Werbung

Kontakt zu Gotorio
Über Go to Rio

GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

Praktischer Hinweis: Wenn Ihr in Rubriken suchen wollt, findet Ihr die weiter unten auf der Seite unter dem Stichwort Suchen und Finden!

 

Warum heisst gotorio Go to Rio? Weil wir über alle Orte schreiben - außer Rio.

Werbung
Suchen und Finden
Navigation
Login
Samstag
Dez202014

"Sushi Nakazawa", New York: ein Traum von Sushi dank Jiro

Vor uns liegt ein Nigiri auf einem weißen Teller. Und wenn Sie, liebe Leser, das Bild hier sehen, denken Sie sicher: “Sushi. Und?”

Dieses Nigiri könnte überall auf der Welt liegen, seine Proportionen und die fleischige Farbe deutenzumindest auf eine Qualität weit oberhalb von Rewe-Sushi im Plastikkarton hin. 

Deshalb fällt es vielleicht schwer zu glauben, wenn ich schreibe, dass dieses vielleicht hübsche, aber optisch recht gewöhnlich wirkende Stück Fisch auf Reis meine Ess-Welt verändert hat. Nie wieder werde ich Sushi so essen können wie zuvor, nie wieder Sushi so beurteilen wie vor dem Moment, da ich dieses Nigiri auf der Zunge habe. 

Es handelt sich um geräucherten Lachs, der im Mund voll und süß beginnt, sich dann aber mit ganz dezenten Noten in Richtung Rauch und Bitterkeit wandelt um mit einer leicht sauren Note zu schließen. 

Dieses Nigiri hat meine Definition von Sushi auf immer verändert. 

Dass wir im “Sushi Nakazawa” in New Yorks West Village sitzen, verdanken wir einem Film. “Jiro dreams of Sushi” erschien 2011 und ist unter Freunden guten Essens mehr als ein Geheimtipp. Wir sahen ihn Anfang des Jahres auf Netflix und waren gebannt von der Geschichte des damals 85-Jährigen Jiro Ono, dessen Sushi-Restaurant “Sukiyabahsi Jiro” in einer U-Bahn-Station von Tokio zwar nur 10 Plätze hat – aber drei Michelin-Sterne.

Er lebt für Sushi mit einer Detailversessenheit, die an Geistegestörtheit grenzt. In ganz ruhigen Szenen erzäht der Film nicht nur sein Leben, sondern berichtet auch über den Generationswandel und die Frage, wann man sich von einem Lehrmeister trennt und seinen eigenen Weg geht – egal, wie gut dieser Lehrer sein mag. 

Denn “Jiro dreams of Sushi” handelt auch von seinen beiden Söhnen. Der jüngere hat sich mit einem eigenen Restaurant selbständig gemacht und wurde bereits mit zwei Sternen ausgezeichnet, der ältere (zum Zeitpunkt des Films 50 Jahre) bleibt beim Vater mit der Aussicht, eines Tages das Lokal zu übernehmen. 

Seit diesem Film pilgert die Gourmet-Welt zu Jiro. Zum Beispiel Rene Redzepi, Gründer des großartigen “Noma”. Er postete auf seinem Instragram-Account ein Foto von sich und Jiro mit dem Hinweis, dies sei das neue “Ich war im Noma/El Buli”. 

 

I got my picture with Jiro (that’s the new “foraged with noma” - dined at bulli”)

Ein von Rene Redzepi (@reneredzepinoma) gepostetes Foto am Jul 7, 2014 at 8:16 PDT

 

Aber es gibt noch eine Person in “Jiro dreams of Sushi”, doch sie fällt weniger auf, angesichts der Famiilienkonstellation. Ein recht junger, glatzköpfiger Lehrling. Sein Name: Daisuke Nakazawa, Lehrling im 11. Jahr bei Jiro. Als Jiro ihm sagt, dass er endlich einen Eierstich richtig hinbekommen hat, beginnt er zu weinen. 

(Foto: Sushi Nakazawa)

Und hier beginnt die nächste Geschichte, die man kennen muss, um das Nigiri zu verstehen, das für uns alles veränderte.

Click to read more ...

Dienstag
Nov182014

Was wir von "Downton Abbey" lernen können

OK, es ist nicht wirklich “Downton Abbey”. Aber dafür sehr, sehr lustig:

Sonntag
Nov162014

"Klee's": Die Rückkehr der besten Gans von Düsseldorf

Es war einmal vor langer Zeit, in den Anfangstagen dieses kleinen Blogs, da ergriff uns Gänsepanik. Denn wir lieben jene Völlerei mit Vogel, Kloß und Soße, mit Rotkohl, Maronen und Bratapfel. 

Dies jedoch richtig gut hinzubekommen ist schwer. Die beste Gans der Stadt aber hatte uns verlassen, der Catering-Spezialist GCS hatte sein wundervolles Restaurant “Hecker’s” aufgegeben.

