Neulich im Supermarkt
Für die meisten Berufstätigen ist Samstag Einkaufstag. Für manchen ein unterdurchschnittliches Vergnügen. Wenn das bei Ihnen auch so sein sollte, sie außerdem sängerisches Talent und Mut haben - dann hätten wir da was für Sie.
Improv Everywhere ist eine Impro-Theater-Truppe aus New York, die wie ein Flashmob an öffentlichen Plätzen auftaucht. Und diesmal ist es ein herzwärmendes, wunderschönes Musical - in einem Supermarkt in Queens.
Also - wie wärs? Morgen bei Rewe?
(Gefunden bei Feingut)
"The Vine Hotel", Funchal: Ekstase auf Madeira
Noch 70 Tag. Dann - bumm! Jahreswechsel. 2010.
Stellt sich die Frage: Gibt es eine Alternative zu fettspritzendem Fleischfondue im kleinen Freundeskreis oder zu zwangsbeglücktem Fetenzauber im Schein der Discokugel?
Für Menschen, die sich gerne an den Schönheiten der Natur erfreuen, aber auch allen anderen sinnlichen Genüssen aufgeschlossen sind, lautet die Antwort ganz klar: JA!
Nur sputen sollte man sich ein bisschen. Denn die Reise geht nach Madeira, und die 60 mal 20 Kilometer große Insel im Atlantik ist ein beliebtes Reiseziel an Weihnachten und Silvester. Die Hauptstadt von Madeira, Funchal, ist von vielen deutschen Flughäfen aus in rund vier Stunden zu erreichen. Die Gegend rund um Funchal ist jedoch sehr zersiedelt und deshalb sei jedem, der nicht nur für das Silvesterfeuerwerk nach Madeira kommt, empfohlen mit dem Mietwagen schnellstens gen Westen zu entschwinden. Die EU hat viel Geld in den Ausbau der Infrastruktur gesteckt. Daher sollte man die Gelegenheit ruhig nutzen und sich an den gut ausgebauten Strassen und Tunneln erfreuen, für die man als großzügiger EU-Bürger ja auch den ein oder anderen Euro unfreiwillig beigesteuert hat – im wahrsten Sinne des Wortes!
Der Westen der Insel hat den Vorzug, dass es dort um einiges ruhiger und beschaulicher zugeht. Ein Ziel könnte zum Beispiel Ponta del Sol sein, vom Flughafen aus bequem in 45 Minuten zu erreichen.
Willkommen in Düsseldorf, Bobotie
Vielleicht sollten wir doch häufiger pseudojournalistische Postillen wie den “Prinz” lesen. Dann hätten wir vielleicht schon früher, im September, die freudige Kunde erhalten: das “Bobotie” hat jetzt einen Ableger in Düsseldorf!
Seit über zwei Jahren schwärmen wir vom Kölner Ur-Haus, der besten uns bekannten Vertretung südafrikanischer Küche in Deutschland. Und nun müssen wir nicht mehr nach Kölle - sondern nur noch nach Bilk, in die Brunnenstraße.

Das Konzept ist deckungsgleich. Dunkle, wohlige Atmosphäre (allerdings zu dunkel zum fotografieren) und ein Barbereich empfangen den Gast. Auf Reservierungen, übrigens, wird Wert gelegt. Und sie scheinen auch in D-dorf nötig: An einem Donnerstag Abend ist jeder Tisch im “Bobotie” belegt.
Die Karte hat sich seit unserem letzten Besuch in Köln erweitert.
Der Zentralfriedhof: Wo Wien liegt
Ein toller Mann. August Eisenmenger, “Führer der Nordpolexpedition 1872 bis 1874”.
Eine tolle Frau. Josefine Schnabel. Ihr Lebensmotto: “Viel gekämpft - ausgestritten. Viel erlebt - ausgelitten.”
Ihr Leben verbrachten beide in illustrer Gesellschaft. Ihre letzte Ruhe fanden sie wenige hundert Meter entfernt von Brahms und Schubert, von Qualtinger und Johann Strauß - auf dem Wiener Zentralfriedhof.
