Fußballreisen: Egal ob Arsenal oder BVB - es muss sich was ändern
Mittwoch, Juni 12, 2013 Was für ein wundervolles Geschenk. “Gutschein für ein Arsenal-Heimspiel” steht auf der liebevoll gestalteten Karte.
Arsenal FC - an diesen Club habe ich, was den englischen Fußball betrifft, 1999 mein Herz verloren, als ich für einige Monate in London arbeitete. Keine 15 Minuten dauerte damals der Fußweg von meiner Unterkunft zum Highbury Park und dieses kleine, alte Stadion, das man zwischen Arbeiterreihenhäuser hindurch betrat, bescherte mir den großartigsten Fußball, den ich bis dahin gesehen hatte. Bergkamp, Anelka, Viera und Overmars machten mich zum Arsenal-Fan. Das alte Highbury ist inzwischen in einen Wohnkomplex verwandelt worden, nicht weit davon entfernt steht das größere und austauschbarere Emirates.
“Das ist ja Wahnsinn! Woher hast Du denn die Karten?”, bejubelte ich die Herzensdame.
Sie antwortete: “Die kaufen wir noch!”
Ich antwortete: “Wir haben ein Problem!”

Denn das Stadion des Arsenal FC ist grundsätzlich ausverkauft. Wer das Team sehe möchte, braucht zumindest die unterste Stufe der Mitgliedschaft was bedeutet: Man zahlt in der niedrigsten Kategorie fast 30 Pfund pro Person um das Anrecht zu haben, vor jedem Heimspiel an der Verlosung von 3.500 Karten teilzunehmen.
Da bleibt für eine gezielte Reise entweder ein völlig überteurtes Komplettreisepaket - oder der Schwarzmarkt. Der aber hat einen Haken: Der Weiterverkauf von Fußball-Karten ist in England unter Strafe gestellt. Eigentlich ist dies ein Relikt aus den Zeiten, da fast 100 Menschen im überfüllten Stadion von Hillsborough zu Tode gequetscht wurden und Hooligans die Stadien in der Hand hielten. Es folgte ein Stehplatzverbot und eine restriktive Karten-Verkaufspolitik. Heute ist der Stadionbesuch in der Premier League ein bequemes und unproblematisches Vergnügen.
Wenn man eine Karte hat.
Was wir nicht hatten.
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