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"Bar 89", New York: das coolste Klo von Manhattan

20102007484.jpgVielleicht gibt es immer noch diese Schockstarre. Bei unserem jüngsten Besuch in der “Bar 89” habe ich sie nicht mehr gesehen. Doch damals, im Jahr 2000, als ich erstmals hier war, konnte es durchaus passieren, dass ein unwissender Gast die Treppe der “Bar 89” empor stieg um den Restroom aufzusuchen und, dort angekommen, verschreckt stehen blieb, sich gar das Bedürfnis verkniff. Denn die “Bar 89” hatte damals die vielleicht ungewöhnlichste Toilette der Stadt.

Vorher aber noch ein paar lobende Worte abseits von Latrinenparolen. Die “Bar 89” wäre nämlich ohnehin durchaus einen Besuch wert. Zum einen wegen ihrer Lage: Mercer Street, Soho, feinste Shopping-Lage. Und zu den coolen Waren in den alten Häusern passt das kühle Ambiente des Hauses, an dessen Wänden sich ständig neue Kunstobjekte abwechseln. Entsprechend sind hier in der Woche Geschäftsinhaber und Mitarbeiter der umliegenden Unternehmen, vor allem aus dem Kreativbereich anzutreffen, am Wochenende dagegen eher die Kreditkartenanwärmenden Luxuslabel-Apologeten. Wunderbar lassen sie sich beobachten in den über der Bar hängenden, geneigten Spiegeln. Hier ist Manhattan, wie Manhattan zu sein hat für den germanischen Touristen: Sehen und gesehen werden. Vor allem ersteres, natürlich.

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Die Gästeerfreuen sich nicht nur am Ambiente, sondern auch an - für Manhattaner Verhältnisse - angenehmen Preisniveau. Ein hausgemachter und guter Burger mit Beilagen für zehn Dollar, ein Hühnchen von nicht geringem Umfang für 13,50 oder ein BLT-Sandwich für 8,50 - das findet der New Yorker eher selten in solch angenehmer Umgebung. Die Salate sind ebenfalls empfehlenswert. Auch der Service ist fröhlich, bis er den europäischen Gast darauf hinweist, dass ihm das dargebotene Trinkgeld nicht reicht (ein Verhalten, das ich noch immer für eine Unverschämtheit halte).

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Die “Bar 89”, die eher Restaurant mit Bar ist, wäre also ohnehin ein anzuratender Ort für das gepflegte Mittagessen. Doch da gibt es ja noch den Toilettenspaß. Die Örtlichkeiten sind unisex, was in jenem Jahr 2000 ja noch eine kleine Revolution war. Und dann diese Türen. Sie lassen den Blick frei auf die Sitzgelegenheiten, die getaucht sind in futuristisches Licht.

20102007490.jpgDas schockiert den konservativen Amerikaner, erst recht, wenn er oder sie vom Land kommt und ein wenig Metropolis-Luft atemen möchte. So dreht vielleicht mancher ab, bevor er das Geheimnis erkannt hat. Schließt man die Tür von innen und hakt den Verschluss ein, wird die Tür mit einem Schlag undurchsichtig. Auch jetzt noch, sieben Jahre nach meinem ersten Besuch in der “Bar 89”, und nachdem ich ähnliche Prinzipien schon mehrmals gesehen habe, bleibt es für mich die coolste Toilette von Manhattan.

Bar 89
89 Mercer Str.
New York

 

Posted on Montag, November 26, 2007 by Registered CommenterThomas Knüwer in , | Comments1 Comment

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Reader Comments (1)

deinem artikel kann ich nur bedingt zustimmen. mal abgesehen davon, dass der amerikaner an sich nicht weiß, was ess- und trinkkultur bedeutet, fand ich das essen (und trinken - dazu später) einfach widerlich. exotisch klingende gerichte auf der karte versprachen mir letztendlich doch noch gut in amerika essen zu können - jedoch, wie immer, lief es auf den obligatorischen xxl-burger hinaus, der fetttriefend mit fast grotesk riesigen pommes serviert wurde.
nun zum trinken:
was sich bar schimpft, sollte zumindest die "basics" kennen und servieren können.
ich bestellte einen cuba libre; was ich bekam, war ein gigantischer "humpen" voll bacardi und eine 0,33 flasche coca cola. abgesehen, dass die limette fehlte, wäre die servierart ein riesen spaß für den engagierten selbermixer, wenn der oben genannte "humpen" nicht randvoll gewesen wäre. so nahm ich zunächst 3-6 (ich erinnere mich nicht mehr alzu gut, da ich ziemlich abgefüllt wurde) riesenschlücke, bevor ich meine beigestellte cola delitantisch "rein schmeißen" konnte.
nach dem essen bestellte ich mir einen magenbitter "on the rocks", in der hoffnung das eben verzährte schweinefett in den nächsten 5 tagen verdauen zu können. was ich bekam, war ein 2. rieben-humpen voll JÄGERMEISTER. ich glaube dazu brauch ich nichts mehr zu sagen...
mfg tino
ps. das stille örtchen ist aber wirklich cool;)

September 5, 2008 | Unregistered CommenterTino M.

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