Über ein Gelände von 2,5 Millionen Quadratmeter führen lange Alleen, an deren Ränder sich Gräber zu rechteckigen Gruppen scharen. Drei Millionen Gebeine liegen in dunkler, Wiener Erde.
Einen Charme ehrfurchtsvollen Moders strahlt das riesige Gelände aus. Vor allem im Herbst, wenn der Wind die Gräber mit gelben Blättern bedeckt und dabei keine Unterschiede macht zwischen großen Österreichern, kleinen Wienern und denen, die gern mehr wären als ein einfacher Bürger zwischen Prater und Hofburg.
Johann Heinrich Steubel zum Beispiel, der auf seinem Grabstein vermerken ließ, daß er “Realitätenbesitzer” war - KuK-Titelsucht. Die Realität hat ihn eingeholt. Heute lehnt sich sein schwarzer Grabstein schief an den seines Nachbarn Georg Willner, “KuK-Hofrat, o.ö. Professor Ing.”, der sich so gut mit seinem Nachwuchs verstand, daß auch seine “Lieblingsnichte” mit ins kühle Grab durfte.
Wenigstens im Tod ist der Realitätenbesitzer der guten Gesellschaft ganz nah. Alois Negrelli liegt gleich nebenan: “Ihm verdankt die Welt den Suezkanal.” Nicht weit entfernt wurde Konteradmiral Ludwig Ritter von Hähnel, “Afrikaforscher”, begraben.
“Der Tod, das muß ein Wiener sein”, schrieb schon Georg Kreisler. Und so wundert es nicht, daß zu Ende des 19. Jahrhunderts ein wahres Bestattungsfieber rund um den Zentralfriedhof ausbrach. 83 Leichenunternehmen kämpften um die kalten Körper und belagerten die Häuser von wohlhabenden Dahinsiechenden, wie es heutzutage nur Sensationsreporter tun.
Wer allzunah liegt an der Hautevolee, für den ist die letzte Ruhe alles andere als ruhig.
Design-Hotels in London und Schottland: Rule Britannia!
In Sachen Mode ist britischer Stil in diesem Herbst und Winter waaaahnsinnig angesagt. Aber so was von. Was mich als bekennenden Fan von Paul Smith, “Gott”, wie ich ihn gern nenne, sehr freut.
Dieser Schritt zur weiträumigen Anerkennung englischer Lebensart wäre also schon mal gemacht. Doch das darf nicht alles sein. Es muss weitergehen. In Richtung Hotels: Möge auch dort der britische Geschmack regieren! Denn auf der Insel tut sich etwas in Sachen Designhotels.
Dort stießen wir bei unseren Reisen gen Schottland und London gleich reihenweise auf einen neuen Stil. Zutiefst englisch, was Stoffmuster und Auftreten betrifft - aber doch modern. So wie jene Designs, die Tricia Guild und ihre Designers Guild erschaffen und die in Deutschland derzeit in hochwertigen Einrichtungsgeschäften auftauchen.
Ein gutes Beispiel für diesen Trend ist das “Number Sixteen” in London. Zwei Ecken entfernt von der U-Bahn-Station South Kensington liegt eine dieser wunderschönen, viktorianischen Häuserzeilen, kolonadenreich und strahlend weiß, Sumner Place heißt sie.
Dort, in der Nummer 16, residiert - “Number Sixteen”.
Fast immer sitzen Gäste vor dem Hotel auf einer der beiden weißen Bänke, häufig ein Buch in den Händen. Nicht immer sind sie Raucher, was ja erklärbar wäre. Nein, mancher möchte vielleicht einfach das Gefühl haben, hier zu leben. Ein Haus zu haben in einer gut begüterten Gegend Londons, wo er jeden schönen Tag vor der Tür sitzen könnte. Bei dieser Träumerei stören kein roter Teppich und keine Portiers. Das “Number Sixteen” ist von außen pures, britisches Understatement, als Passant käme man gar nicht auf die Idee, dass hier ein Hotel seinen Sitz haben könnte.

Drinnen geht es wunderbar englisch weiter.
