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Freitag
Nov232007

"Nobu", New York: Es war uns eine Ehre

Früher hätten wir auch nicht gewusst, was das heißt: Omakase. Heute aber gibt es Wikipedia und deshalb wussten wir vorher, was wir wählen würden bei unserem Besuch im “Nobu”, mitten in Tribeca - ein Omakase-Menü. Omakase also bedeutet so viel wie “Geben Sie mir die Ehre” und diese Bitte richtet sich an den Koch. Bei der Bestellung nennt der Gast eine Summe, die er pro Person ausgeben möchte. Handelt es sich um einen Koch (oder Sushi-Meister) von Ehre, so wird er das Beste servieren, was er für dieses Geld gerade liefern kann. 24102007546.jpg

Und Küchenmeister von Ehre, die wird es doch wohl im “Nobu” geben, oder? Immerhin handelt es sich um das wohl weltweit bekannteste japanische Restaurant. Oder besser: die bekannteste japanische Restaurant-Kette. Denn längst gibt es “Nobus” quer über den Globus, nur in Deutschland leider noch nicht.

Dabei bringt doch schon die Geschichte von Gründer Nobu Matsushita so viel hübschen Glamour mit. In Kurzform: Vater früh gestorben; beim ersten Besuch einer Sushi-Bar entschlossen Koch zu werden; nach ersten Erfahrungen ein Restaurant in Peru; dann irgendwann eines in Alaska, das abbrennt; in Los Angeles baut er seine Schulden ab und eröffnet schließlich das “Matsushita” - und dort bringt er Hollywood das Sushi-Essen bei. Unter seinen Gästen: Robert de Niro. Der steigt ein und gemeinsam sorgen sie dafür, dass “Nobu” heute für feinste japanische Küche mit dezenten internationalen Einflüssen steht (die Langform von Matsushitas Geschichte gibt es hier).

Ins “Nobu” wollten wir immer schon mal. Das in London jedoch ist unsäglich teuer, das in New York angesichts des günstigen Dollar-Kurses aber erträglich. Wobei es in NYC gleich drei “Nobu” gibt: Das Original in Tribeca, daneben ein legerer Ableger und ein neues in der 57. Straße. Aber wenn schon - dann das Original. Einen Tisch zu bekommen ist mit ein paar Wochen Vorlauf kein Problem, am Wochenende sollte man allerdings wirklich gehörig vorher anrufen.

Denn das “Nobu” brummt auch nach 13 Jahren noch immer.  Wir ordern das Omakase für 150 Dollar (wenn schon, denn schon) und schauen uns um. Schlicht und doch modern ist es hier, ein Baum aus Holzbalken schmückt den Raum, eine Seite belegt die Sushi-Bar, an den Wänden finden sich schlichte, leicht futuristische Formationen, die vermutlich den Hall dämmen. Denn es ist laut. Der New Yorker Gastronom an sich dreht gerne mal die Musik richtig auf, was den Vorteil hat, dass die Tische näher aneinandergestellt werden können - und somit mehr Geld reinkommt. Die laute Musik sorgt dafür, dass man nicht versteht, was am Nebentisch gesprochen wird. High-Volume-Intimität, sozusagen. Leider macht diese Beschallung den Abend auch ein wenig anstrengend.

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Neun Gänge dauert unser Aufenthalt und so bleibt reichlich Zeit, die schneller rotierenden Besetzungen neben uns zu beobachten. Viele erste Dates sind darunter, tippen wir. Links neben uns ein junges Paar in spe, sie mag japanisch - er nicht. Sieht nicht gut aus für die gemeinsame Zukunft. Aber er macht ohnehin einen eher stoffeligen Eindruck - Mädel, such Dir was Netteres. Rechts von uns Manhattan pur: Er ein Anfangvierziger von nicht sonderlich hoher Statur, sie  Businessfrau, die ihn längentechnisch und optisch überragt. Geschäftspartner? Kollegen? Ein Paar? Nein, letzteres erscheint kaum glaubhaft. Neben ihnen ein Wall-Street-Power-Paar, wahrscheinlich verheiratet, das Essen ist bei den beiden Nebensache: Sie hacken in ihre Blackberrys, kein Wort wird gewechselt, gelegentlich führen zwei Stäbchen Nahrung zu.

Welche Verschwendung! Denn, und somit kommen wir zum wichtigsten, im “Nobu” wird wundervolles Essen zubereitet. Zum Beispiel das Toro-Tartar in einer scharfen Wasabi-Soße, belegt mit Kaviar. Oder eine Kumamoto-Auster (ohnehin unsere neue Lieblings-Austern-Sorte) mit einer Zwiebel-Soße. Oder roher Lachs mit einer wunderbaren Sauce. Selbst Ceviche, diese karibische Art, Fisch in Limettensaft zu garen, wird hier gepflegt.

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Die warmen Gericht überstrahlen jedoch alles. Da wäre zum einen Matsushitas Vorzeigegericht: Gebratener Kabeljau ein einer Soja-Soße. Ich habe schon viel guten und und grandiosen Fisch auf der ganzen Welt gegessen. Doch der “Broiled Black Cod” im “Nobu” ist das vielleicht beste Fischgericht, das ich jemals zu Munde führte - eine Offenbarung, eine Sensation, für solche Genüsse wurde der Begriff “perfekt” erfunden.

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Es folgt: Kobe-Rind. Noch dazu eine gehörige Portion, vermutlich haben wir in Sachen Omakase-Budget doch die richtige Wahl getroffen. Ich kenne Menschen, die machen sich lustig über Kobe-Fleisch, vor allem über die Massage, die jene Rinder erhalten sollen. Diese Menschen scherzen so lange, bis ihnen zum ersten Mal ein Stück Kobe im Mund zerfließt, als sei es Mousse au Steak. Und - natürlich - ist das Kobe im “Nobu” vom allerfeinsten.

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Es folgte zum Schluss, was wir als Nicht-Japaner instinktiv an den Beginn gesetzt hätten: Sushi. Auch hier ist die Qualität exzellent, eine dünne Reisschicht nur unterlegt den Fisch, so wie unsere Gastautorin Rika beschrieben hat.  Wir gedenken ihrer Ratschläge und dippen das Sushi nur ganz leicht in die Soja-Soße. 24102007556.jpg

Dessert gibt es auch noch. Und würden wir nochmals im “Nobu” das Omakase-Menü wählen, wir bäten um Streichung des Nachtischs zu Gunsten der Hauptgerichte. Denn weder das mit Blattgold belegte Sorbet noch die Bento-Box mit einem Schokoladen-Gateau und Grünem-Tee-Eis können mithalten mit dem, was wir zuvor genossen haben.

Und dass wir wiederkommen, das ist gut möglich. Denn das “Nobu” bietet, was der Gastro-Tourist in New York haben möchte: Exzellentes und ungewöhnliches Essen bei gleichzeitigem Sex-and-the-City-Dabeisein-Feeling. Es war uns wirklich eine Ehre.

Und hier Nicolas finale Worte im tribecanischen Regen - denn im Restaurant war es einfach zu laut zum filmen:


Link: sevenload.com 

Nobu
105 Hudson Street
New York, NY 10013

 

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