"Gaucho", London: Das Steak am Ende der Stadt

Wer um Himmels Willen macht hier ein Restaurant auf? Also: keinen Fast-Food-Laden, sondern ein richtig cooles mit guter Qualität? Ein Edel-Steakhaus?

Diese Frage stelle ich mir auch nach Tagen noch. Die 140conf führte mich nach London und dort in das O2, den ehemaligen Millennium Dome. Der ist reich bestückt mit Restaurants, unter anderem einem, das von außen mit seinen dunklen Holz-Laden eher an eine Abercrombie & Fitch-Filiale erinnert: das “Gaucho”.

Tageslicht darf hier niemand erwarten. Wer das “Gaucho”betritt ist abgeschirmt von der Leere eines O2-Alltagstages oder auch von biergeschwängerten Konzertgängern. Hier ist es schwarz-weiß-cool. Unten eine Bar mit wunderschönen S/W-Fotos, viel Spiegeln und Kronleuchtern. Dazu ein Wein-Tasting-Raum von gehobenem Geschmack.

Das riecht nach Anspruch. Auch oben, im eigentlichen Restaurant. Kuhfellbezogen sind die Stühle, das Weiterverabeiten aller Tierteile darf man wohl unter sustainable management buchen. Die Küche ist offen, doch es ist Mittag - die Hektik hält sich in Grenzen.

Das Präsentieren der Fleischvarianten gehört in den Steakhäusern dieser Welt inzwischen zum Alltag - so auch hier. Der Service ist freundlich und flott.

Die Karte hat zwei Hauptattraktionen: das argentinische Fleisch und die argentinischen Weine. Ersteres kommt in 200-, 300- und 400-Gramm-Varianten. Zweiteres in Form einer üppigen, ausschließlich argentinischen Karte - konsequent. Und wenn durchaus gibt es ja inzwischen tolle Argentinier, leider aber auch viel Massenware.

Die Kleinhunger-Mitesser entscheiden sich für Tiger Prawns. Die sind sehr überschaubar, selbst für eine Vorspeise ist das klein.

Das Fleisch kommt puristisch daher: ein Steak et son Teller, würde der Franzose es beschreiben.

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Posted on Mittwoch, November 18, 2009 by Registered CommenterThomas Knüwer in , , , , , | Comments2 Comments | PrintPrint

Gotorio twittert für ein besseres Leben

Nun ist auch Gotorio bei Twitter. Nun sollte es aber kein schlichtes Link-Weitersagen werden, wie so viele das tun. Deshalb die Idee zu Tweettorio: Wir liefern Tips für ein besseres Leben. Oder ein schöneres. Produkttips. Höchstens einen pro Tag, wir wollen nicht aufdringlich sein. Jedes der empfohlenen Produkte ist eines, das wir ganz persönlich gut finden.

Die meisten Empfehlungen führen zu Amazon und wir verdienen ein wenig was dran, das geben wir gerne zu. Trotzdem gilt - wie auch bei den Amazon-Links unter Artikeln: Wir empfehlen nur, was wir selbst gut finden.

Also würden wir uns sehr über Follower freuen und natürlich auch über Lob und Kritik für diese Idee. Zu finden sind wir unter twitter.com/tweettorio.

Posted on Mittwoch, November 11, 2009 by Registered CommenterGotorio in , , | CommentsPost a Comment | PrintPrint

Die Austern von "Nam Kee" - und all der andere leckere Rest

Hollands Urväter sind Seefahrer und Händler. Das „gouden eeuw“ – hollands goldenes Zeitalter – Mitte des 17 Jahrhunderts war die historische Konsequenz einer Entwicklung, die Holland in der europäischen Geschichte ein Alleinstellungsmerkmal beschert: Das Bürgertum und insbesondere deren Händler hatte freie Hand, man ließ die fleißigen kapitalistischen Calvinisten in jeder Beziehung in ihrer atemberaubenden Effizienz gewähren.

Das hatte neben sagenhaften und blutigen Gewinnen aus den Kolonien einen interessanten Nebeneffekt: Die Niederländer wollten Gewinn machen und handeln, alles andere wurde diesem Ziel stets untergeordnet – und wer sich nicht kolonialisieren oder sonst wie unterdrücken ließ, mit dem trieben die holländischen Kaufleute dann wenigstens Handel. So kam es, dass man mit der ganzen Welt munter seine Geschäfte machte - und dieser Einfluss ist auch heute noch in den Niederlanden wohltuend zu spüren.  

Auch in der kulinarischen Welt spürt man dieses historische Erbe: Auf der einen Seite bezüglich der Effizienz im Anbau auf Kosten der Qualität - schon im 16 Jhd erreichten die Holländer im europäischen Schnitt ein vielfaches an Ertrag pro Quadratmeter durch landwirtschaftlich innovative Techniken.