Es war ein traurige Zeit, die etliche Jahre anhielt. Inzwischen hatten wir die Hoffnung auf eine richtig, richtig gute Gans in Düsseldorf aufgegeben, selbst unser Lieblingsrestaurant “Brasserie Hülsmann” schafft nicht mehr als ein “befriedigend” in dieser Rubrik. So pilgern wir nun seit drei Jahren nach Lank-Latum in den sympathischen “Fronhof” (der nebenbei keine Homepage hat – das nennt man wohl echte Bodenständigkeit).

Vor wenigen Wochen jedoch keimte Hoffnung auf. Über das Kontaktformular hier auf Gotorio meldete sich nämlich die GCS mit Verweis auf unseren sieben Jahre alten Blog-Eintrag:

“Wir haben vor knapp zwei Jahren ein neues Restaurant, wieder am Rande der Altstadt, Klee´s, Grabbeplatz 5, 40213 Düsseldorf in der Kunstsammlung K20, eröffnet. Hier gibt es sie wieder: die leckere Gans!

Herzliche Grüße, das Klee´s-Team”

Wer so nett schreibt, der ist einen Besuch wert. Tatsächlich hatten wir das “Klee’s” bisher nicht auf dem Schirm. Sein Vorgänger, das “Op de Eck” bediente eine eher ältere Klientel mit solidem Mittelmaß. Wir hatten zwar wahrgenommen, dass der Name des Lokals im Fuß des K20 sich geändert hatte. Dass dahinter aber die GCS steckte, wussten wir nicht.

Also – hin.

Vorsichtshalber reservierte ein Freund den Tisch, nicht dass es eine Blogger-Sonderbehandlung gibt (denn auch weiter gilt hier ja: Wir lassen uns nicht einladen). 

Man begrüßt uns mit guter Laune: Eine Karte bräuchten wir nicht, wir hatten ja explizit die Gans erwähnt. Wir fachsimpeln mit Servicechef Daniel über den passenden Wein, über Jahrgänge und Sorten. Unsere erste Wahl, ein 2004er Chateau Trapaud Saint Emilion Grand Cru, sei hervorragend, wenn wir nur Herren wären, meint er. “Dann würde ich direkt die zweite Flasche aufmachen.” Aber bei den Damen käme ein so voller Wein oft nicht gut an. Tja, Daniel kennt unsere Damen halt nicht. Nach einem Probeschluck öffnet er direkt die zweite Flasche. 

So unterhaltsam geht es servicetechnisch weiter. Wir sind fast die einzigen Gäste, was daran liegt, dass wir zu einer normalen Essenszeit reserviert haben, erklärt Daniel. Die Museumsgänger kämen gegen fünf oder sechs, die Opernbesucher erst spät. Sie sorgten für die Fülle des “Klee’s”. Dieses ist wohl auch deshalb zweigeteilt. Den vorderen Bereich macht kneipenartiges Ambiente inklusive Theke und Hochtischen aus. Hinten dann der Restaurantpart, angenehm bodenständig mit kleinen Einblicken in die Küche. Nur das grünliche Neonlicht am Rand hätten sich die Inneneinrichter sparen können. So schlimm wie bei “Patricks Seafood” ist es nicht, doch es nimmt ein Stück Gemütlichkeit (und verleiht den Fotos hier auch diese merkwürdige Färbung). 

Doch nun: die Gans. Eine Keule und ein Stück Brust für jeden, der Teller ist prall gefüllt mit einem Kloß, Maronen, Rotkohl und einem kleinen Bratapfel mit Marzipandeckel. Rotkohl, Maronen und Soße kommen als Nachschlag gleich in Extraschüsseln mit. Wollten wir noch Klöße, sollten wir rechtzeitig bescheid sagen. 

Die Haut der Gans ist knusprig ohne trocken zu sein. Das Fett darunter ist vorhanden, aber nicht übertrieben, was das Aroma auf den richtigen Punkt bringt. Die Soße ist weihnachtlich-kräftig und passt zum wirklich leckeren Rotkohl und zu den perfekten Maronen. 

Kurz und gut: Da ist sie wieder, die beste Gans von Düsseldorf. Denn eine bessere kennen wir in der Stadt nicht. 

So etwas muss gefeiert werden – mit einem Dessert. Und egal ob Zwetschgenröster mit Zimteis, das winterliche Kompett mit Walnuss-Eis oder das Nougat-Chili-Parfait mit Passionsfrucht-Pesto: alles lecker. 

Wortlos stellt Daniel vier Gläser mit brauner Flüssigkeit ab. Das Spiel ist klar: “Ihr kriegt nicht raus, was das ist.” Auf jeden Fall ist es kräftig, aber nicht ruppig. Wir schnuppern Vanille und Karamell, wir schmecken runde Fruchtigkeit. Ein Armagnac? Daniel lacht laut auf – weit daneben.

