Gänsepanik 2007
Ich bin ein großer Fan der Gans. Lebendige beobachte ich gerne am Teich des Hofgartens, noch lieber aber habe ich sie im November auf meinem Teller. Während die einen Halloween zum Kult gemacht haben, so ist in unserem Freundeskreis das Gänseessen zur gleichen Zeit viel wichtiger.
Nur: Wo sollen wir hin? Die beste Gans Düsseldorfs ist nicht mehr. Im “Hecker” gab es sie, am Rande der Altstadt. Ein Restaurant, über das wir hier bei Gotorio Lobeshymnen singen würden - wenn es den Laden noch gäbe. Die betreibende Gastronomiegruppe aber hatte keine Lust mehr, obwohl das “Hecker” ständig voll war. Sang- und klanglos wurde es verkauft und serviert jetzt mediterrane Küche.
Im Oberkasseler “Prinzinger” dagegen waren wir im vergangenen Jahr nicht zufrieden. Wo also sollen wir es in diesem Jahr versuchen? Es herrscht ein wenig Ratlosigkeit. Denn die Zubereitung einer Gans ist, so munden soll, eine hohe Kunst. Außerdem gehört sie mit den rechten Beilagen gereicht, samtigen Maronen, zum Beispiel, und hausgemachten Klößen. Letztere sind ja auch noch mal so eine Sache für sich.
Seit gerade aber treibt mich noch eine Angst um: Werden wir überhaupt eine Gans bekommen. Marc Kunkel, Besitzer des Mannheimer “Ochsen”, berichtet in seinem Ochsenblog von akuter Gänseknappheit, die im besseren Fall nur die Preise steigen lässt. Im schlimmeren aber gibt es zu wenig Geflügel. Das würde erklären, warum die Düsseldorfer Gastronomen sich mit der Anpreisung der Gänsezeit bisher sehr zurückhalten.
Vielleicht hat einer der Leser ja eine Idee für eine gute NRW-Gans?
Wir waren dann im “Alten Bahnhof Oberkassel”, ein äußerst gut besuchtes Brauhaus. Die Gans war OK, mein Bruststück war ein wenig zäh, die anderen aber waren zufrieden. Noch dazu gab es reichlich Fleisch für jeden. Leider fehlten der Soße Finessen wie Maronen und die Klöße waren nicht hausgemacht. Merkwürdig war allerdings der Bratapfel, der nicht gemeinsam mit der Gans serviert wurde, sondern als Dessert. Für 35 Euro inklusive zwei bis drei Bier pro Mann war das Preis-Leistungs-Verhältnis aber sehr gut.



Reader Comments (6)
Das Hecker gibt's nicht mehr? Da hatte ich vor Jahren ebenfalls eine sehr gute Gans. Ärgerlich, ärgerlich.
Ein gute Gans gibts Em Krützchen. Wo das ist? Natürlich in der Kölner Altstadt... muss man gesehen haben. Ist nur wenige Kilometer rheinaufwärts. Tisch reservieren und eine ganse Gans bestellen, die am Tisch zerlegt wird. Lecker!
Übrigens: weiter so!
Wir geniessen unsere vorweihnachtliche Gans seit Jahren in den Kitzbühler-Stuben in der Hansaallee 156 in Düsseldorf. Als Österreicherin bin ich besonders kritisch, wenn (angeblich) österreichische Küche serviert wird (Vanillesosse zum Beispiel wird in Österreich nicht zum Apfelstrudel serviert, es sei denn man hat sich auf deutsche Touristen spezialisiert). In den Kitzbühler-Stuben habe ich aber noch nie einen Grund zum Meckern gehabt. Dort gibt es nicht nur fantastischen Kaiserschmarrn und was man sonst so von einem österreichischen Lokal erwartet (und auch nicht), sondern auch hervorragend zubereitete Gans nebst Knödel und Blaukraut. Die Gans-Saison wurde dort am 26. Oktober eröffnet. Also nichts wie hin, bevor die Gänse aus sind... http://www.kitzbueheler-stuben.com/
Ich gebe zu, ich bin etwas spät, aber wir essen seit der Schließung des Hecker unsere Martinsgans im Sülzer Haus Unkelbach.
Als Anregung fürs nächste Jahr: Ein Freund legte mir Roberts Bistro ans Herz.
Da waren wir auch jüngst noch: Die Gans ist grandios und perfekt! Allerdings hat Robert ja einen Nachteil: Man kann nicht reservieren. Deshalb ist das Gänseessen in Großgruppen (wir waren in Oberkassel 10 Mann) dort leider schlicht unmöglich. Mehr zu Robert: http://gotorio.squarespace.com/start/2007/9/22/roberts-bistro-ein-platz-an-der-sonne.html