Wir kennen seit dem 20 Jahrhundert die Konsequenz in Form des holländischen Gemüses, ein von Zellwänden umgebenes und je nach Gemüseart farbiges Wasser, das dann gustatorisch taub in den Gemüseregalen liegt. Die Tomate wird dann zur Camouflage mit einem Tomatenduft und die Karotte mit einem Karotten-Parfum eingesprüht… ja, der Holländer ist immer schon voll innovativer Ideen gewesen, wenn sich damit Geld verdienen ließ! (Foto: Merceblanco)

Andererseits findet man auf den Märkten der großen Städte eine so große Auswahl von exotischen Gewürzen, Früchten und Gemüsen wie in keinem anderen Land Europas, nicht einmal in Frankreich. Und während man in Deutschland unter chinesischer Küche allenfalls süß-saure Plörre und in fettigen Teig kaschierte Fleischreste versteht, darf man in den Niederlanden mit etwas Glück original-asiatische Kochkunst auf höchstem Niveau genießen.

Der bekannteste Restaurantführer in den Niederlanden ist die regelmäßig erscheinende Zeitschrift „Lekker“ und es verwundert es nicht, dass man dort unter den Top 100 der Niederlande auch einige asiatische Restaurants findet – hierzulande völlig undenkbar! 

Das historische Zentrum des niederländischen Aufstiegs war Amsterdam, und eben dort findet man einige der besten asiatischen Restaurants Europas. So würde ich dem geneigten Esser für den etwas feineren Abend die Restaurants “Dynasty” und “Sichuanfood” (beide in der Reguliersdwaarsstraat) oder “Chang-i” (Jan Willem Brouwerstraat) empfehlen. Hohes Niveau in der Küche bei allerdings auch recht ordentlichen Preisen, die man aber gerne bezahlt, wenn man einmal eine perfekt zubereitete traditionelle Pekingente essen möchte.

Wer hingegen ohne großen Aufwand sozusagen en passant die authentische, kantonesische Küche einmal kennen lernen möchte, ohne dafür 12 Stunden im Flieger zu sitzen, dem empfehle ich einen Besuch in einer der größten Attraktionen der Stadt: “Nam Kee”.

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Posted on Montag, November 9, 2009 by Registered CommenterGastautor in , , , , | CommentsPost a Comment | PrintPrint

Neulich im Supermarkt

Für die meisten Berufstätigen ist Samstag Einkaufstag. Für manchen ein unterdurchschnittliches Vergnügen. Wenn das bei Ihnen auch so sein sollte, sie außerdem sängerisches Talent und Mut haben - dann hätten wir da was für Sie.

Improv Everywhere ist eine Impro-Theater-Truppe aus New York, die wie ein Flashmob an öffentlichen Plätzen auftaucht. Und diesmal ist es ein herzwärmendes, wunderschönes Musical - in einem Supermarkt in Queens.

Also - wie wärs? Morgen bei Rewe?

(Gefunden bei Feingut)

Posted on Freitag, Oktober 23, 2009 by Registered CommenterThomas Knüwer in , , , | Comments1 Comment | PrintPrint

"The Vine Hotel", Funchal: Ekstase auf Madeira

Noch 70 Tag. Dann - bumm! Jahreswechsel. 2010.

Stellt sich die Frage: Gibt es eine Alternative zu fettspritzendem Fleischfondue im kleinen Freundeskreis oder zu zwangsbeglücktem Fetenzauber im Schein der Discokugel?

Für Menschen, die sich gerne an den Schönheiten der Natur erfreuen, aber auch allen anderen sinnlichen Genüssen aufgeschlossen sind, lautet die Antwort ganz klar: JA!

Nur sputen sollte man sich ein bisschen. Denn die Reise geht nach Madeira, und die 60 mal 20 Kilometer große Insel im Atlantik ist ein beliebtes Reiseziel an Weihnachten und Silvester. Die Hauptstadt von Madeira, Funchal, ist von vielen deutschen Flughäfen aus in rund vier Stunden zu erreichen. Die Gegend rund um Funchal ist jedoch sehr zersiedelt und deshalb sei jedem, der nicht nur für das Silvesterfeuerwerk nach Madeira kommt, empfohlen mit dem Mietwagen schnellstens gen Westen zu entschwinden. Die EU hat viel Geld in den Ausbau der Infrastruktur gesteckt. Daher sollte man die Gelegenheit ruhig nutzen und sich an den gut ausgebauten Strassen und Tunneln erfreuen, für die man als großzügiger EU-Bürger ja auch den ein oder anderen Euro unfreiwillig beigesteuert hat – im wahrsten Sinne des Wortes!

Der Westen der Insel hat den Vorzug, dass es dort um einiges ruhiger und beschaulicher zugeht. Ein Ziel könnte zum Beispiel Ponta del Sol sein, vom Flughafen aus bequem in 45 Minuten zu erreichen.

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Posted on Mittwoch, Oktober 21, 2009 by Registered CommenterGastautor in , , , , , | Comments4 Comments | PrintPrint
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