wenig an die von mir sehr geschätzte „Oyster Bar“ in der Grand Central Station in New York – so richtig schön is dat nich.

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Aber das entdeckten wir auch erst auf den zweiten Blick. Begrüßt wurden wir von einem unübersehbaren Schild an der Eingangstür: „Nur American Express-Karten, keine EC Karten“. Wer um alles in der Welt in Zielgruppe dieses Ladens? Hat nicht nur eine verschwindende Minderheit Amex?

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Egal. Wir gehen trotzdem mit nahezu leeren Portemonnaies rein, das muss doch ein Irrtum sein. Aber nein, auch auf Nachfrage bleibt es dabei. Allerdings sei ein EC-Karten-Automat in fußläufiger Nähe. Wir lassen uns nicht schrecken und wollen nach dem Essen knobeln, ob Stilettos über das Kopfsteinpflaster stöckeln oder Herrenschuhe das Geld ranschaffen.

Was richtig toll ist: der Blick über den Hafen. Man sitzt auf Augenhöhe mit ziemlich großen Pötten, die eindrucksvoll über die Elbe schippern. Dazu hier und da das markante Hupen eines Schiffshorns – Hamburg so lieben wir Dich!

Das Essen ist durchwachsen. Wir bestellen – klar – Austern. Sylt ist um die Ecke, also Sylter Royal. Komischerweise gibt es auch nur diese. Für eine Oyster Bar eine sehr, sehr bescheidene… ach nein, das ist ja gar keine Auswahl. Leider schmecken sie dann auch noch lahm. Und ausreichend Gabeln? Nö. Eine für unseren Tisch. Findet unsere ausgesprochen nette Kellnerin dann auch echt peinlich. Aber vielleicht ist das Thema Austern hier ja auch noch ein Relikt aus den 90ern.

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Die „ Büsumer Krabben mit Avocadomousse und rosa Grapefruit“ hören sich interessant an. Entpuppen sich aber als ein Haufen Krabben an kleinen Klecksen nicht besonders leckeren was-auch-immer-Mousses. Die Boullabaisse soll toll gewesen sein. Glaub ich auch. Sie wurde den Mittessenden nämlich nicht zum Probieren angeboten.

Als Hauptgericht hatten wir Scampi Saigon mit Gemüse aus dem Wok, Basmatireis und Chilisauce sowie Grünes Curry mit Scampi und Chilisauce (die Chilisauce, die bei beiden Gerichten in einem kleinen Töpfchen neben dem Reis stand gibt es übrigens auch bei Rewe im Asiaregal, da allerdings in Flaschen). Beides nicht toll. Das Grüne Curry schmeckte nach fad gewürztem Wok-Gemüse. Und das Wok Gemüse nach fad gewürztem Wok-Gemüse. Die Scampi waren ordentlich, aber in Gänze beides ein Reinfall. Warum bestelle ich eigentlich immer dieses Garnelengetier? Sofort nehme ich mir vor das zukünftig zu lassen! Obwohl, Inkonsequenz, Dein Name ist Nicola, vielleicht lieber doch nicht.

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Viel besser war der Hamburger Pfannfisch mit Senfsauce. Würzige Hausmannskost mit Pfiff. Und auch der Kabeljau mit Pfifferlingen war lecker. Extrem lobenswert: die geeiste Marzipantorte zum Dessert.

Der Abend endete dann doch nicht mit steckengebliebenen Absätzen im Hafen – wir durften uns die Rechnung schicken lassen.

Und so stehen wir am Ende des Abends Schulter zuckend vor dem glaspalastigen Bau mit dem Metallfisch an der Seite. Und so richtig verstehen wir nicht, warum es das „Rive“ noch gibt.

Sehr treffend in Bild und Ton ist der Abend hier noch einmal zusammengefasst von Kommunikationsberater Peter Mentner:


Link: sevenload.com  

 

Rive
Van-der-Smissen-Str. 1
22767 Hambur
g

 

 

Posted on Dienstag, August 28, 2007 by Registered CommenterNicola Schulte in , | CommentsPost a Comment

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