Ein Whisky? Aber doch wohl kein Schotte!

Nein: ein Amerikaner, ein Bourbon. Name: “Woodford Reserve”. “Ich lass mal die Flasche hier”, sagt Daniel.

“Sag mal, weiß der, dass ihr bloggt?”, fragt unser Freund, über dessen Name die Reservierung lief. Kann nicht sein. Wir erleben einfach gerade einen so guten Service wie selten.

Es folgt eine Fachsimpelei über Whisky. Die Herren am Tisch mögen es Islay-mäßig rauchig, Daniel lieber etwas milder. Ein 12-jähriger Highland Park sei sein Ding – darauf können wir uns definitiv einigen. 

Am Ende werden wir mit Handschlag verabschiedet und versprechen, wiederzukommen. Zum Essen und genauo zu einem längeren Gespräch über Whisky. Und längere Gespräche machen ja durstig.

“Klee’s” (im Museum K20)
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf

Telefon: 0211 / 16844816 

Werbung

Dienstag
Nov042014

Piemont: Wie Gott in Italien

Frankreich oder Italien. Der Dauerbrenner. Nicht nur im Fußball oder was das bevorzugte Urlaubsland angeht. Sondern auch die heilige kulinarische Frage. Jedenfalls zwischen Daniele und mir.

Danieles Eltern stammen aus den Abruzzen. Er spricht deutsch mit badischem Akzent, ist im Südwesten von Deutschland zur Schule gegangen, einen Steinwurf entfernt von der französischen Grenze. Aber sobald jemand wie ich es wagt zu behaupten, die französische Küche sei besser, verfeinerter, qualitätsfanatischer als die italienische, wird er zum verbissenen Küchen-Patrioten. 

Verstehen sie mich nicht falsch: Ich liebe die italienische Küche. Wer tut das nicht?

Allerdings ist sie meiner Ansicht nach nur die zweitbeste. Der Durchschnittsitaliener bietet meines Erachtens eine klar bessere Küche als das durchschnittliche französische Restaurant. Aber wenn es um echte Spitzenleistungen geht, sehe ich die Nase unserer westlichen Nachbarn klar vorn. 

Allerdings: es gibt für mich eine Ausnahme – das Piemont. Kein Wunder, es grenzt an Frankreich. Ist historisch eng mit Frankreich verbunden. Verdankt die Tatsache, dass Barbaresco und Barolo heute als Königin und König des Weins gelten, einem: Franzosen. Louis Oudart machte im 19. Jahrhundert aus dem bis dahin süß gekelterten Nebbiolo einen Wein nach Vorbild der großen Bordeaux. Aber das wollte Daniele nie hören. Franzosen hätten die italienische Küche optimiert? Lächerlich! Warum fange ich auch regelmäßig diesen unsinnigen Disput an!? 

*

Die Wirtin unserer Herberge kniff mich fröhlich in die Wangen, als ich ihr erzählte, wir hätten bereits für sämtliche Abende Tische reserviert. Dem folgte ein anerkennendes Tätscheln, als sie erfuhr, dass es am ersten Abend zu Guido ging.

Ich hatte Guido bereits vor zwei Jahren einen Besuch abgestattet und das Restaurant mit dem einen Michelin-Stern hatte einen exzellenten Eindruck hinterlassen. Mittlerweile ist Guido allerdings nicht nur in neue Räumlichkeiten, sondern an einen anderen Ort gezogen. 

Äußerst freundliche Damen in schwarzen Hosen, zu denen sie gold-beige Oberteile tragen, hießen uns willkommen. Das frühere Restaurant, das in einer entkernten und modern gestalteten Scheune beheimatet war, gefiel mir zwar besser als die heutigen kleineren, schlossartigen Räume. Wer die alten Räumlichkeiten allerdings nicht kennt, wird vermutlich im sehr geschmackssicher gestalteten Restaurant von heute nichts vermissen. 

Ein ähnliches Fazit gilt für die Karte. Ich habe mich sehr gefreut, die Gerichte meines letzten Besuchs wieder zu finden. Das roh-marinierte, dick geschnittene Kalbfleisch ist butterzart und bietet mit den Tröpfchen und Salz-Häufchen, die sich auf dem Teller befinden, ein ungewöhnliches Geschmackserlebnis - zart und intensiv zugleich.

Wir haben gefragt, ob wir weiße Trüffel dazu haben können.

Click to read more ...

Montag
Okt132014

Amerikaner probieren deutsches Essen zum ersten Mal

Es gibt so viele Vorurteile über Amerikaner und Essen. Und es gibt viele Vorurteile von Amerikanern gegenüber deutschem Essen. 

Könnte es sein, dass die gar nicht so falsch sind?